Das Haus Zamis 143
Das Phantom von Notre Dame
von Simon Borner
Notre
Dame ist auch im Jahre 1888 ein Gotteshaus. Oder zumindest sollte die
Kathedrale eigentlich eines sein, denn irgendetwas Boshaftes und dunkles haftet
diesem Haus des Herrn an.
Und
damit gibt es auch keine Grenzen an der Schwelle der Kathedrale, welche Dämonen
eigentlich in Panik fliehen lassen oder zumindest aufhalten sollte.
Dies weiß auch Ficzko jetzt, der in Notre Dame blutige Opfer fordert, um einen anderen Dämon zu unterstützen...
...welcher die Kathedrale zu einem Leuchtfeuer für
alle dämonischen Kreaturen machen möchte.
Aber
auch der echte Monsignore Tatkammer ist bald nur noch eine Hülle, in die sich
ein grausamer Dämon einnistet, welcher in Notre Dame die gläubigen Christen Stück
für Stück auf den dunklen Pfad bringen will.
Georg
Zamis wacht indessen am Montmartre auf, schließt sich zuerst einigen
mittellosen Künstlern an, bevor er in die Fänge der ebenso dämonischen wie
schönen Francoise gerät. Denn die weiß Georg geschickt zu manipulieren, um ihn
zu ihrem lebenden Sexspielzeug zu degradieren.
Und
so vegetiert Georg Wochen, ja Monate in ihrem Bett dahin, statt die Juna-Puppe
zu finden und Juna selbst retten zu können. Doch dann lernt Georg die wahre
Natur der schönen Francoise kennen.
Denn
sie ist in Wahrheit eine gigantische Spinne, die ihre Opfer erst verführt um
sie dann lebendig zu verspeisen. Und dieses Schicksal dürfte auch Georg
treffen, wenn er ihr einmal überdrüssig werden sollte.
Doch
Georg ist zu schwach, um sich gegen diese Spinnen-Dämonin zur Wehr setzen zu
können. Juna benötigt indessen um zu Kräften zu kommen menschliches Blut,
weshalb sie in den Nächten ihre Opfer sucht. Doch eine Unachtsamkeit lässt sie
in die Hände des alten Corrard fallen, welcher die lebende Puppe Monsignore
Tatkammer verkaufen möchte.
Und
Tatkammer kommt dieses Teufelspüppchen gerade recht, um die Verführung der
Menschen weiter auf die Spitze treiben zu können. Und das ist nicht positiv für
Juna, denn Tatkammer sorgt dafür, das Juna vor Hunger nach frischem Blut fasst
völlig dem Wahnsinn verfällt.
Georg
konnte zwar durch Glück dem Spinnen-Dämon durch Feuer entkommen und weiß nun
auch, dass er Juna in Notre Dame bei einem gewissen Monsignore Tatkammer finden
kann. Doch wie sollte er sie diesem Teufel in Menschengestalt entreißen können?
Am
Ende bleibt Georg daher nichts anderes übrig, als mit Ficzko gemeinsam zu
versuchen, Juna aus den Klauen von Tatkammer zu befreien. Denn jeder für sich
wäre Tatkammer bei einer offenen Auseinandersetzung völlig unterlegen.
Doch
wenn auch Georg und Ficzko beide Juna vor dem Teufel retten wollen, so heißt
dies noch lange nicht, das sie sich dabei auch gegenseitig vertrauen können.
- Veröffentlichung: Am 4. April 2026
- Autor: Simon Borner
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
"Aber ich kenne die Zamis-Sippe. Ich weiß, für wie wichtig ihr euch manchmal haltet. Und wie gern ihr einem zustimmt, wenn man euch Honig ums Maul schmiert und euch für wichtig erklärt." (Das Haus Zamis/Band 143, "Das Phantom von Notre Dame"/Seite 62)
Dieses Zitat aus dem Roman habe ich hier jetzt nicht ganz
umsonst gewählt. Zeigt es doch schön das auf, was man an der Serie in Hinsicht
der dämonischen Familie Zamis bisher eigentlich ständig kritisieren könnte.
Und da macht auch die Beschreibung in diesem Roman von
Georg Zamis wieder einmal keine Ausnahme. Denn die hellste Kerze auf der Torte
ist auch Georg nicht, was ihn zuerst einmal mit offenen Augen in die Falle
einer Dämonin laufen lässt.
Danach kann er zumindest Zwei und Zwei zusammenrechnen um
doch noch Juna zu finden. Aber dann kann ihn ein zwergenhafter Dämon wie Ficzko
gleich auch wieder auf die lange Bank der geistig eher langsamen Denker
verweisen.
Ansonsten aber war der Roman richtig spannend und mit der
passenden düsteren Atmosphäre gewürzt. Besonders hervorheben kann man hier
sicherlich wieder den Monsignore Tatkammer, der ein wirklich fieser Bösewicht
ist. Aber man erfährt hier nun auch warum, oder besser, wie aus dem eher
frommen Mann des Glaubens ein dermaßen boshafter Teufel werden konnte.
Aber auch die Idee, dass eine dämonische Sexbombe in
Wirklichkeit eine überdimensionale Spinne ist, welche ihre Opfer geistig und
auch sexuell manipuliert, um sie am Ende dann genüsslich Stück für Stück und ganz
lebendig zu verspeisen, kann den Gruselfaktor ordentlich pushen.
Von daher gibt es bei diesem Roman des Autor Simon Borner
sicherlich nichts zu kritisieren. Dafür ist allerdings das Cover des Roman „DAS
PHANTOM VON NOTRE DAME“ diesmal kein wirklich gelungener Eyecatcher.
Da hatte der Künstler Mark Freier sicherlich mal keinen
guten Tag gehabt, der ansonsten stets zu 98 Prozent richtig gute Cover für die
Serien „DORIAN HUNTER“ bzw. „DAS HAUS ZAMIS“ abliefert.
Ob es, was die positiven Handlungsabläufe angeht, weiter
so spannend und düster zugehen wird, da würde ich zum jetzigen Zeitpunkt aber
noch keinen Eid drauf schwören. Denn alles sieht danach aus, als würde der
Autor Logan Dee im nächsten Roman einen örtlichen wie zeitlichen Wechsel
vornehmen und sein Augenmerk wieder auf Coco Zamis richten.
Und die spukt in Band 144 in einem Luxushotel in Riva del
Garda herum. Das könnte auch spannend werden, aber irgendwie habe ich dabei im
Vorfeld schon ein komisches Gefühl im Nacken, zumal unsere kleine Hexe in
letzter Zeit eher Sinn- und Planlos herumgezickt hatte.
© by Konrad Wolfram

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