Tales to Astonish 44
Der erste
Auftritt der Wespe
Henry
Pym wird von seiner jüngsten Vergangenheit wieder einmal eingeholt. Denn noch
immer hängt sein Herz an seiner jungen Ehefrau Maria Trovaya, die einst mit
ihrem Vater aus dem kommunistischen Ungarn in die USA geflohen ist.
Als sie nun als Maria Pym mit Henry in den Flitterwochen nach Ungarn reist, um noch einmal die Stätte ihrer Kindheit zu besuchen, kommt es zur Katastrophe.
Denn das politische System hat sie nicht vergessen. Und so wird Henry Pym niedergeschlagen und Maria wird kurze Zeit danach Tod aufgefunden.
Man
hatte sie durch die Geheimpolizei als Verräterin am Sozialismus kaltblütig
ermordet. Und genau dies gab damals den Ausschlag für Henry Pym, seine
Wachstumsforschungen voranzutreiben, um sie auch als Waffe gegen jede Form der
Tyrannei nutzen zu können.
Das
er hierdurch dann als Ant-Man zum kleinsten Superhelden werden würde, war ihm
damals allerdings noch nicht bewusst gewesen. Doch wer würde seinen Kampf
weiterführen, wenn ihm bei seinen Kämpfen gegen das Böse in jeglicher Form
etwas zustoßen würde?
Kurz
entschlossen entwickelt er deshalb künstliche Zellen, mit denen ein möglicher
Kampfgefährte zur menschlichen Wespe werden könnte. Allerdings besteht auch die
Gefahr darin, das er einem möglichen Partner hierfür im Vorfeld seine
Geheimidentität offenbaren müsste, was aber ebenfalls eine Gefahr darstellen
könnte.
Diese
Entscheidung wird jedoch Pym durch das Schicksal abgenommen. Denn die junge und
für ihn eher verwöhnte Tochter des befreundeten Wissenschaftler Vernon van Dyne
ruft ihn an. Denn jemand oder etwas hat auf schreckliche Weise ihren Vater
getötet, welcher mit seinen Forschungen Kontakt zu fremden Lebensformen im All
aufnehmen wollte.
Zurück
blieb in dessen Labor nur ein recht seltsamer Nebel, der die Ameisen von
Ant-Man geradezu zwingt, nicht weiter in diesen Fall auf der Seite von Pym mit
einzugreifen. Der verspricht als Ant-Man Janet auch, sich dieses Fall trotzdem
anzunehmen.
Insgeheim
erinnert Janet van Dyne ihn sogar an seine verstorbene Frau Maria. Doch
versucht Henry Pym sich nicht in Janet zu verlieben, weil sein Herz immer noch
an Maria hängt und er einen weiteren Verlust einer geliebten Frau nicht
ertragen würde.
Da
jedoch Janet unbedingt Rache nehmen will, offenbart sich Henry Pym ihr kurz
darauf und macht sie zu seiner Kampfgefährtin, indem er ihr die künstlichen
Zellen unter die Haut setzt und sie so zur menschlichen Wespe macht, die nun zu
seiner Partnerin Wasp wird.
Gemeinsam greifen sie dann die Kreatur aus dem Kosmos an, die sich bereits erfolgreich an der Washington Bridge gegen das eher hilflose Militär durchgesetzt hat.
Dann
erkennt Pym jedoch, das diese Kreatur aus lebendiger Ameisensäure besteht,
worauf er die Munition einer Waffe mit einem Stoff modifiziert, welche
Ameisensäure vollständig zersetzt…
- Erschienen im Juni 1963
- Autor: Stan Lee & H. E. Huntley
- Zeichner: Jack Kirby
- Vertieb: Hachette Collections SNC
- Band Classic 1: Marvel Origins - Die Sechzigerjahre (2015)
-
Erster
Auftritt von Janet van Dyne als Wasp
Im Grunde ist die "Kreatur vom Kosmos" hier
eigentlich nichts weiter als ein Aufhänger, um den Superhelden Ant-Man auf eine
breitere Basis bei seinen Fans zu stellen. Schließlich ist es bei Marvel
(entgegen den damaligen Superhelden im DC-Universum) der besondere Kick für die
Fans, den jeweiligen Figuren möglichst mehr Tiefe durch persönliche Probleme zu
geben.
Denn man erfährt nun nicht nur, das Henry Pym schon
einmal mit der ungarischen Maria Trovaya verheiratet war, die mit ihrem Vater
vormals vor den Kommunisten in die USA geflohen ist. Dieses politische System
hat jedoch sie und ihren Vater nicht wie erhofft vergessen. Und das wird ihr
und Pym nur zu brutal vor Augen geführt.
Dies ist auch der nachträgliche Kern dieser Geschichte,
weshalb Henry Pym überhaupt den Weg des kleinsten Superhelden eingeschlagen
hatte. Hinzu kommt nun, das er, falls ihm etwas zustoßen sollte, einen Partner
benötigt, der seinen Kampf gegen Unrecht und Tyrannei dann fortführen würde.
Doch dafür müsste Pym aber auch seine Geheimidentität dieser Person offen
legen.
Das er diesen "Partner" nun in Janet van Dyne
findet, verdankt er weniger dem Zufall, sondern der Forschung ihres Vaters
Vernon van Dyne, welcher mit anderen Lebensformen aus dem Weltraum Kontakt
aufnehmen wollte.
Dies gelang ihm sogar, doch diese grässliche Kreatur aus
lebendiger Ameisensäure, die er damit anlockte, ist auch gleichzeitig sein
Todesurteil, worauf seine junge Tochter Janet Rache schwört.
Viel Mühe hatte sich Jack Kirby bei der Darstellung
dieser eher riesenhaften kosmischen Kreatur deshalb nicht wirklich gemacht, da
sie ja eigentlich nur Mittel zum Zweck für diese Story um Ant-Man und der
Einführung von Janet van Dyne war. Und so sieht die Kreatur auch eher aus wie
ein grüner Blob, dem man eben nur noch Augen und einen Mund verpasst hatte.
Aber auch dessen Vernichtung ging hier eigentlich recht
unspektakulär von statten, was allerdings nicht einmal wirklich negativ
auffällt, weil man als Leser eher mit einigen neuen wie spannenden
Informationen zu Henry Pyms Vergangenheit belohnt wird und dieser in dieser
Ausgabe auch zum ersten mal auf seine neue Partnerin trifft, in die er sich
aber eigentlich noch nicht verlieben will, weil sein Herz immer noch an seiner
verstorbenen Frau hängt.
Und so liegt der Schwerpunkt der Ausgabe 44 von „TALES TO
ASTHONISH“ nicht wirklich in der
Auseinandersetzung mit einer kosmischen Kreatur, sondern in der dunklen
Vergangenheit eines bekannten Helden und der Einführung einer neuen weiblichen
Heldin als zukünftigem Sidekick von Ant-Man.
© by Konrad Wolfram

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