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Montag, 9. Dezember 2024

Die Todestür

Dorian Hunter 100

Die Todestür

von Earl Warren (Walter Appel)

Durch einen Zeitungsartikel wird Hunter auf einen Fall aufmerksam, bei dem dreizehn Kinder, die alle am selben Tag vor zwei Jahren geboren wurden, an dem auch Hunters Sohn Martin das Licht der Welt erblickte, seltsame Krankheitssymptome aufweisen.

Da die Kinder auch den Namen Luguri ausgesprochen haben sollen, steht für den Dämonenkiller fest, dass dieser einen Schlag gegen seinen Sohn plant. 

Er fährt sofort ins Krankenhaus, doch die Kinder sind inzwischen verschwunden. Dafür taucht Luguri auf und macht Andeutungen, die Hunters Befürchtungen bestätigen, bevor er wieder verschwindet. 

Während Hunter und Coco herauszufinden versuchen, wohin Luguri die Kinder entführt und was er mit ihnen vor hat, sorgt dieser dafür, dass Hunter in den Fokus der Medien gerät, indem er behauptet, das Schicksal der Kinder läge ins Hunters Händen und er müsse bestimmte Forderungen erfüllen, um sie zu retten.

Der Dämonenkiller wendet sich an die Londoner Freaks, von denen einer ihm schließlich einen Hinweis gibt, der ihn und Coco auf die Spur der Kinder bringt. Dabei handelt es sich um Geheimtüren mit einem Löwenkopf als Türklopfer, die in den vier Schlössern des Roderik Tabbogwan verborgen sein sollen, der dort in Form einer Seelenwolke sein Unwesen treibt.

Da man nicht weiß, in welchem Schloss Luguri die Kinder versteckt hält, teilt man sich auf und findet sie nach einer verlustreichen Suche und dem entscheidenden Hinweis Fred Archers schließlich.

Mithilfe des Ys - Spiegels kann Hunter zunächst die in der Wolke gefangenen Seelen befreien und schließlich auch die Kinder retten, welche Luguri mit einem Voodoo - Zauber dazu bringen wollte, Hunters eigentlich für Dämonen unerreichbaren Sohn zu töten. Als der Dämonenkiller ihn mit dem Spiegel angreift, flieht Luguri…

  • Erschienen am 26. Juni 2022
  • Erstveröffentlichung am 29. Juli 1976 als „Dämonenkiller Band 97“
  • Titel: Mark Freier

In diesem leider nur mäßig spannenden Roman darf Earl Warren sich mit dem Problem der wohl größten Schwachstelle des Dämonenkillers befassen und dessen Sohn, von dem der Leser bislang immer nur erfuhr, dass er “in Sicherheit” ist, erstmals in ernsthafte Gefahr durch die Gegenseite bringen.

Und obwohl das im Grunde eine nicht nur naheliegende, sondern durchaus brauchbare Idee für einen Einzelroman ist, hapert das Ganze auch diesmal wieder an der Tatsache, dass Luguris Plan bzw. dessen Ausführung viel zu kompliziert und aufwändig erscheint, vor allem aber an der inzwischen schon fast ärgerlichen und vorhersehbaren Lösung durch den übermächtigen Ys - Spiegel.

Zwar wird auch hier wieder betont, dass seine Anwendung extrem kräftezehrend ist, das hindert die Autoren aber nicht daran, ihn immer und immer wieder mehrfach einzusetzen.

Da wäre zunächst die Seelenwolke, welche vor dem Auftritt des Dämonenkillers als extrem gefährlich dargestellt wird, zumal auch Fred Archer hier in arge Bedrängnis gerät, worauf Hunter dann am Ende aber nur den Spiegel zücken muss, um die Seelen daraus zu befreien.

Dann hätten wir da noch den Voodoo-Zauber Luguris, den Hunter ebenfalls mit Unterstützung des Spiegels sehr schnell beendet, nachdem er die entsprechenden Puppen gefunden hat, und am Ende ist da natürlich noch Luguri selbst, dessen persönliches Erscheinen wie schon so viele Male zuvor nur von kurzer Dauer ist, da er wie immer sofort das Weite sucht, sobald er mit dem Spiegel konfrontiert wird.

An der Stelle hätte man die letzte Gelegenheit für einen wenigstens leidlich spannenden Schluss wahrnehmen und einen durch die bereits mehrfache Anwendung des Spiegels geschwächten Dämonenkiller darstellen können, der dem Erzgegner vielleicht mal ohne dieses Machtinstrument gegenübertreten muss.

Überhaupt muss man sich bei Luguri so langsam fragen, wie die anfänglichen Aussagen bzw. seine ursprüngliche Darstellung noch mit der jetzigen übereinstimmt. Wir erinnern uns, dass der angeblich mächtigste und sogar von den Mitgliedern der schwarzen Familie gefürchtete Dämon seinen eigenen Leuten vorwarf, sie seien verweichlicht und ihre Aktionen nicht effektiv genug.

Dabei kann man seine eigenen bisherigen Aktionen auch nur sehr wohlwollend als kleine Nadelstiche bezeichnen, die nur selten bis nie von Erfolg gekrönt waren. Ganz zu schweigen von diversen peinlichen Auftritten, welche diese Figur auch nicht bedrohlicher oder gefährlicher erscheinen lassen.

So gibt er den nach dem Kidnapping anwesenden Reportern hier allen Ernstes ein Interview (!), womit man diese Figur nun leider endgültig zur Lachnummer degradiert hat.

Für all diese Dinge kann der Autor nicht allzu viel. Warren liefert hier wieder handwerklich solide Kost ab, die Figuren sind, mal abgesehen von Luguri, stimmig dargestellt und vor allem bei den Freaks zeigt er wieder sein Händchen für das ungewöhnliche, extreme, was an frühere Abenteuer erinnert und diesen Roman in den ersten zwei Dritteln noch aufwertet.

Zwar wird der Schlussakt dann wie bereits erwähnt von den üblichen Zutaten aller Spannung beraubt, allerdings rechnet man auch schon nicht mehr mit anderen Lösungen, solange Hunter mit dem Ys - Spiegel vor der Brust herumläuft. Und da der Verfasser dieser Zeilen den weiteren Verlauf der Serie kennt, weiß er, dass es leider keine Aussicht auf ein baldiges Ende der übermächtigen Waffen gibt…

© by Stefan Robijn

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