Translate

Samstag, 17. Oktober 2026

Heftroman: Guardian

Das Haus Zamis 156

Guardian

von Michael M. Thurner

Kann Georg Zamis dem Wesen mit Namen Guardian wirklich trauen, wenn es um die Rettung von Coco Zamis und seiner Halbschwester Juna geht? 

Und wer ist dieser Guardian überhaupt, der scheinbar für das geheimnisvolle Hohen Gremium agiert.

Und so wachsen Guardian nicht nur Flügel wie bei einem Engel, sondern er nimmt Georg auch mit nach Sizilien bis zum Vulkan Ätna, wo er ihm ein Fenster in die Vergangenheit öffnet um Georg so seine Geschichte zu erzählen.

Der Alchimist John Dee im Jahre 1582: Für einen kurzen Moment gelingt es dem Alchimisten mittels der henochischen Sprache - der Sprache der Engel - und unter Hilfe des Medium Barnabas Saul ein magisches Ritual, bei dem eine erschreckende Kreatur in ihre Realität gelangt, welche sich selbst Anael nennt.

Doch je mehr sich Anael äußerlich in einen jungen, kraftvollen und gutaussehenden Menschen verwandelt, zerfällt der Körper von Barnabas Soul, da Anael diesem durch sie magische Verbindung die gesamte Lebensenergie entzieht.

In dem Augenblick jedoch, als Barnabas Leben bei der Beschwörung endet, wird auch Anael wieder zurück ins Elysium gezogen und verschwindet so für John Dee. Denn auch der ist noch nicht in der Lage die henochische Sprache perfekt anzuwenden.

Aber er ist sich sicher das Anael einer der göttlichen Erzengel sein muss. Darum setzt er alles daran, ein neues Medium anzuwerben, um das Ritual erneut und möglichst besser wieder zu vollziehen.

Nur sein Diener mit Namen Wütherich traut diesem angeblichen Engel nicht, den John Dee mit Hilfe von Barnabas beschworen hat. Trotzdem macht er sich auf Dees Anweisung auf nach London, um ein noch besseres magisches Medium aufzuspüren.

Und dazu kennt Wütherich sogar die richtige Adresse in London. Denn dort lebt auch seine große Liebe Loi Zamis, die jedoch auch sein Tod werden könnte, und die man in London nur die Heilige nennt.

Und von ihr erfährt er nach einer Nacht voller körperlicher Lust und Pein, wo er das Medium Edward Kelly finden kann. Und gemeinsam mit ihm setzt John Dee bald auch wieder ein neues magisches Ritual an, um Anael wieder aus dem Elysium in unsere Welt zu holen, auch wenn dessen Aufenthalt hier immer nur zeitlich begrenzt stattfinden kann.

Zumindest stirbt bei diesem Ritual Edward Kelly nicht wie damals Barnabas Soul, da John Dee für sich die henochische Sprache wesentlich verbessert hat. Doch Wütherich traut dem Engel Anael immer noch nicht wirklich über den Weg.

Und damit liegt er auch nicht so verkehrt. Denn Anael setzt alles daran, um John Dee und Edward Kelly zu manipulieren, um immer wieder in unsere Welt zu gelangen. Doch damit bringt der Engel auch das Hohe Gremium gegen sich auf. Doch was hat dies alles mit Guardian zu tun?

  • Veröffentlichung: Am 2. Oktober 2026
  • Autor: Michael M. Thurner
  • Titelbild: Mark Freier
  • Verlag: Bastei

„Er ließ sich verführen, weil er verführt werden wollte. Kelly hatte Sehnsucht nach dem, was in der himmlichen Spähre geschah. Er sehnte sich nach dem Mystischen. Nach einer Erhöhung. Nach der Begegnung mit dem Göttlichen.“ (Das Haus Zamis/Band 156, "Guardian"/Seite 43)

Der vorliegende Roman von Michael Marcus Thurner fängt eigentlich bei der Rückschau hinsichtlich des geheimnisvollen Guardian wirklich spannend an und wirft interessante Fragen auf, ohne dass diese zu Lasten einer stimmigen wie düsteren Atmosphäre gehen.

Alleine im letzten Drittel fängt die Spannungskurve dann jedoch irgendwie an zu schwächeln, da die Handlung keine wirklichen Höhen oder Tiefen mehr aufweisen kann.

Denn der Engel Anael scheint durchaus sehr manipulativ zu sein und in erster Linie auch seinen eigenen Interessen und Trieben zu folgen. Doch ein wirklicher Bösewicht ist er deshalb irgendwie nicht.

Eher wird er selbst verführt durch die Gefühle, welche er aus dem Elysium her nicht kennt. Und diese Gefühle und natürlich auch Möglichkeiten machen eben Süchtig.

Zum Verständnis sei hier bemerkt, das die Bezeichnung Elysium aus der griechischen Mythologie stammt und für einen paradiesischen Ort im Totenreich steht, wo nur Auserwählte wie etwa verstorbene Helden einen Zutritt haben, oder eben die, welche von den Göttern geliebt werden.

Das Auftauchen des Hohen Gremium sollte hier sicherlich die Spannung der Handlung noch einmal nach oben puschen. Nur leider macht  Michael M. Thurner hieraus nicht wirklich viel, so das auch dieses Element schnell in Sachen Spannung verpufft.

Doch damit schwindet leider dann auch die betont düstere Atmosphäre etwas, mit der die Handlung ebenfalls zu Beginn mehr als gut punkten konnte.

Der Roman an sich ist also durchaus empfehlenswert und lässt sich durchweg flüssig und interessant lesen. Doch das Element des Düsteren verliert hier neben der Spannung leider im letzten Drittel doch beachtlich an Einfluss auf die Handlung, was sicherlich schade ist.

Aber gut, ich drücke hier mal in diesem Kritikpunkt ein Auge zu, zumal die Serie „DAS HAUS ZAMIS“ langsam aber sicher in die Endrunde geht (bis zur Einstellung sind es wohl noch zwei Romane) und man sicherlich kaum noch hoffen darf, im Punkt des roten Handlungsfadens der Serie einen befriedigenden Abschluss in der Bastei-Reihe geboten zu bekommen.

© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare: