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Dienstag, 20. Januar 2026

Das Grauen vom Berg

Gespenster-Krimi 190

Das Grauen vom Berg

von Camilla Brandner

Die junge wie schöne, aber leider auch sehr berechnende Ana Hernandez wird in der Nacht, als sie sich auf den Heimweg von ihrem Geliebten, dem wesentlich älteren Don Sebastian Alvoradas macht, von einer Bestie getötet, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Chupacabra oder auch den Ziegensauger nennt man im Volksmund diese Kreatur, welche den Tieren wie den Menschen das Blut und ihr Leben aussaugt. Dabei ist der Chupacabra ebenso ein Objekt der Kryptozoologie wie etwa der Yeti oder aber der Bigfoot.

Und aus diesem Grund machen sich auch Professor Marquez, ein forensischer Sachverständiger und Zoologe, als auch der Priester Padre Rafael Altamirano auf zum Ort Zacatercas und damit direkt zu Don Sebastian und seinen fünf erwachsenen Söhnen Nicolas, Tristan, Antonio, Noe und Thomas. Nur Antonio ist Beamter und meist nie auf der heimischen Hacienda anzutreffen.

Aber auch Dr. Moreno, ein Fürsprecher der Kryptozoologie, wie es auch Padre Rafael ist, hatte sich für diesen Fall gleich bei der Reise mit angeschlossen.

Doch gerade Professor Marquez glaubt unter keinen Umständen an die Existenz eines Chupacabre und sieht eher den Grund für den Mord an Ana Hernandez im tieferen Verhältnis von Don Sebastian und seinen Söhnen verwurzelt.

Aber auch das Opfer Ana Hernadez selbst, als auch Violetta Jimenez, die scheinbare Freundin vom jüngsten Sohn, Thomas Alvoradas, scheinen in diesen Fall mehr als verstickt zu sein. Schließlich besitzt Don Sebastian ein großes Vermögen und außer ihm will niemand weiter in dieser Einöde von Mexiko sein Leben verbringen.

Da passt es eben recht gut, wenn auch unter der Bevölkerung die Legende um einen Chupacabra mit einer beträchtlichen Angst gepflegt wird.

Nur Professor Marquez nimmt eben diese Legende nicht für bare Münze und deckt in recht kurrioser Weise hier seitens der Söhne von Don Sebastian eher einen üblen Scherz auf, der jedoch Ana Hernandez das Leben kostete.

Nur einen eindeutigen Mörder kann selbst Marquez unter den Söhnen von Don Sebastian Alvoradas nicht wirklich ausmachen. Doch dafür rückt die junge wie berechnende, aber auch kaltblütige junge Violetta Jimenez ins Blickfeld, welche eigentlich doch eher in Thomas verliebt sein sollte.

Sie hätte als leidenschaftliche Jägerin nämlich wirklich keine Probleme damit, für ihre Ziele selbst Menschen auf grausame Weise aus dem Weg zu räumen.

Doch scheint etwas noch viel schlimmeres aus Rache auf die kaltblütige junge Frau zu lauern, die selbst Hunde kaltblütig aus Spaß erschießt. Und dieses Grauen dürfte sogar schneller sein, als die Polizei aus San Bartolo.

  • Erstveröffentlichung: 17. Januar 2026
  • Autor: Camilla Brandner
  • Ein neuer Einzelroman

„Er hatte seinen Teil getan. Hatte bewiesen, dass das Grauen vom Kahlen Berge nichts weiter war als der dumme, bösartige Streich junger Männer und das kaltblütige Verbrechen einer gierigen Frau.“ (Gespenster-Krimi/Band 190, "Das Grauen vom Berg"/Seite 55)

Fangen wir einfach mal mit den positiven Dingen hinsichtlich des Romans „DAS GRAUEN VOM BERG“ der Autorin Camilla Brandner an.

Er liest sich durchaus flüssig und weiß eine wirklich passende Atmosphäre zum Handlungsort und den verschiedenen Charakteren aufzubauen.

Und ehrlich gesagt hoffte ich nach dem ersten Drittel des Romans noch auf etwas ganz großes innerhalb der Handlung. Denn auch das Thema war ja gut gewählt. Doch leider werden dann aber die einzelnen Figuren nicht wirklich gut genutzt und die Handlung verkommt eher zu einem eher etwas wirren Kriminalroman.

Denn Padre Rafael wird eigentlich fasst nur zum Beobachter mit geistlichem Hintergrund degradiert. Und warum die Autorin den Kryptozoologen Dr. Moreno überhaupt in der Handlung eingebaut hatte, vermag ich auch nicht zu sagen. Denn der taucht so gut wie fasst nie auf oder gibt seinen Senf dazu.

Dafür beginnt ab dem Ende des ersten Drittel die Figur des bodenständigen Professor Marquez mit seiner überheblich geschilderten Art und seiner bisweilen skurrilen Deutung von Fakten und Verdächtigungen langsam aber sicher, mich als Leser  beträchtlich zu nerven.

Denn die gesamten Schilderungen der Verhaltens- wie Vorgehensweisen von Marquez, machen diese Figur langsam aber beständig zu einer unsympathischen Figur die allerdings leider den Handlungsverlauf entscheident ausfüllt.

Das dann ziemlich zum Ende hin dann doch noch die Geister vom toten Zwergpinscher bis zur Dogge ihre Rache an Violetta Jimenez wollten, machte in Sachen Gruselfaktor den Kohl dann leider aber auch nicht mehr fett.

Was unter dem Strich übrig blieb, war hier also leider ein etwas wirrer Kriminalroman mit einem sanften Hauch von übersinnlicher Gefahr und einer nervigen wie unsympathischen Hauptfigur in Form des Professor Marquez.

Genau genommen hatte mir da der Roman, „DER UNHOLD VON ROSETHORNE HALL“ (Gespenster-Krimi 186), schon wesentlich besser gefallen. Hier jedoch greift die Autorin zwar sehr interessante Möglichkeiten wie die Legenden um den Chupacabra auf, nutzt sie dann aber so gut wie kaum, um einen wirklich guten Gruselroman zu verfassen, welche dem Genre alle Ehre machen würde.

Flüssige Schreibweise macht also noch lange keinen guten Gruselroman aus, den man aufgrund der Spannung und einer düsteren Atmosphäre gerne liest. In dem Sinne sei zu hoffen, dass dieser Roman der Autorin Camilla Brandner ein einmaliger Ausrutscher war.

 © by Konrad Wolfram

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