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Freitag, 9. Januar 2026

Roman: Diener der Finsternis

Diener der Finsternis

von Dennis Wheatley

Nicholas, der Herzog von Richleau trifft sich mit seinem amerikanischen Freund Rex Van Ryn. 

In letzter Zeit jedoch macht sich Nicholas so einige Sorgen um den gemeinsamen jüdischen Freund Simon Aron, der seltsamer Weise seit längerem den Kontakt zu Nicholas schleifen lässt. Deshalb suchen er und Rex ihn auch sogleich gemeinsam auf.

Hierbei muss jedoch gerade Nicholas, der sich mit Okkulten  auskennt, mit Schrecken feststellen, das Simon sich mit Satanisten eingelassen hat, bei denen der skrupellose Hohepriester Mocata bei einem seltsamen Empfang den Ton angibt.

Zwar gelingt es ihnen recht bald, Simon erst einmal aus den Klauen der Satanisten zu entführen, aber Simon scheint bereits unter der geistigen Kontrolle dieses Mocata zu stehen. Mocata indessen wird auch nichts unversucht lassen, um Simon wieder in seine Gewalt zu bekommen, denn nur mit ihm kann es dem Satanisten gelingen, innerhalb eines dunklen Rituals den lange verschollenen "Talisman des Seth" zu finden.

Mit diesem soll man nämlich in der Lange sein, die vier Reiter der Apokalypse herbeizurufen, um durch sie Katastrophen und verheerende Kriege über die Menschheit zu bringen.

Als dann auch Rex noch versucht, die junge wie hübsche Tanith aus der geistigen Umarmung von Mocata zu lösen, bietet dieser alle seine Kräfte des Bösen auf, um sowohl Simon als auch sein bestes Medium Tanith wieder unter seine Kontrolle zu bekommen.

Als es Mocata trotzdem nicht gelingt, Simon, der bei den Eatons - einem befreundeten Ehepaar von Nicholas - unterschlupf gefunden hat, wieder unter seine dunkle Macht zu zwingen, wendet er sich an einem anderen Ort Tanith zu.

Die ist nämlich zurück ins Hotel geflohen, als Rex im Wald eingeschlafen ist. Dabei hat auch sie sich in ihn verliebt, glaubt aber fest daran, dass sie das kommende Jahr nicht mehr lebend erleben wird. Im Hotel jedoch gelingt es Mocata, sie völlig unter seine Kontrolle zu bringen damit sie den "Engel des Todes" herbeiruft, um nun den entscheidenden Schlag gegen Nicholas de Richleau und seine Freunde im Haus der Eatons  auszuführen.

Dieser greift auch sofort an, kann jedoch im letzten Augenblick durch einen mächtigen Bannspruch zurückgeschlagen werden. Da der Engel des Todes jedoch nicht ohne ein Opfer in sein finsteres Reich zurückkehren kann, kehrt sich die Anrufung auf grausame Weise um, so dass der Tod nun Taniths Leben fordert.

Als Mocata  Fleur, die kleine Tochter der Eatons aus dem Haus verschleppt wird, gilt es für Nicholas und die anderen, den dunklen Magier direkt anzugreifen.

Als Simon sich für Fleur versucht, selbst Mocata auszuliefern, damit dieser das kleine Mädchen wieder frei lässt, gerät auch er erneut unter die geistige Macht des Satanisten. Damit wird die Zeit knapp für Nicholas, Rex und die Eatons, denn Mocata wird durch die Opferung der kleinen Fleur bei einer schwarzen Messe versuchen, nach dem Prinzip "eine Seele für eine Seele" auch Tanith wieder ins Leben zu rufen, da er auf sein mächtigstes Medium nicht verzichten will.

Tatsächlich gelingt es ihnen, einen versteckten Tempel der Satanisten ausfindig zu machen, wo sie allerdings nur noch auf den bewusstlosen Simon treffen.

Zwar überschlagen sich die Ereignisse nun immer mehr, doch am Ende scheinen sie hilflos mit ansehen zu müssen, wie Mocata bei der nun folgenden schwarzen Messe die kleine Fleur opfern will, um durch den Teufel dafür Tanith wieder ins Leben zu holen. Nun kann dem Kind nur noch ein Wunder helfen.

  • Diener der Finsternis
  • Autor: Dennis Wheatley
  • ISBN: 978-3-7485-0243-2
  • Taschenbuch, ca. 276 Seiten
  • Verlag: Apex
  • Originalausgabe: 1934

„Ein durchdringender Schrei voller Wut, Furcht und Schmerz wie der eines Tieres, das mit einem weißglühenden Eisen gebrannt wird, zerriss die Stille. Die Lichter flackerten, gingen mehrmals an und aus, als ob zwei starke Kräfte miteinander ringen würden.

Der eisige Wind erstarb. Noch während der Schrei von den Wänden widerhallte, ergriff de Richleau Rex beim Arm und zerrte ihn auf die Tür zu. Gleich darauf rannten beide in panischem Schrecken die Treppe hinunter.“ (Dennis Wheatley: Diener der Finsternis/Seite 41)

Nun, da ich auch den betreffenden Roman von Dennis Wheatley mit dem deutschen Titel „DIENER DER FINSTERNIS“ (Apex Verlag) mit steigender Spannung gelesen habe, kann ich durchaus bestätigen, dass der Schriftsteller Richard Matheson sich bei der Drehbuchfassung durchaus recht eng an die Romanhandlung gehalten hatte.

Der Film seitens der Hammer-Filmproduktion unter dem Titel „THE DEVIL RIDES OUT“ hatte jedoch trotz seiner durchaus sehr ansprechenden Umsetzung hier und da einige kleine Ungereimtheiten, wie etwa dem Umstand, dass hier nicht erklärt wurde, weshalb Richleau und die anderen sich Zeitversetzt nun nach dem Endkampf wieder im Haus der Eatons befanden und damit Tanith auch nie gestorben war. Auch fehlt z.B. die Verfolgung nach Frankreich und anschließend nach Griechenland hier völlig im Film.

Für den Fan des Old-School-Horrors lohnt es sich indessen durchaus, neben der Verfilmung seitens Hammer aus dem Jahre 1968 auch den Roman von Dennis Wheatley aus dem Jahre 1934 zu lesen.

Unterschiede zwischen Roman und Film bestehen indessen in den Einzelheiten. Richleau hängt dem jungen Simon im Film ein silbernes Kreuz als Schutz um den Hals, im Roman wiederum ist es jedoch ein goldenes, mit Edelsteinen besetztes Hakenkreuz (als buddhistisches Symbol des Sonnenrad). Hinter der Figur des Mocata versteckte sich bei Wheatley indessen der Okkultist Aleister Crowley.

Aber auch die Figurenzeichnungen innerhalb der Romane sind bei Wheatley durchaus sehr interessant, denn seine "Helden" sind eben keine Supermänner, die furchtlos sich jeder Gefahr stellen oder über magische Waffen verfügen, mit denen sie dem Unhold einfach mal den Boden unter den Füßen wegziehen können.

Aber auch der Bösewicht hält sich nicht die meiste Zeit mit markigen Dialogen über Wasser, um am Ende dann eher unspektakulär das Zeitliche zu segnen. Von mir gibt es auch daher für diesen Roman eine glatte Leseempfehlung.

© by Konrad Wolfram

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