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Sonntag, 8. März 2026

Ein Interview mit der Horror-Autorin Tanja Hanika

Ingo Löchel: Tanja, kannst Du den Lesern des Online-Magazins kurz etwas zu Deiner Person erzählen?

Tanja Hanika: Gerne! Ich heiße Tanja Hanika, lebe mit Mann, Sohn und Katze in der Eifel und bin Horrorautorin. Ich schreibe Gruselgeschichten, seit ich mit 8 Jahren eine Kinderversion von Stokers »Dracula« in die Hände bekam.

Das hat meine Liebe zu Büchern und zum Schreiben geweckt und für mich stand damals fest, dass ich Horrorautorin werden möchte.

Dieser Wunsch ist geblieben und ich freue mich sehr, dass ich ihn mir nach einem Germanistikstudium erfüllen konnte. Auch nach über zehn Jahren als Autorin ist es nach wie vor ein Traumberuf für mich.

Ingo Löchel: Mit welchem Roman gabst Du im  Jahr 2015 Dein Debüt als Horror-Autorin?

Tanja Hanika: Mein erster veröffentlichter Roman ist ein Schauerroman im Stil der alten gothic novels namens »Redthorne Castle«. Ich hatte mir damals gedacht, dass ich vielleicht nicht direkt mit heftigem Horror ins Autorendasein starte, da Spukhausromane generell recht beliebt waren und nach wie vor sind.

Ingo Löchel: Worum geht es darin?

Tanja Hanika: In »Redthorne Castle« geht es um eine junge Frau, Joanne Hadley, die von Bekannten ihrer Familie zu einem Schreibtreffen eingeladen wird. Ein bisschen zum Vorbild habe ich mir gemacht, wie Mary Shelley im Sommer 1816 auf Villa Diodati im Rahmen eines kleinen Schreibwettbewerbs »Frankenstein« geschrieben hat. 

Allerdings geschehen in meinem Roman dann einige Unglücke und Gäste sterben. Für Joanne gilt es nicht nur zu überleben, sondern sie will auch herausfinden, was hinter den Geschehnissen steckt.

Ingo Löchel: Wie kamst Du auf Idee zu diesem Roman?

Tanja Hanika: Ich schreibe ja schon sehr lange und hatte verschiedene Ideen und Romanprojekte vorliegen. Hinter »Redthorne Castle« steckte nicht wie bei einigen meiner anderen Bücher ein einzelner Geistesblitz oder die Frage, »Was wäre, wenn …?«, sondern es war ein Herzensprojekt, das ich gerne schreiben wollte.

Ich hatte mir damals überlegt, welches Buch ich selbst am liebsten lesen würde, welche Elemente es beinhalten sollte und habe dann Plot und Figuren dementsprechend entwickelt.

Ich wollte einen Schauerroman verfassen, bei dem die Protagonistin, die eigentlich nicht an Spuk und Gespenster glaubt, herausfinden muss, ob die Vorgänge natürlich zu erklären sind oder ob doch Geister am Werk sind.

Das habe ich auch Jahre später noch einmal aufgegriffen und in meinem Geisterjäger-/Spukhausroman »Von Schatten und Gespenstern auf Darkmore Manor« noch einmal ganz anders umgesetzt.

Ingo Löchel: Wie kam es zur Veröffentlichung Deines Debüt-Romans?

Tanja Hanika: Ich habe mich von vorn herein für den Weg des Selfpublishings entschieden, das damals gerade beliebt geworden war. Das bedeutet, dass man ohne Verlag ein Buch eigenständig veröffentlicht.

Dafür gibt es Distributoren wie Amazon, Tredition, Tolino und viele mehr, bei denen man sein Cover und den fertigen Romantext hoch lädt. Der Distributor übernimmt dann den Druck, Verkauf inklusive Kundenkontakt sowie das Versenden der Bücher. 

Einige Selfpublisher gehen auch den Weg über den Auflagendruck, das heißt, sie bestellen ihre Bücher bei einer Druckerei und vertreiben sie dann selbst. Das mache ich nicht.

Ich habe mich damals für Amazon entschieden, da das sehr benutzerfreundlich für Autoren gestaltet ist. Auch heute veröffentliche ich dort die meisten meiner Bücher, die es als Taschenbücher, E-Books und über die Leseflatrate Kindle Unlimited gibt.

