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Dienstag, 14. Juli 2026

Der Mann im Ameisenhaufen

Tales to Astonish 27

Der Mann im Ameisenhaufen

Wenn der Wissenschaftler Henry Pym etwas wirklich nicht ausstehen kann, dann ist es, wenn er von anderen Kollegen wegen seiner Forschungen verlacht wird.

Doch auf einem Wissenschaftskongress passiert genau das. Denn seine Forschung darüber, Gegenstände und sogar Menschen beliebig verkleinern und wieder vergrößern zu wollen, stößt bei seinen Kollegen auf reges Unverständnis.

Dabei ist er mt einem solchen Serum samt entsprechendem Antiserum bereits mehr als fortgeschritten. Es fehlt eigentlich nur noch der direkte Test an einem Menschen. 

Und da Freiwillige eben nicht Zuhauf auf der Straße zu finden sind, testet Pym sein Serum zum Schrumpfen gleich übermütig an sich selbst.

Doch sein Denkfehler setzt leider hierbei zu spät ein. Denn als er enorm schnell auf Insektengröße schrumpft, merkt er, dass das Antiserum nun für ihn scheinbar unerreichbar auf einer Fensterbank liegt.

In schierer Panik stürmt Pym aus dem Haus in seinen Garten, wo selbst das Gras nun wie ein dunkler Urwald wirkt. Und als wäre das nicht schon genug, tauchen auch bald Ameisen auf, die ihn als Fremdling in dieser Miniaturwelt anfangen einzukriesen.

Die einzige Chance, den Ameisen zu entkommen, scheint für Pym die direkte Flucht in deren Ameisenhaufen zu sein. Doch auch dort fällt er unkontrolliert in einen Schacht und landet in einer klebrigen Masse aus einer Art Honig. Schnell merkt er, das er aus dieser Nahrungskammer der Ameisen von selbst nicht mehr fliehen kann.

Doch dann geschieht ein Wunder. Denn es taucht eine Ameise auf, die kaum aggressiv wirkt, Pym allerdings hilft, die Nahrungskammer und damit den Ameisenbau wieder lebend zu verlassen.

Aber dort scheinen die anderen Ameisen seine Verfolgung wieder aufzunehmen, während Pym selbst kaum noch eine Chance sieht, ihnen nochmals entkommen zu können. Dann aber erkennt er die Ameise wieder, welche ihm zuvor bereits das Leben gerettet hatte.

Und ja, sie hilft Pym erneut, indem er auf ihren Rücken steigen kann, woraufhin sie ihn an der Hauswand nach oben und in Sicherheit trägt. Und das genau zu dem Fenster, wo das Antiserum bisher für ihn unerreichbar lag.

So gelingt es Pym, wieder seine menschliche Größe zu erlangen, sich aber auch darüber Gedanken zu machen, über welche Intelligenz und Empathie z.B. selbst sogar Ameisen verfügen können.

Da er die entsprechenden Seren jedoch für zu gefährlich für die Menschheit hält, vernichtet er sie, indem er sie in einen Ausguss auskippt.

Als er bei dem nächsten Treffen belustigt von den anderen Wissenschaftlern gefragt wird, was aus seiner für sie wirren Forschung geworden ist, gesteht er ihnen zum Schein, das sie Recht gehabt hätten und es ein solches Serum samt Antiserum niemals geben könne.

  • Erschienen im Januar 1962
  • Autor: Stan Lee & Larry Lieber
  • Zeichner: Jack Kirby
  • Vertieb: Hachette Collections SNC
  • Band Classic 1: Marvel Origins - Die Sechzigerjahre (2015)
  • Erster Auftritt von Henry Pym, dem späteren Ant-Man

Die US-Comicreihe „TALES TO ASTONISH“ war für Stan Lee und Jack Kirby damals zu Beginn des erfolgreichen Superhelden-Universum seitens Marvel auch, ähnlich wie die Reihe „TALES OF SUSPENSE“ oder etwa „AMAZING FANTASY“, eher eine Spielwiese um z.B. diverse Comic-Ideen austesten zu können.

Und so, eher im Bereich von Science Fiction Comics angesiedelt, erblickte der Wissenschaftler Henry "Hank" Pym das Licht der Welt, der bald darauf auch als ANT-MAN daran gehen sollte, Verbrechern und Superschurken als kleinster Held das Handwerk zu legen.

Die Geschichte "The Man in the Anthill" (US-Originaltitel) hat hier aber noch nichts von einem zukünftigen Superhelden des Marvel-Universums, welcher zuerst als Ant-Man und etwas später dann als Giant-Man bzw. Goliath usw. neben seinen Solo-Abenteuern (oder mit der Wasp)wie auch als Mitglied der Rächer (THE AVENGERS) berühmt wurde.

Nicht zufällig wirkt dieses von der Seitenzahl auch recht kurzes Sci-Fi-Abenteuer eines Wissenschaftler jedoch wie eine abgewandelte Version zum Roman „THE INCREDIBLE SHRINKING MAN“ des Autor Richard Matheson aus dem Jahre 1956, welcher auch als „DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C“ (deutscher Titel) 1957 verfilmt wurde.

Der Roman selbst ist übrigens unter dem Titel „DER SCHWINDENDE MANN“ innerhalb der Classic Reihe in aktueller Übersetzung seitens des Festa Verlag erhältlich.

Ob diese kleine Geschichte seitens Stan Lee und Larry Lieber aber auch gleich als Einstieg für eine neue Superhelden-Figur gesehen wurde, ist nicht so wirklich überliefert.

 Es könnte nämlich durchaus auch sein, das die Idee zur Figur von Ant-Man erst im Verlauf mit der Fertigstellung dieses kurzen Comics bei Stan Lee immer mehr Gestalt annahm.

Denn in der Fortsetzung hatte der Protagonist Henry Pym dann doch nicht die betreffenden Seren und deren schriftlichen Unterlagen vollständig vernichtet. Und da er weiterhin von den Ameisen fasziniert ist, hat er in der Fortsetzung dann auch sein erstes Kostüm des Ant-Man entwickelt, mit dessen Helm er auch geistigen Kontakt zu den Ameisen aufnehmen konnte.

Das er dann aber auch als Superheld regelmäßig gegen die vielen bösen Schurken auftritt, welche die Welt bedrohen, verdankt man aber eher einigen Gangstern, die hinter den Forschungsergebnissen des Wissenschaftlers nun den Weg des Ant-Man kreuzten.

Vielleicht würde er sonst aus Forschungszwecken weiterhin nur in seiner Miniaturform auf der Wiese hinter den Ameisen herlaufen.

 © by Konrad Wolfram

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