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Donnerstag, 11. Mai 2023

Reiche sterben auch nicht anders

Lew Archer 1

Reiche sterben auch nicht anders

von Ross MacDonald

Einerseits ist Lew Archer, Privatdetektiv aus Los Angeles, erleichtert: Vor wenigen Sekunden noch hat dieser Mann ihn erschießen wollen.

Und wenn nicht Graves schneller geschossen hätte, dann läge jetzt Archer auf der Schilfmatte – oder vielmehr der Rest im Wert von 30 Dollar.

Andererseits ist aber der Tote der Mann, den Archer seit Tagen gejagt hat: der Entführer von Ralph Sampson; und jetzt ist der Kidnapper stumm für immer. Er kann nicht mehr sagen, wo Sampson verborgen ist …

Es hatte alles so einfach ausgesehen: Die Gelähmte im Rollstuhl, die Archer beauftragte, ihren verschwundenen Mann zu finden, den Trinker und Millionär, dessen exzentrische Launen ihr schon oft das Leben schwergemacht haben.

Die Frage war nur, was diesmal dahintersteckte: Eine Sauftour? Eine jüngere, eine gesunde Frau? Wie auch immer, verschwundene Ehemänner haben Lew Archer noch selten vor schwierige Probleme gestellt.

Montag, 3. Oktober 2022

Krimi-Autor Ross MacDonald

Ross Macdonald wurde am 13. Dezember 1915 als Kenneth Millar in Los Gatos, Kalifornien, USA, geboren, wuchs aber in Kitchener, Ontario, Kanada, in der Heimat seiner kanadischen Eltern, auf.

Als er vier Jahre alt war, verließ sein Vater die Familie, so dass er zusammen mit seiner Mutter bei verschiedenen Verwandten lebte. 
 
Mit 16 kehrte er nach Kanada zurück, wo er in Kitchener studierte und an der „University of Western Ontario“ einen Abschluss in Geschichte und Englisch erwarb. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er  als Englisch- und Geschichtslehrer.

1938 heiratete er Margaret Sturm, die einige Jahre später unter dem Namen Margaret Millar selbst erfolgreich Romane schrieb. Ihre gemeinsame Tochter kam 1939 zur Welt, die 1970 Selbstmord beging. 1946 zog die Familie von Kitchener nach Santa Barbara in die USA.

Seine Karriere als Schriftsteller begann Millar mit dem Schreiben von Geschichten für Pulp-Magazine. Nachdem er von 1944 bis 1946 als Nachrichtenoffizier auf See gedient hatte, kehrte Millar nach Michigan zurück, wo er seinen Doktortitel in Literatur erwarb.

Für seine Promotion studierte Millar bei dem Dichter W.H. Auden, der der Meinung war, dass Krimis oder Detektivgeschichten das Niveau von Literatur erreichen könnten, und Millars Interesse an diesem Genre förderte.