Der Tag, an dem
die Hölle siegte
Ideal für Neueinsteiger?
Mit welchen ‘tollen‘ Sätzen hatte der Bastei Verlag vor
einigen Monaten in einer Anzeige für den Jubiläumsband der Serie „GEISTERJÄGER
JOHN SINCLAIR“ (erschienen am 6. Juni 2026) geworben.
"Start
einer bombastischen neuen Storyline um den berühmten Geisterjäger! Ideal für
Neueinsteiger!"
Doch weder ist die neue Storyline des Romans „DER TAG, AN DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ in irgendeiner Weise „bombastisch“, noch ist der Roman von IAN ROLF HILLein idealer Einstieg für neue Leser bzw. ideal für Neueinsteiger, wie es auch auf dem Cover von Band 2500 steht.
Leider ist genau das Gegenteil der Fall.
Zwar hat „DER TAG, AN DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ als
Jubiläumsband ein paar Seiten mehr Umfang, die aber letztendlich dafür sorgen,
dass die Handlung des Romans extrem
langatmig und langweilig daherkommt, weil darin auch nicht gerade viel
passiert, insbesondere in der ersten Hälfte des neuen „JOHN
SINCLAIR“-Abenteuers, dessen Handlung auch noch äußerst dünn ist.
Denn darin fabuliert der Autor IAN ROLF HILL mal wieder über längst
vergangene Ereignisse der Serie, über
die selbst viele Leser, die die Horror-Serie kennen, aufgrund der langen Zeit, die
vergangen ist, keine Ahnung oder keine Kenntnis mehr haben.
Das ist in Bezug auf einen idealen Einstieg für neue
Leser natürlich äußerst bedenklich und sehr fragwürdig.
Zudem wirkt auch das ganze Szenario bzw. Konstrukt rund
um die Auflösung der Sonderabteilung von Scotland Yard sehr konstruiert und sehr
unglaubwürdig.en hat
Gewisse Leute, die der Sonderabteilung schon lange auf dem Radar hatten, haben nun dafür gesorgt, dass die Sonderabteilung aufgelöst wird.
Das hat zur Folge, dass
- Christina Dick, Commissioner der Metropolitan Police, der
die Sonderabteilung und Sir James direkt unterstand, nun nicht mehr
Commissioner, sondern nur noch Commander ist, für die Glenda Perkins in Zukunft
arbeiten wird,
-
Sir James in den Ruhestand geschickt wird, ohne das der sich in irgendeiner
Weise dagegen zur Wehr setzt,
-
Oberinspektor John Sinclair fortan als Detective Inspector
in der Mordabteilung, die von Chief Inspector Tanner geleitet wird, arbeitet,
-
und Inspektor Suko vom Dienst suspendiert wird.
Das wirft natürlich diverse Fragen auf, insbesondere auch,
was unter anderem Sir James und Chistina Dick betrifft.
Superintendant Sir James, der so lange die Sonderabteilung
geführt hat und bei Scotland Yard gearbeitet hat, hat in den vielen Jahren
keine wichtigen Kontakte bei der Polizei und in der Politik knüpfen und
aufbauen können, so dass er sich gegen diese Farce wehren kann?
Was ebenfalls auf Commissioner Christina Dick zutrifft,
die sich insgesamt auch etwas seltsam verhält.
Aber auch die Suspendierung von Suko wirft Fragen auf.
Der Chinese ist seit vielen Jahren als Inspektor bei Scotland Yard angestellt.
Zudem ist er britischer Staatsbürger, so dass man ihn nicht einfach abschieben
kann, was schlicht und einfach rechtswidrig ist.
Da fragt man sich schon, was sich der Autor IAN ROLF
HILL bei diesem nicht gerade sehr
stimmigen und sehr konstruierten Suspendierungsszenario mit Suko überhaupt
gedacht hat.
Doch welche Personen sind denn nun für die Auflösung der
Sonderabteilung verantwortlich?
Gewisse Leute aus dem Innenministerium und in der
Metropolitan Police. Doch wer sind diese Leute?
Diese Frage wird leider nicht beantwortet, sondern stattdessen
konzentriert sich der Großteil der Handlung nach der Auflösung der
Sonderabteilung auf das Geschehen rund um die feindliche Übernahme von Sheila
Conollys milliardenschwerer Firma durch die Firma „Aeskulapius Pharmaceutics“,
die die Aktienmehrheit erworben hat.
Für diese feindliche Übernahme ist ein gewisser Larcos
verantwortlich, der sich als Bruder von Kara entpuppt, der mit Asmodis verbündet
ist.
