Isaac Kane (Sonderband 1)
Das Grauen schleicht durch Wien
von Michael
Blihall
März
1958 in Wien: Oberinspektor Friedrich "Fritz" Aigner und sein Kollege
Bösmüller sehen sich einigen seltsamen Morden gegenüber. Denn plötzlich tauchen
Leichen auf, die wie von einer Bestie zerfleischt aussehen.
Zudem
breitet sich das Gerücht über ein Krokodil in der Kanalisation von Wien aus,
obwohl dies eigentlich schon bei diesen kalten Temperaturen völlig unmöglich
sein sollte.
Zur gleichen Zeit entdecken die junge Dr. Sophie Gruber und der drei Jahre jüngere britische Student Isaac Kane - der in Wien am Kunsthistorischem Museum ein Auslandssemester absolviert - einen unbekannten Mini-Sarkophag...
...mit einem
kleinen mumifizierten aber recht gut erhaltenen Krokodil, welches früher wohl
in Ägypten eine Grabbeigabe hinsichtlich des Gottes Sobek gewesen sein muss.
Als
dann ein weiterer Mord geschieht und die völlig verstörte Geli Vogel davon
berichtet, ein riesiges Krokodil habe ihren Freund zerfleischt, kommt es Fritz
Aigner gerade recht, als Sophie Gruber und Isaac Kane gerade den Diebstahl
ihres "Krokodil" bei der Polizei melden wollen.
Als
Aigner jedoch merkt, dass es sich hier offenbar nur um ein Ausstellungsstück
aus einer ägyptischen Sammlung handelt, winkt er Gruber und Kane gleich
desinteressiert zu seinen Kollegen vom Raubdezernat durch.
Ein
dummer Fehler, denn kurz darauf steht auch noch der britische Dämonenjäger Ian
West in seinem Büro. Und West scheint über alles informiert zu sein, und das
auch über Aigners Vergangenheit bei der Gestapo zur Zeit des
Nationalsozialismus.
Aigner
bleibt daher nichts anders übrig, als mit West zusammen zu arbeiten, da er auch
die Dämonen seiner Vergangenheit nicht wieder ans Tageslicht zerren will. Warum
allerdings Ian West unter keinen Umständen bei den weiteren Befragungen von
Sophie Gruber mit dem Studenten Isaac Kane konfrontiert werden will, bleibt
Aigner ein Rätsel. Schließlich sind sie doch beide Engländer.
Da
auch die gerichtsmedizinischen Untersuchungen bei den grausamen Morden von
einem großen Raubtier ausgehen, welches es in Wien eigentlich nicht geben dürfte,
ermitteln Aigner und West bald auch in Kreisen von ehemaligen NSDAP und
SS-Angehörigen, welche nach dem Krieg schnell wieder gesellschaftlich auf die
Füße gefallen waren.
Und
zu denen gehört auch der Direktor des Museums, Dr. Dengler, der das mumifizierte
Artefakt eines kleinen Krokodil im eigenen Sarkophag hat verschwinden lassen,
als auch der ehemalige Graf von Stolzenberg, welcher unter dem Deckmantel eines
Kaffeehaus offenbar ein Bordell für Orgien für die gehobenen Gesellschaft von
Wien betreibt.
Heinrich
Stolzenberg war vor dem Dritten Reich allerdings auch Mitglied der okkulten
Thule-Gesellschaft, welche auch Aigner kurzzeitig angehörte und woher sie sich
persönlich kennen.
Und
Stolzenberg geht gerade in die letzte Phase seines perfiden Plans über, wo er
mittels weiteren ehemaligen Altnazis eine Art okkultes neues Reich zu gründen
versucht, indem er mit weiteren Blutopfern den Krokodilgott Sobek anruft.
Gelingt
es Aigner und West, dieses schreckliche Vorhaben noch rechtzeitig stoppen?
- Das Grauen schleicht durch Wien
- Autor: Michael Blihall
- ISBN: 978-3-98966-025-0
- Taschenbuch: 143 Seiten
- Sonderband 1 zur Serie ISAAC KANE
- Herausgeber: Ulrich Gilga
-
Deutsche
Veröffentlichung: Oktober 2024
„Stolzenberg stellte sich neben ihn, hielt die Spitze des Dolches gegen die Halsschlagader des Mädchens. Er schloss die Augen, flüsterte nochmals die Beschwörungsformel und stieß zu.“ (Isaac Kane Sonderband 1, "Das Grauen schleicht durch Wien/Seite 76 - 77)
„Mit DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH WIEN“ ist dies mein
erster gelesener Roman der Reihe „ISAAC KANE“, dessen Serie eigentlich von
Ulrich Gilga selbst verfasst und herausgebracht wird. Hier jedoch liegt mir nun
der erste Sonderband der Reihe vor, den als Gastautor eben damals Michael
Blihall geschrieben hatte.
Und Michael Blihall dürfte wiederum wohl der Leserschaft
der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ aus dem Bastei Verlag bekannt sein, wenn man als
Beispiel an seine Subserie um die "Drudenfüße" mit den Hauptfiguren Andreas
Brauner und Johanna Schuster denkt.
Aber auch in den Bastei-Heftromanserien „JERRY COTTON“, „PROFESSOR
ZAMORRA“, „MADDRAX“ und sogar „DR. STEFAN FRANK“ hat der Autor Michael Blihall
bereits seine Spuren hinterlassen.
Aber auch mit dem Roman „DIE BÜCKE“ Ist Michael Blihall
bereits in der Reihe „H. P. LOVECRAFTS SCHRIFTEN DES GRAUENS“ (Blitz Verlag) in
Erscheinung getreten.
Bei „DAS GRAUEN SCHLEICHT DURCH WIEN“ greift Blihall
indessen die durchaus bekannte Legende auf, in der sich immer mal wieder
irgendwo Krokodile in der Kanalisation herumtreiben sollen, wo sie eigentlich
nicht hingehören.
Bei diesen urbanen Legenden geht man allerdings meist
davon aus, das jemand ein kleines Krokodil einfach ausgesetzt haben könnte,
welches in der Kanalisation überlebt hätte.
Nun, diese Krokodile hier im Roman sind aber keine
Krokodile im eigentlichen Sinne, sondern "Schutzgeister" des
altägyptischen Krokodilgott Sobek, die schon mal zur Erweckung des selbigen die
ersten Blutopfer in Wien zerfleischen.
Aber auch die Verbindungen die Blihall hier zwischen dem
Okkultismus ausgehend von der früheren Thule-Gesellschaft und den ehemaligen
Nationalsozialisten in einer Stadt wie Wien im Jahre 1958 zieht, sind recht
spannend wie interessant aufgebaut worden.
Und so kann man hier durchaus von einem spannenden wie
auch interessanten, aber auch mitunter informativen Roman sprechen, der sehr
schnell auch die Atmosphäre der damalige Zeit seiner Leserschaft zu übermitteln
versteht und so beim Lesen zu einem perfekten Kopfkino beiträgt.
Als zusätzliche Beigabe erhält der Leser zudem am Ende
des Roman sowohl noch einen Werkstattbericht von Michael Blihall zum
vorliegenden Roman und den hierbei genutzten realen Fakten der damaligen Zeit geboten, sowie auch ein
Interview welches mit dem Autor selbst geführt wurde.
© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen