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Donnerstag, 11. Juni 2026

Der Tag, an dem die Hölle siegte - Ideal für Neueinsteiger?

Der Tag, an dem die Hölle siegte

 Ideal für Neueinsteiger?

Mit welchen ‘tollen‘ Sätzen hatte der Bastei Verlag vor einigen Monaten in einer Anzeige für den Jubiläumsband der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ (erschienen am 6. Juni 2026) geworben.

"Start einer bombastischen neuen Storyline um den berühmten Geisterjäger! Ideal für Neueinsteiger!"

Doch weder ist die neue Storyline des Romans „DER TAG, AN DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ in irgendeiner Weise „bombastisch“, noch ist der Roman von IAN ROLF HILLein idealer Einstieg für neue Leser bzw. ideal für Neueinsteiger, wie es auch auf dem Cover von Band 2500 steht.

Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Zwar hat „DER TAG, AN DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ als Jubiläumsband ein paar Seiten mehr Umfang, die aber letztendlich dafür sorgen, dass die Handlung  des Romans extrem langatmig und langweilig daherkommt, weil darin auch nicht gerade viel passiert, insbesondere in der ersten Hälfte des neuen „JOHN SINCLAIR“-Abenteuers, dessen Handlung auch noch äußerst dünn ist.

Denn darin fabuliert der Autor  IAN ROLF HILL mal wieder über längst vergangene Ereignisse der Serie,  über die selbst viele Leser, die die Horror-Serie kennen, aufgrund der langen Zeit, die vergangen ist, keine Ahnung oder keine Kenntnis mehr haben.

Das ist in Bezug auf einen idealen Einstieg für neue Leser natürlich äußerst bedenklich und sehr fragwürdig.

Zudem wirkt auch das ganze Szenario bzw. Konstrukt rund um die Auflösung der Sonderabteilung von Scotland Yard sehr konstruiert und sehr unglaubwürdig.en hat

Gewisse Leute, die der Sonderabteilung schon lange auf dem Radar hatten, haben nun dafür gesorgt, dass die Sonderabteilung aufgelöst wird.

Das hat zur Folge, dass

  • Christina Dick, Commissioner der Metropolitan Police, der die Sonderabteilung und Sir James direkt unterstand, nun nicht mehr Commissioner, sondern nur noch Commander ist, für die Glenda Perkins in Zukunft arbeiten wird,
  • Sir James in den Ruhestand geschickt wird, ohne das der sich in irgendeiner Weise dagegen zur Wehr setzt,  
  • Oberinspektor John Sinclair fortan als Detective Inspector in der Mordabteilung, die von Chief Inspector Tanner geleitet wird, arbeitet,
  • und Inspektor Suko vom Dienst suspendiert wird.

Das wirft natürlich diverse Fragen auf, insbesondere auch, was unter anderem Sir James und Chistina Dick betrifft.

Superintendant Sir James, der so lange die Sonderabteilung geführt hat und bei Scotland Yard gearbeitet hat, hat in den vielen Jahren keine wichtigen Kontakte bei der Polizei und in der Politik knüpfen und aufbauen können, so dass er sich gegen diese Farce wehren kann?

Was ebenfalls auf Commissioner Christina Dick zutrifft, die sich insgesamt auch etwas seltsam verhält.

Aber auch die Suspendierung von Suko wirft Fragen auf. Der Chinese ist seit vielen Jahren als Inspektor bei Scotland Yard angestellt. Zudem ist er britischer Staatsbürger, so dass man ihn nicht einfach abschieben kann, was schlicht und einfach rechtswidrig ist.

Da fragt man sich schon, was sich der Autor IAN ROLF HILL  bei diesem nicht gerade sehr stimmigen und sehr konstruierten Suspendierungsszenario mit Suko überhaupt gedacht hat.

Doch welche Personen sind denn nun für die Auflösung der Sonderabteilung verantwortlich?

Gewisse Leute aus dem Innenministerium und in der Metropolitan Police. Doch wer sind diese Leute?

Diese Frage wird leider nicht beantwortet, sondern stattdessen konzentriert sich der Großteil der Handlung nach der Auflösung der Sonderabteilung auf das Geschehen rund um die feindliche Übernahme von Sheila Conollys milliardenschwerer Firma durch die Firma „Aeskulapius Pharmaceutics“, die die Aktienmehrheit erworben hat.

Für diese feindliche Übernahme ist ein gewisser Larcos verantwortlich, der sich als Bruder von Kara entpuppt, der mit Asmodis verbündet ist.

