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Samstag, 9. Mai 2026

Unerwünschter Besuch

Unerwünschter Besuch

von William Hope Hodgson

Nach einigen mysteriösen Vorfällen im Haus seiner Mutter, beginnt Carnacki den Spuk im Gebäude zu untersuchen.

Des Nachts sind Klopfgeräusche sowie zuschlagende Türen zu hören. Zudem liegt ein unangenehmer Schimmelgeruch in der Luft.

Carnacki untersucht das Haus, einschließlich der Kellerräume, findet jedoch keine Erklärung und beginnt mit seinen Ermittlungen.

Von dem Vermieter des Hauses erfährt er Gerüchte über die geisterhafte Erscheinung einer Frau, was der Grund dafür war, dass mehrere frühere Mieter nach und nach ausgezogen sind.

Der Vermieter willigt ein, ebenfalls die Nacht im Haus von Carnackis Mutter zu verbringen. In der Nacht sehen sie ein gespenstisches, nacktes Kind durch das Haus laufen.

Zudem behauptet der Vermieter, eine Frau gesehen zu haben,  die offenbar nach dem Kind gesucht hat. Als sie das Haus untersuchen, entdecken sie auf dem Boden im Erdgeschoss nasse Fußabdrücke.

Nachdem der Vermieter versehentlich einen Schuss mit seinem Revolver abgegeben hat, taucht die Polizei auf, um den Vorfall zu untersuchen.

Bei der Durchsuchung des Hauses, sieht einer der Polizisten die geisterhafte Frau. Die Männer folgen den nassen Fußspuren und dem Geruch in die Kellerräume.

Bei der Untersuchung des dritten Kellers stellen sie fest, dass die Spuren an einem stillgelegten, mit Wasser gefüllten Brunnen enden. Sie beobachten den Brunnen den Rest der Nacht, doch es geschieht nichts weiter.

Bei der Untersuchung des Brunnens entdecken sie Kapitän Tobias, einen der Vormieter des Hauses, der erst wenige Wochen zuvor aus dem Gefängnis entlassen wurde, der wegen Schmuggels gesucht wird.

Um seinen Schmuggelgeschäften nachgehen zu können, vertrieb Tobias die Mieter des Hauses. Doch er behauptet auch, die beiden Geistererscheinungen, die Frau und das Kind,  gesehen zu haben…

  • Carnacki, der Geisterdetektiv 5
  • Deutsche Veröffentlichung: In „Carnacki, der Geisterdetektiv“, Festa Verlag
  • Origingaltitel: The Searcher of the End House (1910)

Mit der insgesamt etwas enttäuschenden Spuk-Geschichte “UNERWÜNSCHTER BESUCH” präsentiert WILLIAM HOPE HODGSON seine fünfte Erzählung mit dem Geisterdetektiv CARNACKI,  deren Handlung auch ein bisschen wirr daherkommt.

Für die Klopfgeräusche sowie für die zuschlagenden Türen scheint also letztendlich dieser Kapitän Tobias verantwortlich gewesen zu sein. Doch wieso tauchten so plötzlich diese beiden geisterhaften Erscheinungen im Haus von Carnackis Mutter auf, die zuvor dort nie zu sehen waren?

Eine Erklärung dafür bleibt der Autor den Lesern der Erzählung “UNERWÜNSCHTER BESUCH” schuldig,  zumal auch eine ‚Auflösung‘ des Spukfalls durch Carnacki nicht wirklich stattfindet, da der Geisterdetektiv im Grunde selbst keine stimmige und vernünftige Erklärung dafür findet, sondern stattdessen nur möglich Annahmen von sich gibt.

„Könnte es nicht sein, dass die physische Geburt erst der zweite Schritt ist, dem etwas viel Bedeutenderes vorausgeht – nämlich die Suche der mütterlichen Seele nach jenem kleinen, flüchtigen Etwas, das die Seele des Kindes werden könnte? 

Und wenn es nun so sein sollte, dass solche Geistpartikel eigensinnig sind, ja geradezu halsstarrig, und sich nicht finden lassen wollen, dann wird diese Suche manches Mal vergeblich sein …

Vielleicht war es das, was ich beobachtet habe. Andererseits muss ich mir aber diesen Widerwillen und Ekel vergegenwärtigen, den ich immer in dem Moment empfand, wenn meine Mitstreiter diese Frau ankündigten.

Und das führt nun wieder zurück zum Sigsand-Manuskript, demzufolge ein Kind immer dann tot zur Welt kommt (von den Fällen mit offensichtlich natürlicher Ursache abgesehen), wenn diese Hagyen Macht über die kleine Seele bekommen haben – also Ungeheuer aus gewissen Regionen weit außerhalb unserer Planetensphäre.

Das ist eine entsetzliche Vorstellung, und das umso mehr, als so wenig Konkretes darüber gesagt wird. Dass die Seele eines Ungeborenen durch ein Zwischenreich zwischen dem Hier und der Ewigkeit irren könnte, für alle Zeiten auf der Flucht vor etwas Unvorstellbarem, unvorstellbar Schrecklichem …“

© by Ingo Löchel

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