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Dienstag, 8. September 2026

65 Jahre Perry Rhodan

65 Jahre Perry Rhodan

Eine kurze Geschichte der größten Weltraumserie

Als die Perry Rhodan - Serie im September des Jahres 1961 von K.H. Scheer und Clark Darlton ins Leben gerufen wurde, war von der “größten” Weltraumserie noch lange nicht die Rede.

Vielmehr war das Projekt zunächst nur auf etwa 30 Romane angelegt, ein Ziel, das man sehr schnell höher stecken durfte, da der immense Erfolg sich bereits mit den ersten erschienenen Romanen abzeichnete.

Neben Darlton und Scheer, der die Exposes verfasste und über die Handlung hinaus auch für lange Zeit die Technik, etwa die der Raumschiffe bis ins kleinste Detail entwickelte...

...gesellten sich nach und nach weitere Autoren zu dem Team, wie Kurt Mahr, W.W Shols, Kurt Brand und mit Band 74 William Voltz, der schnell zu einem der beliebtesten Autoren wurde (sein erster Roman musste allerdings noch umgeschrieben werden, bis Redakteur und Lektor Günter Schelwokat grünes Licht gab).

Nach dem Ausstieg von Kurt Brand stieß kurz nach Band 200 H.G. Ewers zum Team, der ebenfalls schnell seine Fans unter den Lesern fand. Bis Band 1000 wurden unter anderem noch die Autoren Hans Kneifel, Ernst Vlcek, H.G. Francis, Peter Terrid und Marianne Sydow verpflichtet.

Die Handlung der Serie war von Anfang an zyklisch angelegt, aber erst mit Band 200 wagte man sich an einen größeren, hundert Bände umfassenden Zyklus (Die Meister der Insel). Auch die folgenden Zyklen umfassten jeweils hundert Bände, erst der Schwarm-Zyklus ab Band 500 brach wieder mit dieser Einteilung, da er mit Band 569 beendet war.

Die Romane zwischen Band 650 und 1000 gelten bis heute als wegweisend, da es hier größere kosmische Zusammenhänge gab und das sogenannte Zwiebenschalenmodell eingeführt wurde, das die Rangordnung in Bezug auf die kosmischen Mächte wie Superintelligenzen, Chaotarchen und Kosmokraten erklären und definieren sollte. Später gab es dann auch Großzyklen, etwa den “Thoregon”- Zyklus, der von Band 1800 bis 2199 lief.

Bis zu dem besagten Band 1800 wurden alle Titelbilder und Innenillustrationen von dem Zeichner Johnny Bruck angefertigt.

 Nach dessen Tod gab es mehrere Zeichner, etwa Ralph Voltz, Swen Papenbrock oder Alfred Kelsner, der auch heute noch einige Cover beisteuert und über einen Kontakt zu Willi Voltz zur Serie stieß. Bei Ralph Voltz handelt es sich um einen Sohn von Willi Voltz.

Dieser übernahm ab Band 674 die Expose - Arbeit. Nach seinem frühen Tod 1984 wurde die Serie von Ernst Vlcek und Thomas Zieger gesteuert, später dann von Robert Feldhoff und nach dessen Tod von Uwe Anton. 

Mit Band 2700 übernahm mit den Autoren Wim Vandemaan und Christian Montillon wieder ein Duo die Exposearbeit, welche erst mit dem letzten Band des Fragmente-Zyklus (3299) endete.

Seit Band 3300 ist der Autor Ben Calvin Hary für die Exposes verantwortlich, der zunächst für die PR Neo - Serie schrieb und dann mit den Atlantis - Miniserien erste Erfahrungen als Exposeautor sammeln konnte.

Die „Perry Rhodan“-Serie erschien aufgrund des großen Erfolges in vielen Erscheinungsformen. So gab es vier weitere Auflagen, die aber bis 2013 eingestellt wurden, Taschenbücher, Comics und natürlich die Silberbände, in denen die Handlung der Heftromane in zusammengefasster und leicht gekürzter Form als Hardcover präsentiert werden. 

Der erste Silberband erschien 1980 und wurde noch von Willi Voltz bearbeitet.

Auch das äußere Erscheinungsbild änderte sich im Laufe der Jahre. So verschwand mit Band 560 zunächst der untere Balken mit dem Titel und wurde durch einen Schriftzug auf dem Cover ersetzt. 

Neben einigen geringfügigen Änderungen wie dem Entfernen des Schriftzugs “Erstauflage” verschwand mit Band 3300 schließlich auch der Kasten mit dem Perry Rhodan Logo, welches seitdem ohne Kasten und ohne Untertitel auskommt.

Zu den heutigen Autoren gehören neben dem Chefautor Ben Calvin Hary unter anderem noch Christian Montillon, Wim Vandemaan, Leo Lukas, Oliver Fröhlich, Kai Hirdt, Uwe Anton, Susan Schwartz, Michelle Stern und die Neuzugänge Olaf Brill und Marie Erikson. Brill ist auch Autor der neuen Comic Serie “Der kleine Perry”, während Marie Erikson zuvor unter anderem für die „John Sinclair“-Serie schrieb.

Auch Hubert Haensel, einer der dienstältesten Autoren, schreibt weiterhin an der Serie mit, während die meisten Autoren der ersten Generationen dieses große Jubiläum leider nicht mehr erleben können.

Die letzten noch lebenden Urgesteine dieser Zeit sind Arndt Elmer (Wolfgang Kehl), der bei der letzten Autorenkonferenz um die Handlung ab Band 3400 wieder zugegen war und Horst Hoffmann, der aber nicht mehr für die Serie schreibt.

© Stefan Robijn

3 Kommentare:

Konrad Wolfram hat gesagt…

Nun ja, die Comic-Alben zu "Der kleine Perry" sind von der Machart wohl eher für Kinder bis zehn Jahre wirklich geeignet. Allerdings dürfte der Preis dafür wiederum doch zu hoch angelegt sein. An die früheren Comics wie etwa "Perry Rhodan im Bild" oder "Perry" kommt diese Kinderversion jedenfalls nicht heran.

Stefan Robijn hat gesagt…

Das stimmt natürlich, aber ich dachte, ich erwähne es mal.
Nicht erwähnt habe ich, dass Brill auch den PR Report betreut.
In der aktuellen Ausgabe geht es natürlich um das Jubiläum, und es werden ein paar unveröffentlichte Seiten aus dem ersten Heft präsentiert, die damals der Schere zum Opfer fielen.

Konrad Wolfram hat gesagt…

Da hast du natürlich recht Stefan. Ich wollte es auch nur noch mal für die passende Altersgruppe hervorheben. Ich selbst hatte mir das erste Comic-Album ja auch gekauft gehabt aus Neugierde. Die hat sich aber nach den ersten Seiten auch gleich wieder mächtig gelegt gehabt.