Doch wieso zaubert der Autor IAN ROLF HILL eine völlig unwichtige Figur wie Lacos  wieder aus dem Hut, die am 17. Oktober 1988 in „KARAS GRAUSAME TRÄUME“ ihr Debüt gab und irgendwann im Verlauf der Serie in der Versenkung verschwunden ist?

Wieso wurden stattdessen, insbesondere auch was die Auflösung der Sonderabteilung und die feindliche Übernahme von Sheilas Firma betrifft, nicht zum Beispiel die KREATUREN DER FINSTERNIS ins Spiel gebracht, die doch laut dem Autor HELMUT RELLERGERD die menschliche Gesellschaft unterwandert haben?

Diese dämonischen Wesen könnten mit den Jahren Teile des Innenministeriums und der Metropolitan Police infiltriert haben und nun zum Schlag gegen das Sinclair-Team und die Sonderabteilung ausgeholt haben.

Zudem hätte für einen perfekten bzw. idealen Einstieg für neue Leser und Wiedereinsteiger bzw. für eine vernünftige Neuausrichtung der Horror-Serie (denn ein Neustart ist es laut den Worten des Autors IAN ROLF HILL ja nicht) einen komplett ‚neutralen“ Roman schreiben müssen,  den alle ohne Vorwissen lesen, verstehen und nachvollziehen können, ohne dass darin aber wieder irgendwelcher Kram oder irgendwelcher Firlefanz aus der Vergangenheit der Horror-Serie ausgegraben oder aus der Mottenkiste geholt wird.

Auch hätte man es auch tunlichst unterlassen sollen, in dem Romans ständig auf vergangene Handlungsstränge, Romane und Themengebiete einzugehen, die ebenfalls kein Neueinsteiger/Wiedereinsteiger kennt bzw. an die sich auch die meisten Leser der Serie nicht mehr erinnern können.

So wurde letztendlich auch mit dem Jubiläumsband mal wieder versäumt, Neuerungen in die Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ einzuführen, um dadurch wirklich eine Neuausrichtung der Horror-Serie zu gewährleisten.

Stattdessen haben wir mit dem Jubiläumsband „DER TAG, AN DEM DIE HÖLLE SIEGTE“ wieder einen typischen „JOHN SINCLAIR“-Roman des Autors IAN ROLF HILL vorliegen, der sich in keiner Weise von seinen Vorgängerbänden unterscheidet, die irgendwie alle nach dem üblichen Schema-F geschrieben sind, in denen auch immer wieder alter Kram aufgewärmt wird, der schon seit  vielen Jahren beendet wurde oder irgendwann in der Versenkung verschwunden ist.  

Zum Ende des Artikels noch ein paar Worte zur LKS des Romans. Es ist zwar schön, dass dort das Werk von HELMUT RELLERGERD, dem Erfinder der Serie, der jahrzehntelang die Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ alleine geschrieben hat,  gewürdigt wird, aber dann sollte man es auch richtig machen..  

Zum Ende des Artikels noch ein paar Worte zur LKS des Romans. 

Es ist zwar schön, dass dort das Werk von HELMUT RELLERGERD, dem Erfinder der Serie, der jahrzehntelang die Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ alleine geschrieben hat,  gewürdigt wird, aber dann sollte man es auch richtig machen.

Denn der Autor HELMUT RELLERGERD setzte sich nicht „im stolzen Alter von 80 Jahren“  zur Ruhe, wie dort behauptet wird,  sondern ist letztes Jahr aus der Serie ausgestiegen, was HELMUT RELLERGERD in einem Podcast-Interview vom 14. August 2025 auch gesagt hat. 

Zudem startete die „JOHN SINCLAIR TASCHENBUCH“-Reihe nicht im Jahr 1992 (wie kommt man nur auf dieses Jahr?) wie im Text auf der LKS geschrieben wurde, sondern sie startete bereits am 20. April 1981, und zwar mit dem Roman „ANGST ÜBER LONDON“.

Nach dem Lesen der LKS von Band 2500 fragte ich mich schon, wer denn diesen etwas gewöhnungsbedürftigen und fehlerhaften Text über den Autor HELMUT RELLERGERD geschrieben hat…

© by Ingo Löchel

1 Kommentar:

Stefan Robijn hat gesagt…

Die Idee mit den Kreaturen der Finsternis als Infiltratoren ist nicht schlecht. Hätte jedenfalls mehr Sinn gemacht, als Karas Bruder aus der Versenkung zu holen...