John Sinclair
2484
Das Werwolf-Kloster
von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)
„Sehr geehrter Mr Sinclair, mein Name ist Bernadette, und ich lebe als Nonne im Kloster Snagov, in der gleichnamigen Gemeinde, zirka 40 Kilometer nördlich von Bukarest.
Der Grund, aus dem ich Ihnen schreibe, ist simpel: Ich benötige Ihre Hilfe!
Ich diene dem Allmächtigen nämlich nicht nur als Nonne, sondern auch als Wächterin eines düsteren Geheimnisses, das eng mit Dracula und seinen Nachkommen verknüpft ist.
Wir kennen uns nicht, und ich kann daher verstehen, wenn Sie skeptisch sind. Ich hätte Sie wahrscheinlich auch nicht kontaktiert, wenn ein guter Freund von mir noch unter den Lebenden weilen würde. Sie kannten ihn gut, Mr Sinclair, denn er war auch Ihr Freund.
Frantisek
Marek, der Pfähler! Bitte kommen Sie
unverzüglich zu mir nach Snagov. Stehen Sie mir bei. Draculas Vermächtnis darf
nicht in falsche Hände fallen. Bernadette.“
Aufgrund
dieses Schreibens reist der Geisterjäger John Sinclair zusammen mit Bill
Conolly nach Rumänien, um mit der Nonne Bernadette im Kloster Snagov zu sprechen.
Doch
das Gespräch erweist sich als wenig informativ, zumal die Nonne dem Geisterjäger
ständig ausweicht, insbesondere was das Erbe von Dracula betrifft, was ihn ärgert
bzw. verärgert.
Während
einer Führung durchs Kloster, wird John Sinclair auf eine unbekannte Frau aufmerksam,
der er folgt.
Die junge Frau entpuppt sich als Hexe Lulu, einer Dienerin von Lilith, die sich nicht nur im Besitz des verschollenen Vampir-Pendels befindet, das die Fähigkeit besitzt, Vampire aufzuspüren, sondern auch Assungas Zaubermantel trägt.
Lulu
setzt ihre Magie ein und verschwindet, bevor John Sinclair eingreifen kann, die
zusammen mit ihren beiden Hexenschwestern Polina und Fae in einer Herberge in Snagov
wohnt, die hinter einem Artefakt her ist.
Während
sich John Sinclair im Kloster aufhält, ist Bill Conolly im Ort Snagov
unterwegs, wo er auf die Hexe Fae trifft, die ihm von einem Werwolf erzählt,
der in der Nähe des Ortes sein Unwesen treiben soll, die den Reporter verhext
und danach mit zu ihren beiden Hexenschwestern in die Herberge nimmt.
Unterdessen
bricht der Geisterjäger in die Bibliothek des Klosters ein, wo er ein Buch mit
dem Titel „In Search of Dracula“ auf einem Sekretär findet, in dem sich Notizen
von Frantisek Marek befinden…
- Erschienen am 14. Februar 2026
- Ein Roman mit Bill Conolly
Letztendlich
entpuppt sich das substanzlose und sehr handlungsarme „JOHN SINCLAIR“-Abenteuer „DAS
WERWOLF-KLOSTER“ als ziemlich langweilige und wirre Mischung aus Hexen-und
Zombie-Roman und was weiß ich nicht alles, in dem der Autor IAN ROLF HILL (aus
welchen Gründen auch immer) mehr auf die Handlungen vergangener „JOHN SINCLAIR“-Romane
eingeht, als die Geschichte seines eigenen Romans in irgendeiner Weise voranzubringen.
Hierbei sorgt insbesondere auch die Parallelhandlung mit
den drei Hexen Lulu, Polina und Fae und dem verzauberten Bill Conolly ebenfalls
nur dafür, dass sich die Geschichte des Romans wie ein Kaugummi zieht und künstlich
in die Länge gezogen wird, und man dadurch immer wieder den Drang verspürt,
diesen äußerst langweiligen Roman einfach beiseite zu legen, damit man ihn
nicht weiterlesen muss.
