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Dienstag, 22. September 2026

Heftroman: Lebendig begraben

Das Haus Zamis 155

Lebendig begraben

von Logan Dee (Uwe Voehl)

Das Gasthaus von Gundula Gießwein steht offenbar nicht nur an einem Kreuzweg, welcher auch zum Brocken im Harz führt. 

Denn es scheint auch gleich in zwei anderen dunkle Welten als Schloss bzw. einer alten Burg zu existieren.

Und die alte Gundula ist eine recht bösartige Hexe, welche die jungen Freunde von Annika und Alexandra geradezu um den Finger gewickelt hat. 

Ein entkommen ist hier nicht mehr möglich, da auch das dunkle Hohe Gremium noch ihren Spaß mit ihnen haben will.

Indessen haben die Geister von Michael und Thekla Zamis auf dem dämonischen Friedhof einen eigenartigen Humor, um Coco Zamis ebenfalls auf die Hexe Gundula Gießwein anzusetzen. Denn genau die hat ihre Lebensfunken, an die Cocos toten Eltern wieder herankommen wollen.

Und so ganz nebenbei kann Coco dabei sogar einen Blick auf die dreizehn hohen Herrn des Gremiums werfen, welche wie grotesk verzerrte Kreaturen aussehen.

Wieder zurück auf dem dämonischen Friedhof läuft Coco jedoch wieder dem Bestatter Carl Jenseits in die Hände, welcher den Richtspruch des Hohen Gremiums über sie vollstrecken will. Und da Coco hier kaum wirklich über ihre magischen Fähigkeiten verfügen kann, gelingt es dem, Coco auf dem dunklen Friedhof lebendig zu begraben.

Indessen versucht Georg Zamis in einer magisch abgeschirmten Alpenhütte Juna zu pflegen, welche immer noch an den Folgen der Verletzungen durch das magische Feuer in der Villa Zamis leidet.

Doch auch hier scheinen die Dämonen des Abraxas ihm auf der Spur zu sein. Denn die Hüterin der Almhütte, welche Junas Verletzungen mit Heilkräutern versorgen sollte, findet Georg bald auf einer Lichtung überkopf gekreuzigt vor, bevor sie ebenfalls in magischen Flammen aufgeht.

Doch auch Georg stolpert immer wieder in diverse Fallen der feindlichen Dämonen, bis dann ihr geheimes Versteck von einem Dämon faktisch überrollt zu werden droht. Und eigentlich wären Georg und Juna rettungslos verloren, wäre da nicht Guardian, das unheimliche Wesen mit den Schrauben in den Augenhöhlen, welcher sie zweimal faktisch unterstützen bzw. retten würde.

Doch auch Guardian verfolgt ein eigenes Ziel und führt Georg und die nun bereits genesene Juna an eines der Dämonentore, wodurch sie ebenfalls auf den dämonischen Friedhof gelangen. Denn dort sollen sie laut Guardian die lebendig begrabene Coco Zamis befreien.

Allerdings macht Coco dort gerade die Bekanntschaft mit einem Ghoul, der sie zwar aus dem Grab befreit, und den sie deshalb nutzen will, um es selbst zu einem Dämonentor zu schaffen, durch das sie diese Welt wieder verlassen kann.

Aber auch Georg und Juna scheinen hier wieder einmal in Fallen zu laufen, weil sie sich offenbar der eigenen großen Gefahren immer noch nicht bewusst sind.

"Du weißt wie wir, dass wir hier keinerlei Macht über dich haben. Also gönn uns wenigstens das Vergnügen, unseren Hass auf dich rauszulassen. Er ist die einzige Emotion, die uns geblieben ist und uns vor dem endgültigen Verlöschen bewahrt!" (Das Haus Zamis Band 155, "Lebendig begraben"/Seite 12)

Das obrige Zitat stammt vom Geist von Michael Zamis, der mit seiner Holden Thekla nun auf dem dämonischen Friedhof spukt. Und diese Aussage zeigt wieder einmal einen gewissen wirren Humor, der leider auch den gesamten Roman durchzieht.

Oder anders gesagt, ab Seite 11, als dann Coco Zamis auf der Bildfläche erscheint, gelang es dem Autor nicht mehr wirklich, mich weiterhin gespannt durch die weitere Handlung mitzunehmen.

Denn zu sehr wirkte diese Handlung wie eine Ansammlung an Lückenfüller, bis dann in Richtung Finale auch noch die Ghoule aus dem Hut gezaubert wurden, um den Roman auf die gewünschte Länge zu strecken. So jedenfalls fühlte es sich für mich beim lesen an.

Zumindest werden Asmodi und Abraxas mal wieder genannt, wo bei ich mich auch jetzt noch frage, warum man sich hier in der Serie um den Kampf über die höllische Macht eben noch mit dem Hohen Gremium eine weitere Fraktion aufbauen musste.

Und warum werden die eh schon schwachen Fähigkeiten der Hexe Coco ständig auch noch auf fasst Null heruntergedimmt, wenn man dann in bestimmten Situationen sie dann doch recht unglaubwürdig wieder zulässt.

Das Beste am Roman war indessen der Anfang mit den jungen Pärchen, welche in einem seltsamen Gasthaus übernachteten, das irgendwo zwischen den Welten existiert und von einer alten wie bösartigen Hexe beherrscht wird, die mit ihnen auch nichts Gutes im Schilde führt.

Und mal ehrlich, was soll das mit diesen komischen Namen wie Carl Jenseits dem dämonischen Bestatter, oder Gundel Gaukeley ... ach nein, die war ja aus Entenhausen. Also noch einmal, mit Gundula Gießwein, der alten Hexe. Damit wirkt auch dieser Roman kaum wirklich wie ein Gruselroman, sondern hat eher verdächtige Anklänge an ein lustiges Kindermärchen.

Irgendwie hatte ich mich beim Lesen jedenfalls auch schon gefragt, ob ich überhaupt noch bis zum letzten Roman, also dem bald erscheinenden Band 158 von „DAS HAUS ZAMIS“, diese Serie noch weiter begleiten soll, da sie dann bei Bastei eh eingestellt wird.

Aber gut, es sind eben nur noch drei Romane, das kriege ich irgendwie dann wohl auch noch hin. Und vielleicht schaffen es Logan Dee und seine Mitstreiter noch, mich in den letzen Romanen noch mal positiv zu überraschen, wer weiß?

© by Konrad Wolfram

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