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Donnerstag, 22. Januar 2026

Roman: Der schwarze Pfad

Der schwarze Pfad

von Dennis Wheatley

Molly Fountain verlebt ihren Ruhestand vom britischen Geheimdienst in Frankreich, ganz in der Nähe von St. Tropez. 

Als dann jedoch im Nachbarhaus ein äußerst junges, englisches Mädchen einzieht, welches sich am Tage im Haus aufhält und nur in der Nacht durch die Umgebung streift, wird Molly neugierig.

Recht schnell wird Molly klar, dass dieses junge Mädchen mit Namen Christina sich am Tage eher zu verstecken scheint und seitens ihres Vaters hier hingebracht wurde, um alleine die verbleibende Zeit bis kurz nach ihrem 21. Geburtstag zu verbringen, bevor sie dann nach England zurückkehren soll.

Molly gewinnt schnell das Vertrauen von Christina und merkt immer mehr, das hier etwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Hilfe erhofft sie sich auch von ihrem Sohn John, der kurz darauf bei ihr eintrifft.

So erfahren Molly und John auch recht bald von Christina, dass sie seitens ihres Vaters auf keinen Fall vor ihrem Geburtstag nach England zurückkehren darf. Dies scheint besonders für den Kanonikus Copely-Syles zu gelten, den Christina eher wie eine Art "Onkel" in ihrem bisherigen Leben beschreibt.

Aber auch der Marquis de Grasse und sein Sohn Jules, den John noch von früher kennt, bemühen sich mit allen Mitteln darum, Christina unter ihren Einfluss zu bringen. Als sie von Jules dann eines Nachts auf die Jacht des Marquis de Grasse gebracht wird, setzen Molly und John alles daran, sie von dort wieder zurück zu holen.

Es gelingt ihnen mit einigem Aufwand, Christina wieder von der Jacht mitzunehmen, aber als Christina mit einem Kruzifix in Berührung kommt, zeigt dies bei ihr eine recht eigenartige Reaktion. Molly ist sich daher bewusst, das Christina in den Nächten unter einem schwarzmagischen Einfluss steht. Daher bittet sie den alten Lieutenant-Colonel William Verney um Hilfe, welcher sich auch un Sachen Okkultismus auskennt.

Verney, der von seinen Freunden auch nur Conky Bill oder einfach C.B. genannt wird, trifft auch kurz danach ein und bestätigt Mollys Verdacht. Doch bald entführt Jules de Grasse Christina erneut auf die Jacht, die auch sofort in See sticht. Ihr Ziel ist jedoch nicht England, sondern eine Bucht, wo Christina scheinbar mittels eines Wasserflugzeuges nach England gebracht werden soll.

Doch es gelingt ihnen eine List, indem Verney durch seine Kontakte in Nizza dafür sorgt, das Christina bis nach ihrem Geburtstag in Untersuchungshaft genommen wird. Denn alles scheint entscheidend mit genau diesem Datum zusammenzuhängen.

Verney und John reisen nun auf dem schnellsten Wege nach England, wo Beddows sich jedoch verleugnen lässt. Dafür macht man jedoch den Kanonikus Copely-Syles aus. Und der erweist sich tatsächlich als das Zentrum der schwarzmagischen Gefahr. 

So versucht dieser Satanist mittels eines Homunkulus Leben aus dem Nichts zu erschaffen. Damit dies jedoch gelingt, benötigt er das Blut einer Jungfrau, die er zudem an ihrem 21. Geburtstag bei einem satanischen Ritual opfern muss.

 Doch offen gegen Copely-Syles vorzugehen ist nicht ungefährlich für sie und der Satanist scheint ihnen dabei auch immer einen Schritt voraus zu sein. Und während dieser seinen finsteren Zielen an einem unbekannten Ort nun gefährlich nahe kommt, geraten Verney und John immer mehr unter Zeitdruck.