Seit letztem Jahr habe ich auch ein Hardcoverbuch im Sortiment, das über Tredition gedruckt wird, und das es auch im stationären Buchhandel und allen Onlinebuchshops gibt. Und einige meiner E-Books gibt es auch über Tolino.

Ich habe mich bis heute nie bei einem Verlag beworben, sondern mich tatsächlich ganz freiwillig für den Weg als Selfpublisherin entschieden.

Zur Veröffentlichung kam es also aus eigener Entscheidung und zu dem Zeitpunkt, an dem ich es wollte, mit genau dem Text, den ich veröffentlichen wollte. Ich schätze Freiheit und Kontrolle im Selfpublishing sehr.

Ingo Löchel: Wie lange hast Du an diesem Roman geschrieben?

Tanja Hanika: Die Arbeitszeit an »Redthorne Castle« dürfte ein gutes Jahr, vielleicht sogar eineinhalb Jahre, betragen haben. Damals war ich noch etwas langsamer als heute, da einerseits mein Sohn noch sehr klein war und ich andererseits inzwischen mit deutlich mehr Erfahrung an die Projekte herangehe. Zudem arbeite ich stets an verschiedenen Projekten in unterschiedlichen Stadien.

Konrad Wolfram: "Mr. Rileys Hürchen und 13 weitere Gruselgeschichten" war mein erstes Buch von Dir. das mir sehr gut gefallen hat.Was aber schreibst du lieber? Eine kurze knackige Kurzgeschichte oder doch eher ein Roman mit mehr Möglichkeiten innerhalb der Handlung?

Tanja Hanika: Danke sehr, das freut mich zu hören! Eine Wahl fällt mir da gar nicht leicht, weil Kurzgeschichten und Romane jeweils eigene Vorteile bieten. Ich entscheide mich grundsätzlich dafür, Geschichten zu schreiben, deren Themen mich selbst fesseln und die ich unbedingt erzählen will. Ich habe glücklicherweise mehr Ideen als Zeit.

Eine Story in Romanlänge bietet mehr Möglichkeiten für schaurige Details, die Figuren wachsen einem mehr ans Herz, weil man mehr Zeit mit ihnen verbringt.

Aber bei der Ideenflut, ist es auch wirklich klasse, ab und zu Kurzgeschichten zu schreiben und als Anthologie zu veröffentlichen, weil man so viel abgearbeitet bekommt, das einem unter den Nägeln brennt. Das Notizbuch atmet immer erleichtert durch, wenn wieder ein Thema/eine Idee geschrieben ist.

Wenn ich mich also entscheiden müsste, dann würde ich Romane wählen, aber ich bin sehr froh, auch Kurzgeschichten verfassen zu können. Sie sind ein bisschen ein Spielplatz für mich, weil ich hier andere Perspektiven, Erzähler, Subgenres, Tropes usw. ausprobieren kann. Ich würde z.B. keinen Roman in Du-Erzähler schreiben, aber in meiner »Mitternachtgeschichten«-Anthologie war das ein spannender Kniff.

Konrad Wolfram: "Dein Roman "Der Angstfresser" war für mich ein Horror-Erlebnis, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite gespannt mitgenommen hatte. Hand aufs Herz, weil ich es einfach fragen muss: Wie bist du auf diese Handlung und diese höchst morbiden Ideen gekommen? Gab es da eventuell Vorbilder z. B. seitens eines Films oder ähnliches?

Tanja Hanika: Ich habe mich in der Schreibphase damals selbst oft und ausgiebig gefragt, woher die Ideen zu den Gewaltdetails kommen. 

Der Roman entstand, weil ich mich (wie oben erwähnt) gefragt habe: Was wäre, wenn es einem Horrorautor nicht mehr genug wäre, Angst und Schrecken mit seinen Texten zu verbreiten, sondern wenn er sie hautnah im echten Leben erleben will?

Das war die Ausgangsfrage. So brutal und blutig war der Roman zuerst nicht angedacht. Es ist nach wie vor meine heftigste Geschichte und der einzige Splatter in Romanlänge. Aber ich hatte schnell gemerkt, dass ein Horrorprofi keine halben Sachen machen würde.

Ich habe viele Horrorfilme gesehen und die Saw-Reihe hat mich dazu inspiriert, Überlebensspiele stattfinden zu lassen. Ich habe meine Fantasie spielen lassen und hatte großen Spaß, mir die Szenarien auszudenken wie die Zombie-Grube oder vor allem den Friedhof auf dem Dachboden.

Ich bin zudem an Geschichte interessiert und habe daher z.B. das Einmauern bei lebendigem Leibe benutzt, wie es ja leider tatsächlich passiert sein soll (Stichwort Inklusen).

Konrad Wolfram: Als ich mir vor einiger Zeit dein Buch "Hexenwerk" kaufte, schien es mir, als wäre es zuerst als Einzelroman (1. Auflage 2019) angedacht gewesen. Mittlerweile liegt mit "Hexenblut" und "Hexentod", welche ich mir natürlich dann auch vor kurzem besorgt habe, eine Trilogie vor.

War das gleich zu Beginn so geplant gewesen, oder ist die Idee zu den Fortsetzungen erst wirklich später gereift?

Tanja Hanika: Ganz genau, zuerst war »Hexenwerk –Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach« ein Einzelroman. Reihen bergen ein gewisses finanzielles Risiko und das wollte ich als Selfpublisherin damals noch nicht eingehen.

Aber schon beim Schreiben hat mich die Geschichte sehr gereizt, sie war schon etwas Besonderes, weil mein Sohn mich durch einen Spaß auf die Idee dazu gebracht hatte.

(Eines Abends flüsterte er als Fünfjähriger beim Insbettbringen mit schelmischem Grinsen: »Mama, hinter dir steht eine Hexe!« und ich habe mich gefragt, was wäre, wenn da wirklich eine stünde, die Erwachsene aber nicht sehen können. Eine, die Kinder frisst, um ihr Leben zu verlängern. Daraus ist die Trilogie letztendlich entstanden.)

Jedenfalls hat mich der Roman fasziniert und ich habe mir, obwohl das Ende abgeschlossen ist, eine kleine Möglichkeit offen gelassen, die Geschichte später wieder aufzugreifen. Ich hatte es nicht wirklich vor, aber irgendwie hat es mich beruhigt, die Möglichkeit dazu zu haben.

Das Leserfeedback war bezaubernd und es kamen auch Jahre später noch Anfragen, ob ich mir denn nicht vorstellen könnte, noch einen zweiten Teil zu schreiben. Als ich dann eine passende Idee geträumt hatte, habe ich beschlossen, direkt eine Trilogie daraus zu machen.

Die Fortsetzungen habe ich also deutlich später geplant, aber der Wunsch dahin war wohl, wenn auch nicht für mich eindeutig, schon immer da.

Ingo Löchel: Deine Romane erscheinen im Selbstverlag. Was sind die Vor- und Nachteile?

Tanja Hanika: Fangen wir bei den wenigen Nachteilen an: Selfpublisher haben das Image, von Verlagen verschmäht worden zu sein. Als würden wir zweitklassige Geschichten veröffentlichen, was meiner Meinung nach definitiv nicht der Fall ist. Das erschwert oft auch den Weg der Bücher in den stationären Buchhandel.

Zudem muss man die Kosten für die Buchentstehung (wie Coverdesign, Lektorat und Korrektorat) selbst stemmen und man weiß vorher nicht, ob das Buch sich häufig genug verkaufen wird, um diese überhaupt wieder einzuspielen.

Man ist auch selbst für alles zuständig oder zumindest für die Entscheidung, was man an wen auslagert.

Wobei hier für mich schon wieder die Vorteile anfangen: Ich kann mir aussuchen, mit wem ich zusammenarbeiten möchte. Ich habe absolute Entscheidungsfreiheit, nicht nur was das Projekt selbst angeht, sondern auch bzgl. Coverauswahl, Titelwahl und des Klappentextes.

Ich kann an Büchern veröffentlichen, wann ich will und was ich will. Natürlich ist es sinnvoll, sich bezüglich Marketing und Veröffentlichen schlau zu machen, aber die letzte Entscheidung liegt bei mir.

Konrad Wolfram: Hat man mehr Freiheiten auf Inhalte und Gestaltung der eigenen Bücher per Selfpublishing, oder würdest du auch eher gerne über einen Verlag deine Bücher verlegen und wo lägen da die wesentlichen Unterschiede?

Tanja Hanika: Ganz genau, solange man die Bildrechte hat, kann man ein Buch gestalten (lassen), wie man es für richtig hält. Und auch in Sachen Buchsatz kann man mit den entsprechenden Schriftarten (lizenzfrei oder mit erworbener Lizenz) das Buch setzen wie es einem gefällt.

An einer Zusammenarbeit mit einem Verlag bin ich nach wie vor nicht interessiert. Ich konnte mir eine tolle Stammleserschaft aufbauen und arbeite mit wunderbaren Dienstleistern zusammen, sodass es gerne so weitergehen darf, wie bisher.

Ich denke, einer der größten Unterschiede läge im Marketingbudget, das der Verlag aber nur aufbringt, wenn er entsprechende Erwartungen zu den Verkaufszahlen hat. Nicht jeder Autor hat eine Spitzenplatzierung im Verlag und bekommt dementsprechend auch nicht immer die große Kampagne finanziert.

Zudem hat ein Verlag natürlich durch die Vielzahl an Veröffentlichungen mehr Erfahrungen – aber die will ich gerne selbst sammeln und mit allen kommenden Veröffentlichungen weiterhin ausprobieren, was gut funktioniert. Ich bin sehr zufrieden mit dem Weg, den ich bisher als Autorin gehen durfte.

Ingo Löchel: Hast Du literarische Vorbilder, die Dich beim Schreiben Deiner Romane inspirieren bzw. inspiriert haben?

Tanja Hanika: Ich würde es nicht wirklich wagen, sie Vorbilder zu nennen, aber ich bewundere Daphne du Maurier, Shriley Jackson und Edgar Allan Poe für ihre Werke. Ich finde es wichtig, den eigenen Stil zu finden, statt jemandem nachzueifern, aber die genannten Autoren haben für mich in ihren jeweiligen Gebieten ganz herausragende Texte verfasst. Figurenzeichnung, Plotentwicklung und Sprachstil sind bei ihnen wirklich herausragend.

Ingo Löchel: Was fasziniert Dich persönlich am Horror-Genre?

Tanja Hanika: Ich liebe die Vielseitigkeit, was Themen, Strukturen, Subgenres und Handlungsmuster angeht und den ungewissen Ausgang jeder einzelnen Geschichte. Ein Happy Ending ist nicht gesetzt. Vor allem aber finde ich es toll, dass der Protagonist über sich hinauswachsen muss, nicht nur um ein Ziel zu erreichen, sondern weil es ums das Ganze geht: sein oder ihr Überleben.

Der Leser kann mit ihm zusammen seine Grenzen austesten und überwinden und sich eigenen Ängsten stellen. Und dann gibt es da noch all die faszinierenden Antagonisten, die mir am meisten Spaß bereiten.

 Deren dunkle Seiten und Motive zu ergründen, aber auch festzustellen, dass auch sie positive Eigenschaften besitzen. Ich finde es spannend, dass die Antagonisten, wenn auch fehlgeleitet, oft der Held in ihrer eigenen Story sind.

Dem gegenüber stehen natürlich auch solche Bösewichte, die es einfach genießen, hemmungslos Böses zu tun. Psychologisch finde ich das Horrorgenre sehr spannend und facettenreich. Zudem ist die Atmosphäre in Horrorgeschichten etwas ganz Besonderes, finde ich.

Konrad Wolfram: Horror ist ja als literarisches Genre ein recht breit gefächerter Bereich mit sehr vielen Möglichkeiten. Was liegt dir persönlich hierbei eher, eine Handlung mit oder eine Handlung ohne übernatürliche Elemente?

Tanja Hanika: Ich mag es, mich da komplett austoben zu können und dass man selbst bei paranormalen Geschichten Zweifel säen kann, ob es nicht doch eine logische Erklärung gibt oder ob es sich vielleicht um einen unzuverlässigen Erzähler handelt, der absichtlich oder unabsichtlich das Geschehen falsch darstellt.

Aber ich würde Geschichten mit übernatürlichen Elementen doch bevorzugen, da das Abenteuer sind, die man nicht in der realen Welt erlebt. Zumindest habe ich bisher keine eindeutige Spukerfahrung gehabt.

Killergeschichten haben natürlich auch ihren Reiz, aber ich mag die Herausforderung, etwas Unwirkliches in die Realität zu holen und den Leser dann davon überzeugen zu müssen, dass auch das geschehen könnte, damit er eine Gänsehaut bekommt. Dass er beim Lesen meint, dass da vielleicht doch ein Monster unter dem Bett auf ihn warten könnte.

Ingo Löchel: Was unterscheidet Deiner Meinung nach Deine Romane von anderen Werken des Horror-Genres?

Tanja Hanika: Ich glaube, dass jeder Autor eigene Präferenzen und Ziele hat, was das Schreibhandwerk und das Erzählen von Geschichten angeht. Mir persönlich ist es wichtig, dass das Buch von Seite eins an Spaß macht und man nicht erst fünf Kapitel lesen muss, bis es spannend wird.

Ich will nicht zu ausführlich beschreiben, damit der Leser seine Fantasie selbst benutzen kann. Haar- oder Augenfarben sind für mich bspw. meistens überflüssig. Mir ist es wichtig, dass der Text leicht zu lesen ist, damit der Leser mühelos abtauchen kann. Bei Schauerromanen mit historischen Setting benutze ich natürlich eine antiquierte Sprache, aber auch das darf nicht zu sperrig werden.

Ich benutze gerne sprachliche Bilder, die zur Geschichte und ihren Themen passen, verzichte aber auf Effekthascherei. Jede Geschichte schreibe ich so blutig oder brutal wie es nötig ist, damit sie möglichst viel Lesespaß bringt und authentisch wirkt, aber ich werfe nicht mit Körperteilen um mich, damit es möglichst übel wird.

Auch Twists dürfen in meinen Geschichten nicht fehlen, am liebsten gibt es mehrere überraschende  Wendungen. Viele Leser haben mir geschrieben, dass man merkt, dass ich wirklich mein Herzblut in meine Geschichten stecke, was mir wirklich viel bedeutet, weil es genauso ist.

Ich würde also nicht sagen, dass das keine anderen Autoren zu bieten haben, aber das sind für mich die wichtigsten Aspekte – meine Leser sollen einen schaurig schönen Gruselalbtraum erleben, wenn sie meine Geschichten lesen.

Ingo Löchel: Hast Du eine Seite im Internet (oder ist eine geplant) auf der sich die Leser und Fans über Deine Werke informieren können? Oder bist Du ‚nur‘ in den sozialen Medien unterwegs?

Tanja Hanika: Ich hatte über viele Jahre hinweg eine eigene Homepage, fand das dann aber nicht mehr rentabel. Vorerst bleibe ich über Social Media erreichbar, vor allem auf Instagram und TikTok unter @tanjahanika_autorin.

Wer keine Neuigkeiten verpassen möchte, kann zudem meinen kostenlosen und monatlichen Newsletter mit einigem Bonusmaterial abonnieren (https://eepurl.com/bG0SF5) oder meinem Discord-Server (https://discord.gg/fbG2es5982) beitreten.

Dort gibt es Austausch über meine Bücher, aber auch über Horror im Allgemeinen und  auch einen Bereich extra für Schreiberlinge. Ich freue mich sehr über alle, die vorbeischauen möchten!

Konrad Wolfram: Gut, in meinem fortgeschrittenen Alter dürfte der Traum, einmal Schriftsteller zu werden, wohl locker ausgeträumt sein. Trotzdem hatte ich mir dein Buch "Das Autor:Innenleben in Checklisten" besorgt, und ich fand es jedenfalls wesentlich interessanter aufgebaut, als ich zuerst gerechnet hatte.

Wie kommt man darauf, seinen Lesern und Leserinnen, die vielleicht gerne selbst etwas schreiben wollen, eine solch gute Handlungsanleitung mit auf den Weg zu geben?

Tanja Hanika: Ich denke, dass es nie zu spät ist, um Schriftsteller zu werden. Man muss auch nicht veröffentlichen oder eine bestimmte Verkaufszahl erreichen, um sich so zu nennen. Wer Geschichten schreibt, ist auch Autor.

Ich unterstütze gerne andere Autoren, weil man zusammen immer mehr erreicht als allein und meine Erfahrungen und mein Wissen mir nicht mehr bringen, wenn ich sie verstecke. Außerdem lese ich selbst sehr gerne Fachzeitschriften und Schreibratgeber und auch aus dem Germanistikstudium habe ich einiges mitgenommen. 

