Translate

Dienstag, 12. Mai 2026

Das nasse Grab

Gespenster-Krimi 198

Das nasse Grab

von Marie Erikson

Am Tag, als Reemt Rack seiner Mutter eine Muschelkette zum Abschied überreicht und mit dem Schiff "Heimbringer" unter dem Kommando seines Vaters von der Insel Fatum zum Walfang ausläuft, setzt der vom Herzog auf die Insel eingesetzte Richter Caspar Stell seinen Fuß auf die Insel.

Doch Stell würde viel lieber diese Insel und ihre kleine Gemeinde auf der Stelle wieder verlassen. 

Doch dafür müsste er dem Herzog einen Prozess liefern, welcher ihm genau diesen Weg ebnen würde. 

Und der Herzog legt gerade ein gewichtiges Auge darauf, Hexen und gar dem Teufel selbst den Boden unter den Füßen zu entziehen. Und als Caspar Stell hört, das die junge Elen als Heilkundige über Wissen verfügt, weshalb man sie auch auf der Insel als Heilsbringerin bezeichnet, erwächst in seinem Hirn bereits ein düsterer Plan.

Dabei hat er bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal selbst Elen zu Gesicht bekommen oder mit ihr auch nur ein Wort gewechselt. Dafür aber verspritzt er bereits mit dem Gift seiner Worte die erste Zwietracht unter den Inselbewohnern.

Und dieses Gift breitet sich schnell unter den einfachen Menschen der Insel aus, wobei die erste hierbei, Frau Rack, die Ehefrau des Kapitän der "Heimbringer" ist, welche Elen bezichtigt, das Schiff samt ihrer ganzen Besatzung vor der Abfahrt verflucht zu haben.

Caspar Stell merkt schnell, wie man die eigenen Worte und frommen Gedankengänge der Inselbewohner verdrehen muss, um sie gegen die Frau aufbringen zu können, und sie so als gefährliche Hexe bezichtigen zu können.

Aber auch einige Vorkommnisse tragen nun mit dazu bei, den Verfolgungswahn mancher Einwohner noch zu steigern. Und so verbrennt der aufgebrachte Pöbel Elen fasst sogar in ihrem Gefängnis, welches vorher eher ein Hühnerstall gewesen war.

Doch mit der Zeit beschleichen selbst Caspar Stell Zweifel an der Richtigkeit seiner Anschuldigungen gegenüber Elen. Am Ende könnte er sie sogar von der Hexerei freisprechen, wenn die Männer der "Heimbringer" wieder unversehrt vom Walfang zurückkehren sollten.

Doch dann treten weitere unheilvolle Dinge ein. Denn auf dem Walfänger geht Reemt in einem Sturm über Bord. Und auf der Insel trifft Meister Adam, der Scharfrichter des Herzogs ein. Und letzterer wird alles tun, um erneut eine angebliche Hexe zu Foltern auf dem Scheiterhaufen brennen zu lassen.

Caspar Stell und einige andere sehen daher kaum noch eine Chance für Elen. Doch als der Tag der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen eintrifft, sind es erst Unmengen von Möwen, die plötzlich wie ein tödlicher Regen vom Himmel stürzen.

Und dann bricht die Apokalypse über die Insel Fatum herein, die eigentlich niemand überleben dürfte. Doch kann es Elen trotzdem noch gelingen, einem grausamen Schicksal zu entkommen?

  • Roman Veröffentlichung: Am 9. Mai 2026
  • Autor: Marie Erikson
  • Ein Einzelroman der PERRY RHODAN Autorin

„Vielleicht ist es der größte Trick des Teufels, uns glauben zu machen, es gäbe einen Gott. Damit wir uns klein und gefügig fühlen. Vielleicht ist der Gott, zu dem wir beten, nur der Teufel selbst.“ (Gespenster-Krimi/Band 198, "Das nasse Grab"/Seite 50)

Marie Erikson dürfte man als Autorin eher aus der großen deutschen SF-Serie „PERRY RHODAN“ her kennen. Aber das macht natürlich auch wieder neugierig darauf, wie sich die Autorin in einem „GESPENSTER-KRIMI“ schlagen wird.

Und um es direkt zu sagen: Marie Erikson wusste mich am Sonntag gleich von der ersten bis zur letzten Seite an ihre Geschichte zu fesseln. Dabei minimiert sich das Element des Paranormalen sogar in ihrem Roman nur das finale Ende der Handlung.

Denn was wir bekommen, ist die Handlung über eine einfache Gemeinde auf der Insel Fatum, wo die meisten Männer über viele Monate hinweg zum gefährlichen Walfang mit ihrem Schiff "Heimbringer" auslaufen.

Doch an diesem Tag ist etwas anders, denn an diesem Tag trifft auch der vom Herzog auf der Insel eingesetzte Richter Caspar Stell ein, der sich hier schnell die Gunst des Herzogs sichern will, um bald höhere Aufgaben auf dem Festland erhalten zu können.

Und da kommt ihm die heilkundige junge Elen gerade richtig, um sie der Hexerei und der Buhlschaft mit dem Teufel anzuklagen. Der Glaube daran schwindet aber selbst bei Caspar Stell mit der Zeit. Doch den einmal begonnenen Verlauf kann auch er nicht mehr stoppen, als der Scharfrichter Adam auf der Insel eintrifft.

Das kann natürlich nicht gut gehen und am Ende befinden wir uns sogar in einem Kreislauf, der offenbar nie für die Menschen positiv endet, welche von Neid, falschem Gehorsam und dunklem Aberglauben getrieben sind.

Doch auch wenn hier nicht ständig ein Monster, Geist oder Dämon durch die Geschichte eilt, so entwickelt die Handlung trotzdem sehr schnell einen Sog, dem man sich kaum noch entziehen kann.

Dabei entwickelt die Autorin zudem eine düstere Atmosphäre, die sich langsam wie ein Nebel anschleicht und erst dann wirklich zur Bedrohung anwächst, wenn bereits kein Entkommen mehr möglich ist.

Irgendwie würde ich diese Geschichte fast sogar an gewissen Stellen der Handlung zwischen so literarischen Klassikern wie „MOBY DICK“ von Herman Melville oder „WUTHERING HEIGHTS“ von  Emily Brontes einordnen wollen.

Aber genug von meiner persönlichen Begeisterung für den Roman „DAS NASSE GRAB“ von Marie Erikson. Denn eigentlich solltet ihr diesen Roman selber lesen um euch ein ganz eigenes Bild machen zu können. Es lohnt sich in jedem Fall.

© by Konrad Wolfram

3 Kommentare:

The Black Book Magazine hat gesagt…

Bevor Marie Erikson "Perry Rhodan"-Autorin wurde, war sie Autorin bei der Horror-Serie "John Sinclair".

Konrad Wolfram hat gesagt…

Danke für die Info. Da macht Bastei allerdings keine Werbung für, warum auch immer. Sieht schon irgendwie so aus, als hätte man im Verlag einen riesen Respekt vor der PR-Serie.

The Black Book Magazine hat gesagt…

Vermurlich, weil die Autorin nicht mehr bei "John Sinclair" mitschreibt. Da zieht die "Perry Rhodan"-Werbung schon mehr...