  • Der schwarze Pfad
  • Autor: Dennis Wheatley
  • ISBN: 978-3-7485-0255-5
  • Taschenbuch ca. 306 Seiten
  • Verlag: Apex
  • Originalausgabe: 1953

Der Originaltitel des Roman aus dem Jahre 1953 lautet wie auch der Titel des Films von 1976 aus der Hammer-Produktion (gemeinsam mit der deutschen Terra Filmkunst) „TO THE DEVIL - A DAUGHTER“.

Letzterer kam auch in Deutschland in die Kinos unter dem Titel „DIE BRAUT DES SATANS“ mit Christopher Lee, Richard Widmark, Nastassja Kinski und Honor Blackman in den Hauptrollen. Der Roman von Dennis Wheatley selbst ist übrigens auch heute noch erhältlich unter dem Titel „DER SCHWARZE PFAD“ seitens des Apex Verlag.

Die Hammer-Verfilmung von 1976 stand ja bei Filmkritikern und Fans nicht gerade unter einem guten Stern. Das Drehbuch wirkte eher wirr und musste nochmals überarbeitet werden.

Und auch Richard Widmark zeigte sich wohl nicht unbedingt kollegial bei den Dreharbeiten. Danach schien man hinsichtlich eines Erfolges im Kino nicht mehr viel retten zu können, auch wenn Christopher Lee z.B. hier durchaus alle Register zog.

Das der Autor Dennis Wheatley mit dieser Verfilmung ebenfalls alles andere als glücklich war, kam dann noch hinzu und hatte zur Folge, dass dieser Hammer nachträglich untersagte, weitere seiner okkulten Romane zu verfilmen. Dabei ist es durchaus richtig, das Wheatley die Verlegung der Handlung in die 1960er bis 1970er Jahre als Handlungsraum für eine Verfilmung seiner Romane nicht mochte.

Allerdings gibt es ersichtlich auch enorme Unterschiede zwischen der Romanhandlung seitens Wheatley und der Filmhandlung seitens des Hammer Studios. Auch hier könnte daher ein Teil dieser Unstimmigkeiten zwischen Autor und Hammer Studio sitzen.

Der Roman jedenfalls folgt durchweg einem gut nachvollziehbarem roten Faden und wei mit seiner Handlung durchaus für einige Spannung beim Leser zu sorgen, auch wenn sich die Schreibe von Wheatley mittlerweile doch ein wenig veraltet liest.

Abschrecken lassen sollte man sich davon allerdings nicht, denn Wheatley schreibt trotzdem so interessant und bisweilen spannend, das man hier nach einigen Seiten gerne darüber hinwegsieht.

Man kann zudem bei Dennis Wheatley davon ausgehen, dass  hier die okkulten Elemente nicht einfach aus der Luft gegriffen wurden, sondern der Autor sich durchaus mit den damals verfügbaren okkulten Schriften intensiv auseinandergesetzt hatte.

Die okkulten Romane von Dennis Wheatley waren indessen damals in Deutschland nicht wirklich populär gewesen, was aber nicht nur an einem fehlenden Zuspruch der Leserschaft lag, sondern auch an den Verlagen selbst, die kaum seine Werke wirklich für den deutschen Markt - und damit eben auch einer entsprechenden Leserschaft dieses Genre - verfügbar machten.

Des Weiteren sollte man bei Wheatley aber auch nicht auf einen üblichen Horrorroman hoffen, der mit blutigen Beschreibungen daher kommt. Wheatley setzt hierzu vielmehr auf Okkultismus und Satanismus, welche er aus fachlicher Literatur aufgreifen konnte, um es dann in eine entsprechend spannende Handlung zu gießen.

Horror ist es dabei allerdings trotzdem noch, doch sucht man hier Schockelemente oder blutige Passagen eher vergeblich. Dafür kommt allerdings der Fan des Genres auf seine Kosten, welcher gerne zu einem Roman greift, der eher dem Old-School-Horror nahe kommt.

© by Konrad Wolfram

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