Gespenster-Krimi 190
Das Grauen vom Berg
von Camilla
Brandner
Die
junge wie schöne, aber leider auch sehr berechnende Ana Hernandez wird in der
Nacht, als sie sich auf den Heimweg von ihrem Geliebten, dem wesentlich älteren
Don Sebastian Alvoradas macht, von einer Bestie getötet, die es eigentlich
nicht geben dürfte.
Chupacabra oder auch den Ziegensauger nennt man im Volksmund diese Kreatur, welche den Tieren wie den Menschen das Blut und ihr Leben aussaugt. Dabei ist der Chupacabra ebenso ein Objekt der Kryptozoologie wie etwa der Yeti oder aber der Bigfoot.
Und
aus diesem Grund machen sich auch Professor Marquez, ein forensischer
Sachverständiger und Zoologe, als auch der Priester Padre Rafael Altamirano auf
zum Ort Zacatercas und damit direkt zu Don Sebastian und seinen fünf
erwachsenen Söhnen Nicolas, Tristan, Antonio, Noe und Thomas. Nur Antonio ist
Beamter und meist nie auf der heimischen Hacienda anzutreffen.
Aber
auch Dr. Moreno, ein Fürsprecher der Kryptozoologie, wie es auch Padre Rafael
ist, hatte sich für diesen Fall gleich bei der Reise mit angeschlossen.
Doch
gerade Professor Marquez glaubt unter keinen Umständen an die Existenz eines
Chupacabre und sieht eher den Grund für den Mord an Ana Hernandez im tieferen
Verhältnis von Don Sebastian und seinen Söhnen verwurzelt.
Aber
auch das Opfer Ana Hernadez selbst, als auch Violetta Jimenez, die scheinbare
Freundin vom jüngsten Sohn, Thomas Alvoradas, scheinen in diesen Fall mehr als
verstickt zu sein. Schließlich besitzt Don Sebastian ein großes Vermögen und
außer ihm will niemand weiter in dieser Einöde von Mexiko sein Leben
verbringen.
Da
passt es eben recht gut, wenn auch unter der Bevölkerung die Legende um einen
Chupacabra mit einer beträchtlichen Angst gepflegt wird.
Nur
Professor Marquez nimmt eben diese Legende nicht für bare Münze und deckt in recht
kurrioser Weise hier seitens der Söhne von Don Sebastian eher einen üblen
Scherz auf, der jedoch Ana Hernandez das Leben kostete.
Nur
einen eindeutigen Mörder kann selbst Marquez unter den Söhnen von Don Sebastian
Alvoradas nicht wirklich ausmachen. Doch dafür rückt die junge wie berechnende,
aber auch kaltblütige junge Violetta Jimenez ins Blickfeld, welche eigentlich
doch eher in Thomas verliebt sein sollte.
Sie
hätte als leidenschaftliche Jägerin nämlich wirklich keine Probleme damit, für
ihre Ziele selbst Menschen auf grausame Weise aus dem Weg zu räumen.
Doch
scheint etwas noch viel schlimmeres aus Rache auf die kaltblütige junge Frau zu
lauern, die selbst Hunde kaltblütig aus Spaß erschießt. Und dieses Grauen
dürfte sogar schneller sein, als die Polizei aus San Bartolo.
- Erstveröffentlichung: 17. Januar 2026
- Autor: Camilla Brandner
-
Ein
neuer Einzelroman
„Er hatte seinen Teil getan. Hatte bewiesen, dass das Grauen vom Kahlen Berge nichts weiter war als der dumme, bösartige Streich junger Männer und das kaltblütige Verbrechen einer gierigen Frau.“ (Gespenster-Krimi/Band 190, "Das Grauen vom Berg"/Seite 55)
Fangen wir einfach mal mit den positiven Dingen
hinsichtlich des Romans „DAS GRAUEN VOM BERG“ der Autorin Camilla Brandner an.
Er liest sich durchaus flüssig und weiß eine wirklich
passende Atmosphäre zum Handlungsort und den verschiedenen Charakteren
aufzubauen.
Und ehrlich gesagt hoffte ich nach dem ersten Drittel des
Romans noch auf etwas ganz großes innerhalb der Handlung. Denn auch das Thema
war ja gut gewählt. Doch leider werden dann aber die einzelnen Figuren nicht
wirklich gut genutzt und die Handlung verkommt eher zu einem eher etwas wirren
Kriminalroman.
Denn Padre Rafael wird eigentlich fasst nur zum
Beobachter mit geistlichem Hintergrund degradiert. Und warum die Autorin den
Kryptozoologen Dr. Moreno überhaupt in der Handlung eingebaut hatte, vermag ich
auch nicht zu sagen. Denn der taucht so gut wie fasst nie auf oder gibt seinen
Senf dazu.
Dafür beginnt ab dem Ende des ersten Drittel die Figur
des bodenständigen Professor Marquez mit seiner überheblich geschilderten Art
und seiner bisweilen skurrilen Deutung von Fakten und Verdächtigungen langsam
aber sicher, mich als Leser beträchtlich
zu nerven.
Denn die gesamten Schilderungen der Verhaltens- wie
Vorgehensweisen von Marquez, machen diese Figur langsam aber beständig zu einer
unsympathischen Figur die allerdings leider den Handlungsverlauf entscheident
ausfüllt.
Das dann ziemlich zum Ende hin dann doch noch die Geister
vom toten Zwergpinscher bis zur Dogge ihre Rache an Violetta Jimenez wollten,
machte in Sachen Gruselfaktor den Kohl dann leider aber auch nicht mehr fett.
Was unter dem Strich übrig blieb, war hier also leider
ein etwas wirrer Kriminalroman mit einem sanften Hauch von übersinnlicher
Gefahr und einer nervigen wie unsympathischen Hauptfigur in Form des Professor
Marquez.
Genau genommen hatte mir da der Roman, „DER UNHOLD VON ROSETHORNE HALL“ (Gespenster-Krimi 186), schon wesentlich besser gefallen. Hier
jedoch greift die Autorin zwar sehr interessante Möglichkeiten wie die Legenden
um den Chupacabra auf, nutzt sie dann aber so gut wie kaum, um einen wirklich
guten Gruselroman zu verfassen, welche dem Genre alle Ehre machen würde.
Flüssige Schreibweise macht also noch lange keinen guten
Gruselroman aus, den man aufgrund der Spannung und einer düsteren Atmosphäre
gerne liest. In dem Sinne sei zu hoffen, dass dieser Roman der Autorin Camilla
Brandner ein einmaliger Ausrutscher war.
© by Konrad Wolfram

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