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Dienstag, 21. Juli 2026

Das Schloss der Medusa

Gespenster-Krimi 203

Das Schloss der Medusa

von Earl Warren (Walter Appel)

1892: Da Jack the Ripper, oder besser gesagt, Dr. Anthony Bridenhope sogar einer der Leibärzte von Queen Victoria war, wurde der Dirnenmörder unter falschem Namen und unter hohen Sicherheitsauflagen ins berüchtigte Gefängnis von Dartmoor gesperrt.

Offiziell gilt er zwar als spurlos verschwunden, doch der Ripper kann nun aus Dartmoor fliehen und versucht sich nun in Calmoran Castle zu verstecken, wo er sich aus Jugendtagen bestens auskennt.

Auch der junge Inspektor Harold "Harry" Worden, der damals bei der Festnahme von Jack the Ripper beteiligt war, soll nun auf Anweisung von Superintendent Sir Archibald Hoggs Jack the Ripper wieder einfangen, ohne dabei die Geheimhaltung zu dessen Person zu beschädigen.

Der Ripper macht in den weiträumigen Kellergewölben von Calmoran Castle allerdings bald selbst eine schreckliche Entdeckung. Denn der verstorbene Earl of Calmoran, welcher als Okkultist unter dem Namen "Schwarzer Earl" bekannt war, hatte die Medusa aus der Unterwelt heraufbeschworen. Und die steht nun leibhaftig vor ihm.

Schnell lässt sie nun auch Jack the Ripper versteinern, um weitere Kräfte zu sammeln. Denn auch Stephen Calmoran, der ältere Bruder der zwanzigjährigen Janet Calmoran, ist ihr bereits zum Opfer gefallen.

Als Inspektor Harry Worden und Konstabler Mackenzie auf Calmoran Castle eintreffen, funkt es indessen sogleich zwischen ihm und Janet, welche vorher in London unter dem Pseudonym Lily Aberdeen sich als Schauspielerin am Theater versucht hatte.

Auf dem Schloss selbst, trifft man derweil auf immer mehr Merkwürdigkeiten, So steht im kleinen Garten seit kurzem eine lebensechte Statue von Janets Bruder. Jedoch weiß auch das Personal nicht, wo diese plötzlich hergekommen ist. Und nicht lange darauf, steht plötzlich auch eine Statue des Jack the Ripper dort.

Doch auch ein Angriff der teuflischen Gorgone selbst lässt nicht lange auf sich warten. Doch Janet gelingt es sie in die Flucht zu schlagen, da die Medusa offensichtlich etwas geschwächt auf die Jungfräulichkeit von Janet reagiert. Nur Konstabler Mackenzies Beine scheinen fasst bis zu den Knien zu versteinern und kurz danach zu zerfallen.

Am Ende ist man gezwungen, Mackenzies mit einer Kutsche ins Krankenhaus zu bringen, wobei alle Bewohner von Calmoran Castle die Flucht ergreifen müssen. Dabei wird die Kutsche auch von einem geflügelten Zerberus angegriffen, den Harry allerdings mit Weihwasser und einem Kreuz zumindest wieder in die Flucht schlagen kann.

So wirklich glauben will man Harry und Janet in London allerdings ihre Geschichte nicht, doch will man Harry Worden und eine größer Einheit von Männern zu einem Himmelfahrtskommando ausschicken, was dieser jedoch kategorisch ablehnt.

Janet kommt indessen auf die Idee, den Schriftsteller Arthur Conan Doyle, den Erfinder der Romanfigur Sherlock Holmes, um Rat zu bitten. Helfen kann dieser aber Janet und Harry auch nicht.

Doch er schickt sie zu Dr. Winfield Scott, der als alternder Okkultist und Mythologe bekannt ist. Doch weiß dieser, wie man die Medusa stoppen kann, deren Macht bereits immer mehr zu wachsen scheint?

  • Roman Veröffentlichung: Am 18. Juli 2026
  • Autor: Earl Warren (Walter Appel)
  • Ein Einzelroman

"Herr und Satan, hilf mir aus meiner Not. Ich will weiter morden und Böses tun. Hier sind mir die Hände gebunden. Hier verfaule ich bei lebendigem Leib." (Gespenster-Krimi/Band 203, "Das Schloss der Medusa"/Seite 2)

Der Altmeister Walter Appel hat unter seinem recht bekannten Pseudonym Earl Warren wieder einmal zugeschlagen und dem „GESPENSTER-KRIMI“ einen neuen Roman beschert. Und das gilt es zu würdigen, denn mit Jahrgang 1948 ist auch dieser Autor nicht unbedingt mehr ein junger Hüpfer im schriftstellerischen Geschäft.

Insgesamt aber kann ich sagen, das Romane von Walter Appel aka Earl Warren für mich früher schon oft eine kleine Offenbarung in Sachen Ideenfindung, Spannung und Umsetzung waren.

Ganz im Gegensatz z.B. zu Helmut Rellergerd aka Jason Dark, der es früher zwar auch mitunter gute Romane schrieb, aber für meine Begriffe leider auch schlicht zu oft viele Romane bei seiner eigenen Serie „JOHN SINCLAIR“ spannungfrei und unlogisch hinschludern konnte.

Und das hohe Niveau gelang Walter Appel eben nicht nur im Bereich der Gruselromane, sondern auch z.B. im Abenteuerbereich, wie bei seiner leider nur kurzweilige "Indiana Jones" ähnlichen Serie „ROBERTA LEE“ (2010 - 2011) aus dem Kelter Verlag.

Natürlich fragt man sich hier aber in diesem Roman zuerst schon, was in einem Gruselroman über eine Gorgone nun Jack the Ripper zu suchen hat? Oder wieso spukt die Medusa aus der griechischen Mythologie überhaupt in einem düsteren Schloss in England?

Aber man kann sicher sein das Walter Appel nicht einfach gewisse Figuren der Mythologie einfach nur kräftig aber unlogisch durchmischt, sondern er liefert bei aller Phantastik in der Handlung trotzdem für seine Leserschaft immer auch logisch nachvollziehbare Erklärungen.

Und so findet man hier sogar eine nette Love Story mit humorvollen Einlagen, einen Einblick in die eher verlogenen Moralvorstellungen der viktorianischen Epoche bis hin zu Robert Louis Stevensons Lied der Piraten aus dessen Roman „DIE SCHATZINSEL“ (Erstdruck 1881 als Mehrteiler bis 1882), welche die Darstellung des Zeitalter lebendig und interessant abrunden, ohne dabei negativ an der Spannung zu kratzen.

Gesamt betrachtet zeigt der Autor Walter Appel hier also auch im hohen Alter, das er noch heute einer der wohl besten Autoren aus dem Bereich des Heftroman ist. Von daher kann ich hinsichtlich des Romans „DAS SCHLOSS DER MEDUSA“ hier nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

© by Konrad Wolfram

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