Das Haus des Exorzisten
von Nick Roberts
Daniel Hill, ein Psychologe und seine Frau Nora, eine High School Lehrerin haben sich großes vorgenommen. Denn sie ziehen raus aus der Stadt direkt auf eine Farm.
Und die wollen sie soweit auf Vordermann
bringen, bis das sie diese möglichst wieder mit Gewinn verkaufen können.
Ihre 16-jährige Tochter Alice sieht dem Umzug allerdings eher erst einmal mit gemischten Gefühlen entgegen.
Und Nora wäre bei
den Arbeiten auf der Farm wohl auch keine große Hilfe, schließlich ist sie
gerade schwanger.
Gut das da der junge Luke auftaucht, der nicht nur Alice gleich den hübschen Kopf verdreht, sondern auch bei dem Vorbesitzer der Farm schon gegen Bezahlung alle anfallenden Arbeiten erledigt hatte.
Doch schon die Arbeiter, welche das Farmhaus wieder
instandgesetzt hatten, weil das Obergeschoss offenbar vorher gebrannt hatte,
stießen hier auf recht unheimliche Begebenheiten.
So flößte ihnen schon der Keller, in dem sich auch
ein abgeschirmter Brunnen befindet, eine undefinierbare Furcht ein. Und nur
einige Zeit später scheint sich deren Chef mit Namen Carmine sogar in einem
Hotel recht grausam das Leben genommen zu haben.
Was Nick und Nora nämlich nicht wissen: Der
Vorbesitzer der Farm, ein gewisser Merle Blatty, auch Old Man Merle genannt,
war nach dem Tod seiner Frau durch den Einfluss eines Dämon zum Exorzisten
geworden und der Brunnen im Keller war offenbar ein direktes Portal zur Hölle.
Natürlich wundern sich Daniel und Nora zuerst
darüber, dass jemand die Kellertür vernagelt hatte und der Brunnen im Keller
mit Kruzifixen versiegelt worden war. Doch dann erfahren sie durch Luke, der
kurz nach ihrem Einzug auf der Farm auftaucht, aber auch durch die Tagebücher
und Videokassetten des Vorbesitzer davon, das dieses Haus vormals von einem
Exorzisten bewohnt wurde, welcher vom absoluten Bösen überzeugt war.
Aber auch Buck, der treue Bloodhound von Old Man
Merle taucht auf der Farm wieder auf und weicht den Hills nun nicht mehr von
der Seite. Allerdings hütet sogar Nora ein dunkles Geheimnis, welches das Böse
für sich nutzen könnte. Denn sie verheimlicht ihrem Mann einen Seitensprung mit
dem Direktor ihrer Schule. Und dann sind da auch noch diese seltsamen,
schrecklichen Visionen, welche die Familie bald heimsuchen.
Doch zumindest teilweise scheinen manche
erschreckenden Erinnerungen über eine längere Zeit hinweg in ihren Köpfen
wieder völlig zu verschwinden. Gerade so, dass sie zuerst eben einfach nur von
schlimmen Albträumen ausgehen. Doch diese Albträume sind wahr, das Böse
verfolgt einen ganz eigenen, perfiden Plan und das Grauen steigert sich schon
bald täglich.
Die einzige Hilfe könnte indessen ein anderer
Exorzist sein, der in den Tagebüchern von Old Man Merle Father Martin genannt
wird. Doch gelingt es Daniel Hill wirklich noch rechtzeitig, Father Martin auf
die Farm zu holen, bevor das pure Böse seine Pläne mit der Familie Hill
vollenden kann?
- Das Haus des Exorzisten
- Autor: Nick Roberts
- ISBN: 978-3-98676-191-2
- Originaltitel: The Exorcist's House (2022)
- Paperback mit Umschlagklappen
- Festa Verlag
-
Deutsche Erstveröffentlichung: 29. Januar 2025
„Es riss ihren Kopf hoch und knallte ihn gegen einen Felsen, wodurch ihr ganzer Widerstand erstarb. Es wickelte ihr langes Haar wie eine Hundeleine um seine verkohlte Hand und zerrte ihren schlaffen Körper weiter über den Boden.“ (Das Haus des Exorzisten/Seite 219)
Ich bin ehrlicher Weise eher
ein Fan des christlich basierenden Horrors und greife hier auch lieber zu, als
bei so manchem Roman aus dem Bereich des kosmischen Horrors, wie ihn H.P.
Lovecraft damals literarisch erschaffen hatte und welcher gerne nun von
Unmengen an Autoren oftmals sogar mehr schlecht als recht aufgegriffen wird.
Deshalb hatte ich auch gleich
den Roman „DAS HAUS DES EXORZISTEN“ vorbestellt, als dieser im Festa Verlag in
der Horror & Thriller Reihe angekündigt wurde. Aber ich war auch gespannt
auf den Autor Nick Roberts selbst, der in West Virginia (USA) lebt und der mit
diesem Roman nun erstmalig als Autor des Genre Horror in meinen Fokus geraten
ist.
Zumindest ist mir noch keine
Veröffentlichung von ihm auf dem deutschen Buchmarkt wirklich geläufig. Aber
der Festa Verlag ist durchaus auch bekannt dafür, seine Augen immer zielsicher
nach neuen Autoren aus den USA oder England offen zu halten.
Einen schaurig-blutigen
Action-Spaß sollte man bei „DAS HAUS DES EXORZISTEN“ allerdings nun nicht
gleich erwarten. Viel eher würde ich den Roman als eine Glanzleistung
hinsichtlich einer sich stetig steigernden wie bedrohlichen Atmosphäre bezeichnen,
welche sich wirklich nicht hinter Romanen des Genres wie etwa „DER EXORZIST“
oder „THE AMITYVILLE HORROR“ verstecken muss.
Zwar wird dies den Lesern per
Klappentext als Werbung auch schon im Vorfeld versichert, aber hier sehe ich
ehrlich keinen Grund, dieses werbemäßige Lob nicht auch mal zu bestätigen.
Dabei schlägt der Autor aber
durchaus hier auch seinen ganz eigenen Weg ein. So bleibt das Böse hier nicht
eher unsichtbar und agiert nur durch ein einziges besessene Opfer, oder
definiert sich vorzugsweise lieber gleich nur durch erschreckende Taten.
Der Dämon zeigt hier, auch wenn
er dazu in menschliche Körper fährt, optisch durchaus in gewisser Weise sogar
sein ganz eigenes Gesicht. Und dieses ist sicherlich nicht eine Ausgeburt an
Schönheit. Aber auch sein Handeln ist durchaus überraschend, denn er spielt
auch mit den Erinnerungen seiner Opfer um seinen eigentlichen Plan zu
verschleiern.
Dabei steigert sich die
bedrohliche Atmosphäre kontinuierlich innerhalb der Handlung und weiß auch
durch die persönlichen Probleme der einzelnen Figuren zusätzlich die
Spannungsschraube anzuziehen. Das der Roman dann auch noch mit einem
unerwarteten Ende aufwartet, wertet die Handlung dabei natürlich zusätzlich
auf. Von mir gibt es daher hier eine absolute Leseempfehlung.
© by Konrad Wolfram
2 Kommentare:
Habe mir heute die Probe heruntergeladen und gelesen.
Schöner old school Horror. Werde ich mir auf jeden Fall gönnen...
Mach das ruhig, Stefan. Mir hatte das Buch wirklich gut gefallen und kann es für Fans des Genre empfehlen.
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