John Sinclair 2503
Der Bestatter
von Ian Rolf Hill (Florian Hilleberg)
Im
Epping Forest entdecken Spaziergänger die lebendig begrabene Carrie Scott,
wodurch die Frau gerettet werden kann.
Bei
der Tatortuntersuchung entdeckt die Polizei die Überreste von mehreren Leichen,
die ebenfalls lebendig begraben wurden, was Chief Inspector Tanner und John
Sinclair von der Mordkommission auf den Plan ruft.
Nach der Tatortbesichtigung fährt John Sinclair ins „Whipps Cross University Hospital“...
...wohin Carrie Scott gebracht wurde, um mit der Frau zu sprechen, die ihm
allerdings nicht viel erzählen kann, außer, dass der Täter gestottert hat.
Während
Tanner bei seine Ermittlungen auf den Bestatter Raoul Thompson als möglichen
Täter stößt, durchsucht John Sinclair zusammen mit Bill Conolly die Gegend um die Fundorte der
Leiche im Epping Forest und stoßen dabei auf einen Todesengel von Asmodina…
- Erschienen
am 27. Juni 2026
Schon zu Beginn des Romans fragte ich mich nicht zum
ersten Mal, warum man als Leser in jedem „JOHN SINCLAIR“-Roman ständig
ausführlich über die Ereignisse der vorangegangenen Romane ‚informiert‘ werden
muss, was für die Handlung des Romans „DER BESTATTER“ überhaupt nicht notwendig
ist.
Zudem wird man als Leser (wie in jedem „JOHN SINCLAIR“-Roman)
auch immer wieder auf Ereignisse ‚erinnert‘, die schon viele Jahre
zurückliegen. Was ebenfalls für das Verständnis der Geschichte des Romans
überhaupt nicht vonnöten ist.
Sollte nicht jeder Roman der Serie „GEISTERJÄGER JOHN
SINCLAIR“ so geschrieben sein, dass ihn jeder Leser ohne Vorwissen lesen und
verstehen kann?
Mit “DER BESTATTER” präsentiert der Autor IAN ROLF HILL einen handlungsarmen
Kriminalroman im Gewand eines „JOHN SINCLAIR“-Romans, der zudem sehr langatmig
geschrieben wurde, so dass ich auch hier mal wieder den Drang verspürte, den
Roman einfach beiseite zu legen, um ihn nicht weiter lesen zu müssen.
Zumal das einzige ‚Horror-Element‘ im Roman, das Auftauchen des Todesengels im Epping
Forest ist, wodurch der Roman aber auch nicht viele besser wurde.
Neben den sehr schleppend anlaufenden Ermittlungen, wird
man als Leser ständig mit den Problemen des Protagonisten sowie mit den ‚Problemen‘
von Bill und Sheila Conolly konfrontiert, was die sowieso schon sehr dünne und
langweilige Handlung des Romans zusätzlich unnötig in die Länge zieht.
John Sinclair hat noch seinen Job bei Scotland Yard
(obwohl er degradiert und die Sonderabteilung geschlossen wurde) und die
Conollys mussten zwar in die Villa von Jane Collins einziehen, die die
Privatdetektivin von der Horror-Oma geerbt hat, aber nagen (trotz Sheilas
Verlust ihrer Firma und des Hauses) nicht am Hungertuch, da Bill Conolly als
Reporter sehr gut verdient.
Also, was soll dieses ganze rumgejammere?
Zudem muss ich sagen, dass die Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ irgendwie überhaupt keinen Sinn mehr ergibt bzw. mehr macht.
Denn wieso zaubert der Autor IAN ROLF HILL im Roman plötzlich
einen Todesengel der Teufelstochter aus dem Hut, die doch alle vernichtet
wurden? Und das bereits im Roman „BRING MIR DEN KOPF VON ASMODINA“ (JS 202,
erschienen am 17. Mai 1982).
Und nicht nur, dass die Neuausrichtung der Serie komplett
an die Wand gefahren wurde, hat sich trotz der ‚dramatischen‘ Ereignisse rund
um das „John Sinclair“-Team in der Serie im Grunde nichts oder so gut wie gar nichts
geändert.
Denn der Autor IAN ROLF HILL baut unter anderem mit
Asmodina eine Nachfolgerin für Lilith auf, die die Serie ebenfalls zu
dominieren scheint und anscheinend wie Lilith alles weiß und alles plant.
Damit macht der Autor IAN ROLF HILL im Grund nur da weiter, wo er nach dem Ende von Lilith aufgehört hat und wiederholt damit nur all das, was er bereits all die Jahre mit Lilith verbrochen hat, was ich persönlich nicht nur äußerst langweilig und nichtssagend, sondern auch noch ziemlich ideenlos finde.
Damit geht auch mit der nervigen und die undurchschaubaren Intrigenspinnerei in der Serie weiter, wie man sie noch aus den Zeiten mit der Dämonin Lilith kennt. Also, ist im Grunde alles wieder beim Alten.
Wo sind also all die tollen neuen Ideen für die Serie?
Außer Wiederholungen bzw. Spesen nichts gewesen?
Zudem frage ich mich, ob John Sinclair (weltweit) keine
Verbündeten mehr hat, die ihn unterstützen könnten und ihm bei seinem Problem,
insbesondere mit Asmodina helfen könnten. Spontan fielen mir da eine Menge
Namen ein.
Und wieso gurkt der Geisterjäger immer noch bei Scotland
Yard herum? Wieso arbeitet er zum Beispiel nicht für die Weiße Macht oder macht
sich selbständig? Er hat doch Geld geerbt…
© by Ingo Löchel
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