Al Azif
Alhazreds Vermächtnis
von J. Mertens
Der
Antiquitätenhändler George Pendergast ist für sehr gut zahlende, aber auch sehr
diskrete Kunden, auch ein Artefaktjäger, der z.B. einem Kunden selbst die
Bundeslade besorgt. Und selbst bei der Kreuzigung Jesu war er bereits direkt
anwesend.
Denn
Pendergast hütet auch den Nachlass des Schriftstellers H. G. Wells. Und
darunter befindet sich auch die von ihm in einem Roman beschriebene
Zeitmaschine.
Und mit der kann Pendergast nicht nur jeden Zeitpunkt in Vergangenheit und Zukunft erreichen, sondern auch jeden beliebigen Ort auf der Erde.
Als
dann aber der seltsame Kunde Mr. Bedloe in seinem Laden aufkreuzt und ihm eine
hohe finanzielle Summe bietet, wenn dieser ihm das handschriftliche Original
von Abdul Alhazreds mit dem Titel Al Azif besorgt, hätten bei Pendergast
eigentlich die Alarmglocken klingeln müssen.
Denn
Mr. Bedlow sieht äußerlich etwas wie eine Kreuzung eines Frosch mit einem Fisch
aus. Und in der Nacht zuvor hatte Pendergast selbst eine gar höllisch anmutende
Vision des Schreckens in seinen Träumen gehabt.
Allerdings
mag Pendergast als Mann der Wissenschaft nicht an okkulte Phänomene glauben.
Und das Al Azif, welches besser bekannt sein dürfte als Necronomicon, hält er
daher für eine glatte Erfindung des verstorbenen Schriftstellers Howard
Phillips Lovecraft.
Doch
Mr. Bedlow ist überzeugt von der Realität des Al Azif, welches schon bei dem
Versuch es zu lesen, die betreffenden Personen in den Wahnsinn treiben würde.
Aber auch dessen finanzielles Angebot, welches er zur Hälfte sogar im Vorraus
entrichtet, drängen Pendergast dazu, die Suche nach diesem Buch in der Zeit
aufzunehmen.
Und
so führt ihn die Zeitmaschine bei der Suche nicht nur zum Schriftsteller H. P.
Lovecraft selbst, sondern auch ins frühe Damaskus, wo er sogar die
Fertigstellung des Al Azif, gebunden in einer menschlichen Gesichtshaut eines
armen Opfers seitens des wahnsinnigen Arabers Alhazred beiwohnt.
Das
Pendergast nunmehr auch an okkulte Phänomene glaubt, liegt deshalb nicht nur an
den dunklen Visionen, welche ihn fasst um den Verstand bringen. Doch um das Al
Azif endlich an Bedlow liefern zu können, muss er den Weg des "Buch der
Toten" weiter durch die Zeit folgen.
Doch
genau hierbei geschehen scheinbar einige kleine Pannen während der Zeitreise,
bei der Pendergast selbst das Ende der Zeit streift. Doch von dort zurück in
die Gegenwart mitsamt dem Al Azif, landet Pendergast geradewegs in einem Chaos.
Denn in seiner Zeit ist nichts mehr so wie es einmal gewesen ist. Die Realität scheint völlig in Gegenteil verdreht. Oder ist dies vielleicht der Beginn des Wahnsinns durch den Kontakt mit dem Al Azif?
- Al Azif - Alhazreds Vermächtnis
- Autor: J. Mertens
- ISBN: 978-3-9595-7231-6
- Hardcover: 226 Seiten
- Verlag: Redrum Books
-
Deutsche
Veröffentlichung: Juni 2025
"Was ich suche, ist das handschriftliche Original des vermeintlich wahnsinnigen Arabers Abdul Alhazred, das ursprünglich den Titel Al Azif trug - in Menschenhaut gebunden und mit menschlichem Blut geschrieben. Seine Spuren verlieren sich im Laufe der Geschichte. Den Titel Necronomicon erhielt das Buch erst im Zuge einer wenigen Übersetzungen." (Al Azif - Alhazreds Vermächtnis/Seite 35)
Zuerst hatte ich es auf den ersten Seiten des Roman „AL
AZIF - ALHAZREDS VERMÄCHTNIS“ nicht gleich ganz so leicht, in die Handlung
einzusteigen.
Dies lag schlicht und ergreifend daran, dass der Autor J.
Mertens seine Leser gleich zu Beginn tief in eine albtraumhafte Vision der
Hauptfigur George Pendergast eintauchen lässt.
Doch diesen wahrhaften Fiebertraum einmal überwunden,
liest sich die Handlung fasst wie von selbst und die Spannung bleibt dem Leser
durch das ganze Buch hinweg ein sich stets steigernder Begleiter.
Dabei gelingt es J. Mertens hier sowohl H. G. Wells Idee
zu dessen Roman "Die Zeitmaschine" (von 1895) perfekt mit dem Grauen
um das verfluchte Buch Al Azif (Necronomicon/erste Erwähnung seitens Lovecraft
in der Kurzgeschichte „DER HUND“ von 1924) und die Großen Alten wie Cthulhu und
Co., des Autors H.P. Lovecraft zu verbinden.
Und so ganz nebenbei lernen wir dabei kurz vor den
Stadtmauern von Damaskus auch einen arabischen Händler kennen, welcher da aber
noch nicht ahnt, dass die Haut seines Gesicht nach dem Mord an ihm, einmal den
Einband des Al Azif einfassen wird.
Die bekanntere Bezeichnung als das
"Necronomicon" liest man aber auch im Roman selbst eigentlich nur
recht selten, was allerdings hier auch kurz aber logisch im Verlauf erklärt
wird.
Gesamt betrachtet hatte ich „AL AZIF - ALHAZREDS
VERMÄCHTNIS“ aber auch nur noch sehr ungern wieder aus der Hand gelegt, denn
der Autor J. Mertens gelang es hier, mich als gespannten Leser bei
überschaubaren Kapiteln, tief in die Handlung eintauchen zu lassen.
An Spannung und phantastischen Wendungen fehlte es hier
absolut nicht und insgesamt betrachtet, war dies bisher wohl für mich auch der
beste Roman eines Autors, welcher im literarischen Universum seitens H. P. Lovecraft und dessen "Großen Alten" aus dem Kosmos angesiedelt ist.
Wer also die namenlosen Schrecken des kosmischen Bösen
eines Lovecraft mag, aber auch Spannung in Zeitreise-Abenteuern findet und beim
lesen ab und an dabei gerne auch einen wohligen Schauer über den eigenen Rücken
gleitend spüren möchte, der sollte bei dem Roman AL AZIF - ALHAZREDS
VERMÄCHTNIS von J. Mertens aus dem Verlag Redrum Books unbedingt
zuschlagen.
© by Konrad Wolfram

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