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Dienstag, 17. Februar 2026

Villa Vampiria

Gespenster-Krimi 192

Villa Vampiria

von Sophia Benjamin

2024 in der Camargue, Frankreich: In seiner Villa die man unter der Hand nur Maison d'Enfer - "Das Höllenhaus" - nennt,  feiert eine ausgesuchte Gesellschaft einen Ball der Perversionen, nur beobachtet von ihrem Gastgeber Etienne Morel.

Doch der Millionär befindet sich nicht unter ihnen, sondern er beobachtet das Treiben von seinem Überwachungsraum heraus in einem recht seltsamen ABC-Schutzanzug. Aber auch er bereitet seinen Tod vor.

Doch er wird nicht auf dauer Tod sein, sondern aufgrund eines mächtigen Voodoo-Zaubers ewig leben, falls ihm niemand den letzten Atem nehmen kann. Und so beginnt in der Villa das gefährliche Giftgas diesen Danse macabre zu seinem tödlichen Ziel zu führen.

Aber auch bei dem französischen Geheimdienst war Etienne Morel kein unbeschriebenes Blatt. Und gerade sein Verhältnis zu einem jungen männlichen Prostituierten sorgte dafür, als Sicherheitsrisiko ins Visier des Geheimdienstes zu geraten.

Zwar gilt Morel als spurlos verschwunden, doch in seiner Villa scheint trotzdem etwas durch die Räume zu schleichen, welches die Lebenden in einen grausamen wie tödlichen Abgrund zieht.

Zeit also, das Madame Ticktack (ein Deckname) vom Geheimdienst eine Mannschaft zusammenstellt, die dem Geheimnis im Maison d'Enfer auf den Grund gehen und gegebenenfalls Etienne Morel zur Strecke bringen. Egal ob er noch lebt oder vielleicht bereits eine dämonische Kreatur ist.

Doch der Reporter Pierre Lafarge, die Pathologin Mara Leclerc, der Anwalt Bastien, Candyman, ein Voodoo-Priester, Gilles du Mont, ein Medium, Zora eine Kommunikationstechnikerin und Monsieur le Griffon, ein Mann des Geheimdienst und Leiter der Gruppe, sind sich selbst nicht einmal wirklich einig. Und das könnte der dunklen Kreatur, zu der Morel geworden ist, geradezu in die Hände spielen.

Und so wird die Gruppe auch gleich bei ihrem Eintreffen mit unglaublichen Visionen und erschreckenden Vorkommnissen in der weitläufigen Villa von Morel konfrontiert, welche sie in Angst versetzen und in den Wahnsinn treiben sollen.

Und so kann die dunkle Kreatur, die einst Morel war, auch hier bald sein erstes Opfer verbuchen. Nur Candyman scheint mit seinem eigenen Voodoo-Zauber dem Bösen hier eine erste Niederlage beizubringen. Doch auch er stirbt durch das Böse, weil die dunkle Kreatur in diesem Gebäude einfach zu mächtig ist.

Und dann bricht die wahre Hölle über die noch lebenden Mitglieder der Gruppe aus. Und am Ende ahnen Pierre, Mara und Gilles, das sie als letzte Überlebende zusammenhalten müssen, wen sie das Böse wirklich besiegen wollen.

Doch werden sie auch gemeinsam diese Hölle noch lebend verlassen können, oder auch als Opfer des Bösen enden?

  • Erstveröffentlichung: Am 14. Februar 2026
  • Autor: Sophia Benjamin
  • Ein Einzelroman

„Bald würden sie tanzen, hemmungslos, grotesk, und es würde schön aussehen, so schön wie nur etwas sein kann, wenn es in den Tod führt.“ (Gespenster-Krimi/Band 192, "Villa Vampiria"/Seite 2)

Der Titel dieses Romans lässt vielleicht erst einmal auf einen üblichen Vampirroman schließen, doch weit gefehlt. Ähnlich wie in ihrem letzten Roman mit dem Titel „ECHO 9 - DER KRISTALLSCHÄDEL" (GK Band 189) steckt hinter einem banalen Titel eine wahre Wundertüte des Horror, den man einfach gelesen haben muss.

Denn hier läuft kein Vampir mit spitzen Zähnen herum, den man mit einem Pfahl zur Hölle jagen muss, bevor er sich in eine Fledermaus verwandeln kann.

Da ist hier doch der Millionär Etienne Morel samt seiner Villa Maison d'Enfer ein wirklich ganz anderes Kaliber. Und dies dann noch mit den bösen Mächten des Voodoo zu verbinden, dürfte die Spannung dann auch noch weiter steigern.

Um die Lebensenergie seiner Opfer, bzw. dessen Blut aufzunehmen, kann sich unser "Vampir" hier ganz anderen wie erschreckenden Möglichkeiten bedienen. Auch interessant dürfte hier im Roman die Unterscheidung zwischen einem guten Voodoo-Priester, dem Houngan und einem bösen Voodoo-Priester, einem Bokor sein.

Das alles steigert natürlich die Spannung von Seite zu Seite immer weiter, während unsere vom Geheimdienst zusammengewürfelte Truppe in der Villa durch einen wahren Albtraum gejagt wird, dem sie erst einmal wenig entgegen zu setzen haben. Und ob sie überhaupt überleben, scheint dem Geheimdienst und Madame Ticktack dabei auch irgendwie am Allerwertesten vorbei zu gehen.

Wer hier also auf einen Roman mit jeder Menge Knoblauch, Weißdornsträuchern, Fangzähnen oder Kruzifixe und Eichenholzpfähle hofft, der dürfte sich wirklich am Ende verwundert die Augen reiben.

Denn die Autorin Sophia Benjamin jagt hier auch ihre Leser durch einen unberechenbaren Albtraum, der sich sehen lassen kann und somit auch völlig andere Schrecken offenbart.

Aber auch die meist übliche kleine Liebesgeschichte fehlt hier völlig, die sich in Gruselromanen eigentlich zu gerne aufbauen.

Die jüngste weibliche Figur ist hier zwar Zora mit unverheirateten 22 Jahren, doch in ihrer Haut mag so manche Leserin am Ende aber auch nicht stecken wollen. Denn ein Kriterium für ein Happy End ist dies für die Autorin Sophia Benjamin eben auch nicht.

Dies ist aber auch keine Kritik an der Handlung, denn was die wachsende Spannung und ein wenig Gänsehaut für einen Horror-Nerd wie mich angeht, so packt Sophia Benjamin hier die ganz große Keule aus und sollte meiner bescheidenen Meinung nach auch von jedem Gerne-Fan gelesen werden.

 © by Konrad Wolfram

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