Dorian Hunter 123
Der Schwur in der Opferhalle
von Neal Davenport (Kurt Luif)
Nachdem Hunter von Aktivitäten in Indien erfahren hat, will er ebenfalls dorthin, zumal sich dort auch Unga und Don befinden.
Als
Olivaro zu diesem Zweck einen Dämonendiener ruft, muss er feststellen, dass
dieser ihn nicht mehr anerkennt, da er seine magischen Fähigkeiten verloren
hat.
Also disponiert er um und schlägt vor, seine Artgenossen, die nichts von seinem Seitenwechsel wissen, zu konsultieren und sie mit dem Ys - Spiegel als Lockmittel zu einem Transfer zu überreden.
Nach einer entsprechenden Beschwörung meldet sich
der Chakravartin, der ihnen mitteilt, dass nach der Kether - Krise alle Tore
geschlossen sind, er sie aber dennoch nach Indien befördern kann. Zuvor
verbündet er sich mit dem Dämon Ravana, der nun in Bixbys Gestalt auftritt und
prüfen soll, ob die drei Gefährten wirklich auf Seiten der Chakras stehen.
Dabei soll er aber vor allem den Spiegel an sich bringen.
Don Chapman, der die beiden belauscht, nimmt sich
vor, seine Freunde beizeiten zu warnen. In Indien werden Hunter und Co vom
Anführer der Chakras empfangen und es kommt zu Konflikten bei Kämpfen gegen die
Padmas. Ebenso muss man Bixby, von dessen wahrer Identität man noch nichts
weiß, feindlich gegenüber treten.
Kurz darauf werden die Gefährten einzeln von dem
Dämon geprüft, es gelingt ihnen aber, ihn auszutricksen. Nachdem Don Chapman
Coco über Ravanas falsches Spiel informiert hat, gelingt es ihr und Hunter, den
Dämon zu vernichten und die Chakras in dem Glauben zu lassen, sie stünden auf
ihrer Seite.
- Erschienen am 16. Mai 2023
- Erstveröffentlichung: Am 7. Dezember 1976 als „Dämonenkiller Band 120“
-
Titelbild: Mark Freier
Nach dem durchaus beachtlichen
Roman von Earl Warren, in dem Unga und Don Chapman in Indien agierten, durfte
man gespannt sein, wie Neal Davenport die beiden Handlungsebenen zusammenführt,
wobei die gespannte Erwartung leider recht schnell der Ernüchterung weicht.
Dem Autor will es nicht so
recht gelingen, die Ereignisse um die drei ungleichen Gefährten so packend zu
schildern, wie man es von ihm gewohnt ist, und auch das Zusammenführen der
zuvor noch getrennten Helden wird hier eher nebenbei abgehandelt.
Auch wenn es “nur” eine
Wiedervereinigung mit Don gibt, so hätte diese gern etwas freudiger und
herzlicher ausfallen dürfen, gerade weil es Coco ist, die hier auf den
Puppenmann trifft, welche ja früher immer so besorgt um ihn war.
Überhaupt wird die Story um den
Dämon Ravana recht unspektakulär und spannungsarm geschildert. Dass Bixby
unrettbar verloren ist, weiß man ohnehin, insofern resultiert die Spannung nur
aus der Frage, ob es den Gefährten gelingt, den Chakravartin zu täuschen, was
wiederum nur gelingt, wenn am Ende der Dämon Ravana ins Gras beißt…
Immerhin wird bei dem
entsprechenden Kampf der Ys - Spiegel einmal nicht ganz so mächtig dargestellt.
Vielmehr funktioniert er nur, wenn der Dämon seine Tiergestalt annimmt. Ganz
ohne das werte Teil geht es natürlich auch hier nicht, nur muss Coco halt etwas
nachhelfen, indem sie sich in den schnelleren Zeitablauf versetzt und dann
einfach ein handelsübliches Messer benutzt.
Darüber, dass Olivaro nun
scheinbar die Seiten gewechselt hat, könnte man sich freuen, wenn von dieser
Figur auch nur ein Hauch dessen übriggeblieben wäre, was sie einst ausmachte. Aber
leider hat der einstige Fürst der Finsternis mit seinen magischen Fähigkeiten
auch noch etwas anderes eingebüßt, was ihn in der Anfangszeit von allen anderen
Gegnern abhob, nämlich sein Charisma.
Im Grunde ist er momentan -
abgesehen von seinem Wissen und seinem noch vorhandenen Draht zu den
Janusköpfen - nur ein Klotz am Bein, der weder kämpfen, noch Magie anwenden
kann. Und auch wenn sich das gegen Ende des Zyklus noch ändert, ist er als
neutrale Figur nun völlig uninteressant, da er nichts markantes mehr besitzt,
so wie der Held selbst oder Unga.
Wüsste man nicht bereits, dass
er noch eine wichtige Rolle bei den Ereignissen der letzten Bände spielt, wobei
es um seine Herkunft und seine Zeit auf der Erde geht, wäre diese Figur nun
eigentlich auserzählt, zumal man ihr auch zu viel im Nachhinein angedichtet
hat, was dann am Ende irgendwie alles noch einen Sinn ergeben muss…
© by Stefan Robijn
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