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Montag, 9. März 2026

Das Grauen schleicht durch Wien

Isaac Kane (Sonderband 1)

Das Grauen schleicht durch Wien

von Michael Blihall

März 1958 in Wien: Oberinspektor Friedrich "Fritz" Aigner und sein Kollege Bösmüller sehen sich einigen seltsamen Morden gegenüber. Denn plötzlich tauchen Leichen auf, die wie von einer Bestie zerfleischt aussehen.

Zudem breitet sich das Gerücht über ein Krokodil in der Kanalisation von Wien aus, obwohl dies eigentlich schon bei diesen kalten Temperaturen völlig unmöglich sein sollte.

Zur gleichen Zeit entdecken die junge Dr. Sophie Gruber und der drei Jahre jüngere britische Student Isaac Kane - der in Wien am Kunsthistorischem Museum ein Auslandssemester absolviert - einen unbekannten Mini-Sarkophag...

...mit einem kleinen mumifizierten aber recht gut erhaltenen Krokodil, welches früher wohl in Ägypten eine Grabbeigabe hinsichtlich des Gottes Sobek gewesen sein muss.

Als dann ein weiterer Mord geschieht und die völlig verstörte Geli Vogel davon berichtet, ein riesiges Krokodil habe ihren Freund zerfleischt, kommt es Fritz Aigner gerade recht, als Sophie Gruber und Isaac Kane gerade den Diebstahl ihres "Krokodil" bei der Polizei melden wollen.

Als Aigner jedoch merkt, dass es sich hier offenbar nur um ein Ausstellungsstück aus einer ägyptischen Sammlung handelt, winkt er Gruber und Kane gleich desinteressiert zu seinen Kollegen vom Raubdezernat durch.

Ein dummer Fehler, denn kurz darauf steht auch noch der britische Dämonenjäger Ian West in seinem Büro. Und West scheint über alles informiert zu sein, und das auch über Aigners Vergangenheit bei der Gestapo zur Zeit des Nationalsozialismus.

Aigner bleibt daher nichts anders übrig, als mit West zusammen zu arbeiten, da er auch die Dämonen seiner Vergangenheit nicht wieder ans Tageslicht zerren will. Warum allerdings Ian West unter keinen Umständen bei den weiteren Befragungen von Sophie Gruber mit dem Studenten Isaac Kane konfrontiert werden will, bleibt Aigner ein Rätsel. Schließlich sind sie doch beide Engländer.

Da auch die gerichtsmedizinischen Untersuchungen bei den grausamen Morden von einem großen Raubtier ausgehen, welches es in Wien eigentlich nicht geben dürfte, ermitteln Aigner und West bald auch in Kreisen von ehemaligen NSDAP und SS-Angehörigen, welche nach dem Krieg schnell wieder gesellschaftlich auf die Füße gefallen waren.

Und zu denen gehört auch der Direktor des Museums, Dr. Dengler, der das mumifizierte Artefakt eines kleinen Krokodil im eigenen Sarkophag hat verschwinden lassen, als auch der ehemalige Graf von Stolzenberg, welcher unter dem Deckmantel eines Kaffeehaus offenbar ein Bordell für Orgien für die gehobenen Gesellschaft von Wien betreibt.

Heinrich Stolzenberg war vor dem Dritten Reich allerdings auch Mitglied der okkulten Thule-Gesellschaft, welche auch Aigner kurzzeitig angehörte und woher sie sich persönlich kennen.

Und Stolzenberg geht gerade in die letzte Phase seines perfiden Plans über, wo er mittels weiteren ehemaligen Altnazis eine Art okkultes neues Reich zu gründen versucht, indem er mit weiteren Blutopfern den Krokodilgott Sobek anruft.

Gelingt es Aigner und West, dieses schreckliche Vorhaben noch rechtzeitig stoppen?

  • Das Grauen schleicht durch Wien
  • Autor: Michael Blihall
  • ISBN: 978-3-98966-025-0
  • Taschenbuch: 143 Seiten
  • Sonderband 1 zur Serie ISAAC KANE
  • Herausgeber: Ulrich Gilga
  • Deutsche Veröffentlichung: Oktober 2024

„Stolzenberg stellte sich neben ihn, hielt die Spitze des Dolches gegen die Halsschlagader des Mädchens. Er schloss die Augen, flüsterte nochmals die Beschwörungsformel und stieß zu.“ (Isaac Kane Sonderband 1, "Das Grauen schleicht durch Wien/Seite 76 - 77)

„Mit DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH WIEN“ ist dies mein erster gelesener Roman der Reihe „ISAAC KANE“, dessen Serie eigentlich von Ulrich Gilga selbst verfasst und herausgebracht wird. Hier jedoch liegt mir nun der erste Sonderband der Reihe vor, den als Gastautor eben damals Michael Blihall geschrieben hatte.

Und Michael Blihall dürfte wiederum wohl der Leserschaft der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ aus dem Bastei Verlag bekannt sein, wenn man als Beispiel an seine Subserie um die "Drudenfüße" mit den Hauptfiguren Andreas Brauner und Johanna Schuster denkt.

Aber auch in den Bastei-Heftromanserien „JERRY COTTON“, „PROFESSOR ZAMORRA“, „MADDRAX“ und sogar „DR. STEFAN FRANK“ hat der Autor Michael Blihall bereits seine Spuren hinterlassen.

Aber auch mit dem Roman „DIE BÜCKE“ Ist Michael Blihall bereits in der Reihe „H. P. LOVECRAFTS SCHRIFTEN DES GRAUENS“ (Blitz Verlag) in Erscheinung getreten.

Bei „DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH WIEN“ greift Blihall indessen die durchaus bekannte Legende auf, in der sich immer mal wieder irgendwo Krokodile in der Kanalisation herumtreiben sollen, wo sie eigentlich nicht hingehören.

Bei diesen urbanen Legenden geht man allerdings meist davon aus, das jemand ein kleines Krokodil einfach ausgesetzt haben könnte, welches in der Kanalisation überlebt hätte.

Nun, diese Krokodile hier im Roman sind aber keine Krokodile im eigentlichen Sinne, sondern "Schutzgeister" des altägyptischen Krokodilgott Sobek, die schon mal zur Erweckung des selbigen die ersten Blutopfer in Wien zerfleischen.

Aber auch die Verbindungen die Blihall hier zwischen dem Okkultismus ausgehend von der früheren Thule-Gesellschaft und den ehemaligen Nationalsozialisten in einer Stadt wie Wien im Jahre 1958 zieht, sind recht spannend wie interessant aufgebaut worden.

Und so kann man hier durchaus von einem spannenden wie auch interessanten, aber auch mitunter informativen Roman sprechen, der sehr schnell auch die Atmosphäre der damalige Zeit seiner Leserschaft zu übermitteln versteht und so beim Lesen zu einem perfekten Kopfkino beiträgt.

Als zusätzliche Beigabe erhält der Leser zudem am Ende des Roman sowohl noch einen Werkstattbericht von Michael Blihall zum vorliegenden Roman und den hierbei genutzten realen Fakten  der damaligen Zeit geboten, sowie auch ein Interview welches mit dem Autor selbst geführt wurde.

© by Konrad Wolfram

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