John Sinclair
2497
Der blinde Götze (Teil 1)
von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)
Nach
den Ereignissen um Justine Cavallo wird John auf unbestimmte Zeit vom Dienst
freigestellt, da Videos von Zeugen auftauchten, in denen zu sehen ist, wie er
dem vermeintlichen Opfer in der Säureblase die Hilfe verweigert.
Suko bekommt derweil einen Anruf von Father Ignatius, der ihm mitteilt, dass in einer Ausgrabungsstätte im Irak seltsame, offenbar nicht menschliche Knochen gefunden wurden und es offenbar zu einem Angriff einiger Nepharim auf Menschen kam.
John
kann Sir Powell überreden, Suko zu begleiten und so fliegt man mit Davina und
Cruciata zunächst nach Rom und von da aus in den Irak, wo man erfährt, dass
sich das Team bei der Ausgrabung auf den Spuren des Garten Eden befindet.
Als
John das Kreuz in der Nähe der Knochen aktiviert, löst sich sein Bewusstsein
vom Körper und er wird Zeuge, wie die noch menschliche Lilith Kontakt mit einem
geflügelten Geschöpf aufnimmt, dem Suko kurz zuvor in der Gegenwart begegnete.
Als
dann auch noch Raniel und Asmodis auftauchen, kommt es zu einem Kampf, bei dem
letzterer mit der Spinnenfrau Cruciata verschwindet, worauf Raniel berichtet,
dass sein Sohn Elohim von seiner Mutter Lilith entführt wurde.
Da
diese das Rad der Zeit von drei Hexen stehlen ließ, begleitet John ihn in die
Hexenwelt, wo man überraschend auf Xorron trifft…
- Erschienen
am 16. Mai 2026
Dieser erste Teil der finalen Trilogie vor dem Jubiläumsband,
mit dem angeblich ein Neustart in der Serie stattfinden soll, beginnt noch
recht unspektakulär mit der Suspendierung Sinclairs, welche allerdings keine
Auswirkung auf seine Beteiligung an dem Fall hat, da auch sein Chef einsieht,
dass es ohne ihn nicht geht.
Als man dann die Ausgrabungsstätte im Irak erreicht, wo
es ein Wiedersehen mit der Anthropologin Jenny Jensen gibt, wird schnell klar,
dass hier eine Story von biblischen Ausmaßen ihren Anfang nimmt, da es zum
einen um den Ursprung der großen Gegnerin Lilith und deren Vertreibung aus dem
Garten Eden und zum anderen um ihren noch unbekannten Plan geht.
Nach und nach erfährt man dabei die Zusammenhänge
zwischen Lilith, dem von Luzifer verbliebenen Drittel Asmodis und dem hier zum
ersten Mal auftauchenden blinden Götzen Samael.
Bei diesem handelt es sich um einen ehemaligen Seraphim,
der wie Luzifer verstoßen wurde und nun von Asmodis befreit wurde, um sich an
Lilith, die ihn einst verschmähte, rächen zu können.
Hier muss man konstatieren, dass die Figur des blinden
Götzen durchaus etwas faszinierendes hat, recht gut in das nach wie vor
ziemlich komplexe Gefüge um die großen biblischen Gegner hineinpasst und nicht
unbedingt aus dem Hut gezaubert wirkt, auch wenn man abwarten muss, wohin die
Reise noch geht.
Das gleiche gilt auch für Raniel, der durch die
Entführung seines Sohnes Elohim ins Spiel gebracht wird und natürlich mal
wieder als Retter in letzter Sekunde auftaucht. Auch hier muss man die
Entwicklung abwarten, da auch das wohl Teil von Liliths noch mysteriösem Plan
ist.
Warum aber auch die Spinnenfrau Cruciata mit von der
Partie sein muss, erschließt sich hier nicht so ganz, es sei denn, der Autor
hat vor, auch diese Figur noch zu entsorgen. Wundern würde man sich darüber
nicht, da diese Figur noch aus der Serie „DARK-LAND“ stammt.
Als wäre das alles noch nicht genug, wird am Ende dann
noch ein weiterer Handlungsstrang mit Jane Collins und Bill Connolly gestartet,
in dem es über Madame Altari wieder eine Verbindung zu Lilith gibt.
Wohin das alles führt und wie der Autor die schon jetzt
sehr komplexe Handlung mit dem nicht gerade kleinen Ensemble an Figuren auf
beiden Seiten zu einem schlüssigen Ende bringen will, wird man spätestens in
zwei Wochen erfahren.
Zumindest besteht hier die Hoffnung, dass es nach der
Trilogie ein Ende mit den biblischen Themen nimmt und die Handlung wieder etwas
bodenständiger wird. Die meisten Leser dürften wohl nichts dagegen haben, wenn
Begriffe wie Adam und Eva und der Garten Eden nach Band 2500 keine Rolle mehr
spielen.
© by Stefan Robijn
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