John Sincair 2508
Im Würgegriff der Geisterfrau
von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)
Während
John Sinclair nach Dienstschluss im Supermarkt einkauft, wird er von seinem
Vorgesetzten Chief Inspector Tanner angerufen, weil ein neuer Mordfall
vorliegt.
Der
Geisterjäger fährt daraufhin zum Tatort, wo bereits sein Kollege Inspector
Ethan Murphy von der Mordkommission auf ihn wartet.
Am Tatort angekommen, wird John Sinclair in Gestalt von Jade Billings und ihrem Freund Aaron Harper mit gleich zwei übel zugerichteten Leichen konfrontiert...
...die
im Badezimmer und im Kleiderschrank des Schlafzimmers der Wohnung entdeckt
wurden.
Am
nächsten Morgen erfährt John Sinclair von seinem Vorgesetzten Tanner, dass die
beiden Mordopfer kürzlich in Japan aufgehalten haben.
Daraufhin
wird John Sinclair hellhörig und geht (aus welchen Gründen auch immer) sofort
davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen japanischen Rachegeist gehandelt
könnte.
Nach
einem Disput mit seinem Vorgesetzten, weil er ständig verspätet, betrunken
und/oder verkatert zum Dienst erscheint, bekommt er einen Anruf von Harry Stahl
aus Deutschland, wo in Köln die Leiche eines Mannes namens Simon Schroder von
seiner Frau entdeckt wurde, der genauso ermordet wurde wie Jade Billings und. Freund Aaron Harper.
Schröder
hat sich vor seinem Tod ebenfalls in Japan aufgehalten und wie die beiden
Mordopfer in London im Yatoni-Hotel in
Takayama gewohnt.
Daraufhin
entscheidet sich John Sinclair dafür, nach Japan zu fliegen, um der Sache auf
den Grund zu gehen…
- Erschienen am 1. August 2026
- Titelbild: Thomas Greiwe
Nachdem der Protagonist John Sinclair mal wieder ‚seitenlang‘
über vergangene Geschehnisse, Fälle etc. philosophiert und nachgedacht hat, hält
der Leser mit dem Roman „IM WÜRGEGRIFF
DER GEISTERFRAU“ nach „BLUTSAUGER AUS DEM TOTENREICH“ einen weiteren ziemlich
überflüssigen „JOHN SINCLAIR“-Roman in Händen, indem der Autor IAN ROLF HILL nicht
nur seine Vorliebe für Japan auslebt, sondern darin auch die Handlungen von
Horrorfilmen wie „THE RING“, „DARK WATER – DUNKLE WASSER“ etc. verarbeitet.
So wird letztendlich mit „IM WÜRGEGRIFF DER GEISTERFRAU“ eine nicht sehr gelungene Mischung aus
japanischen Horror- und Gangsterfilm präsentiert, die auf weite Strecken recht
langatmig und sehr konstruiert daherkommt.
Hinzu kommt, dass dieser „JOHN SINCLAIR“-Roman (wie viele
seiner Vorgänger) auch mal wieder mit diversen Ungereimtheiten zu kämpfen hat
und man sich schon die Frage stellt, was überhaupt SHAO (die doch nach Hongkong
ausgewiesen und gebracht wurde) sowie MANDRA KORAB (der schon seit vielen Jahren
nicht mehr in der Serie mitgespielt hat), der am Ende des Romans einen kurzen
Auftritt hat, darin zu suchen haben.
Shao wird von dem Autor IAN ROLF HILL wie aus dem Nichts aus
dem Hut gezaubert, die sich ‚zufällig‘ in Japan aufhält, um John Sinclair, der es mal wieder nicht alleine
auf die Reihe kriegt, seinen Gegner zu bekämpfen, vor dem Rachegeist zu retten.
Wird das jetzt zu einer obligatorischen Notlösung in der
Serie, dass der Geisterjäger ständig gerettet werden muss?
Das geht sogar so weit, dass es Shao mit ihren
Kung-Fu-Kenntnissen fast im Alleingang schafft, die auftauchenden drei japanischen
Gangstern auszuschalten, bis sie mit Hilfe eines Elektroschockers überwältigt
wird, da John Sinclair nicht fit genug ist, um gegen die drei Mitglieder der
Yakuza zu kämpfen.
Völlig wirr wird das Ganze, als sich Johns Füße nach
seiner Rettung vor dem Rachegeist in
Hände verwandeln. Da sind dem Autor IAN
ROLF HILL wohl aufgrund seiner Vorliebe für japanische Horrorfilme etc. die
Pferde durchgegangen.
Hinzu kommt, dass es ziemlich unglaubwürdig wirkt, dass
John Sinclair, nachdem sein Vorgesetzter ihm gesagt hat, dass sich Jade
Billings zusammen mit ihrem Freund Aaron Harper in Japan aufgehalten haben,
sofort davon ausgeht, dass ein japansicher Rachegeist für die Ermordung der
beiden verantwortlich ist. Denn dafür könnten auch diverse andere dämonische
Wesenheiten verantwortlich sein.
Wenig Sinn macht es zudem, dass Robert Grayson zusammen
mit John Sinclair nach Japan geschickt wird, um in dem Mordfall mit dem
Rachegeist zu ermitteln. Nicht nur, dass diese Figur völlig unsympathisch ist
und er seinen Kollegen nicht ausstehen kann, hat Grayson auch überhaupt keine
Erfahrung im Kampf gegen die Mächte der Finsternis.
Soll dieser Grayson damit etwa als neuer Partner von John
Sinclair aufgebaut bzw. etabliert werden?
Außerdem nervt es gewaltig, dass der Protagonist John
Sinclair ständig säuft, verspätet oder betrunken und/oder verkatert zum Dienst
erscheint.
Denn weder machen ihn seine privaten und beruflichen Probleme
noch die Sauferei sympathischer. Stattdessen ist genau das Gegenteil der Fall. Denn
John Sinclair mutiert langsam zum ständig jammernden Weichei, der überhaupt
nichts mehr auf die Reihe kriegt.
Was man als Leser auch im Hinterkopf behalten sollte,
ist, dass die Sonderabteilung von Leuten
aus dem Innenministerium sowie von Leuten aus der Metropolitan Police)
aufgelöst wurde (wobei man als Leser immer noch nicht weiß bzw. erfahren hat,
wer diese Leute überhaut sind), um John
Sinclair kaltzustellen.
Daher ist es völlig unrealistisch, dass diese Leute, die
für die Auflösung der Sonderabteilung verantwortlich sind, nicht erfahren, dass
John Sinclair immer noch in übersinnlichen Fällen ermittelt.
Aus diesem Grund sollte sich der Autor IAN ROLF HILL
endlich mal eine vernünftige Lösung einfallen lassen, wieso John Sinclair
überhaupt noch in solchen Fällen ermitteln kann bzw. darf, und trotz, dass er
nur noch ein ‚normaler‘ Inspektor der Mordkommission ohne Sondervollmachten
ist, immer noch durch die Weltgeschichte reisen kann bzw. darf. Denn sonst wird die Horror-Serie „GEISTERJÄGER JOHN
SINCLAIR“ völlig unglaubwürdig.
© by Ingo Löchel
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