Das Haus Zamis 151
Die Büchse der Pandora
von Logan Dee
(Uwe Voehl)
Der
Obdachlose Johnny Holzpichler hat schon so manches ungewöhnliche an diversen
gruseligen Orten in Wien erlebt. Doch bei dem seit langem verlassenen Cafe
Zamis begegnet er nun dem absoluten Bösen in Form von Monsignore Tatkammer.
Und der verwandelt Johnny in einen der äußerlich immer noch menschlich aussehenden Kreaturen im Dienste seines dunklen Gott Abraxas, welche seit kurzem die Villa Zamis förmlich belagern und den noch lebenden Familienmitgliedern auflauern.
Allerdings
wird Johnny von Coco heimlich in die Villa geschleppt, um ihn wegen der Pläne
von Abraxas gegen die Zamis auszufragen. Doch die finstere Kreatur, die nun aus
Johnnys menschlicher Hülle platzt, ist selbst für die Zamis kein so leichter
Gegner.
Doch
um den Kampf in Wien zu gewinnen, der schon Adalmar und Lydia Zamis Leben
gekostet hat, sollen die noch verschollenen Familienmitglieder Georg und Juna
deren Reihen wieder auffüllen.
Allerdings,
so weiß Michael Zamis nun durch die Dämonin Chloe Chantalle, sind Georg und
Juna Gefangene des französischen SEK gegen dämonische Umtriebe in Paris.
Und
deren Chef Alain Jospin schreckt auch nicht davor zurück, mittels eines Freaks
gefangene Dämonen bis in den Tod zu foltern, um die Höllenbrut in seiner Stadt
erfolgreich dezimieren zu können.
Und
so machen sich Michael und Thekla, sowie Coco und Merle Zamis mit der Kreatur
Grokk (welches einst Johnny war) und dem Vampir-Chauffeur Riccardo auf nach
Paris, um Georg und Juna aus den Fängen von Jospin und dessen spezielle SEK zu
retten.
Doch
hierzu benötigen sie auch die Hilfe der Dämonin Chloe Chantalle, dem Oberhaupt
der Schwarzen Familie von Paris. Und die steht zwar bei Asmodi bereits mit dem
Rücken an der Wand, weil Alain Jospin und sein SEK den Dämonen in Paris schon
mehr als nur empfindliche Rückschläge beigebracht hatte.
Trotzdem
versucht sie nun Michael Zamis auch noch aus purer Machtgier unter ihre
Kontrolle zu zwingen. Doch hier hat die Gorgone die Rechnung nicht mit Thekla
Zamis gemacht, welche der alten Chantalle eine empfindliche Niederlage
beibringt und so auf die harte Tour ihre Zusammenarbeit gegen Jospin und seine
Organisation erzwingt.
Doch der Plan den sie zur Rettung von Georg und Juna schmieden, scheint schon im Keim zu ersticken. Denn Coco, welche Jospin mit einem Trick eigentlich unter ihren hypnotischen Befehl bringen soll, scheitert an seinem weißmagischen Kruzifix, welches er ihr umhängt.
Und
nur durch die Hilfe ihrer Mutter Thekla gelingt es, Coco zu retten und Jospin
doch noch unter Kontrolle zu bringen, um mit einer Armee weiterer Dämonen das
extrem geschützte Hauptquartier anzugreifen. Doch können sie Juna und Georg
wirklich noch lebend retten?
So
ganz nebenbei erfährt Coco aber auch die Geschichte darüber, wie das Gemälde um
die sieben Todsünden 1959 in die Hände von Michael Zamis gelangte und warum er
es damals heimlich in dem Gebäude unterbrachte, welches später durch Coco zum
Cafe Zamis wurde.
- Veröffentlichung: Am 25. Juli 2026
- Autor: Logan Dee (Uwe Voehl)
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Ich schätze, dass die weichen Sitze mit Menschenhaut überzogen waren, denn wenn ich genau hinhörte, vernahm ich noch immer die wimmernden Stimmen ihrer Seelen.“ (Das Haus Zamis/Band 151, "Die Büchse der Pandora"/Seite 20)
Der Roman „DIE BÜCHSE DER PANDORA“ ist wirklich
interessant aufgebaut, auch wenn er hier und da einige wenige Mängel aufweist. Denn plötzlich kramt der Autor Logan Dee hier nochmals
Monsignore Tatkammer hervor, der doch im letzten Roman eigentlich ohne Not bereits
entsorgt schien. Nur wirklich gut genutzt wurde die ehemals gut aufgebaute
Figur auch hier nicht.
Und ganz nebenbei hätte man statt Adalmar oder Lydia
lieber gleich Michael Zamis sterben lassen sollen, denn dessen völlig
überhebliche Art nervt mittlerweile gewaltig.
Dafür bekommt man allerdings einen recht gut aufgebauten
Showdown im finalen Bereich geboten, wo unter mit Hilfe der dämonischen Sippen
der Dämonenführerin Chloe Chantalle in Paris gleich die Zentrale des SEK gegen
dämonische Umtriebe blutig auseinandergenommen wird, wobei auch dessen Chef
Alain Jospin das Zeitliche segnet.
Denn Jospin und sein spezielles SEK ging zwar rigoros
gegen Dämonen in Paris vor, die auch dort sicherlich keine Chorknaben sein
dürften, wirkten aber wegen der bei dieser Institution angewendeten
Foltermethoden auch nicht gerade sympathischer als die Höllenwesen.
Leichtes Kopfschütteln bekam ich indessen wieder mal
wegen Coco Zamis, die auf Jospin wegen der Befreiungsaktion von Georg Zamis und
Juna angesetzt wurde, aber auch gleich an seinem magischen Kruzifix scheiterte
wie eine Anfängerin. Das Michael Zamis sie daraufhin als Versagerin ansieht,
kommt irgendwie dann wohl doch nicht so ganz von ungefähr.
Und dann wäre da noch die Verwandte Merle Zamis, die zwar
hier mit nach Paris aufbricht, dann aber in der spannenden Phase gegen das SEK
in der Handlung eigentlich keine Rolle mehr spielt.
Aber gut, man soll auch nicht zu viel kritisieren, denn
an sich war die Handlung hier trotzdem spätestens mit dem Wechsel nach Paris
ein spannendes wie kurzweiliges Vergnügen, auch wenn es eigentlich wieder mal
an einem wirklich starken Gegner fehlte.
Ob dies die Zamis-Sippe aber trotzdem im Kampf gegen
Abraxas in Wien wirklich weiter hilft, werden wir wohl erst im nächsten Band 152
erfahren, welcher den Titel „WIENER BLUT“ trägt.
© by Konrad Wolfram

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