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Dienstag, 3. März 2026

Rückkehr vom Schafott

Gespenster-Krimi 193

Rückkehr vom Schafott

von Philippe Pascal

1793 war nicht wirklich das Jahr für den Comte de Moreau, der nun wegen der republikanischen Revolution der Jakobiner unter Robespierre nur noch den Namen Jerome Moreau trug.

Um genau zu sein, sitzt er sogar im berüchtigten Gefängnis Conciergerie in Paris und wartet auf seine Hinrichtung durch die Guillotine.

Doch Moreau will nicht sterben, und so versucht er sich in seiner Zelle an der Beschwörung des Dämonenfürsten Astaroth.

Und ja, dies gelingt Morau sogar und er schließt einen Pakt mit dem Dämon. Denn der verspricht ihm auch nach der Hinrichtung, dass er wie gewohnt weiter leben kann, damit er in Vendee, im Dorf Saint-Chapelle die dortige Kirche entweihen soll.

Nur zu gerne geht Morau auf diesen Handel ein, obwohl er nicht einmal weiß, warum gerade diese Kirche entweiht werden soll, wo doch die republikanischen Anhänger eh jede Kirche schänden und damit entweihen, derer sie habhaft werden können. Schließlich hassen sie nicht nur die Aristokratie, sondern auch die Kirche, welche dem royalistischen Widerstand nahe steht.

Trotzdem verliert Moreau auf dem Schafott seinen Kopf unter dem Fallbeil, verspürt aber keinerlei Schmerzen und sowohl sein Kopf als auch sein Körper leben weiter. Und als er seinen Kopf in der Nacht wieder mit seinem Körper verbinden kann, schleicht er sich aus der Leichengrube davon, um seinen Teil des dämonischen Pakt zu erfüllen.

Dass aber dem jungen Francois Fourier bei der Hinrichtung und dem scheinbar toten Körper von Moreau etwas seltsam vorkam, ahnt Morau indessen nicht. Doch die Zeit sollte dafür sorgen, dass sich ihre Wege wieder kreuzen würden.

In der Vendee halten indessen die Royalisten, darunter die junge Florence Duval und ihr väterliche Freund Gregoire Leroy im Kampf gegen die republikanischen Soldaten mit anderen Royalisten die Stellung für das Dorf Saint-Chapelle. Doch der Feind rückt unbarmherzig immer näher und würde auch bald dieses Dorf auf blutige Weise überrollen.

Doch etwas ist in diesem Dorf eine Besonderheit, von der Francoise von Gregoire erfährt. Denn auf dem Platz wo die kleine Kirche steht, war einst eine Kultstätte der Druiden, die so eine Sperre für ein Dämonentor bildete, damit die Kreaturen der Hölle nicht in unsere Welt gelangen konnten.

Doch sollte diese Sperre verchwinden, weil die Kirche entweiht wurde, so wäre der Riss zwischen den Welten des Licht und der Finsternis frei und die Kreaturen der Hölle würden in die Welt der Menschen einfallen.

Doch lässt sich diese Katastrophe wirklich aufhalten? Denn Morau, der Diener Astaroth, ist bereits nahe und selbst wenn er scheitert, könnten die Jakobiner nach dem Kampf um Saint-Chapelle die Kirche in ihrem Hass ebenfalls entweihen.   

  • Erstveröffentlichung: 28. Februar 2026
  • Autor: Rückkehr vom Schafott
  • Ein Einzelroman

„Um das Dämonentor auch in Zukunft zu versiegeln, ließ er an jener Stelle die Kirche errichten. War es bisher Druidenzauber gewesen, der die Dämonen abgewehrt hatte, so sollten es fortan geweihte christliche Mauern sein.“ Gespenster-Krimi/Band 193, "Rückkehr vom Schafott"/Seite 31)

Mit „RÜCKKEHR VOM SCHAFOTT“ hat der Autor Philippe Pascal einen wirklich interessanten Roman in der Reihe „GESPENSTER-KRIMI“ vorgelegt, der auch mit einer gewissen Spannung einhergeht.

Das liegt aber auch stark an den Schilderungen geschichtlicher Vorkommnisse wie sie sich in der Revolution in Frankreich um 1793 ereignet haben könnten, und nicht unbedingt an einem finsteren Flair für einen Gruselroman.

Dieses Flair kommt zwar auch nicht zu kurz, es gelingt aber eher wenig, eine durchgehend düstere oder konstant unheilschwangere Atmosphäre aufzubauen.

Trotzdem ist der Roman recht kurzweilig und durchweg sehr gut geschrieben, was mir als Leser durchaus Spaß bereitete und mich von Seite zu Seite weiter trieb. Man bekommt schließlich auch nicht oft in dieser Gruselserie einen glaubwürdigen Roman aus dieser zeitgeschichtlichen Epoche geboten.

Im letzten Drittel sackt die Spannung allerdings dann doch ein wenig ab, weshalb die Handlung insgesamt in Sachen Spannung nur selten über ein übliches Mittelmaß hinausgeht. Das liegt insbesondere daran, dass man als Leser hier auf vieles stößt, was man eigentlich schon aus der vorherigen Handlung bereits kennt.

Diese Passagen im letzten Drittel sind durchaus ebenfalls recht interessant geschrieben und können auch zur Füllung der normierten Seitenzahl dienen, bringen dem Leser aber leider keine wirklichen Überraschungen mehr.

Müsste ich also wie in Hollywood Sterne für ein Drehbuch vergeben, so kommt der Roman „RÜCKKEHR VOM SCHAFOTT“ trotzdem noch auf satte drei von insgesamt möglichen fünf Sterne, was durchaus auch kein schlechter Schnitt ist.

Aber riskieren wir nun schon mal einen kleinen Blick auf den nächsten „GESPENSTER-KRIMI“ (Band 194). Denn unter dem interessanten Titel „DIE GEDANKENFRESSER VON SIN CITY“ hält dieser Roman für die Leser mit John Torrance einen ganz neuen Autor parat, der das Böse im Glanz der Lichter von Las Vegas seine dunklen Pforten öffnen lässt.

 © by Konrad Wolfram

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