Gespenster-Krimi 192
Villa Vampiria
von Sophia
Benjamin
2024
in der Camargue, Frankreich: In seiner Villa die man unter der Hand nur Maison
d'Enfer - "Das Höllenhaus" - nennt,
feiert eine ausgesuchte Gesellschaft einen Ball der Perversionen, nur
beobachtet von ihrem Gastgeber Etienne Morel.
Doch der Millionär befindet sich nicht unter ihnen, sondern er beobachtet das Treiben von seinem Überwachungsraum heraus in einem recht seltsamen ABC-Schutzanzug. Aber auch er bereitet seinen Tod vor.
Doch
er wird nicht auf dauer Tod sein, sondern aufgrund eines mächtigen Voodoo-Zaubers
ewig leben, falls ihm niemand den letzten Atem nehmen kann. Und so beginnt in
der Villa das gefährliche Giftgas diesen Danse macabre zu seinem tödlichen Ziel
zu führen.
Aber
auch bei dem französischen Geheimdienst war Etienne Morel kein unbeschriebenes
Blatt. Und gerade sein Verhältnis zu einem jungen männlichen Prostituierten
sorgte dafür, als Sicherheitsrisiko ins Visier des Geheimdienstes zu geraten.
Zwar
gilt Morel als spurlos verschwunden, doch in seiner Villa scheint trotzdem
etwas durch die Räume zu schleichen, welches die Lebenden in einen grausamen
wie tödlichen Abgrund zieht.
Zeit
also, das Madame Ticktack (ein Deckname) vom Geheimdienst eine Mannschaft
zusammenstellt, die dem Geheimnis im Maison d'Enfer auf den Grund gehen und
gegebenenfalls Etienne Morel zur Strecke bringen. Egal ob er noch lebt oder
vielleicht bereits eine dämonische Kreatur ist.
Doch
der Reporter Pierre Lafarge, die Pathologin Mara Leclerc, der Anwalt Bastien,
Candyman, ein Voodoo-Priester, Gilles du Mont, ein Medium, Zora eine
Kommunikationstechnikerin und Monsieur le Griffon, ein Mann des Geheimdienst
und Leiter der Gruppe, sind sich selbst nicht einmal wirklich einig. Und das
könnte der dunklen Kreatur, zu der Morel geworden ist, geradezu in die Hände
spielen.
Und
so wird die Gruppe auch gleich bei ihrem Eintreffen mit unglaublichen Visionen
und erschreckenden Vorkommnissen in der weitläufigen Villa von Morel
konfrontiert, welche sie in Angst versetzen und in den Wahnsinn treiben sollen.
Und
so kann die dunkle Kreatur, die einst Morel war, auch hier bald sein erstes
Opfer verbuchen. Nur Candyman scheint mit seinem eigenen Voodoo-Zauber dem
Bösen hier eine erste Niederlage beizubringen. Doch auch er stirbt durch das
Böse, weil die dunkle Kreatur in diesem Gebäude einfach zu mächtig ist.
Und
dann bricht die wahre Hölle über die noch lebenden Mitglieder der Gruppe aus.
Und am Ende ahnen Pierre, Mara und Gilles, das sie als letzte Überlebende
zusammenhalten müssen, wen sie das Böse wirklich besiegen wollen.
Doch
werden sie auch gemeinsam diese Hölle noch lebend verlassen können, oder auch
als Opfer des Bösen enden?
- Erstveröffentlichung: Am 14. Februar 2026
- Autor: Sophia Benjamin
-
Ein
Einzelroman
„Bald würden sie tanzen, hemmungslos, grotesk, und es würde schön aussehen, so schön wie nur etwas sein kann, wenn es in den Tod führt.“ (Gespenster-Krimi/Band 192, "Villa Vampiria"/Seite 2)
Der Titel dieses Romans lässt vielleicht erst einmal auf
einen üblichen Vampirroman schließen, doch weit gefehlt. Ähnlich wie in ihrem
letzten Roman mit dem Titel „ECHO 9 - DER KRISTALLSCHÄDEL" (GK Band 189) steckt
hinter einem banalen Titel eine wahre Wundertüte des Horror, den man einfach
gelesen haben muss.
Denn hier läuft kein Vampir mit spitzen Zähnen herum, den
man mit einem Pfahl zur Hölle jagen muss, bevor er sich in eine Fledermaus
verwandeln kann.
Da ist hier doch der Millionär Etienne Morel samt seiner
Villa Maison d'Enfer ein wirklich ganz anderes Kaliber. Und dies dann noch mit
den bösen Mächten des Voodoo zu verbinden, dürfte die Spannung dann auch noch
weiter steigern.
Um die Lebensenergie seiner Opfer, bzw. dessen Blut
aufzunehmen, kann sich unser "Vampir" hier ganz anderen wie
erschreckenden Möglichkeiten bedienen. Auch interessant dürfte hier im Roman
die Unterscheidung zwischen einem guten Voodoo-Priester, dem Houngan und einem
bösen Voodoo-Priester, einem Bokor sein.
Das alles steigert natürlich die Spannung von Seite zu
Seite immer weiter, während unsere vom Geheimdienst zusammengewürfelte Truppe
in der Villa durch einen wahren Albtraum gejagt wird, dem sie erst einmal wenig
entgegen zu setzen haben. Und ob sie überhaupt überleben, scheint dem
Geheimdienst und Madame Ticktack dabei auch irgendwie am Allerwertesten vorbei
zu gehen.
Wer hier also auf einen Roman mit jeder Menge Knoblauch,
Weißdornsträuchern, Fangzähnen oder Kruzifixe und Eichenholzpfähle hofft, der
dürfte sich wirklich am Ende verwundert die Augen reiben.
Denn die Autorin Sophia Benjamin jagt hier auch ihre
Leser durch einen unberechenbaren Albtraum, der sich sehen lassen kann und
somit auch völlig andere Schrecken offenbart.
Aber auch die meist übliche kleine Liebesgeschichte fehlt
hier völlig, die sich in Gruselromanen eigentlich zu gerne aufbauen.
Die jüngste weibliche Figur ist hier zwar Zora mit
unverheirateten 22 Jahren, doch in ihrer Haut mag so manche Leserin am Ende
aber auch nicht stecken wollen. Denn ein Kriterium für ein Happy End ist dies
für die Autorin Sophia Benjamin eben auch nicht.
Dies ist aber auch keine Kritik an der Handlung, denn was
die wachsende Spannung und ein wenig Gänsehaut für einen Horror-Nerd wie mich
angeht, so packt Sophia Benjamin hier die ganz große Keule aus und sollte
meiner bescheidenen Meinung nach auch von jedem Gerne-Fan gelesen werden.
© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen