Tales to Astonish 27
Der Mann im
Ameisenhaufen
Wenn
der Wissenschaftler Henry Pym etwas wirklich nicht ausstehen kann, dann ist es,
wenn er von anderen Kollegen wegen seiner Forschungen verlacht wird.
Doch
auf einem Wissenschaftskongress passiert genau das. Denn seine Forschung
darüber, Gegenstände und sogar Menschen beliebig verkleinern und wieder
vergrößern zu wollen, stößt bei seinen Kollegen auf reges Unverständnis.
Dabei ist er mt einem solchen Serum samt entsprechendem Antiserum bereits mehr als fortgeschritten. Es fehlt eigentlich nur noch der direkte Test an einem Menschen.
Und da
Freiwillige eben nicht Zuhauf auf der Straße zu finden sind, testet Pym sein
Serum zum Schrumpfen gleich übermütig an sich selbst.
Doch
sein Denkfehler setzt leider hierbei zu spät ein. Denn als er enorm schnell auf
Insektengröße schrumpft, merkt er, dass das Antiserum nun für ihn scheinbar
unerreichbar auf einer Fensterbank liegt.
In
schierer Panik stürmt Pym aus dem Haus in seinen Garten, wo selbst das Gras nun
wie ein dunkler Urwald wirkt. Und als wäre das nicht schon genug, tauchen auch
bald Ameisen auf, die ihn als Fremdling in dieser Miniaturwelt anfangen
einzukriesen.
Die
einzige Chance, den Ameisen zu entkommen, scheint für Pym die direkte Flucht in
deren Ameisenhaufen zu sein. Doch auch dort fällt er unkontrolliert in einen
Schacht und landet in einer klebrigen Masse aus einer Art Honig. Schnell merkt
er, das er aus dieser Nahrungskammer der Ameisen von selbst nicht mehr fliehen
kann.
Doch
dann geschieht ein Wunder. Denn es taucht eine Ameise auf, die kaum aggressiv
wirkt, Pym allerdings hilft, die Nahrungskammer und damit den Ameisenbau wieder
lebend zu verlassen.
Aber
dort scheinen die anderen Ameisen seine Verfolgung wieder aufzunehmen, während
Pym selbst kaum noch eine Chance sieht, ihnen nochmals entkommen zu können.
Dann aber erkennt er die Ameise wieder, welche ihm zuvor bereits das Leben
gerettet hatte.
Und
ja, sie hilft Pym erneut, indem er auf ihren Rücken steigen kann, woraufhin sie
ihn an der Hauswand nach oben und in Sicherheit trägt. Und das genau zu dem
Fenster, wo das Antiserum bisher für ihn unerreichbar lag.
So
gelingt es Pym, wieder seine menschliche Größe zu erlangen, sich aber auch
darüber Gedanken zu machen, über welche Intelligenz und Empathie z.B. selbst
sogar Ameisen verfügen können.
Da
er die entsprechenden Seren jedoch für zu gefährlich für die Menschheit hält,
vernichtet er sie, indem er sie in einen Ausguss auskippt.
Als
er bei dem nächsten Treffen belustigt von den anderen Wissenschaftlern gefragt
wird, was aus seiner für sie wirren Forschung geworden ist, gesteht er ihnen
zum Schein, das sie Recht gehabt hätten und es ein solches Serum samt Antiserum
niemals geben könne.
- Erschienen im Januar 1962
- Autor: Stan Lee & Larry Lieber
- Zeichner: Jack Kirby
- Vertieb: Hachette Collections SNC
- Band Classic 1: Marvel Origins - Die Sechzigerjahre (2015)
-
Erster
Auftritt von Henry Pym, dem späteren Ant-Man
Die US-Comicreihe „TALES TO ASTONISH“ war für Stan Lee
und Jack Kirby damals zu Beginn des erfolgreichen Superhelden-Universum seitens
Marvel auch, ähnlich wie die Reihe „TALES OF SUSPENSE“ oder etwa „AMAZING
FANTASY“, eher eine Spielwiese um z.B. diverse Comic-Ideen austesten zu können.
Und so, eher im Bereich von Science Fiction Comics
angesiedelt, erblickte der Wissenschaftler Henry "Hank" Pym das Licht
der Welt, der bald darauf auch als ANT-MAN daran gehen sollte, Verbrechern und
Superschurken als kleinster Held das Handwerk zu legen.
Die Geschichte "The Man in the Anthill"
(US-Originaltitel) hat hier aber noch nichts von einem zukünftigen Superhelden
des Marvel-Universums, welcher zuerst als Ant-Man und etwas später dann als
Giant-Man bzw. Goliath usw. neben seinen Solo-Abenteuern (oder mit der Wasp)wie
auch als Mitglied der Rächer (THE AVENGERS) berühmt wurde.
Der Roman selbst ist übrigens unter dem Titel „DER
SCHWINDENDE MANN“ innerhalb der Classic Reihe in aktueller Übersetzung seitens
des Festa Verlag erhältlich.
Ob diese kleine Geschichte seitens Stan Lee und Larry
Lieber aber auch gleich als Einstieg für eine neue Superhelden-Figur gesehen
wurde, ist nicht so wirklich überliefert.
Es könnte nämlich durchaus auch sein, das die Idee zur Figur von Ant-Man erst im Verlauf mit der Fertigstellung dieses kurzen Comics bei Stan Lee immer mehr Gestalt annahm.
Denn in der Fortsetzung hatte der Protagonist Henry Pym
dann doch nicht die betreffenden Seren und deren schriftlichen Unterlagen
vollständig vernichtet. Und da er weiterhin von den Ameisen fasziniert ist, hat
er in der Fortsetzung dann auch sein erstes Kostüm des Ant-Man entwickelt, mit
dessen Helm er auch geistigen Kontakt zu den Ameisen aufnehmen konnte.
Das er dann aber auch als Superheld regelmäßig gegen die
vielen bösen Schurken auftritt, welche die Welt bedrohen, verdankt man aber
eher einigen Gangstern, die hinter den Forschungsergebnissen des
Wissenschaftlers nun den Weg des Ant-Man kreuzten.
Vielleicht würde er sonst aus Forschungszwecken weiterhin
nur in seiner Miniaturform auf der Wiese hinter den Ameisen herlaufen.
© by Konrad Wolfram


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