Irgendwann fand ich es dann eine schöne Abwechslung zum Schreiben von Horrorgeschichten, mich auch auf den theoretischen Teil zu konzentrieren und über das Schreiben zu schreiben.

Zudem hat man ja als Selfpublisher auch seine Einnahmen im Blick und Horror ist ein sehr kleines Nischengenre, an das sich leider viele Menschen nicht herantrauen. Da kam mir die Zielgruppe »Autoren und alle, die es werden wollen«, gerade recht, denn das sind deutlich mehr potenzielle Käufer. Deswegen gibt es mein »Arbeitsbuch für Schriftsteller« auch auf Englisch als »Writer’s Workbook«, was mir viele amerikanische bzw. englischsprachige Kunden eingebracht hat.

Ich teile mein Wissen gerne, da es ohnehin jeder anders einsetzt. Die Geschichten sind so vielfältig wie die Schreibenden, daher brauche ich nichts davon zu verstecken. Schon im April erscheint übrigens mein nächster Schreiratgeber: »In 30 Tagen zum Schreiberfolg! – Worksheets, Tracker und Leitfäden für dein Romanprojekt« als Taschenbuch bei Amazon.

Konrad Wolfram: Wenn die Autorin Tanja Hanika mal nicht gerade selbst schreibt, welche Autoren bzw. Autorinnen liest du im Genre selbst am liebsten, um dich selbst mal gruselig zu entspannen?

Tanja Hanika: Da der deutschsprachige Horrormarkt leider nicht besonders groß ist, greife ich gerne auch auf englische Bücher zurück. Ich lese gerne Darcy Coates, Josh Malerman und Ania Ahlborn.

Auch von Laura Purcell, Isabel Canas, Richard Laymon, Christina Henry oder Ronald Malfi habe ich einige Büchern in den Regalen stehen. Von Stephen King mag ich eher die alten Werke bzw. einige Kurzgeschichten und Novellen.

Ingo Löchel: Welche Buch- bzw. Roman-Projekte sind für die Zukunft geplant?

Tanja Hanika:  Dieses Jahr erscheint im April wie oben bereits erwähnt mein neuster Schreibratgeber. Im Herbst werden dann drei vampirische Kurzromane veröffentlicht, zunächst als E-Onlys, dann am Freitag, den 13. November, im Taschenbuch- und Hardcoversammelband.

2027 und 2028 sollen jeweils ein weiterer Band meiner Geisterjäger-Reihe erscheinen, Band 1 »Von Schatten und Gespenstern auf Darkmore Manor« ist bereits erhältlich.

Zudem arbeite ich auch an einer Anthologie, die allerdings noch etwas auf sich warten lässt. Ich rechne aktuell mit einem Release 2028.

Darüber hinaus warten viele weitere Ideen auf der Festplatte und in einer Vielzahl an Notizbüchern darauf, geschrieben zu werden.

Ingo Löchel/Wolfram Konrad: Tanja, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

Tanja Hanika: Ich möchte mich bei euch vielmals für die wunderbaren Fragen bedanken, es hat mir großen Spaß gemacht, mit euch über Horror und das Schreiben zu plaudern! 

Foto: © by D. Pfingstmann

 

Die Bücher der Autorin Tanja Hanika

Romane

Schatten der Nacht

  • 2015: Fürchte die Schatten
  • 2016: Vernichte die Schatten

Hexenhorror

  • 2019: Hexenwerk
  • 2024: Hexenblut
  • 2025: Hexentod
Einzelromane
  • 2015: Redthorne Castle
  • 2015: Das Grab im Schnee: Tödlicher Waldgasthof
  • 2016: Zwietracht – Mörderische Freundschaft
  • 2017: Scream Run Die
  • 2018: Werwölfe in Aremsrath
  • 2018: Der Angstfresser
  • 2020: Roadkill: Ein Weg wird dein letzter sein
  • 2020: Ich verwese
  • 2021: Krampusnächte: Wenn Albträume wahr werden
  • 2021: All Horrors Eve: Eine Halloweengeschichte
  • 2022: Die Gruft des Doktor Amorbius
  • 2023: Von Schatten und Gespenstern auf Darkmore Manor

Anthologien

  • 2015: Mr Rileys Hürchen und 13 weitere Gruselgeschichten
  • 2022: Mitternachtgeschichten
  • 2024: 24 Albträume zur Weihnachtszeit

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