Das Haus Zamis 149
Die 7. Todsünde
von Madeleine
Puljic
Wir
befinden uns in einem der Leben des Tatkammer, als er in der Vergangenheit noch
ein gläubiger Mönch ist und sein Leben dem guten Hirten verschrieben hat.
Und
hier tritt der alte Abt an ihn heran. Denn da Tatkammer auch einer der
talentiertesten Maler ist, erhält er offenbar vom Papst persönlich den Auftrag,
ein Bildnis über die Schrecken der "Sieben Todsünden" zu erschaffen.
Doch um überhaupt Erfahrungen mit eben dieser Verderbtheit zu erlangen...
...muss
Tatkammer zwangsläufig seine Abtei verlassen und sich unter das einfache Volk
mischen.
Und
so dauert es eine Weile, bis er eines Tages in das Dorf Tannwald einkehrt, wo
man ihn erst als Glaubensbruder abzulehnen scheint, ihn dann jedoch offenbar
mit Speisen und Trank üppiger zu bewirten scheint, als er es sich selbst als
Mönch zugestehen will.
Doch
in der Nacht bemerkt er, wie der Wirt mit seiner Frau einen anderen gut
genährten Gast ihrer Herberge nicht nur ermordet haben, sondern in ihrer
Scheune diesen auch regelrecht wie Vieh schlachten um sein Fleisch für die
Mahlzeiten der anderen Gäste wieder zuzubereiten.
Tatkammer
flieht aufgrund dieser Grausamkeiten, zumal auch er selbst nicht ein Opfer
dieser Kannibalen werden will. Als er jedoch einige Zeit später im Dorf
Dornbach bei Vater Thomas, dem Priester des Dorfes Unterschlupf findet, nimmt
der Reigen der Todsünden erst richtig Fahrt auf.
Denn
die ständigen Fragen des Priester hinsichtlich des Dorfes Tannwald rufen in
Tatkammer eine ungeahnte Wut hervor. Und mit dieser Wut, gepaart mit der Gier
nach weiterem Menschenfleisch, welches er in Tannwanld ja in der Gaststube
erstmals gekostet hatte, bringt er diesen um und fängt an, seine Arme und Beine
zu verspeisen.
Dass
etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, merken aber bald auch die Dorfbewohner
von Dornbach, zumal ihr Pfarrer nicht mehr auftaucht. Doch Tatkammer gelingt es
mit der Stimme des Bösen, welche in seinem Kopf nun seine Handlungen mit
beeinflusst, die Menschen weiter zu überlisten.
Am
Ende gehen die Dornbacher mit Tatkammer ins Nachbardorf zu der dort ansässigen
Familie, weche den Gasthof führt und zerren dessen junge Tochter heraus, die
als angebliche Hexe am Tod von Pfarrer Thomas und einem weiteren jungen Mann
aus Dorbach nun auf dem Scheiterhaufen landet.
Und
selbst ihre Eltern scheinen ihre Tochter nun zu beschuldigen, um nicht selbst
den Zorn der Dornbacher weiter zu spüren zu bekommen.
Tatkammer
indessen versinkt immer mehr im Strudel der Todsünden, in die ihn die dunkle
Stimme zieht. Doch hat Tatkammer noch immer das Problem, die Todsünde des Neids
vollständig zu erfassen.
- Veröffentlichung: Am 27. Juni 2026
- Titelbild: Mark Freier
- Autorin: Madeleine Puljik
-
Verlag:
Bastei
>Er trat näher an Pascher heran, tätschelte ihm die Hüfte. "Wenn man das Gedärm nicht rechtzeitig entfernt, dann verdirbt es das ganze schöne Fleisch."
Damit rammte er Pascher das Messer in den Bauch und zog es mit einem Ruck nach unten.< (Das Haus Zamis/Band 149, "die 7. Todsünden"/Seite 28)
Na, wer sagt es denn. Wenn wie hier die Autorin Madeleine
Puljic sich inhaltlich auf einen markanten Bösewicht der Finsternis einlässt,
dann wird daraus wie hier ein atmosphärisch schauriger Roman, der sich sehr
spannend von der ersten bis zur letzten Seite lesen lässt.
Warum klappt das so nicht bei Coco und ihrer Familie, die
ja auch zur Gesellschaft der dämonischen Schwarzen Familien gehören?
Nun, das liegt z.B. bei der Hauptfigur Coco Zamis daran,
dass diese Figur sich in der Serie mit dem Anspruch "ich will immer lieb
sein und nicht böse" offensichtlich in der Handlung meist selbst
kastriert.
Da schwächeln dann im Guten ihre dunklen Kräfte als Hexe,
wobei die besagten Autoren dann aber stets zu mitunter mehr als nur einer List
greifen müssen, die zwar nicht immer nachvollziehbar ist, aber dann leider sein
muss, um die Heldin nicht völlig innerhalb der Serie zu demontieren. Solche
Tricks können beim Leser allerdings bald auch mächtig an der Glaubwürdigkeit
und der inneren Logik der Handlung zerren.
Das Resultat am Ende ist dann für den Leser eventuell ein
Roman auf niedrigem Spannungsniveau, weil die Heldin schlicht auch einfach zu
berechenbar ist.
Und entschließt man sich dazu, sie dann mal eine Weile
böse durch die Serie ziehen zu lassen, dann kommt unsere Coco zumeist nicht
über das Niveau eines bockigen Kindes hinaus. Denn man will die Heldin ja in
den Augen der Leserschaft als eigentlich heldenhaften Hort des Guten nicht
wirklich beschädigen.
Da ist es dann schon erfrischend, wenn wie hier die
Autorin sich auf eine Figur konzentrieren kann, der man als Leser schlicht jede
Grausamkeit zutraut, weil sie eben im tiefsten Inneren böse ist.
Das merkt man auch positiv der Handlung an, bei der es
dann auch befreit von allen Fesseln keine inhaltlichen No-Gos gibt, die man
offenbar bei einer Heldin wie Coco Zamis jedoch nicht überschreiten will.
In dem Sinne - und wenn die Serie als Taschenbuch im
Zaubermond Verlag wirklich weitergeführt werden sollte - sollten die Autorinnen
und Autoren der Serie durchaus mehr Mut auch im Hinblick ihrer Hauptfiguren wie
Coco an den Tag legen und sich endlich von dem Moralcodex der 1980er Heftromane
mit ihren festen Helden in diesem Genre lösen.
Im Mittelteil selbst nimmt sich Uwe Voehl dann noch
meiner Rezension von Band 143 der Serie „DAS HAUS ZAMIS“ aus dem „THE BLACK
STONE MAGAZINE“ an. Etwas lässt er mich dabei am Ende schon schmunzeln, denn er
packt hier doch den etwas abgewandelten Spruch "Abwarten und DAS HAUS
ZAMIS lesen!" aus, der vom verstorbenen Autor Werner Kurt Giesa (PROFESSOR
ZAMORRA) stammen müsste.
© by Konrad Wolfram

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