Dr. Morton 80
Das gespaltene ICH
von John Ball
Dr. Morton hat aus einer seiner Körperzellen und einer irgendwoher stammenden, entleerten Eizelle in drei Wochen und vier Tagen einen Klon von sich erschaffen.
Original und Klon lassen sich äußerlich kaum unterscheiden und wenn einer von ihnen stirbt, muss dummerweise auch der andere sterben.
Der Doppelgänger muss also gut geschützt werden. In der
OF besteht die Hoffnung, Scotland Yard und die Behörden von den laufenden
Nachforschungen und Ermittlungen abzulenken, geplante Experimente nicht zu
gefährden sowie Chefinspektor Quester und Superintendent Russel bei der
Gelegenheit aufzuhalten, S. 10.
Kurze Zeit später (in der EV: einen knappen Monat später)
wird Schloss Goonhilly in Cornwall als Unterkunft für den Klon gefunden.
Darüber hinaus heißt es in der OF: Versuchsreihen liegen auf Eis, Reginald Dee
und Dr. Minstoff kümmern sich statt Morton um die blutigen Experimente, die
Zahl der Probanden nimmt ab und Grimsby müsste Nachschub beschaffen, dabei
würde er gern junge Mädchen jagen, S. 11.
Obwohl ihm Grimsbys Härte und Kaltschnäuzigkeit fehlt (OF
S. 12), wird Rob Jones zum Schutz des genetischen Doppelgängers engagiert.
Beide ziehen in Schloss Goonhilly ein. Morton und Grimsby wollen Mortons
Ebenbild nur beobachten und beschützen, sich aber wieder ihren eigenen Vorhaben
widmen, denn Morton hat große Pläne (OF S. 13).
- Autor: John Ball, Original-Fassung (OF), Romantruhe, März 2022
-
Erstveröffentlichung
(EV): Das gespaltene ICH, Der Lord Nr. 1, 1975
Rob Jones informiert Morton regelmäßig über die Vorgänge
im Schloss (OF S. 14), allerdings nicht, als der Klon bei Nachbarn zu einer
Kennlernparty eingeladen wird – denn er will nicht, dass Grimsby in Cornwall
auftaucht (OF S. 15).
Zurück im Schloss bemerkt Jones in der Nacht, dass der Lord nicht mehr in einem Zimmer ist und beginnt, nach ihm zu suchen.
Würde er
ihn nicht finden, müsste er Dr. Morton informieren (OF S. 19) und er spielt mit
dem Gedanken, dies auch zu tun (OF S. 20). Am nächsten Morgen ist der Lord
wieder in seinem Schlafzimmer. In der OF berichtet Jones alles Dr. Morton, S.
24.
Der Lord spricht mit Jones über Trevor Nunns. Er
vermutet, dass dieser in einer Sache steckt, bei dem Menschen sterben könnten
(OF S. 24). Jones selbst hat ein dunkles Geheimnis, dass er unbedingt geheim
halten will und das nur Grimsby kennt (OF S. 24). Der Lord wünscht, dass Jones
ihn nach London fährt. Jener überlegt immer wieder, Morton zu informieren (OF S.
25 und auch 26).
Der Lord durchschaut Nunns, der jung und naiv in
Rauschgiftschmuggel verwickelt ist. Um ihm zu helfen, reist er mit Jones nach
Amsterdam. Mit übersinnlichen Kräften umgeht er Passkontrollen und Zoll, mischt
die niederländischen Handlanger auf und lässt nach seiner Rückkehr den
britischen Arm der Bande hochgehen. Russel und Quester können große Mengen
Rauschgift sicherstellen und dafür den Ruhm einheimsen.
Der Lord konfrontiert schließlich den Kopf der Bande.
Zurück in Cornwall trifft er im Nachbarschloss Sir Douglas, die graue Eminenz
im Home Office. Ohne viele Worte verstehen sich die beiden Männer
augenzwinkernd, in der EV gehen sie an diesem Abend als Freunde auseinander, S.
57.
Neben kleineren, unbedeutenden Abweichungen gibt es interessante Details: In einem Restaurant wird die Bedienung in der EV „Waiter“ (S. 17) und in der OF „Kellner“ (S. 21) genannt.
John Ball nennt Glenn Morton in der EV ausnahmslos „Lord Morton“, in der OF heißt er durchgehend „Dr. Morton“.
Der-Lord-Titelbilder: Dieses und die folgenden der
Romantruhe enthalten im Vergleich mit den Farben der Erber-Ausgaben nur sehr
wenig Gelb, dafür aber viel Magenta.
Abbildungen: Ankündigung in Dr. Morton Nr. 54, S. 63; Einleitung in Der Lord Nr. 1, erste Heftseite; Ankündigung des nie erschienenen Taschenbuchs und enigmatische Worte des Verlegers in Der Lord Nr. 1, zweite Umschlagseite. Ein Ausschnitt des Titelbilds wurde auch für Luther’s Grusel Magazin Nr. 15 verwendet.
© by Helge Ebsen



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