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Sonntag, 16. März 2025

Das Haus des Exorzisten

Das Haus des Exorzisten

von Nick Roberts

Daniel Hill, ein Psychologe und seine Frau Nora, eine High School Lehrerin haben sich großes vorgenommen. Denn sie ziehen raus aus der Stadt direkt auf eine Farm. 

Und die wollen sie soweit auf Vordermann bringen, bis das sie diese möglichst wieder mit Gewinn verkaufen können.

Ihre 16-jährige Tochter Alice sieht dem Umzug allerdings eher erst einmal mit gemischten Gefühlen entgegen. 

Und Nora wäre bei den Arbeiten auf der Farm wohl auch keine große Hilfe, schließlich ist sie gerade schwanger.

Gut das da der junge Luke auftaucht, der nicht nur Alice gleich den hübschen Kopf verdreht, sondern auch bei dem Vorbesitzer der Farm schon gegen Bezahlung alle anfallenden Arbeiten erledigt hatte.

Doch schon die Arbeiter, welche das Farmhaus wieder instandgesetzt hatten, weil das Obergeschoss offenbar vorher gebrannt hatte, stießen hier auf recht unheimliche Begebenheiten.

So flößte ihnen schon der Keller, in dem sich auch ein abgeschirmter Brunnen befindet, eine undefinierbare Furcht ein. Und nur einige Zeit später scheint sich deren Chef mit Namen Carmine sogar in einem Hotel recht grausam das Leben genommen zu haben.

Was Nick und Nora nämlich nicht wissen: Der Vorbesitzer der Farm, ein gewisser Merle Blatty, auch Old Man Merle genannt, war nach dem Tod seiner Frau durch den Einfluss eines Dämon zum Exorzisten geworden und der Brunnen im Keller war offenbar ein direktes Portal zur Hölle.

Natürlich wundern sich Daniel und Nora zuerst darüber, dass jemand die Kellertür vernagelt hatte und der Brunnen im Keller mit Kruzifixen versiegelt worden war. Doch dann erfahren sie durch Luke, der kurz nach ihrem Einzug auf der Farm auftaucht, aber auch durch die Tagebücher und Videokassetten des Vorbesitzer davon, das dieses Haus vormals von einem Exorzisten bewohnt wurde, welcher vom absoluten Bösen überzeugt war.

Aber auch Buck, der treue Bloodhound von Old Man Merle taucht auf der Farm wieder auf und weicht den Hills nun nicht mehr von der Seite. Allerdings hütet sogar Nora ein dunkles Geheimnis, welches das Böse für sich nutzen könnte. Denn sie verheimlicht ihrem Mann einen Seitensprung mit dem Direktor ihrer Schule. Und dann sind da auch noch diese seltsamen, schrecklichen Visionen, welche die Familie bald heimsuchen.

Doch zumindest teilweise scheinen manche erschreckenden Erinnerungen über eine längere Zeit hinweg in ihren Köpfen wieder völlig zu verschwinden. Gerade so, dass sie zuerst eben einfach nur von schlimmen Albträumen ausgehen. Doch diese Albträume sind wahr, das Böse verfolgt einen ganz eigenen, perfiden Plan und das Grauen steigert sich schon bald täglich.

Die einzige Hilfe könnte indessen ein anderer Exorzist sein, der in den Tagebüchern von Old Man Merle Father Martin genannt wird. Doch gelingt es Daniel Hill wirklich noch rechtzeitig, Father Martin auf die Farm zu holen, bevor das pure Böse seine Pläne mit der Familie Hill vollenden kann? 

  • Das Haus des Exorzisten
  • Autor: Nick Roberts
  • ISBN: 978-3-98676-191-2
  • Originaltitel: The Exorcist's House (2022)
  • Paperback mit Umschlagklappen
  • Festa Verlag
  • Deutsche Erstveröffentlichung: 29. Januar 2025

„Es riss ihren Kopf hoch und knallte ihn gegen einen Felsen, wodurch ihr ganzer Widerstand erstarb. Es wickelte ihr langes Haar wie eine Hundeleine um seine verkohlte Hand und zerrte ihren schlaffen Körper weiter über den Boden.“ (Das Haus des Exorzisten/Seite 219)

Ich bin ehrlicher Weise eher ein Fan des christlich basierenden Horrors und greife hier auch lieber zu, als bei so manchem Roman aus dem Bereich des kosmischen Horrors, wie ihn H.P. Lovecraft damals literarisch erschaffen hatte und welcher gerne nun von Unmengen an Autoren oftmals sogar mehr schlecht als recht aufgegriffen wird.

Deshalb hatte ich auch gleich den Roman „DAS HAUS DES EXORZISTEN“ vorbestellt, als dieser im Festa Verlag in der Horror & Thriller Reihe angekündigt wurde. Aber ich war auch gespannt auf den Autor Nick Roberts selbst, der in West Virginia (USA) lebt und der mit diesem Roman nun erstmalig als Autor des Genre Horror in meinen Fokus geraten ist.

Zumindest ist mir noch keine Veröffentlichung von ihm auf dem deutschen Buchmarkt wirklich geläufig. Aber der Festa Verlag ist durchaus auch bekannt dafür, seine Augen immer zielsicher nach neuen Autoren aus den USA oder England offen zu halten.

Einen schaurig-blutigen Action-Spaß sollte man bei „DAS HAUS DES EXORZISTEN“ allerdings nun nicht gleich erwarten. Viel eher würde ich den Roman als eine Glanzleistung hinsichtlich einer sich stetig steigernden wie bedrohlichen Atmosphäre bezeichnen, welche sich wirklich nicht hinter Romanen des Genres wie etwa „DER EXORZIST“ oder „THE AMITYVILLE HORROR“ verstecken muss.

Zwar wird dies den Lesern per Klappentext als Werbung auch schon im Vorfeld versichert, aber hier sehe ich ehrlich keinen Grund, dieses werbemäßige Lob nicht auch mal zu bestätigen.

Dabei schlägt der Autor aber durchaus hier auch seinen ganz eigenen Weg ein. So bleibt das Böse hier nicht eher unsichtbar und agiert nur durch ein einziges besessene Opfer, oder definiert sich vorzugsweise lieber gleich nur durch erschreckende Taten.

Der Dämon zeigt hier, auch wenn er dazu in menschliche Körper fährt, optisch durchaus in gewisser Weise sogar sein ganz eigenes Gesicht. Und dieses ist sicherlich nicht eine Ausgeburt an Schönheit. Aber auch sein Handeln ist durchaus überraschend, denn er spielt auch mit den Erinnerungen seiner Opfer um seinen eigentlichen Plan zu verschleiern.

Dabei steigert sich die bedrohliche Atmosphäre kontinuierlich innerhalb der Handlung und weiß auch durch die persönlichen Probleme der einzelnen Figuren zusätzlich die Spannungsschraube anzuziehen. Das der Roman dann auch noch mit einem unerwarteten Ende aufwartet, wertet die Handlung dabei natürlich zusätzlich auf. Von mir gibt es daher hier eine absolute Leseempfehlung.

© by Konrad Wolfram

2 Kommentare:

Stefan Robijn hat gesagt…

Habe mir heute die Probe heruntergeladen und gelesen.
Schöner old school Horror. Werde ich mir auf jeden Fall gönnen...

Konrad Wolfram hat gesagt…

Mach das ruhig, Stefan. Mir hatte das Buch wirklich gut gefallen und kann es für Fans des Genre empfehlen.