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Donnerstag, 21. Mai 2026

Der blinde Götze (Teil 1)

John Sinclair 2497

Der blinde Götze (Teil 1)

von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)

Nach den Ereignissen um Justine Cavallo wird John auf unbestimmte Zeit vom Dienst freigestellt, da Videos von Zeugen auftauchten, in denen zu sehen ist, wie er dem vermeintlichen Opfer in der Säureblase die Hilfe verweigert.

Suko bekommt derweil einen Anruf von Father Ignatius, der ihm mitteilt, dass in einer Ausgrabungsstätte im Irak seltsame, offenbar nicht menschliche Knochen gefunden wurden und es offenbar zu einem Angriff einiger Nepharim auf Menschen kam.

John kann Sir Powell überreden, Suko zu begleiten und so fliegt man mit Davina und Cruciata zunächst nach Rom und von da aus in den Irak, wo man erfährt, dass sich das Team bei der Ausgrabung auf den Spuren des Garten Eden befindet.

Als John das Kreuz in der Nähe der Knochen aktiviert, löst sich sein Bewusstsein vom Körper und er wird Zeuge, wie die noch menschliche Lilith Kontakt mit einem geflügelten Geschöpf aufnimmt, dem Suko kurz zuvor in der Gegenwart begegnete.

Als dann auch noch Raniel und Asmodis auftauchen, kommt es zu einem Kampf, bei dem letzterer mit der Spinnenfrau Cruciata verschwindet, worauf Raniel berichtet, dass sein Sohn Elohim von seiner Mutter Lilith entführt wurde.

Da diese das Rad der Zeit von drei Hexen stehlen ließ, begleitet John ihn in die Hexenwelt, wo man überraschend auf Xorron trifft…

  • Erschienen am 16. Mai 2026

Dieser erste Teil der finalen Trilogie vor dem Jubiläumsband, mit dem angeblich ein Neustart in der Serie stattfinden soll, beginnt noch recht unspektakulär mit der Suspendierung Sinclairs, welche allerdings keine Auswirkung auf seine Beteiligung an dem Fall hat, da auch sein Chef einsieht, dass es ohne ihn nicht geht.

Als man dann die Ausgrabungsstätte im Irak erreicht, wo es ein Wiedersehen mit der Anthropologin Jenny Jensen gibt, wird schnell klar, dass hier eine Story von biblischen Ausmaßen ihren Anfang nimmt, da es zum einen um den Ursprung der großen Gegnerin Lilith und deren Vertreibung aus dem Garten Eden und zum anderen um ihren noch unbekannten Plan geht.

Nach und nach erfährt man dabei die Zusammenhänge zwischen Lilith, dem von Luzifer verbliebenen Drittel Asmodis und dem hier zum ersten Mal auftauchenden blinden Götzen Samael.

Bei diesem handelt es sich um einen ehemaligen Seraphim, der wie Luzifer verstoßen wurde und nun von Asmodis befreit wurde, um sich an Lilith, die ihn einst verschmähte, rächen zu können.

Hier muss man konstatieren, dass die Figur des blinden Götzen durchaus etwas faszinierendes hat, recht gut in das nach wie vor ziemlich komplexe Gefüge um die großen biblischen Gegner hineinpasst und nicht unbedingt aus dem Hut gezaubert wirkt, auch wenn man abwarten muss, wohin die Reise noch geht.

Das gleiche gilt auch für Raniel, der durch die Entführung seines Sohnes Elohim ins Spiel gebracht wird und natürlich mal wieder als Retter in letzter Sekunde auftaucht. Auch hier muss man die Entwicklung abwarten, da auch das wohl Teil von Liliths noch mysteriösem Plan ist.

Warum aber auch die Spinnenfrau Cruciata mit von der Partie sein muss, erschließt sich hier nicht so ganz, es sei denn, der Autor hat vor, auch diese Figur noch zu entsorgen. Wundern würde man sich darüber nicht, da diese Figur noch aus der Serie „DARK-LAND“ stammt.

Als wäre das alles noch nicht genug, wird am Ende dann noch ein weiterer Handlungsstrang mit Jane Collins und Bill Connolly gestartet, in dem es über Madame Altari wieder eine Verbindung zu Lilith gibt.

Wohin das alles führt und wie der Autor die schon jetzt sehr komplexe Handlung mit dem nicht gerade kleinen Ensemble an Figuren auf beiden Seiten zu einem schlüssigen Ende bringen will, wird man spätestens in zwei Wochen erfahren.

Zumindest besteht hier die Hoffnung, dass es nach der Trilogie ein Ende mit den biblischen Themen nimmt und die Handlung wieder etwas bodenständiger wird. Die meisten Leser dürften wohl nichts dagegen haben, wenn Begriffe wie Adam und Eva und der Garten Eden nach Band 2500 keine Rolle mehr spielen.

© by Stefan Robijn

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