Das Grauen von Dunfield
von William
Meikle
Francis fährt einen Schneepflug während eines schweren Schneesturms, der über eine Kleinstadt in Neufundland fegt.
Und diese Kleinstadt ist - wie sollte es anders
sein - Dunfield.
Doch
so schlimm der Schneesturm auch sein mag, es gibt noch etwas viel schlimmeres,
was von Zeit zu Zeit die gesamte Region in Angst und Schrecken versetzt.
Und dieses scheinbare Böse manifestiert sich in Form eines grünlich leuchtenden Nebels, der entgegen aller Naturgesetzte scheinbar sogar wie ein intelligentes Wesen seine Opfer angreift.
Und
dass dieser Nebel keinen natürlichen Ursprung hat, das wissen die Menschen in
dieser Region sehr genau. Allerdings was er nun eigentlich ist und woher er
stammt, darüber wissen sie wiederum eigentlich nichts.
Aber
zu Beginn müssen wir Francis dann auch erst einmal wieder verlassen, als er
bemerkt, dass das Grauen von Dunfield wieder zurückgekehrt ist und bewegen uns
dafür aus der Gegenwart zurück bis ins Jahr 1954 (sowie etwas später auch ins
Jahr 1955).
Und
dort finden wir uns auf einem Kriegsschiff vor der Küste von Neufundland wieder
und treffen dort auf den Wissenschaftler Duncan und seinen Kollegen Muir, die
ein Experiment durchführen sollen, welches als Endresultat sich in zukünftigen
Kriegen eventuell auch als Waffe nutzen lassen könnte.
Innerhalb
dieses zweiten, größeren roten Fadens taucht man als Leser dann auch in die
Tagebuchaufzeichnungen von Duncan Campbell ein, in der wir nicht nur ihn und
den scheinbar genialen wie aber auch exzentrischen Wissenschaftler Muir
kennenlernen, sondern auch bald darauf
Zeuge werden, als das gesamtes Kriegsschiff samt der Mehrheit seiner Besatzung
durch den bösartigen Nebel zur unberechenbaren Falle wird.
Doch
selbst nach dieser schrecklichen Katastrophe ist Muir weiterhin davon
überzeugt, das mit oder durch den seltsam leuchtenden Nebel die Realität
vollständig verändert wird, weil mit ihm gleichsam eine Verbindung zu einem
vollkommen anderen Universum (oder gar dem Multiversum) entsteht, wo wiederum unsere
Gesetze von Raum und Zeit keine Geltung haben könnten.
Dies
lässt den Wissenschaftler nicht mehr los und so experimentiert er trotz aller
Warnungen seitens Duncan und sogar den offenen Drohungen der verängstigten
Einwohner weiter. Aber wohin führen ihn diese Experimente, die bisher nur
Schrecken, Tod und bizarre Veränderungen mit sich bringen?
Doch
dieser Schrecken ist nicht erst durch die Experimente seitens Muir auf dem
Kriegsschiff ausgelöst worden, denn der tödliche Nebel und die grausamen Kreaturen
im Meer scheinen sogar noch älter zu sein als man vielleicht bisher glaubte.
Indessen
setzen in der Gegenwart Francis und seine Kollegen George, Jimmy und Pat alles
daran, die Bewohner von Dunfield vor der Rückkehr des grausamen Nebels zu
retten.
Doch
nicht nur der immer wieder auftauchende seltsame Nebel bedroht die Menschen von
Dunfield, sondern eben auch der immer noch gnadenlos tobende Schneesturm.
- Das Grauen von Dunfield
- Autor: William Meikle
- ISBN: 978-3-95835-569-9
- Taschenbuch, ca. 276 Seiten
- Luzifer Verlag
-
Erstveröffentlichung:
März 2021
"Hölle könnte das passende Wort sein", antwortete er. "Denn in vielen Kulturen gibt es Geschichten über exakt dieses Phänomen. Dabei geht es um ein übernatürliches Wesen, das die Tore zur Wahrnehmung, zur Realität oder wie immer Sie es auch nennen wollen, beherrscht. Der an der Schwelle Sitzende, vielleicht haben Sie schon mal davon gehört?" (DAS GRAUEN VON DUNFIELD/Seite 157)
Zuerst sei hier schon einmal erwähnt, dass meine kurze
Beschreibung der Handlung sich vielleicht etwas kompliziert anhören könnte.
Denn die Handlung scheint recht komplex zu sein und mehrere Zeitebenen könnten
durchaus für zusätzliche Verwirrungen hinsichtlich der Handlung oder des
perfekten Lesefluss sorgen.
Diese Sorge kann ich ihnen allerdings gleich nehmen, denn
William Meikle legt hier als Autor einen überraschend flüssigen Schreibstil
vor, der mich quasi locker von Seite zu Seite fliegen ließ und mich auch
durchweg sehr an die Gesamthandlung zu fesseln wusste.
Jedenfalls hatte ich das Buch in erstaunlicher Zeit
beendet (wobei ich auch gestehen muss, dass ich eigentlich sogar ein eher
langsamer Leser bin) und hatte es in dieser Zeit auch kaum aus den Händen legen
können.
Bei der Handlung selbst fällt es auch nicht schwer,
Verbindungen zu den Werken seitens H.P. Lovecrafts ausfindig zu machen.
Dabei läge man allerdings auch völlig falsch, wenn man
meint, William Meikle würde hier Lovecraft eventuell (mehr oder weniger) nur
kopieren. Denn William Meikle setzt in „DAS GRAUEN VON DUNFIELD“ durchaus seine
ganz eigene Handschrift durch.
Allerdings könnte man im Hinblick des eigenwillig
agierenden Nebels auch grobe Ähnlichkeiten zum Horrorfilm „DER NEBEL“ (The
Mist/2007) von Stephen King, bzw. dessen Novelle in „SKELETON CREW“ (1985)
ziehen.
Und so oft man in der Handlung selbst auch mit Tentakeln
und einem möglichen kosmischen Hintergrund konfrontiert wird, so schafft es
William Meikle doch hier eine ganz eigenständige Handlung aufzubauen.
Man kann also sagen, Meikle liefert mit diesem Roman
sogar eine tiefe Verbeugung vor dem klassischen Vorbild des Kosmischen Horrors
ab, der ehemals seitens Lovecraft geprägt wurde.
Was „DAS GRAUEN VON DUNFIELD“ aber sicherlich auch so
fesselnd macht, ist diese besondere Atmosphäre, die William Meikle hier
zwischen den Zeilen erschafft und welche die Spannungsschraube wie auch den
Gruselfaktor langsam aber beständig weiter anziehen lässt, ohne dabei nun auf
möglichst bluttriefende Beschreibungen zurückgreifen zu müssen.
© by Konrad Wolfram

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