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Dienstag, 30. Juni 2026

Die 7. Todsünde

Das Haus Zamis 149

Die 7. Todsünde

von Madeleine Puljic

Wir befinden uns in einem der Leben des Tatkammer, als er in der Vergangenheit noch ein gläubiger Mönch ist und sein Leben dem guten Hirten verschrieben hat.

Und hier tritt der alte Abt an ihn heran. Denn da Tatkammer auch einer der talentiertesten Maler ist, erhält er offenbar vom Papst persönlich den Auftrag, ein Bildnis über die Schrecken der "Sieben Todsünden" zu erschaffen.

Doch um überhaupt Erfahrungen mit eben dieser Verderbtheit zu erlangen...

...muss Tatkammer zwangsläufig seine Abtei verlassen und sich unter das einfache Volk mischen.

Und so dauert es eine Weile, bis er eines Tages in das Dorf Tannwald einkehrt, wo man ihn erst als Glaubensbruder abzulehnen scheint, ihn dann jedoch offenbar mit Speisen und Trank üppiger zu bewirten scheint, als er es sich selbst als Mönch zugestehen will.

Doch in der Nacht bemerkt er, wie der Wirt mit seiner Frau einen anderen gut genährten Gast ihrer Herberge nicht nur ermordet haben, sondern in ihrer Scheune diesen auch regelrecht wie Vieh schlachten um sein Fleisch für die Mahlzeiten der anderen Gäste wieder zuzubereiten.

Tatkammer flieht aufgrund dieser Grausamkeiten, zumal auch er selbst nicht ein Opfer dieser Kannibalen werden will. Als er jedoch einige Zeit später im Dorf Dornbach bei Vater Thomas, dem Priester des Dorfes Unterschlupf findet, nimmt der Reigen der Todsünden erst richtig Fahrt auf.

Denn die ständigen Fragen des Priester hinsichtlich des Dorfes Tannwald rufen in Tatkammer eine ungeahnte Wut hervor. Und mit dieser Wut, gepaart mit der Gier nach weiterem Menschenfleisch, welches er in Tannwanld ja in der Gaststube erstmals gekostet hatte, bringt er diesen um und fängt an, seine Arme und Beine zu verspeisen.

Dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, merken aber bald auch die Dorfbewohner von Dornbach, zumal ihr Pfarrer nicht mehr auftaucht. Doch Tatkammer gelingt es mit der Stimme des Bösen, welche in seinem Kopf nun seine Handlungen mit beeinflusst, die Menschen weiter zu überlisten.

Am Ende gehen die Dornbacher mit Tatkammer ins Nachbardorf zu der dort ansässigen Familie, weche den Gasthof führt und zerren dessen junge Tochter heraus, die als angebliche Hexe am Tod von Pfarrer Thomas und einem weiteren jungen Mann aus Dorbach nun auf dem Scheiterhaufen landet.

Und selbst ihre Eltern scheinen ihre Tochter nun zu beschuldigen, um nicht selbst den Zorn der Dornbacher weiter zu spüren zu bekommen.

Tatkammer indessen versinkt immer mehr im Strudel der Todsünden, in die ihn die dunkle Stimme zieht. Doch hat Tatkammer noch immer das Problem, die Todsünde des Neids vollständig zu erfassen.

  • Veröffentlichung: Am 27. Juni 2026
  • Titelbild: Mark Freier
  • Autorin: Madeleine Puljik
  • Verlag: Bastei

>Er trat näher an Pascher heran, tätschelte ihm die Hüfte. "Wenn man das Gedärm nicht rechtzeitig entfernt, dann verdirbt es das ganze schöne Fleisch."

Damit rammte er Pascher das Messer in den Bauch und zog es mit einem Ruck nach unten.< (Das Haus Zamis/Band 149, "die 7. Todsünden"/Seite 28)

Na, wer sagt es denn. Wenn wie hier die Autorin Madeleine Puljic sich inhaltlich auf einen markanten Bösewicht der Finsternis einlässt, dann wird daraus wie hier ein atmosphärisch schauriger Roman, der sich sehr spannend von der ersten bis zur letzten Seite lesen lässt.

Warum klappt das so nicht bei Coco und ihrer Familie, die ja auch zur Gesellschaft der dämonischen Schwarzen Familien gehören?

Nun, das liegt z.B. bei der Hauptfigur Coco Zamis daran, dass diese Figur sich in der Serie mit dem Anspruch "ich will immer lieb sein und nicht böse" offensichtlich in der Handlung meist selbst kastriert.

Da schwächeln dann im Guten ihre dunklen Kräfte als Hexe, wobei die besagten Autoren dann aber stets zu mitunter mehr als nur einer List greifen müssen, die zwar nicht immer nachvollziehbar ist, aber dann leider sein muss, um die Heldin nicht völlig innerhalb der Serie zu demontieren. Solche Tricks können beim Leser allerdings bald auch mächtig an der Glaubwürdigkeit und der inneren Logik der Handlung zerren.

Das Resultat am Ende ist dann für den Leser eventuell ein Roman auf niedrigem Spannungsniveau, weil die Heldin schlicht auch einfach zu berechenbar ist.

Und entschließt man sich dazu, sie dann mal eine Weile böse durch die Serie ziehen zu lassen, dann kommt unsere Coco zumeist nicht über das Niveau eines bockigen Kindes hinaus. Denn man will die Heldin ja in den Augen der Leserschaft als eigentlich heldenhaften Hort des Guten nicht wirklich beschädigen.

Da ist es dann schon erfrischend, wenn wie hier die Autorin sich auf eine Figur konzentrieren kann, der man als Leser schlicht jede Grausamkeit zutraut, weil sie eben im tiefsten Inneren böse ist.

Das merkt man auch positiv der Handlung an, bei der es dann auch befreit von allen Fesseln keine inhaltlichen No-Gos gibt, die man offenbar bei einer Heldin wie Coco Zamis jedoch nicht überschreiten will.

In dem Sinne - und wenn die Serie als Taschenbuch im Zaubermond Verlag wirklich weitergeführt werden sollte - sollten die Autorinnen und Autoren der Serie durchaus mehr Mut auch im Hinblick ihrer Hauptfiguren wie Coco an den Tag legen und sich endlich von dem Moralcodex der 1980er Heftromane mit ihren festen Helden in diesem Genre lösen.

Im Mittelteil selbst nimmt sich Uwe Voehl dann noch meiner Rezension von Band 143 der Serie „DAS HAUS ZAMIS“ aus dem „THE BLACK STONE MAGAZINE“ an. Etwas lässt er mich dabei am Ende schon schmunzeln, denn er packt hier doch den etwas abgewandelten Spruch "Abwarten und DAS HAUS ZAMIS lesen!" aus, der vom verstorbenen Autor Werner Kurt Giesa (PROFESSOR ZAMORRA) stammen müsste.

© by Konrad Wolfram

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