Gespenster-Krimi 198
Das nasse Grab
von Marie Erikson
Am
Tag, als Reemt Rack seiner Mutter eine Muschelkette zum Abschied überreicht und
mit dem Schiff "Heimbringer" unter dem Kommando seines Vaters von der
Insel Fatum zum Walfang ausläuft, setzt der vom Herzog auf die Insel
eingesetzte Richter Caspar Stell seinen Fuß auf die Insel.
Doch Stell würde viel lieber diese Insel und ihre kleine Gemeinde auf der Stelle wieder verlassen.
Doch dafür müsste er dem Herzog einen Prozess liefern, welcher ihm genau diesen Weg ebnen würde.
Und
der Herzog legt gerade ein gewichtiges Auge darauf, Hexen und gar dem Teufel
selbst den Boden unter den Füßen zu entziehen. Und als Caspar Stell hört, das
die junge Elen als Heilkundige über Wissen verfügt, weshalb man sie auch auf
der Insel als Heilsbringerin bezeichnet, erwächst in seinem Hirn bereits ein
düsterer Plan.
Dabei
hat er bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal selbst Elen zu Gesicht bekommen
oder mit ihr auch nur ein Wort gewechselt. Dafür aber verspritzt er bereits mit
dem Gift seiner Worte die erste Zwietracht unter den Inselbewohnern.
Und
dieses Gift breitet sich schnell unter den einfachen Menschen der Insel aus,
wobei die erste hierbei, Frau Rack, die Ehefrau des Kapitän der
"Heimbringer" ist, welche Elen bezichtigt, das Schiff samt ihrer
ganzen Besatzung vor der Abfahrt verflucht zu haben.
Caspar
Stell merkt schnell, wie man die eigenen Worte und frommen Gedankengänge der
Inselbewohner verdrehen muss, um sie gegen die Frau aufbringen zu können, und
sie so als gefährliche Hexe bezichtigen zu können.
Aber
auch einige Vorkommnisse tragen nun mit dazu bei, den Verfolgungswahn mancher
Einwohner noch zu steigern. Und so verbrennt der aufgebrachte Pöbel Elen fasst
sogar in ihrem Gefängnis, welches vorher eher ein Hühnerstall gewesen war.
Doch
mit der Zeit beschleichen selbst Caspar Stell Zweifel an der Richtigkeit seiner
Anschuldigungen gegenüber Elen. Am Ende könnte er sie sogar von der Hexerei
freisprechen, wenn die Männer der "Heimbringer" wieder unversehrt vom
Walfang zurückkehren sollten.
Doch
dann treten weitere unheilvolle Dinge ein. Denn auf dem Walfänger geht Reemt in
einem Sturm über Bord. Und auf der Insel trifft Meister Adam, der Scharfrichter
des Herzogs ein. Und letzterer wird alles tun, um erneut eine angebliche Hexe
zu Foltern auf dem Scheiterhaufen brennen zu lassen.
Caspar
Stell und einige andere sehen daher kaum noch eine Chance für Elen. Doch als
der Tag der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen eintrifft, sind es erst Unmengen
von Möwen, die plötzlich wie ein tödlicher Regen vom Himmel stürzen.
Und
dann bricht die Apokalypse über die Insel Fatum herein, die eigentlich niemand
überleben dürfte. Doch kann es Elen trotzdem noch gelingen, einem grausamen
Schicksal zu entkommen?
- Roman Veröffentlichung: Am 9. Mai 2026
- Autor: Marie Erikson
-
Ein
Einzelroman der PERRY RHODAN Autorin
„Vielleicht ist es der größte Trick des Teufels, uns glauben zu machen, es gäbe einen Gott. Damit wir uns klein und gefügig fühlen. Vielleicht ist der Gott, zu dem wir beten, nur der Teufel selbst.“ (Gespenster-Krimi/Band 198, "Das nasse Grab"/Seite 50)
Marie Erikson dürfte man als Autorin eher aus der großen
deutschen SF-Serie „PERRY RHODAN“ her kennen. Aber das macht natürlich auch
wieder neugierig darauf, wie sich die Autorin in einem „GESPENSTER-KRIMI“ schlagen
wird.
Und um es direkt zu sagen: Marie Erikson wusste mich am
Sonntag gleich von der ersten bis zur letzten Seite an ihre Geschichte zu
fesseln. Dabei minimiert sich das Element des Paranormalen sogar in ihrem Roman
nur das finale Ende der Handlung.
Denn was wir bekommen, ist die Handlung über eine
einfache Gemeinde auf der Insel Fatum, wo die meisten Männer über viele Monate
hinweg zum gefährlichen Walfang mit ihrem Schiff "Heimbringer"
auslaufen.
Doch an diesem Tag ist etwas anders, denn an diesem Tag
trifft auch der vom Herzog auf der Insel eingesetzte Richter Caspar Stell ein,
der sich hier schnell die Gunst des Herzogs sichern will, um bald höhere
Aufgaben auf dem Festland erhalten zu können.
Und da kommt ihm die heilkundige junge Elen gerade
richtig, um sie der Hexerei und der Buhlschaft mit dem Teufel anzuklagen. Der
Glaube daran schwindet aber selbst bei Caspar Stell mit der Zeit. Doch den
einmal begonnenen Verlauf kann auch er nicht mehr stoppen, als der Scharfrichter
Adam auf der Insel eintrifft.
Das kann natürlich nicht gut gehen und am Ende befinden
wir uns sogar in einem Kreislauf, der offenbar nie für die Menschen positiv
endet, welche von Neid, falschem Gehorsam und dunklem Aberglauben getrieben
sind.
Doch auch wenn hier nicht ständig ein Monster, Geist oder
Dämon durch die Geschichte eilt, so entwickelt die Handlung trotzdem sehr
schnell einen Sog, dem man sich kaum noch entziehen kann.
Dabei entwickelt die Autorin zudem eine düstere
Atmosphäre, die sich langsam wie ein Nebel anschleicht und erst dann wirklich
zur Bedrohung anwächst, wenn bereits kein Entkommen mehr möglich ist.
Irgendwie würde ich diese Geschichte fast sogar an
gewissen Stellen der Handlung zwischen so literarischen Klassikern wie „MOBY
DICK“ von Herman Melville oder „WUTHERING HEIGHTS“ von Emily Brontes einordnen wollen.
Aber genug von meiner persönlichen Begeisterung für den
Roman „DAS NASSE GRAB“ von Marie Erikson. Denn eigentlich solltet ihr diesen
Roman selber lesen um euch ein ganz eigenes Bild machen zu können. Es lohnt
sich in jedem Fall.
© by Konrad Wolfram

2 Kommentare:
Bevor Marie Erikson "Perry Rhodan"-Autorin wurde, war sie Autorin bei der Horror-Serie "John Sinclair".
Danke für die Info. Da macht Bastei allerdings keine Werbung für, warum auch immer. Sieht schon irgendwie so aus, als hätte man im Verlag einen riesen Respekt vor der PR-Serie.
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