Das rote Zimmer
von Mark Dawson
Atticus
Priest wird zu einem Fall hinzugezogen, bei dem ein Mann vom Turm einer
Kathedrale gestürzt ist, und muss sich zunächst mit der Frage befassen, ob es
sich wirklich um einen Unfall, um Selbstmord oder um Mord handelt.
Zur
gleichen Zeit taucht ein 20 Jahre altes Video auf, in dem der Mann ein Kind in
einem rot beleuchteten Raum missbraucht, und es kommt zu weiteren Todesfällen
mit begleitenden Videos, worauf die Polizei einen Unfall und Selbstmord
ausschließt.
Im Zuge der Ermittlungen wird Priest irgendwann klar, dass er es wieder mit seinem alten Schachgegner “Jack of hearts” zu tun hat, der möglicherweise damals eines der Opfer war...
- Erschienen am 28. November 2023
- Atticus Priest 3
- 548 Seiten
-
Amazon
Selfpublishing
Wie der Titel bereits vermuten lässt, setzt der dritte
Band der Priest - Serie die Handlung des zweiten Bandes unmittelbar fort, in
dem es bereits um die ersten Opfer jener Täter ging, deren Videos hier
auftauchen.
Wurden diese im zweiten Band noch erpresst, so werden sie
hier von einem der Opfer (wie man früh vermutet) getötet und mit einem Video,
das unmittelbar nach der Tat an die Öffentlichkeit gelangt und den Missbrauch
bezeugt, posthum in Verruf gebracht.
Wie bereits in den beiden vorherigen Bänden gelingt es
Priest auch hier wieder sehr schnell, Hinweise und Spuren zu finden, welche von
den Cops übersehen wurden. So kommt er dann auch relativ früh seinem ehemaligen
Schachgegner auf die Spur, den man bereits aus dem ersten Band kennt, und dessen
Identität dem Leser am Ende endlich offenbart wird.
In einer Nebenhandlung erfährt ein prominenter TV - Star
von der Existenz der Videos, wobei hier schnell offensichtlich ist, dass es
sich auch bei ihm um einen der damaligen Täter handelt.
Zwar ist die Idee, einen bekannten und beliebten TV -
Star als einen der Kunden / Täter zu präsentieren durchaus brauchbar, jedoch
wird das Ende dann offen gelassen, weshalb dieser Strang auch weniger Seiten
hätte beanspruchen können.
Anders als in den ersten Bänden ist die Lösung diesmal
recht früh vorhersehbar, auch wenn Dawson diese mit einem Fall verknüpft, bei
dem es zu Anfang scheinbar keinen direkten Zusammenhang mit den Morden und den
Videos gibt, um hier noch einen kleinen, unerwarteten Twist einzubauen.
Insgesamt kann aber auch das dritte Buch wieder überzeugen, da Dawson sein Handwerk versteht und der Spannungsbogen von der ersten bis zur letzen Seite konstant im oberen Bereich bleibt.
Das Finale kommt diesmal nur etwas abrupt und überhastet
daher, angesichts dieser doch recht komplexen Thematik.
Andererseits wird es nun auch mal Zeit für einen neuen
Fall, mit dem Atticus sich im vierten Band “Und alle Teufel hier” befasst.
© by Stefan Robijn
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