65 Jahre Perry
Rhodan
Eine kurze
Geschichte der größten Weltraumserie
Als die Perry Rhodan - Serie im September des Jahres 1961
von K.H. Scheer und Clark Darlton ins Leben gerufen wurde, war von der
“größten” Weltraumserie noch lange nicht die Rede.
Vielmehr war das Projekt zunächst nur auf etwa 30 Romane
angelegt, ein Ziel, das man sehr schnell höher stecken durfte, da der immense
Erfolg sich bereits mit den ersten erschienenen Romanen abzeichnete.
Neben Darlton und Scheer, der die Exposes verfasste und über die Handlung hinaus auch für lange Zeit die Technik, etwa die der Raumschiffe bis ins kleinste Detail entwickelte...
...gesellten sich nach und nach
weitere Autoren zu dem Team, wie Kurt Mahr, W.W Shols, Kurt Brand und mit Band
74 William Voltz, der schnell zu einem der beliebtesten Autoren wurde (sein
erster Roman musste allerdings noch umgeschrieben werden, bis Redakteur und
Lektor Günter Schelwokat grünes Licht gab).
Nach dem Ausstieg von Kurt Brand stieß kurz nach Band 200
H.G. Ewers zum Team, der ebenfalls schnell seine Fans unter den Lesern fand.
Bis Band 1000 wurden unter anderem noch die Autoren Hans Kneifel, Ernst Vlcek,
H.G. Francis, Peter Terrid und Marianne Sydow verpflichtet.
Die Handlung der Serie war von Anfang an zyklisch
angelegt, aber erst mit Band 200 wagte man sich an einen größeren, hundert
Bände umfassenden Zyklus (Die Meister der Insel). Auch die folgenden Zyklen
umfassten jeweils hundert Bände, erst der Schwarm-Zyklus ab Band 500 brach
wieder mit dieser Einteilung, da er mit Band 569 beendet war.
Die Romane zwischen Band 650 und 1000 gelten bis heute
als wegweisend, da es hier größere kosmische Zusammenhänge gab und das
sogenannte Zwiebenschalenmodell eingeführt wurde, das die Rangordnung in Bezug
auf die kosmischen Mächte wie Superintelligenzen, Chaotarchen und Kosmokraten
erklären und definieren sollte. Später gab es dann auch Großzyklen, etwa den
“Thoregon”- Zyklus, der von Band 1800 bis 2199 lief.
Bis zu dem besagten Band 1800 wurden alle Titelbilder und Innenillustrationen von dem Zeichner Johnny Bruck angefertigt.
Nach dessen Tod
gab es mehrere Zeichner, etwa Ralph Voltz, Swen Papenbrock oder Alfred Kelsner,
der auch heute noch einige Cover beisteuert und über einen Kontakt zu Willi
Voltz zur Serie stieß. Bei Ralph Voltz handelt es sich um einen Sohn von Willi
Voltz.
Dieser übernahm ab Band 674 die Expose - Arbeit. Nach
seinem frühen Tod 1984 wurde die Serie von Ernst Vlcek und Thomas Zieger
gesteuert, später dann von Robert Feldhoff und nach dessen Tod von Uwe Anton.
Mit
Band 2700 übernahm mit den Autoren Wim Vandemaan und Christian Montillon wieder
ein Duo die Exposearbeit, welche erst mit dem letzten Band des Fragmente-Zyklus
(3299) endete.
Seit Band 3300 ist der Autor Ben Calvin Hary für die
Exposes verantwortlich, der zunächst für die PR Neo - Serie schrieb und dann
mit den Atlantis - Miniserien erste Erfahrungen als Exposeautor sammeln konnte.
Die „Perry Rhodan“-Serie erschien aufgrund des großen Erfolges in vielen Erscheinungsformen. So gab es vier weitere Auflagen, die aber bis 2013 eingestellt wurden, Taschenbücher, Comics und natürlich die Silberbände, in denen die Handlung der Heftromane in zusammengefasster und leicht gekürzter Form als Hardcover präsentiert werden.
Der erste Silberband
erschien 1980 und wurde noch von Willi Voltz bearbeitet.
Auch das äußere Erscheinungsbild änderte sich im Laufe der Jahre. So verschwand mit Band 560 zunächst der untere Balken mit dem Titel und wurde durch einen Schriftzug auf dem Cover ersetzt.
Neben einigen
geringfügigen Änderungen wie dem Entfernen des Schriftzugs “Erstauflage”
verschwand mit Band 3300 schließlich auch der Kasten mit dem Perry Rhodan Logo,
welches seitdem ohne Kasten und ohne Untertitel auskommt.
Zu den heutigen Autoren gehören neben dem Chefautor Ben
Calvin Hary unter anderem noch Christian Montillon, Wim Vandemaan, Leo Lukas,
Oliver Fröhlich, Kai Hirdt, Uwe Anton, Susan Schwartz, Michelle Stern und die
Neuzugänge Olaf Brill und Marie Erikson. Brill ist auch Autor der neuen Comic
Serie “Der kleine Perry”, während Marie Erikson zuvor unter anderem für die „John
Sinclair“-Serie schrieb.
Auch Hubert Haensel, einer der dienstältesten Autoren,
schreibt weiterhin an der Serie mit, während die meisten Autoren der ersten
Generationen dieses große Jubiläum leider nicht mehr erleben können.
Die letzten noch lebenden Urgesteine dieser Zeit sind
Arndt Elmer (Wolfgang Kehl), der bei der letzten Autorenkonferenz um die
Handlung ab Band 3400 wieder zugegen war und Horst Hoffmann, der aber nicht
mehr für die Serie schreibt.
© Stefan Robijn
3 Kommentare:
Nun ja, die Comic-Alben zu "Der kleine Perry" sind von der Machart wohl eher für Kinder bis zehn Jahre wirklich geeignet. Allerdings dürfte der Preis dafür wiederum doch zu hoch angelegt sein. An die früheren Comics wie etwa "Perry Rhodan im Bild" oder "Perry" kommt diese Kinderversion jedenfalls nicht heran.
Das stimmt natürlich, aber ich dachte, ich erwähne es mal.
Nicht erwähnt habe ich, dass Brill auch den PR Report betreut.
In der aktuellen Ausgabe geht es natürlich um das Jubiläum, und es werden ein paar unveröffentlichte Seiten aus dem ersten Heft präsentiert, die damals der Schere zum Opfer fielen.
Da hast du natürlich recht Stefan. Ich wollte es auch nur noch mal für die passende Altersgruppe hervorheben. Ich selbst hatte mir das erste Comic-Album ja auch gekauft gehabt aus Neugierde. Die hat sich aber nach den ersten Seiten auch gleich wieder mächtig gelegt gehabt.
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