Garten des Grauens
von Robert E. Howard
Ich
war einst Hunwulf, der Wanderer. Für die Tatsache, daß ich mir dessen absolut
bewußt bin, kann ich weder okkulte, noch esoterische Gründe angeben. Ich will
es auch gar nicht versuchen.
Man erinnert sich an sein vergangenes Leben. Ich entsinne mich all meiner vergangenen Leben.
So wie ein normaler Sterblicher seine Erinnerungen an
Personen und Orte seiner Kindheit und Jugend bewahrt, so erinnere ich, James
Allison, mich aller Personen, die ich bis weit in längst vergessene Zeit
gewesen war.
Wie ich zu dieser ungewöhnlichen Erinnerungskraft gekommen bin...
...kann ich
genausowenig erklären wie alle Phänomene, denen ich und alle anderen
Sterblichen tagtäglich ausgesetzt sind.
Und
während ich so in meinem Bett ausgestreckt liege und darauf warte, daß der Tod
mich von meinem langen Siechtum befreit, schaue ich ganz klar und deutlich das
erstaunliche Bild all der Leben, die hinter mir liegen. Ich sehe die Menschen,
die ich gewesen bin, und die Tierwesen.
Denn meine Erinnerung endet nicht mit der
Geburt der Menschheit. Wie könnte sie auch, da doch die Geschöpfe, die vor dem
Menschen gewesen sind, erst zu ihm führten?
- James Allison
- Erschienen im Jahr 1978
- Titelbild: Ken Kelly
- Terra Fantasy 50
- Originaltitel: Garden of Fear
Mit diesen Zeilen beginnt die Fantasy-Erzählung "THE
GARDEN OF FEAR" von ROBERT E. HOWARD, die nicht mehr zu Lebzeiten des
Autors veröffentlicht wurde.
Sie war nach „DAS TAL DES HÖLLENWURMS“ eine weitere Fantasy-Geschichte
mit JAMES ALLISON, einen dahinsiechenden und hilflosen Krüppel aus dem 20.
Jahrhunderts, der sich an seine vergangenen Inkarnationen und heldenhaften
Abenteuer erinnert.
Unter dem Titel "GARTEN DES GRAUENS" wurde die Kurzgeschichte in Deutschland in der Taschenbuchausgabe "TERRA FANTASY Band 50: GEISTER DER NACHT“ des Pabel Verlages veröffentlicht.
Mit „GARTEN DES GRAUENS“ präsentiert der Autor ROBERT E.
HOWARD eine Fantasy-Geschichte, die der „JAMES ALLISON“-Erzählung „DAS TAL DES
HÖLLENWURMS“ ähnelt.
Denn mit Hunwulf haben wir nach Niord einen weiteren Vertreter des Volkes der Asen, das sich auf Wanderschaft befindet.
Doch Hunwulf muss zusammen mit Gudrun (einem Findelkind,
das vom Volk der Asen aufgenommen wurde) seinen Stamm verlassen, weil er Heimdul,
einen Stammesangehörigen tötet, um zu verhindern, dass Gudrun dessen Frau wird.
Nachdem Hunwulf und Gudrun ihren Verfolgern entkommen
konnten, stoßen sie viele Tage später nach ihrer Flucht auf einen unbekannten
Stamm, der von einem fliegenden Geschöpf angegriffen wird, das Gudrun entführt.
Mit Hilfe eines der Älteren des Stammes, der Hunwulf eine
Karte zeichnet, macht sich der Ase auf den Weg, Gudrun aus den Klauen des
Geschöpfes zu retten.
© by Ingo Löchel

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