Das Haus Zamis 139
Im Bluthaus
von Susanne
Wilhelm
Juna
findet sich als Hausmagd der Blutgräfin Elisabeth Bathory in der Zeit um 1600
wieder, von wo sie nur mit ihrer Fähigkeit fliehen kann, die sie aus eigenem
Skrupel jedoch nicht benutzen will.
Denn diese Kraft der Wünsche ist für ihr
Umfeld meist ein bösartiger Fluch.
Allerdings gelingt es ihr auch, das Geheimnis des Zwerg Ficzko herauszufinden. Denn der ködert junge Frauen auch für sich, um sie dann mit einem bestimmten magischen Ritual in lebende Puppen zu verwandeln.
Doch als Juna versucht, auf bitten der Puppe Magda, einer ehemaligen jungen Magd, sie aus ihren Käfigen zu befreien, welche im Dachgebälk hängen, kommt ihr Ficzko auf die Schliche. Und so verwandelt er auch sie in eine seiner lebendigen Puppen.
Doch
diese Magie stammt nicht von ungefähr und ist für Ficzko mit einer
erschreckenden Gegenleistung verbunden. Denn so ist er von einem schattenhaften
Dämon abhängig, welcher seinerseits von dem Zwerg selbst lebende hübsche Puppen
verlangt. Und diese setzt der Dämon offensichtlich ein um kleine Kinder in
seine blutige Falle zu locken.
In
der Gegenwart ist es indessen Coco Zamis, welche ihren Plan, ihren eigenen
Vater als Oberhaupt der Schwarzen Familie zu entmachten und an seine Stelle zu
treten, weiter verfolgt.
Und
eine Möglichkeit hierzu ist eine eher bizarre Modenschau der Thanner-Sippe,
welche aus Hexern und Vampiren besteht. Und so setzt Coco auch alles daran,
selbst eine persönliche Einladung zu diesem Event der Dämonen zu erhalten.
Denn
eines ist für Coco klar, wenn man an die Spitze der Schwarzen Familien in Wien
will, sollte man Asmodi selbst ebenfalls im Rücken haben. Ein Umstand, den auch
Georg Zamis weiß, welcher sich nun auch auf diese Veranstaltung schmuggeln
will. Denn er versucht immer noch Juna zu retten, auch wenn er noch nicht weiß,
was Coco mit ihr angestellt hat.
Doch
auch sonst läuft es für Coco nicht wirklich rund auf der Veranstaltung. Denn
Asmodi ist noch nicht erschienen, und unerwartet sind auch ihre Eltern Michael
und Thekla Zamis auf der Veranstaltung von Carl Thanner präsent.
Und
dann bringt genau dieser auch noch eine Anzahl von lebenden Puppen auf die
Bühne, welche vor Jahrhunderten ihr Vorfahre Rudolphus Thanner in seinen Besitz
gebracht hatte.
Und
genau hier erkennt Georg in einer der Puppen Juna wieder und setzt nun alles
auf eine Karte, um sie aus den Klauen der Thanner-Sippe, als auch vor seiner
eigenen Schwester Coco zu retten.
- Veröffentlichung: Am 7. Februar 2026
- Autor: Susanne Wilhelm
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Nach
und nach spickte die Blutgräfin ihr Opfer mit Nadeln, immer darauf bedacht,
dabei keine lebenswichtigen Organe zu treffen. Ficzko wusste nicht mehr, wann
sie begonnen hatte, Gefallen daran zu finden, ihre Opfer zu foltern.“ (Das Haus
Zamis/Band 139, "Im Bluthaus"/Seite 44)
Vorab sei hier jedoch zuerst darauf hingewiesen, dass bei
den Daten zum letzten von mir verfassten Artikel des Bandes 138 mit dem Titel „DER TEUFEL IN MIR“, ein Fehler meinerseits beim Erscheinungsdatum vorlag.
Denn der Roman erschien nicht wie dort angegeben am 28.
Februar 2026, sondern bereits am 24. Januar 2026 im Bastei Verlag. Man wird
halt älter ... irgendwie.
Aber nun zum vorliegenden Roman mit dem Titel „IM
BLUTHAUS“ von der Autorin Susanne Wilhelm. Die Handlung selbst liest sich recht
interessant, zumal der eher wichtigste Teil der Handlung sich um die Zeit 1600
dreht, in der Juna mit dem Zwerg Ficzko Dank Coco Zamis gelandet ist.
Und so bekommen wir sowohl einen Einblick in das Wesen
und das sadistische Verhalten der Blutgräfin Elisabeth Bathory geboten, als
auch in das bizarre Geheimnis des Zwerg Ficzko, der hübsche Mädchen in lebende
Puppen verwandelt.
Und irgendwo hier schließt sich am Ende dann auch der
Kreis wieder zur Gegenwart, in der Coco Zamis nun versucht, nicht nur ihren
Vater als Oberhaupt der Schwarzen Familie von Wien zu ersetzen, sondern wohl
auch Ambitionen zu zeigen beginnt, Asmodi selbst vom Thron der Hölle zu
stürzen, um so dessen Platz einnehmen zu können.
Nur so richtig mitreißen konnte mich die Handlung
allerdings mitunter nur bedingt, weil man irgendwie das Gefühl nicht los wurde,
es hier einmal wieder mit einem Lückenfüller zu tun zu haben, bei dem die
Autorin nicht wirklich bei der Handlung in die Vollen gehen konnte oder
vielleicht nicht durfte.
Allerdings ist die Handlung auch nicht schlecht und
durchaus lesenswert mit einer recht positiven gruseligen Atmosphäre. Nur bringt
der Roman die Handlung an sich kaum wirklich weiter. Denn was die Zamis-Sippe
betrifft, wartet man ja eigentlich schon auf einen großen Knall.
So aber haben weder Michael noch Thekla Zamis immer noch
nicht bemerkt, dass sie mal wieder auf eine Hinterlist seitens Asmodi und
Hieronymus Toth hereingefallen sind, als sie Coco so bereitwillig auf die Seite
des Bösen zogen.
An anderer Stelle nervt es aber auch ein wenig, ständig
über die Skrupel von Juna zu lesen, die ihre einzige magische Fähigkeit nicht
einsetzen will, nur weil diese für ihr direktes Umfeld schreckliche Folgen
haben könnte. Und als sie es dann doch will, da klappt es dann eben nicht mehr,
weil sie nun offensichtlich eine Puppe ist.
Da frage ich mich schon etwas, warum man ihr diese
Fähigkeit überhaupt zugeschrieben hat?
Denn wenn man schon im Haus der Blutgräfin und einem
bösartigen Zwerg in der Vergangenheit gefangen ist, sollte einem doch das Hemd
näher sein als die Hose, um es mal salopp auszudrücken.
© by Konrad Wolfram

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