Das Haus Zamis 150
Hexenjagd
von Logan Dee
(Uwe Voehl)
Coco
Zamis flaniert inzwischen in Hamburg an der sündigen Meile herum und trifft im
Hotel West die junge und etwas füllige Merle, welche selbst für Coco
offensichtlich zur dämonischen Schwarzen Familie gehör.
Schnell
fangen beide an sich anzufreunden. Dabei erfährt Coco auch, das Merle hier für
ihren Vater den Dämon Lasse Sieveking ausspionieren soll, der in Hamburg das
Oberhaupt der Schwarzen Familie ist.
Doch der freundliche Plausch zwischen Merle und Coco beim Frühstück, erfährt ein extremes Ende.
Denn Coco empfängt einen brutalen Todesimpuls. Nur weiß sie
nicht, wer aus ihrer Familie gestorben ist, als sie deshalb in Ohnmacht fällt.
als
Coco wieder aufwacht, ist sie im Haus von Merles Familie. Und die stellt sich
als Verwandtschaft heraus. Denn auch ihr Vater Henri, dessen Gattin Florentine,
der älteste Sohn Joris und die Tochter Fenja, sowie die jüngeren siamesischen
Zwillingen Max und Peer gehören zur weitläufigen Familie der Zamis.
Doch
warum hatte ihr Vater Michael Zamis nie ein Wort über die Familienangehörigen
in Hamburg verloren, welche bis auf Merle offenbar alle Vampire sind?
Solche
Fragen muss Coco aber erst einmal hinten anstellen. Denn ein weiterer heftiger
Todesimpuls ereilt Coco. Als sie so aus einer weiteren Ohnmacht erwacht, ist es
der Avatar von Michael und Thekla Zamis, welche Coco dazu auffordern, gemeinsam
mit Merle nach England zu reisen, um festzustellen, wer dort Lydia und Adalmar
Zamis getötet hat.
Denn
dort wurde Lydia vom Dämon Barron Folder und weiteren Anhängern von Abraxas bei
einer Hexenjagd im Wald wie ein Wild gehetzt und danach über einen längeren
Zeitraum auf einem besonderen Scheiterhaufen zu Tode gequält.
Und
auch Adalmar, der dieser Spur des ersten Todesimpuls nachgeht, wird von
Monsignore Tatkammer angegriffen. Doch Adalmar versaut Tatkammer die tödliche
Show mittels eines Basilisk, was Tatkammer am Ende fasst die Gunst von Abraxas
kostet.
Doch
auch Adalmar kann Abraxas Macht nichts entgegensetzen und wird so wie
Schlachtvieh in zwei Hälften zerteilt und getötet.
Auch
Coco und Merle kommen nun auf dem Flughafen von London an. Doch dann erhält
Coco einen Anruf von Lydia, welche doch nicht mehr leben sollte. Und die teilt
ihr fröhlich mit, das sie sich bei Barron Folder befindet, welcher sie bereits
mit seinem Rolls Royce vom Flughafen abholen lässt.
Coco
ahnt, das es sich niemals um ihre Schwester Lydia handeln kann, auch wenn diese
Kopie geradezu perfekt in ihrem Verhalten erscheint. Doch um auch wieder aus
der Falle entkommen zu können, welche Tatkammer ihr damit stellt, müsste Coco
wissen, welche besondere Fähigkeit Merle besitzt.
Denn
Theka Zamis hat sie nicht umsonst gebeten, Coco bei dieser gefährlichen Reise
zu begleiten.
- Veröffentlichung: Am 11. Juli 2026
- Autor: Logan Dee (Uwe Voehl)
- Titelbild: Mark Freier
-
Verlag:
Bastei
„Seine Schwester war tot. Er selbst hatte den Todesimpuls am eigenen Leib gespürt. Den Schmerzen nach, die er empfunden hatte, mussten ihre Qualen über Stunden angedauert haben.“ (Das Haus Zamis/Band 150, "Hexenjagd"/Seite 44)
An sich ist der Roman durchaus interessant, auch wenn man
hier anfängt, die Zamis-Sippe in Wien langsam aber nachhaltig zu dezimieren.
Und auch die Idee der Jagd im Wald um neben Lydia auch weitere Hexen zu Tode zu
hetzen, ist ein spannender Ansatz.
Der Tod von Adalmar hingegen konnte mich aber schon nicht
mehr so ganz mitnehmen. Aber hier merkte man auch, dass die Figur des
Monsignore Tatkammer nun zum Auslaufmodell wird.
Der Autor Logan Dee lässt ihn aber zumindest noch bis zum
Finale leben, um wohl erst für die nächsten Ausgaben der Serie den Überdämon
Abraxas mehr ins Zentrum zu rücken.
Das in dem besagten Hexenwald eine Menge Werfüchsinnen
auftauchen und kurz Lydia etwas Zeit verschaffen, kann im Roman hingegen
problemlos auch übergangen werden. Lustig ist nur das diese sich als
Wicca-Frauen bezeichnen, die nicht zur Schwarzen Familie gehören sollen.
Gut, muss man jetzt nicht verstehen, denn als Wicca
bezeichnen sich ja auch eher Frauen, die sich selbst als gute bzw. weiße Hexen
sehen, aber keine Gestaltwandler sind. Wirklich wichtig für die Handlung sind
sie aber nicht, denn eine entsprechende Hilfe hätte man auch anders bzw.
sinnvoller ohne sie in die Handlung verpacken können.
Und wo wir mal bei sogenannten Gestaltwandlern sind,
haben wir mit Merle auch so was wie eine Werratte (als besondere
Fähigkeit). Da zeigt sich jedoch bei so
vielen Gestaltwandlern leider auch, dass die Phantasie des Autor irgenwie bei
diesem Roman gerade nicht auf einem hohen Niveau lag.
Da konnte er in anderen Romanen seine Leserschaft
durchaus schon besser überraschen. Denn auch die falsche Lydia ist ein Produkt
eines gestaltenwandlerischen Dämons, der sonst eher einem überdimensionalen
Wurm ähnelt.
Man könnte also sagen, der Autor führt uns hier eine Show
der Gestaltwandler vor, während er einen extrem gut aufgebauten Bösewicht wie
Monsignore Tatkammer ohne (wirkliche) Not bis zum Ende des vorliegenden Roman
vollständig demontiert und leider auch wieder unspektakulär entsorgt.
Im Mittelteil des Roman, der sogenannten Mystery-Press
führt Uwe Schnabel dann mit Dennis Ehrhardt (als Autor auch bekannt mit dem
Pseudonym Dario Vandis) vom Zaubermond Verlag ein längeres Interview z.B. auch
über die diversen Hörspiele zu DORIAN HUNTER und Co.
So ganz scheint Ehrhardt Zaubermond aber nicht mehr
wirklich als Buchverlag zu sehen, was mich nun doch ein wenig stutzig macht. Ob
da ein wenig auch der Haken liegt, warum „DAS HAUS ZAMIS“ langsam in der
Print-Version in der Versenkung zu verschwinden droht?
Des Weiteren hört sich dessen Aussage auch nicht wirklich
positiv an, auch wenn er nur recht kurz auf die Weiterführung von „DAS HAUS
ZAMIS“ als Taschenbuchreihe und die damit verbundene finanzielle Steady-Aktion
eingeht.
Aber gut, das mag vielleicht gerade auch ein falscher Eindruck meinerseits sein. Warten wir es also einfach mal ab.
© by Konrad Wolfram

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