Zudem zaubert der Autor IAN ROLF HILL in seinem Roman nicht
nur das verschollene Vampir-Pendel und Assungas Zaubermantel, der eigentlich
zerstört wurde, aus dem Hut, sondern es tauchen auch noch ein ominöses Buch mit
dem Titel „In Search of Dracula“ und ominöse Notizen von Frantisek Marek auf,
die im Buch versteckt sind, hinter denen anscheinend Lilith her ist.
Am Ende des Romans ist man im Grunde so
schlau wie zuvor und man fragt sich als
Leser nicht ohne Grund, was der Autor überhaupt mit diesem völlig belanglosen
Roman aus der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ bezwecken wollte, und wieso das „JOHN SINCLAIR“-Abenteuer
überhaupt mit dem Titel „DAS WERWOLF-KLOSTER“ versehen wurde.
Zudem
weist dieser Roman von IAN ROLF HILL einige Diskrepanzen zu den Romanen von
HELMUT RELLERGERD auf.
Denn in seinem Roman behauptet IAN ROLF HILL unter anderem, dass
Dracula ein Vampir gewesen ist.
„Dann ist Ihnen auch bekannt, dass Dracula tatsächlich ein Vampir gewesen ist.«
»Ja, so wie viele andere aus seiner Sippe, darunter auch sein Neffe Kalurac.«
»Kalurac«, murmelte Bernadette und drehte ihre Tasse in den Händen. »Den Namen erwähnte Frantisek des Öfteren. Sie haben ihn vernichtet, nicht wahr?“ („Das Werwolf-Kloster, JS 2484)
Dies steht allerdings im Widerspruch zu den Romanen von
HELMUT RELLERGERD.
Denn in „HÜTE DICH VOR DRACULA“ weist HELMUT RELLERGERD unter anderem eindeutig darauf hin,
dass Dracula kein Vampir gewesen ist,
sondern ein ganz ‚normaler‘ Mensch war, der das alte Blut als Erbe hinterlassen hat, verseuchtes Blut, das über
Jahrhunderte hinweg aufbewahrt wurde, wodurch Will Mallmann zu Dracula II
wurde.
»Nur war Dracula selbst kein Vampir gewesen, auch wenn er oft so dargestellt wurde.“ (Hüte dich vor Dracula, JS Taschenbuch 99)
Am Schluss
noch ein paar Worte zur Figur des Frantisek Marek.
Frantisek Marek gab im “JOHN SINCLAIR”-Roman “DER PFÄHLER”, JS 33, erschienen am 20. Februar 1979, dem ersten Teil der ersten
Vampir-Trilogie der Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“, sein Debüt.
Das ist nun schon 47 Jahre her.
In diesem Dreiteiler kämpfte John Sinclair und seine
Mitstreiter sowie Marek der Pfähler gegen den Vampir Kalurac.
Gestorben ist Frantisek Marek im Roman „BLUTRAUSCH“, JS 1416,
erschienen am 29. August 2005, was wiederum auch schon 20 Jahre her ist.
Da fragt man sich schon, wieso der Autor IAN ROLF HILL so
ollen Kram aus der „JOHN SINCLAIR“-Mottenkiste holt.
Denn wieso nimmt man
bei einer Mini-Serie wie „MAREK DER PFÄHLER“ nicht die Chance wahr, eine
neue Figur, einen neuen Vampir-Jäger, aufzubauen und in die Serie zu
integrieren, der das Erbe von Frantisek Marek übernimmt, um dadurch auch etwas
frischen Wind in Horror-Serie zu bringen.
Dies würde doch eher neue Leser zur Serie locken, als eine Mini-Serie mit Frantisek Marek, der seit 20 Jahren nicht mehr in der Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ mitspielt…
© by Ingo Löchel
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