Der schwarze Pfad
von Dennis
Wheatley
Molly Fountain verlebt ihren Ruhestand vom britischen Geheimdienst in Frankreich, ganz in der Nähe von St. Tropez.
Als dann jedoch im Nachbarhaus ein äußerst
junges, englisches Mädchen einzieht, welches sich am Tage im Haus aufhält und
nur in der Nacht durch die Umgebung streift, wird Molly neugierig.
Recht schnell wird Molly klar, dass dieses junge Mädchen mit Namen Christina sich am Tage eher zu verstecken scheint und seitens ihres Vaters hier hingebracht wurde, um alleine die verbleibende Zeit bis kurz nach ihrem 21. Geburtstag zu verbringen, bevor sie dann nach England zurückkehren soll.
Molly
gewinnt schnell das Vertrauen von Christina und merkt immer mehr, das hier
etwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Hilfe erhofft sie sich auch
von ihrem Sohn John, der kurz darauf bei ihr eintrifft.
So
erfahren Molly und John auch recht bald von Christina, dass sie seitens ihres
Vaters auf keinen Fall vor ihrem Geburtstag nach England zurückkehren darf.
Dies scheint besonders für den Kanonikus Copely-Syles zu gelten, den Christina
eher wie eine Art "Onkel" in ihrem bisherigen Leben beschreibt.
Aber
auch der Marquis de Grasse und sein Sohn Jules, den John noch von früher kennt,
bemühen sich mit allen Mitteln darum, Christina unter ihren Einfluss zu
bringen. Als sie von Jules dann eines Nachts auf die Jacht des Marquis de
Grasse gebracht wird, setzen Molly und John alles daran, sie von dort wieder
zurück zu holen.
Es
gelingt ihnen mit einigem Aufwand, Christina wieder von der Jacht mitzunehmen,
aber als Christina mit einem Kruzifix in Berührung kommt, zeigt dies bei ihr
eine recht eigenartige Reaktion. Molly ist sich daher bewusst, das Christina in
den Nächten unter einem schwarzmagischen Einfluss steht. Daher bittet sie den
alten Lieutenant-Colonel William Verney um Hilfe, welcher sich auch un Sachen
Okkultismus auskennt.
Verney,
der von seinen Freunden auch nur Conky Bill oder einfach C.B. genannt wird,
trifft auch kurz danach ein und bestätigt Mollys Verdacht. Doch bald entführt
Jules de Grasse Christina erneut auf die Jacht, die auch sofort in See sticht.
Ihr Ziel ist jedoch nicht England, sondern eine Bucht, wo Christina scheinbar
mittels eines Wasserflugzeuges nach England gebracht werden soll.
Doch
es gelingt ihnen eine List, indem Verney durch seine Kontakte in Nizza dafür
sorgt, das Christina bis nach ihrem Geburtstag in Untersuchungshaft genommen wird.
Denn alles scheint entscheidend mit genau diesem Datum zusammenzuhängen.
Verney und John reisen nun auf dem schnellsten Wege nach England, wo Beddows sich jedoch verleugnen lässt. Dafür macht man jedoch den Kanonikus Copely-Syles aus. Und der erweist sich tatsächlich als das Zentrum der schwarzmagischen Gefahr.
So versucht dieser Satanist mittels eines Homunkulus Leben aus dem Nichts zu
erschaffen. Damit dies jedoch gelingt, benötigt er das Blut einer Jungfrau, die
er zudem an ihrem 21. Geburtstag bei einem satanischen Ritual opfern muss.
Doch offen gegen Copely-Syles vorzugehen ist
nicht ungefährlich für sie und der Satanist scheint ihnen dabei auch immer
einen Schritt voraus zu sein. Und während dieser seinen finsteren Zielen an
einem unbekannten Ort nun gefährlich nahe kommt, geraten Verney und John immer
mehr unter Zeitdruck.
- Der schwarze Pfad
- Autor: Dennis Wheatley
- ISBN: 978-3-7485-0255-5
- Taschenbuch ca. 306 Seiten
- Verlag: Apex
-
Originalausgabe:
1953
Der Originaltitel des Roman aus dem Jahre 1953 lautet wie
auch der Titel des Films von 1976 aus der Hammer-Produktion (gemeinsam mit der
deutschen Terra Filmkunst) „TO THE DEVIL - A DAUGHTER“.
Letzterer kam auch in Deutschland in die Kinos unter dem
Titel „DIE BRAUT DES SATANS“ mit Christopher Lee, Richard Widmark, Nastassja
Kinski und Honor Blackman in den Hauptrollen. Der Roman von Dennis Wheatley
selbst ist übrigens auch heute noch erhältlich unter dem Titel „DER SCHWARZE
PFAD“ seitens des Apex Verlag.
Die Hammer-Verfilmung von 1976 stand ja bei Filmkritikern
und Fans nicht gerade unter einem guten Stern. Das Drehbuch wirkte eher wirr
und musste nochmals überarbeitet werden.
Und auch Richard Widmark zeigte sich wohl nicht unbedingt
kollegial bei den Dreharbeiten. Danach schien man hinsichtlich eines Erfolges
im Kino nicht mehr viel retten zu können, auch wenn Christopher Lee z.B. hier
durchaus alle Register zog.
Das der Autor Dennis Wheatley mit dieser Verfilmung
ebenfalls alles andere als glücklich war, kam dann noch hinzu und hatte zur
Folge, dass dieser Hammer nachträglich untersagte, weitere seiner okkulten
Romane zu verfilmen. Dabei ist es durchaus richtig, das Wheatley die Verlegung
der Handlung in die 1960er bis 1970er Jahre als Handlungsraum für eine
Verfilmung seiner Romane nicht mochte.
Allerdings gibt es ersichtlich auch enorme Unterschiede zwischen der Romanhandlung seitens Wheatley und der Filmhandlung seitens des Hammer Studios. Auch hier könnte daher ein Teil dieser Unstimmigkeiten zwischen Autor und Hammer Studio sitzen.
Der Roman jedenfalls folgt durchweg einem gut nachvollziehbarem roten Faden und wei゚ mit seiner Handlung durchaus für einige Spannung beim Leser zu sorgen, auch wenn sich die Schreibe von Wheatley mittlerweile doch ein wenig veraltet liest.
Abschrecken lassen sollte man sich davon allerdings
nicht, denn Wheatley schreibt trotzdem so interessant und bisweilen spannend,
das man hier nach einigen Seiten gerne darüber hinwegsieht.
Man kann zudem bei Dennis Wheatley davon ausgehen,
dass hier die okkulten Elemente nicht
einfach aus der Luft gegriffen wurden, sondern der Autor sich durchaus mit den
damals verfügbaren okkulten Schriften intensiv auseinandergesetzt hatte.
Die okkulten Romane von Dennis Wheatley waren indessen
damals in Deutschland nicht wirklich populär gewesen, was aber nicht nur an
einem fehlenden Zuspruch der Leserschaft lag, sondern auch an den Verlagen
selbst, die kaum seine Werke wirklich für den deutschen Markt - und damit eben
auch einer entsprechenden Leserschaft dieses Genre - verfügbar machten.
Des Weiteren sollte man bei Wheatley aber auch nicht auf
einen üblichen Horrorroman hoffen, der mit blutigen Beschreibungen daher kommt.
Wheatley setzt hierzu vielmehr auf Okkultismus und Satanismus, welche er aus
fachlicher Literatur aufgreifen konnte, um es dann in eine entsprechend
spannende Handlung zu gießen.
Horror ist es dabei allerdings trotzdem noch, doch sucht
man hier Schockelemente oder blutige Passagen eher vergeblich. Dafür kommt
allerdings der Fan des Genres auf seine Kosten, welcher gerne zu einem Roman
greift, der eher dem Old-School-Horror nahe kommt.
© by Konrad Wolfram

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