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Freitag, 13. Februar 2026

Roman: Der Angstfresser

Der Angstfresser

von Tanja Hanika

Chester Harris ist Schriftsteller. Oder besser gesagt, er gilt als der Horrorautor, der seinen Lesern den Angstschweiß beim Lesen auf die Stirn bringt.

Nur bei der Lesung zu seinem letzten Buch bemerkt er bei seinen Zuhörern keine wirkliche Angst. 

Aber genau dieses Gefühl benötigt er wie ein Drogensüchtiger sein Heroin.

Und so reift in ihm der Plan für ein ganz besonderes Event. Ein Horrorabend für besonders ausgesuchte Gäste.

Auch Ethan Josephson ist bei der Lesung von Chester zugegen. 

Denn er ist ein großer Fan und würde gerne selbst einmal ein berühmter Autor entsprechender Bücher des Genre werden. Selbst seine Freundin June Payne unterstützt ihn bei seinem Traum.

Denn sie besorgt für ihn und sich selbst zwei der begehrten Eintrittskarten zu Chester Harris Event. Doch hätte sie gewusst, dass es sich hier um ein Event handelt, in dem auf sie reale Angst, viel Blut und unbeschreibliche Schmerzen warten, hätte sie es wohl besser unterlassen, die Eintrittskarten zu besorgen.

Zumal selbst das entsprechend alte Gebäude von Chester für sehr viel Geld zu einer tödlichen Falle umgebaut wurde, welches niemand mehr lebend verlassen kann, wenn Chester selbst auch nur ein Haar gekrümmt wird. 

Und um dies zu unterstreichen hat sich Chester auch ein paar skrupellose Handlanger eingestellt, wie den undurchsichtigen Wesson.

Und so finden sich in der Villa neben Ethan und June an diesem Abend sein früherer Verleger Raymond Varela samt seiner Frau Rachel, die Bloggerin Amber Tarley, der Fernsehjournalist Frank Chira, Lucille Shelldrake, Chesters heimliche Liebe und Ben Haberman, ein Buchkritiker, der Chester und seinen Werken bisher weniger gut gesonnen war, zum abendlichen Event ein.

Beginnt der Abend bei einem Festmahl noch ziemlich locker, weil Chesters Gäste noch nicht wissen, dass das Fleisch von amputierten Körperteilen von seiner verhassten Mutter stammen, so nimmt das ganze schnell extremere Formen an. Denn Chester foltert zu seinem eigenen kranken Vergnügen danach vor seinen Gästen seine noch lebende Mutter nun aus Rache zu Tode.

Sich dagegen wehren, so merken seine Gäste recht bald, scheint völlig unmöglich zu sein. Und daran sind nicht nur dessen kriminellen Handlanger schuld. Selbst Lucille, in die Chester verliebt ist, weiß nicht wirklich, zu welchen grausamen Spielen Chester seine Gäste noch treiben wird.

Denn Chester ist nicht einfach nur ein durchgeknallter Irrer, sondern ein eiskalter und berechnender Psychopath.

Und während Chester seine Gäste in der zur tödlichen Falle umgebauten Villa zu immer neuen Spielen zwingt, die stets in Angst, Schweiß, Blut und Tod enden, liegt es nun an Ethan, einen Weg zu finden, um zumindest seine geliebte June vor diesem Monster retten zu können.

Aber auch der völlig undurchsichtige Wesson hütet ein Geheimnis, welches selbst Chester Harris nicht einmal ahnt.

  • Der Angstfresser
  • Autor: Tanja Hanika
  • Taschenbuch ca. 206 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • Erstveröffentlichung: April 2018
  • ISBN: 979-1-9852-3216-7

"Gleichzeitig werden Ihnen bei dieser Gelegenheit ein paar faszinierende Einblicke gewährt, die wir Menschen normalerweise nicht erhalten, wenn wir es nicht dazu gebracht haben, Ärzte zu sein. Sie alle dürfen nun gleich abstimmen, wessen Schädel geöffnet wird." (Der Angstfresser/Seite 94)

Oh, das tut weh, könnte ich jetzt sagen. Denn die Autorin Tanja Hanika aus der schönen Eifel steigt gleich im Prolog ihres Roman „DER ANGSTFRESSER“ in eine äußerst blutige Szene aus dem abendlichen Event ihres psychopathischen Killers ein, bevor es danach erst einmal zeitlich zurück in erst einmal ruhigere Bahnen geht.

Und genau dieser Anfang hat es in sich. Denn Chester Harris lässt hier seinen ganzen Hass gegen seine eigene Mutter freien Lauf, vor der sogar damals sein älterer Bruder Richard Harris eines Tages weggelaufen ist.

Und ja, wirkliche Liebe und Führsorge zu ihren Kindern war Chesters Mutter auch eher fremd. Aber über Chesters Bruder und dessen Schicksal erfahren wir dann etwas später auch mehr im Roman.

Aber auch wenn gleich der Prolog schon auf eher sanftere Leserinnen und Leser schon wegen der expliziten Gewaltbeschreibung einen kleinen Schock auslösen könnte, so treibt die Autorin auch die Spannung gnadenlos weiter in immer neue und unglaubliche Höhen.

Denn ihre Figur Chester Harris scheint hier mit einer geradezu einzigartig morbiden Fantasie gesegnet zu sein, die gedanklich durchaus Grenzen überschreitet, ohne dabei in einer eher langweiligen Aneinanderreihung von Grausamkeiten zu enden.

Aber auch unser Killer mit der morbiden Fantasie muss irgendwann merken, dass seine Grausamkeiten in Sachen Angst irgendwann auch seine Opfer abstumpfen lassen, während die, die er geglaubt hatte, auf seiner Seite zu wissen, sich plötzlich gegen ihn wenden.

Und so zeigt die Autorin Tanja Hanika hier auch perfekt im Verlauf der Handlung, wie ein menschliches Monster eigentlich alle Strippen des Schicksals seiner Opfer in seinen eigenen Händen hält, am Ende aber trotzdem selbst jeden sicher geglaubten Halt verlieren kann.

Insgesamt bietet uns hier die Autorin Tanja Hanika einen Roman, in denen die Opfer in Spiele getrieben werden, welche selbst in der Frage von Leben und Tod jegliche bekannten Grenzen überschreiten.

Dabei dann auch noch die Spannung für die Leser selbst immer wieder auf neue Höhen zu treiben, ist schon eine Kunst, welche die Autorin hier geradezu perfekt meistert.

© by Konrad Wolfram

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