Gespenster-Krimi 193
Rückkehr vom Schafott
von Philippe
Pascal
1793
war nicht wirklich das Jahr für den Comte de Moreau, der nun wegen der
republikanischen Revolution der Jakobiner unter Robespierre nur noch den Namen
Jerome Moreau trug.
Um genau zu sein, sitzt er sogar im berüchtigten Gefängnis Conciergerie in Paris und wartet auf seine Hinrichtung durch die Guillotine.
Doch Moreau will nicht sterben, und so versucht er sich in seiner Zelle an der Beschwörung des Dämonenfürsten Astaroth.
Und
ja, dies gelingt Morau sogar und er schließt einen Pakt mit dem Dämon. Denn der
verspricht ihm auch nach der Hinrichtung, dass er wie gewohnt weiter leben
kann, damit er in Vendee, im Dorf Saint-Chapelle die dortige Kirche entweihen
soll.
Nur
zu gerne geht Morau auf diesen Handel ein, obwohl er nicht einmal weiß, warum
gerade diese Kirche entweiht werden soll, wo doch die republikanischen Anhänger
eh jede Kirche schänden und damit entweihen, derer sie habhaft werden können.
Schließlich hassen sie nicht nur die Aristokratie, sondern auch die Kirche,
welche dem royalistischen Widerstand nahe steht.
Trotzdem
verliert Moreau auf dem Schafott seinen Kopf unter dem Fallbeil, verspürt aber
keinerlei Schmerzen und sowohl sein Kopf als auch sein Körper leben weiter. Und
als er seinen Kopf in der Nacht wieder mit seinem Körper verbinden kann,
schleicht er sich aus der Leichengrube davon, um seinen Teil des dämonischen
Pakt zu erfüllen.
Dass
aber dem jungen Francois Fourier bei der Hinrichtung und dem scheinbar toten
Körper von Moreau etwas seltsam vorkam, ahnt Morau indessen nicht. Doch die
Zeit sollte dafür sorgen, dass sich ihre Wege wieder kreuzen würden.
In
der Vendee halten indessen die Royalisten, darunter die junge Florence Duval
und ihr väterliche Freund Gregoire Leroy im Kampf gegen die republikanischen
Soldaten mit anderen Royalisten die Stellung für das Dorf Saint-Chapelle. Doch
der Feind rückt unbarmherzig immer näher und würde auch bald dieses Dorf auf
blutige Weise überrollen.
Doch
etwas ist in diesem Dorf eine Besonderheit, von der Francoise von Gregoire
erfährt. Denn auf dem Platz wo die kleine Kirche steht, war einst eine
Kultstätte der Druiden, die so eine Sperre für ein Dämonentor bildete, damit
die Kreaturen der Hölle nicht in unsere Welt gelangen konnten.
Doch
sollte diese Sperre verchwinden, weil die Kirche entweiht wurde, so wäre der
Riss zwischen den Welten des Licht und der Finsternis frei und die Kreaturen
der Hölle würden in die Welt der Menschen einfallen.
Doch lässt sich diese Katastrophe wirklich aufhalten? Denn Morau, der Diener Astaroth, ist bereits nahe und selbst wenn er scheitert, könnten die Jakobiner nach dem Kampf um Saint-Chapelle die Kirche in ihrem Hass ebenfalls entweihen.
- Erstveröffentlichung: 28. Februar 2026
- Autor: Rückkehr vom Schafott
-
Ein
Einzelroman
„Um das Dämonentor auch in Zukunft zu versiegeln, ließ er an jener Stelle die Kirche errichten. War es bisher Druidenzauber gewesen, der die Dämonen abgewehrt hatte, so sollten es fortan geweihte christliche Mauern sein.“ Gespenster-Krimi/Band 193, "Rückkehr vom Schafott"/Seite 31)
Mit „RÜCKKEHR VOM SCHAFOTT“ hat der Autor Philippe Pascal
einen wirklich interessanten Roman in der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ vorgelegt,
der auch mit einer gewissen Spannung einhergeht.
Das liegt aber auch stark an den Schilderungen
geschichtlicher Vorkommnisse wie sie sich in der Revolution in Frankreich um
1793 ereignet haben könnten, und nicht unbedingt an einem finsteren Flair für
einen Gruselroman.
Dieses Flair kommt zwar auch nicht zu kurz, es gelingt
aber eher wenig, eine durchgehend düstere oder konstant unheilschwangere
Atmosphäre aufzubauen.
Trotzdem ist der Roman recht kurzweilig und durchweg sehr
gut geschrieben, was mir als Leser durchaus Spaß bereitete und mich von Seite
zu Seite weiter trieb. Man bekommt schließlich auch nicht oft in dieser
Gruselserie einen glaubwürdigen Roman aus dieser zeitgeschichtlichen Epoche
geboten.
Im letzten Drittel sackt die Spannung allerdings dann
doch ein wenig ab, weshalb die Handlung insgesamt in Sachen Spannung nur selten
über ein übliches Mittelmaß hinausgeht. Das liegt insbesondere daran, dass man
als Leser hier auf vieles stößt, was man eigentlich schon aus der vorherigen
Handlung bereits kennt.
Diese Passagen im letzten Drittel sind durchaus ebenfalls
recht interessant geschrieben und können auch zur Füllung der normierten
Seitenzahl dienen, bringen dem Leser aber leider keine wirklichen
Überraschungen mehr.
Müsste ich also wie in Hollywood Sterne für ein Drehbuch
vergeben, so kommt der Roman „RÜCKKEHR VOM SCHAFOTT“ trotzdem noch auf satte
drei von insgesamt möglichen fünf Sterne, was durchaus auch kein schlechter
Schnitt ist.
Aber riskieren wir nun schon mal einen kleinen Blick auf
den nächsten „GESPENSTER-KRIMI“ (Band 194). Denn unter dem interessanten Titel „DIE
GEDANKENFRESSER VON SIN CITY“ hält dieser Roman für die Leser mit John Torrance
einen ganz neuen Autor parat, der das Böse im Glanz der Lichter von Las Vegas
seine dunklen Pforten öffnen lässt.
© by Konrad Wolfram

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