Das Haus Zamis 134
Gefangen
von Logan Dee
(Uwe Voehl)
Coco Zamis erhält hier endlich die Antwort von Baal selbst darauf, wer oder besser was ihre ehemals tote Schwester Vera ist.
Denn eigentlich ist sie nur eine
lebendig gewordene Projektion aus den Gedanken und Erinnerungen der
Zamis-Sippe.
Doch zur Flucht verhilft dies Coco trotzdem nicht, denn nur zu schnell wird sie von den Schwärmen aus Fliegen von Baal auch wieder unter die Klauen der Hexe Oana und ihrem Sohn, dem Wehrhund Radu gebracht.
Dabei
versucht Radu sogar, sich an Coco zu vergehen, was ihm allerdings nicht
gelingt. Gleichsam haben die Callas, Karl, Tschick und Vlatko die Temeschburg
erreicht, um ihrerseits Coco zu finden. Doch auch sie werden von Unmengen von
Fliegen attackiert.
Da
dabei auch Karl schwere Verbrennungen erfährt, ist man bald auf der Suche nach
einem geeigneten Arzt. Doch im magischen Wald von Hoia' Baciu treffen sie da
eher auf ein Dorf voller hinterlistiger Bewohner, die zum Teil sogar
verstümmelt sind. Und die sind insgeheim gierig auf das Fleisch der Lebenden.
Zeit
also für Vlatko dem Speiteufel, seinen inneren Egoismus und seine Feigheit zu
überwinden, um nicht nur die herannahenden Schwärme von Fliegen erneut mit
Feuer zu bekämpfen um seine Freunde zu retten.
Indessen
trifft auch Thekla auf Vera. Doch sie ahnt, dass dies niemals wirklich ihre
Tochter sein kann und flieht kopflos durch den magischen Wald. Doch hierbei
wird sie auch von einem anderen Wesen niedergeschlagen.
Als
Thekla in einer Erdhöhle erwacht, sieht sie sich einem grünen Gnom mit Namen
Alvin gegenüber. Doch Alvin ist weder menschlich noch dämonisch, sondern ein
Naturwesen, dessen Gattung hier ebenfalls grausam unter dem Einfluss von Baal
zu leiden hat.
Alvin seinerseits ist bereit, Thekla in ein Dorf zu
bringen, in dem sich eventuell ein weiterer Zamis befinden könnte. Als Thekla
dort Coco vorfindet, gilt es erst einmal, die eigene Tochter aus der Gewalt von
Oana und Radu zu befreien.
Zwar
sind sie noch immer ihrer magischen Kräfte beraubt, doch sowohl Thekla als auch
Coco schicken sich an, durch einer Hexensalbe von Oana unsichtbar gemacht, den
Thronsaal von Baal zu stürmen um ihn zu besiegen und dem magischen Wald zu
entkommen.
Ihnen
zu Hilfe eilen hierzu auch die wilde Horde der Gnome, die seltsamer Weise aber
Thekla und Coco sehen können, trotz der magischen Hexensalbe. Baal indessen ist
weg, doch dafür finden sie Michael Zamis und Coco, während es draußen zu einer
Schlacht zwischen Dämonen und hunderten von Gnomen kommt.
Doch
bevor durch Baals eingreifen der gesamte Kopmlex in die Tiefe gerissen wird, finden
die Zamis auch Cocos Freunde wie die Callas oder Tschick wieder.
Gemeinsam
machen sie sich nun auf nach Wien, um dort den Kampf gegen Baalthasar Zebub und
Skarabäus Toth aufnehmen zu können.
- Veröffentlichung: Am 29. November 2025
- Autor: Logan Dee (Uwe Voehl)
- Titelbild: Mark Frieier
-
Verlag:
Bastei
"Ahnst du es wirklich nicht? Wer könnte so mächtig sein, mich wieder und wieder zu erschaffen, wenn nicht Baal?"
"Baal?"
"Baalthasar Zebub, Beelzebub, Baal ... mein Herr hat viele Namen ..." (Das Haus Zamis/Band 134, "Gefangen"/Seite 1)
Genau genommen hatte ich beim lesen des Roman „GEFANGEN“
von Logan Dee irgendwie den Verdacht, es hier nun zuerst mit einer Art
Lückenfüller zu tun zu haben.
Zwar wird man als Leser hier gleich mit mehreren Schauplätzen
bedient, weil die Zamis und die Freunde von Coco sich an verschiedenen Orten
befinden und Baal offenbar auch Zeit und Raum nach Belieben manipulieren kann.
Aber Spannung bleibt trotzdem eher Mangelware.
Und dann zaubert uns der Autor dann auch noch eine
"wilde Horde" von Naturwesen aus dem Hut, die ebenfalls hier mächtig
zwischen den Stühlen sitzen. Klar das Thekla Zamis bei Alvin da erst einmal den
Keim des Widerstand säen muss.
Aber ehrlich, wirklich mitfiebern konnte ich hier als
Leser nicht, auch wenn es da die eine oder andere kuriose Entwicklung gibt.
Denn hier passen zu viele Dinge plötzlich einfach unglaubwürdig wie zu perfekt
zusammen, so dass man das Wort Logik eigentlich vergessen sollte.
Und gerade hier merkt man mal wieder deutlich, dass genau
diese sich so mächtig gebende Zamis-Family innerhalb der Schwarzen Familie ohne
die Hilfe von anderen eigentlich massiv schlechte Karten hat.
Weshalb dann auch vom Autor mal flott weitere seltsame
Kreaturen aus dem Hut gezogen werden wie dieses Naturwesen Alvin und seine
Horden, um den Zamis zum Sieg zu verhelfen.
Leider führt dieses Gefühl, es hier eigentlich nur mit
einem eher unglaubwürdigen Füllroman zu tun zu haben auch dazu, dass ich ihn
mit locker zwei längeren Unterbrechungen gelesen hatte, weil er mich als Leser
eher kaum noch wirklich mitfiebern ließ.
Das liegt aber auch daran, weil der eigentliche und
interessante Gegenspieler Baal hier eher in eine Statistenrolle verkommt, was
den Vorgängerromanen daher leider auch in Sachen Spannung und Atmosphäre nicht
mehr gerecht wird.
Genau genommen entwickelte sich die vorliegende Handlung
des Roman „GEFANGEN“ für mich sogar wie eine recht skurrile Neuinterpretation
von Alice im Wunderland an. Nur eben ohne Alice, dem Hutmacher, der Grinsekatze
oder dem weißen Kaninchen mit Zeitproblemen.
Denn ohne Zugriff auf die eigenen magischen Kräfte, nur
mit etwas Hexensalbe um sich Unsichtbar zu machen und plötzlich auftauchenden
kämpferischen Gnomen, eilen Coco und Thekla plötzlich von einem Erfolg zum nächsten.
Das aber nenne ich dann doch eher einen unglaubwürdigen Handlungsverlauf, da wohl dem Autor gerade in diesem Roman die wirklich guten Ideen ausgegangen zu sein scheinen. Sorry, aber der Roman war eine glatte Enttäuschung auf der ganzen Linie.
© by Konrad Wolfram

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