Doch wieso zaubert der Autor IAN ROLF HILL eine völlig
unwichtige Figur wie Lacos wieder aus
dem Hut, die am 17. Oktober 1988 in „KARAS GRAUSAME TRÄUME“ ihr Debüt gab und
irgendwann im Verlauf der Serie in der Versenkung verschwunden ist?
Wieso wurden stattdessen, insbesondere auch was die
Auflösung der Sonderabteilung und die feindliche Übernahme von Sheilas Firma
betrifft, nicht zum Beispiel die KREATUREN DER FINSTERNIS ins Spiel gebracht,
die doch laut dem Autor HELMUT RELLERGERD die menschliche Gesellschaft
unterwandert haben?
Diese dämonischen Wesen könnten mit den Jahren Teile des
Innenministeriums und der Metropolitan Police infiltriert haben und nun zum
Schlag gegen das Sinclair-Team und die Sonderabteilung ausgeholt haben.
Zudem hätte für einen perfekten bzw. idealen Einstieg für
neue Leser und Wiedereinsteiger bzw. für eine vernünftige Neuausrichtung der Horror-Serie
(denn ein Neustart ist es laut den Worten des Autors IAN ROLF HILL ja nicht) einen
komplett ‚neutralen“ Roman schreiben müssen,
den alle ohne Vorwissen lesen, verstehen und nachvollziehen können, ohne
dass darin aber wieder irgendwelcher Kram oder irgendwelcher Firlefanz aus der
Vergangenheit der Horror-Serie ausgegraben oder aus der Mottenkiste geholt
wird.
Auch hätte man es auch tunlichst unterlassen sollen, in
dem Romans ständig auf vergangene Handlungsstränge, Romane und Themengebiete
einzugehen, die ebenfalls kein Neueinsteiger/Wiedereinsteiger kennt bzw. an die
sich auch die meisten Leser der Serie nicht mehr erinnern können.
So wurde letztendlich auch mit dem Jubiläumsband mal
wieder versäumt, Neuerungen in die Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“
einzuführen, um dadurch wirklich eine Neuausrichtung der Horror-Serie zu
gewährleisten.
Stattdessen haben wir mit dem Jubiläumsband „DER TAG, AN
DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ wieder einen typischen „JOHN SINCLAIR“-Roman des Autors
IAN ROLF HILL vorliegen, der sich in keiner Weise von seinen Vorgängerbänden
unterscheidet, die irgendwie alle nach dem üblichen Schema-F geschrieben sind,
in denen auch immer wieder alter Kram aufgewärmt wird, der schon seit vielen Jahren beendet wurde oder irgendwann in
der Versenkung verschwunden ist.
Zum Ende des Artikels noch ein paar Worte zur LKS des
Romans. Es ist zwar schön, dass dort das Werk von HELMUT RELLERGERD, dem
Erfinder der Serie, der jahrzehntelang die Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN
SINCLAIR“ alleine geschrieben hat,
gewürdigt wird, aber dann sollte man es auch richtig machen..
Zum Ende des Artikels noch ein paar Worte zur LKS des Romans.
Es ist zwar schön, dass dort das Werk von HELMUT RELLERGERD, dem
Erfinder der Serie, der jahrzehntelang die Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN
SINCLAIR“ alleine geschrieben hat,
gewürdigt wird, aber dann sollte man es auch richtig machen.
Denn der Autor HELMUT RELLERGERD setzte sich nicht „im stolzen Alter von 80 Jahren“ zur Ruhe, wie dort behauptet wird, sondern ist letztes Jahr aus der Serie ausgestiegen, was HELMUT RELLERGERD in einem Podcast-Interview
vom 14. August 2025 auch gesagt hat.
Zudem startete die „JOHN SINCLAIR TASCHENBUCH“-Reihe
nicht im Jahr 1992 (wie kommt man
nur auf dieses Jahr?) wie im Text auf der LKS geschrieben wurde, sondern sie
startete bereits am 20. April 1981, und zwar
mit dem Roman „ANGST ÜBER LONDON“.
Nach dem Lesen der LKS von Band
2500 fragte ich mich schon, wer denn diesen etwas gewöhnungsbedürftigen und fehlerhaften Text über
den Autor HELMUT RELLERGERD geschrieben hat…
© by Ingo Löchel

1 Kommentar:
Die Idee mit den Kreaturen der Finsternis als Infiltratoren ist nicht schlecht. Hätte jedenfalls mehr Sinn gemacht, als Karas Bruder aus der Versenkung zu holen...
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