Translate

Dienstag, 14. Juli 2026

Hexenjagd

Das Haus Zamis 150

Hexenjagd

von Logan Dee (Uwe Voehl)

Coco Zamis flaniert inzwischen in Hamburg an der sündigen Meile herum und trifft im Hotel West die junge und etwas füllige Merle, welche selbst für Coco offensichtlich zur dämonischen Schwarzen Familie gehör.

Schnell fangen beide an sich anzufreunden. Dabei erfährt Coco auch, das Merle hier für ihren Vater den Dämon Lasse Sieveking ausspionieren soll, der in Hamburg das Oberhaupt der Schwarzen Familie ist.

Doch der freundliche Plausch zwischen Merle und Coco beim Frühstück, erfährt ein extremes Ende. 

Denn Coco empfängt einen brutalen Todesimpuls. Nur weiß sie nicht, wer aus ihrer Familie gestorben ist, als sie deshalb in Ohnmacht fällt.

als Coco wieder aufwacht, ist sie im Haus von Merles Familie. Und die stellt sich als Verwandtschaft heraus. Denn auch ihr Vater Henri, dessen Gattin Florentine, der älteste Sohn Joris und die Tochter Fenja, sowie die jüngeren siamesischen Zwillingen Max und Peer gehören zur weitläufigen Familie der Zamis.

Doch warum hatte ihr Vater Michael Zamis nie ein Wort über die Familienangehörigen in Hamburg verloren, welche bis auf Merle offenbar alle Vampire sind?

Solche Fragen muss Coco aber erst einmal hinten anstellen. Denn ein weiterer heftiger Todesimpuls ereilt Coco. Als sie so aus einer weiteren Ohnmacht erwacht, ist es der Avatar von Michael und Thekla Zamis, welche Coco dazu auffordern, gemeinsam mit Merle nach England zu reisen, um festzustellen, wer dort Lydia und Adalmar Zamis getötet hat.

Denn dort wurde Lydia vom Dämon Barron Folder und weiteren Anhängern von Abraxas bei einer Hexenjagd im Wald wie ein Wild gehetzt und danach über einen längeren Zeitraum auf einem besonderen Scheiterhaufen zu Tode gequält.

Und auch Adalmar, der dieser Spur des ersten Todesimpuls nachgeht, wird von Monsignore Tatkammer angegriffen. Doch Adalmar versaut Tatkammer die tödliche Show mittels eines Basilisk, was Tatkammer am Ende fasst die Gunst von Abraxas kostet.

Doch auch Adalmar kann Abraxas Macht nichts entgegensetzen und wird so wie Schlachtvieh in zwei Hälften zerteilt und getötet.

Auch Coco und Merle kommen nun auf dem Flughafen von London an. Doch dann erhält Coco einen Anruf von Lydia, welche doch nicht mehr leben sollte. Und die teilt ihr fröhlich mit, das sie sich bei Barron Folder befindet, welcher sie bereits mit seinem Rolls Royce vom Flughafen abholen lässt.

Coco ahnt, das es sich niemals um ihre Schwester Lydia handeln kann, auch wenn diese Kopie geradezu perfekt in ihrem Verhalten erscheint. Doch um auch wieder aus der Falle entkommen zu können, welche Tatkammer ihr damit stellt, müsste Coco wissen, welche besondere Fähigkeit Merle besitzt.

Denn Theka Zamis hat sie nicht umsonst gebeten, Coco bei dieser gefährlichen Reise zu begleiten.

  • Veröffentlichung: Am 11. Juli 2026
  • Autor: Logan Dee (Uwe Voehl)
  • Titelbild: Mark Freier
  • Verlag: Bastei

„Seine Schwester war tot. Er selbst hatte den Todesimpuls am eigenen Leib gespürt. Den Schmerzen nach, die er empfunden hatte, mussten ihre Qualen über Stunden angedauert haben.“ (Das Haus Zamis/Band 150, "Hexenjagd"/Seite 44)

An sich ist der Roman durchaus interessant, auch wenn man hier anfängt, die Zamis-Sippe in Wien langsam aber nachhaltig zu dezimieren. Und auch die Idee der Jagd im Wald um neben Lydia auch weitere Hexen zu Tode zu hetzen, ist ein spannender Ansatz.

Der Tod von Adalmar hingegen konnte mich aber schon nicht mehr so ganz mitnehmen. Aber hier merkte man auch, dass die Figur des Monsignore Tatkammer nun zum Auslaufmodell wird. 

Der Autor Logan Dee lässt ihn aber zumindest noch bis zum Finale leben, um wohl erst für die nächsten Ausgaben der Serie den Überdämon Abraxas mehr ins Zentrum zu rücken.

Das in dem besagten Hexenwald eine Menge Werfüchsinnen auftauchen und kurz Lydia etwas Zeit verschaffen, kann im Roman hingegen problemlos auch übergangen werden. Lustig ist nur das diese sich als Wicca-Frauen bezeichnen, die nicht zur Schwarzen Familie gehören sollen.

Gut, muss man jetzt nicht verstehen, denn als Wicca bezeichnen sich ja auch eher Frauen, die sich selbst als gute bzw. weiße Hexen sehen, aber keine Gestaltwandler sind. Wirklich wichtig für die Handlung sind sie aber nicht, denn eine entsprechende Hilfe hätte man auch anders bzw. sinnvoller ohne sie in die Handlung verpacken können.

Und wo wir mal bei sogenannten Gestaltwandlern sind, haben wir mit Merle auch so was wie eine Werratte (als besondere Fähigkeit).  Da zeigt sich jedoch bei so vielen Gestaltwandlern leider auch, dass die Phantasie des Autor irgenwie bei diesem Roman gerade nicht auf einem hohen Niveau lag.

Da konnte er in anderen Romanen seine Leserschaft durchaus schon besser überraschen. Denn auch die falsche Lydia ist ein Produkt eines gestaltenwandlerischen Dämons, der sonst eher einem überdimensionalen Wurm ähnelt.

Man könnte also sagen, der Autor führt uns hier eine Show der Gestaltwandler vor, während er einen extrem gut aufgebauten Bösewicht wie Monsignore Tatkammer ohne (wirkliche) Not bis zum Ende des vorliegenden Roman vollständig demontiert und leider auch wieder unspektakulär entsorgt.

Im Mittelteil des Roman, der sogenannten Mystery-Press führt Uwe Schnabel dann mit Dennis Ehrhardt (als Autor auch bekannt mit dem Pseudonym Dario Vandis) vom Zaubermond Verlag ein längeres Interview z.B. auch über die diversen Hörspiele zu DORIAN HUNTER und Co.

So ganz scheint Ehrhardt Zaubermond aber nicht mehr wirklich als Buchverlag zu sehen, was mich nun doch ein wenig stutzig macht. Ob da ein wenig auch der Haken liegt, warum „DAS HAUS ZAMIS“ langsam in der Print-Version in der Versenkung zu verschwinden droht?

Des Weiteren hört sich dessen Aussage auch nicht wirklich positiv an, auch wenn er nur recht kurz auf die Weiterführung von „DAS HAUS ZAMIS“ als Taschenbuchreihe und die damit verbundene finanzielle Steady-Aktion eingeht.

Aber gut, das mag vielleicht gerade auch ein falscher Eindruck meinerseits sein. Warten wir es also einfach mal ab.

 © by Konrad Wolfram

Keine Kommentare: