Translate

Donnerstag, 2. April 2026

Roman: Al Azif - Alhazreds Vermächtnis

Al Azif

Alhazreds Vermächtnis

von J. Mertens

Der Antiquitätenhändler George Pendergast ist für sehr gut zahlende, aber auch sehr diskrete Kunden, auch ein Artefaktjäger, der z.B. einem Kunden selbst die Bundeslade besorgt. Und selbst bei der Kreuzigung Jesu war er bereits direkt anwesend.

Denn Pendergast hütet auch den Nachlass des Schriftstellers H. G. Wells. Und darunter befindet sich auch die von ihm in einem Roman beschriebene Zeitmaschine.

Und mit der kann Pendergast nicht nur jeden Zeitpunkt in Vergangenheit und Zukunft erreichen, sondern auch jeden beliebigen Ort auf der Erde.

Als dann aber der seltsame Kunde Mr. Bedloe in seinem Laden aufkreuzt und ihm eine hohe finanzielle Summe bietet, wenn dieser ihm das handschriftliche Original von Abdul Alhazreds mit dem Titel Al Azif besorgt, hätten bei Pendergast eigentlich die Alarmglocken klingeln müssen.

Denn Mr. Bedlow sieht äußerlich etwas wie eine Kreuzung eines Frosch mit einem Fisch aus. Und in der Nacht zuvor hatte Pendergast selbst eine gar höllisch anmutende Vision des Schreckens in seinen Träumen gehabt.

Allerdings mag Pendergast als Mann der Wissenschaft nicht an okkulte Phänomene glauben. Und das Al Azif, welches besser bekannt sein dürfte als Necronomicon, hält er daher für eine glatte Erfindung des verstorbenen Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft.

Doch Mr. Bedlow ist überzeugt von der Realität des Al Azif, welches schon bei dem Versuch es zu lesen, die betreffenden Personen in den Wahnsinn treiben würde. Aber auch dessen finanzielles Angebot, welches er zur Hälfte sogar im Vorraus entrichtet, drängen Pendergast dazu, die Suche nach diesem Buch in der Zeit aufzunehmen.

Und so führt ihn die Zeitmaschine bei der Suche nicht nur zum Schriftsteller H. P. Lovecraft selbst, sondern auch ins frühe Damaskus, wo er sogar die Fertigstellung des Al Azif, gebunden in einer menschlichen Gesichtshaut eines armen Opfers seitens des wahnsinnigen Arabers Alhazred beiwohnt.

Das Pendergast nunmehr auch an okkulte Phänomene glaubt, liegt deshalb nicht nur an den dunklen Visionen, welche ihn fasst um den Verstand bringen. Doch um das Al Azif endlich an Bedlow liefern zu können, muss er den Weg des "Buch der Toten" weiter durch die Zeit folgen.

Doch genau hierbei geschehen scheinbar einige kleine Pannen während der Zeitreise, bei der Pendergast selbst das Ende der Zeit streift. Doch von dort zurück in die Gegenwart mitsamt dem Al Azif, landet Pendergast geradewegs in einem Chaos.

Denn in seiner Zeit ist nichts mehr so wie es einmal gewesen ist. Die Realität scheint völlig in Gegenteil verdreht. Oder ist dies vielleicht der Beginn des Wahnsinns durch den Kontakt mit dem Al Azif?   

  • Al Azif - Alhazreds Vermächtnis
  • Autor: J. Mertens
  • ISBN: 978-3-9595-7231-6
  • Hardcover: 226 Seiten
  • Verlag: Redrum Books
  • Deutsche Veröffentlichung: Juni 2025
"Was ich suche, ist das handschriftliche Original des vermeintlich wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred, das ursprünglich den Titel Al Azif trug - in Menschenhaut gebunden und mit menschlichem Blut geschrieben. Seine Spuren verlieren sich im Laufe der Geschichte. Den Titel Necronomicon erhielt das Buch erst im Zuge einer wenigen Übersetzungen."  (Al Azif - Alhazreds Vermächtnis/Seite 35)

Zuerst hatte ich es auf den ersten Seiten des Roman „AL AZIF - ALHAZREDS VERMÄCHTNIS“ nicht gleich ganz so leicht, in die Handlung einzusteigen.

Dies lag schlicht und ergreifend daran, dass der Autor J. Mertens seine Leser gleich zu Beginn tief in eine albtraumhafte Vision der Hauptfigur George Pendergast eintauchen lässt.

Doch diesen wahrhaften Fiebertraum einmal überwunden, liest sich die Handlung fasst wie von selbst und die Spannung bleibt dem Leser durch das ganze Buch hinweg ein sich stets steigernder Begleiter.

Dabei gelingt es J. Mertens hier sowohl H. G. Wells Idee zu dessen Roman "Die Zeitmaschine" (von 1895) perfekt mit dem Grauen um das verfluchte Buch Al Azif (Necronomicon/erste Erwähnung seitens Lovecraft in der Kurzgeschichte „DER HUND“ von 1924) und die Großen Alten wie Cthulhu und Co., des Autors H.P. Lovecraft zu verbinden.

Und so ganz nebenbei lernen wir dabei kurz vor den Stadtmauern von Damaskus auch einen arabischen Händler kennen, welcher da aber noch nicht ahnt, dass die Haut seines Gesicht nach dem Mord an ihm, einmal den Einband des Al Azif einfassen wird.

Die bekanntere Bezeichnung als das "Necronomicon" liest man aber auch im Roman selbst eigentlich nur recht selten, was allerdings hier auch kurz aber logisch im Verlauf erklärt wird.

Gesamt betrachtet hatte ich „AL AZIF - ALHAZREDS VERMÄCHTNIS“ aber auch nur noch sehr ungern wieder aus der Hand gelegt, denn der Autor J. Mertens gelang es hier, mich als gespannten Leser bei überschaubaren Kapiteln, tief in die Handlung eintauchen zu lassen.

An Spannung und phantastischen Wendungen fehlte es hier absolut nicht und insgesamt betrachtet, war dies bisher wohl für mich auch der beste Roman eines Autors, welcher im literarischen Universum seitens H. P. Lovecraft und dessen "Großen Alten" aus dem Kosmos angesiedelt ist.

Wer also die namenlosen Schrecken des kosmischen Bösen eines Lovecraft mag, aber auch Spannung in Zeitreise-Abenteuern findet und beim lesen ab und an dabei gerne auch einen wohligen Schauer über den eigenen Rücken gleitend spüren möchte, der sollte bei dem Roman AL AZIF - ALHAZREDS VERMÄCHTNIS von J. Mertens aus dem Verlag Redrum Books unbedingt zuschlagen. 

© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare: