Das Haus Zamis 156
Guardian
von Michael M.
Thurner
Kann Georg Zamis dem Wesen mit Namen Guardian wirklich trauen, wenn es um die Rettung von Coco Zamis und seiner Halbschwester Juna geht?
Und wer ist dieser Guardian überhaupt, der scheinbar für das
geheimnisvolle Hohen Gremium agiert.
Und so wachsen Guardian nicht nur Flügel wie bei einem Engel, sondern er nimmt Georg auch mit nach Sizilien bis zum Vulkan Ätna, wo er ihm ein Fenster in die Vergangenheit öffnet um Georg so seine Geschichte zu erzählen.
Der Alchimist John Dee im Jahre 1582: Für einen kurzen
Moment gelingt es dem Alchimisten mittels der henochischen Sprache - der
Sprache der Engel - und unter Hilfe des Medium Barnabas Saul ein magisches
Ritual, bei dem eine erschreckende Kreatur in ihre Realität gelangt, welche
sich selbst Anael nennt.
Doch je mehr sich Anael äußerlich in einen jungen,
kraftvollen und gutaussehenden Menschen verwandelt, zerfällt der Körper von
Barnabas Soul, da Anael diesem durch sie magische Verbindung die gesamte
Lebensenergie entzieht.
In dem Augenblick jedoch, als Barnabas Leben bei der
Beschwörung endet, wird auch Anael wieder zurück ins Elysium gezogen und
verschwindet so für John Dee. Denn auch der ist noch nicht in der Lage die
henochische Sprache perfekt anzuwenden.
Aber er ist sich sicher das Anael einer der göttlichen
Erzengel sein muss. Darum setzt er alles daran, ein neues Medium anzuwerben, um
das Ritual erneut und möglichst besser wieder zu vollziehen.
Nur sein Diener mit Namen Wütherich traut diesem
angeblichen Engel nicht, den John Dee mit Hilfe von Barnabas beschworen hat.
Trotzdem macht er sich auf Dees Anweisung auf nach London, um ein noch besseres
magisches Medium aufzuspüren.
Und dazu kennt Wütherich sogar die richtige Adresse in
London. Denn dort lebt auch seine große Liebe Loi Zamis, die jedoch auch sein
Tod werden könnte, und die man in London nur die Heilige nennt.
Und von ihr erfährt er nach einer Nacht voller
körperlicher Lust und Pein, wo er das Medium Edward Kelly finden kann. Und
gemeinsam mit ihm setzt John Dee bald auch wieder ein neues magisches Ritual
an, um Anael wieder aus dem Elysium in unsere Welt zu holen, auch wenn dessen
Aufenthalt hier immer nur zeitlich begrenzt stattfinden kann.
Zumindest stirbt bei diesem Ritual Edward Kelly nicht wie
damals Barnabas Soul, da John Dee für sich die henochische Sprache wesentlich
verbessert hat. Doch Wütherich traut dem Engel Anael immer noch nicht wirklich
über den Weg.
Und damit liegt er auch nicht so verkehrt. Denn Anael setzt alles daran, um John Dee und Edward Kelly zu manipulieren, um immer wieder in unsere Welt zu gelangen. Doch damit bringt der Engel auch das Hohe Gremium gegen sich auf. Doch was hat dies alles mit Guardian zu tun?
- Veröffentlichung: Am 2. Oktober 2026
-
Autor:
Michael M. Thurner
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Er ließ sich verführen, weil er verführt werden wollte. Kelly hatte Sehnsucht nach dem, was in der himmlichen Spähre geschah. Er sehnte sich nach dem Mystischen. Nach einer Erhöhung. Nach der Begegnung mit dem Göttlichen.“ (Das Haus Zamis/Band 156, "Guardian"/Seite 43)
Der vorliegende Roman von Michael Marcus Thurner fängt
eigentlich bei der Rückschau hinsichtlich des geheimnisvollen Guardian wirklich
spannend an und wirft interessante Fragen auf, ohne dass diese zu Lasten einer
stimmigen wie düsteren Atmosphäre gehen.
Alleine im letzten Drittel fängt die Spannungskurve dann
jedoch irgendwie an zu schwächeln, da die Handlung keine wirklichen Höhen oder
Tiefen mehr aufweisen kann.
Denn der Engel Anael scheint durchaus sehr manipulativ zu
sein und in erster Linie auch seinen eigenen Interessen und Trieben zu folgen.
Doch ein wirklicher Bösewicht ist er deshalb irgendwie nicht.
Eher wird er selbst verführt durch die Gefühle, welche er
aus dem Elysium her nicht kennt. Und diese Gefühle und natürlich auch
Möglichkeiten machen eben Süchtig.
Zum Verständnis sei hier bemerkt, das die Bezeichnung
Elysium aus der griechischen Mythologie stammt und für einen paradiesischen Ort
im Totenreich steht, wo nur Auserwählte wie etwa verstorbene Helden einen
Zutritt haben, oder eben die, welche von den Göttern geliebt werden.
Das Auftauchen des Hohen Gremium sollte hier sicherlich
die Spannung der Handlung noch einmal nach oben puschen. Nur leider macht Michael M. Thurner hieraus nicht wirklich
viel, so das auch dieses Element schnell in Sachen Spannung verpufft.
Doch damit schwindet leider dann auch die betont düstere
Atmosphäre etwas, mit der die Handlung ebenfalls zu Beginn mehr als gut punkten
konnte.
Der Roman an sich ist also durchaus empfehlenswert und
lässt sich durchweg flüssig und interessant lesen. Doch das Element des
Düsteren verliert hier neben der Spannung leider im letzten Drittel doch beachtlich
an Einfluss auf die Handlung, was sicherlich schade ist.
Aber gut, ich drücke hier mal in diesem Kritikpunkt ein
Auge zu, zumal die Serie „DAS HAUS ZAMIS“ langsam aber sicher in die Endrunde
geht (bis zur Einstellung sind es wohl noch zwei Romane) und man sicherlich
kaum noch hoffen darf, im Punkt des roten Handlungsfadens der Serie einen
befriedigenden Abschluss in der Bastei-Reihe geboten zu bekommen.
© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen