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Mittwoch, 4. März 2026

Des Teufels Exorzist

Das Haus Zamis 137

Des Teufels Exorzist

von Michael M. Thurner

Friedrich Gajdusik geht es nicht schlecht als Ministerialrat. Und er glaubt sich und sein Leben auch in gottgefälliger Weise zu leben. Allerdings ist das auch eher eine bizarre Meinung, die durch die Generationen an die Männer weitergegeben wurde.

Denn seine Ehefrau Magda wird von ihm wie eine Sklavin behandelt und lebt in ständiger Angst vor ihm. Aber sie ist auch seine Schwester. Denn in der Familie der Gajusik gehört Inzucht schon zur Tradition.

Und auch Justus, selbst gerade mal um die 12 bis 13 Jahre alt, soll in diese Fußstapfen von Friedrich treten und wird in permanenter Angst erzogen.

Indessen trifft Asmodi selbst bei Hieronymus Toth ein und lässt sich besonders über Michael Zamis, Coco, Juna, aber auch das Cafe Zamis aus. Und in diesem Sinne schmieden sie einen teuflischen Plan, bei dem Coco für Asmodi eine zentrale Rolle spielen soll.

Im Hause Gajdusik überschlagen sich indessen die Dinge, denn der Knabe Justus scheint plötzlich von einem bösartigen wie gefährlichen Dämon besessen zu sein. Aus diesem Grund holt Friedrich seinen Vater zu Hilfe, der ihm nicht nur rät, Magda als Opfer für Gott brutal zu ermorden, sondern auch den Prediger Saturnus einen Exorzismus bei Justus vollziehen zu lassen.

Doch mit der Kirche hat Saturnus eher wenig zu tun. Dafür sorgt er eher mit seinem Exorzismus dafür, das der Dämon in Justus den Körper vollkommen übernehmen und dessen Seele verzehren kann. Aber auch Friedrich und dessen Vater werden durch den Dämon ein äußerst grausames Ende finden.

Und während Mirka König und ihr Kollege Wolfgang "der Zarte" Werdenyi vom Kommissariat in der Schillergasse sich am Tatort wie in einem Schlachthaus fühlen, taucht Justus unvermittelt im Cafe Zamis auf.

Allerdings ist es nun Coco, die alle Warnungen von Juna und der Callas in den Wind schlägt, und am Ende sogar Hilfe für Justus von ihrer eigenen Familie erhofft.

Doch genau hier läuft Coco in eine gut aufgebaute Falle von Hieronymus Toth und Asmodi, denn ihr Vater Michael Zamis und der Rest der Familie versuchen nun mit Hilfe des Dämon in Justus und dem Prediger Saturnus, Coco wieder in den Schoß der Familie Zamis und zum absolut Bösen zurück zu führen.

Justus indessen gelingt bei der gewalttätigen Auseinandersetzung im Hause Zamis die Flucht zurück ins Cafe Zamis. Doch hier läuft nun der Dämon im Körper eines Kindes in eine Falle.

Denn die Callas und Mirka König wollen wissen, wo Coco abgeblieben ist. Und diese Antwort soll ihnen der Dämon im Körper des Knaben liefern, egal ob sie ihn dabei in der Folterkammer der Callas vernichten müssen oder nicht.

  • Veröffentlichung: 10. Januar 2026
  • Autor: Michael Marcus Thurner
  • Titelbild: Mark Freier
  • Verlag: Bastei

"Haut", sagte Mirka und bemühte sich, auf den Beinen zu bleiben.

"Hier hat jemand streifenweise Haut abgezogen und sie in sein Poesiealbum eingeklebt." Nun war auch ihr zum Erbrechen zumute.“ (Das Haus Zamis/Band 137, "Des Teufels Exorzismus"/Seite 31)

Der Beginn des Romans um die recht seltsame wie erschreckende Familie Gajdusik kann schon mal mit ordentlich Spannung punkten, bevor ein Dämon der Schwarzen Familie überhaupt um die Ecke kommen kann. Denn um die Hölle zu entfachen, benötigen Menschen eigentlich nicht einmal den Teufel selbst.

Nur Coco als die Heldin der Serie scheint wieder einmal jegliche Warnsignale übersehen zu wollen und reißt sich so in ihrer sprichwörtlichen Naivität wieder einmal direkt selbst ins Elend.

Das wiederum steigert die Spannung allerdings nicht, zeigt aber eine sprichwörtliche Naivität bei unserer Heldin auf, bei der man als Leser nur noch mit dem Kopf schütteln darf.

Und mal ehrlich, ohne nun viel spoilern zu wollen: Wer eine solche Familie wie Coco hat, der sollte besser gleich einige Handgranaten zu netten Familientreffen mitnehmen, um diese offensichtlich skrupellose Plage umgehend auszulöschen.

Aber auch der seltsame österreichische Humor des Autor Michael Marcus Thurner ließ an zwei Stellen mich doch etwas verwirrt, aber wenig belustigt aufblicken. Denn was sind denn in einer Gruselserie "Schwanzpissvampire" bei denen man "Spermaverdünnungsmittel" benötigt (Seite 36)?

Und ob es lustig klingt, wenn sich bei zwei "schwulen Vampiren" sich beim Ablecken die "Fangzähne ineinander verkeilen", lasse ich auch besser einfach mal so im Raum stehen.

Ich habe ja sicherlich nichts gegen Humor und der darf durchaus auch mal deftiger ausfallen. Aber bei diesen Beispielen suche ich wahrscheinlich jetzt noch nach einer gewissen Komik. Aber gut, ich verbuche das mal unter österreichische Insiderwitze von Autoren im Bereich der Phantastik.

Aber sehen wir mal einfach von eben solchen schrägen Versuchen der Komik und einer wieder recht kopflos agierenden Heldin mal ab, so hatte mir der Roman „DES TEUFELS EXORZIST“ von Michael Marcus Thurner trotzdem richtig gut gefallen. Deshalb hatte ich ihn auch in relativ kurzer Zeit gelesen gehabt.

Bleibt nur noch anzumerken, dass es Bastei bei der Drucklegung irgendwie nicht gelingt, den Sprung von einer Handlungsebene in die nächste durch eine freie Zeile als leserfreundliche Unterbrechung zu kennzeichnen. Denn da stockt man leider auch immer mal wieder recht unangenehm im Lesefluss.

Aber wie gesagt, die Handlung ist an sich super und spannend dargeboten, womit man auch mal bei den vorliegenden kleinen Macken gerne ein Auge zudrücken kann.

 © by Konrad Wolfram

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