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Samstag, 20. Juni 2026

Dr. Morton 80: Das gespaltene ICH - Vergleiche mit der Originalfassung

Dr. Morton 80

Das gespaltene ICH

von John Ball

Dr. Morton hat aus einer seiner Körperzellen und einer irgendwoher stammenden, entleerten Eizelle in drei Wochen und vier Tagen einen Klon von sich erschaffen. 

Original und Klon lassen sich äußerlich kaum unterscheiden und wenn einer von ihnen stirbt, muss dummerweise auch der andere sterben.

Der Doppelgänger muss also gut geschützt werden. In der OF besteht die Hoffnung, Scotland Yard und die Behörden von den laufenden Nachforschungen und Ermittlungen abzulenken, geplante Experimente nicht zu gefährden sowie Chefinspektor Quester und Superintendent Russel bei der Gelegenheit aufzuhalten, S. 10.

Kurze Zeit später (in der EV: einen knappen Monat später) wird Schloss Goonhilly in Cornwall als Unterkunft für den Klon gefunden. Darüber hinaus heißt es in der OF: Versuchsreihen liegen auf Eis, Reginald Dee und Dr. Minstoff kümmern sich statt Morton um die blutigen Experimente, die Zahl der Probanden nimmt ab und Grimsby müsste Nachschub beschaffen, dabei würde er gern junge Mädchen jagen, S. 11.

Obwohl ihm Grimsbys Härte und Kaltschnäuzigkeit fehlt (OF S. 12), wird Rob Jones zum Schutz des genetischen Doppelgängers engagiert. Beide ziehen in Schloss Goonhilly ein. Morton und Grimsby wollen Mortons Ebenbild nur beobachten und beschützen, sich aber wieder ihren eigenen Vorhaben widmen, denn Morton hat große Pläne (OF S. 13).

  • Autor: John Ball, Original-Fassung (OF), Romantruhe, März 2022
  • Erstveröffentlichung (EV): Das gespaltene ICH, Der Lord Nr. 1, 1975

Rob Jones informiert Morton regelmäßig über die Vorgänge im Schloss (OF S. 14), allerdings nicht, als der Klon bei Nachbarn zu einer Kennlernparty eingeladen wird – denn er will nicht, dass Grimsby in Cornwall auftaucht (OF S. 15).

Auf der Party hält man den Gast für den Sohn des verschollenen Lord Mullion und nennt ihn „Sir Edward“. Jones vermutet, das Morton und Grimsby mit Gerüchten gute Vorarbeit geleistet haben (OF S. 17).
Der Lord zeigt ungewöhnliches Interesse an Trevor Nunns, einem der Partygäste, dem Neffen des Gastgebers. Jones vermutet, dass diesen ein dunkles Geheimnis umgibt (OF S. 18 ).

Zurück im Schloss bemerkt Jones in der Nacht, dass der Lord nicht mehr in einem Zimmer ist und beginnt, nach ihm zu suchen. 

Würde er ihn nicht finden, müsste er Dr. Morton informieren (OF S. 19) und er spielt mit dem Gedanken, dies auch zu tun (OF S. 20). Am nächsten Morgen ist der Lord wieder in seinem Schlafzimmer. In der OF berichtet Jones alles Dr. Morton, S. 24.

Der Lord spricht mit Jones über Trevor Nunns. Er vermutet, dass dieser in einer Sache steckt, bei dem Menschen sterben könnten (OF S. 24). Jones selbst hat ein dunkles Geheimnis, dass er unbedingt geheim halten will und das nur Grimsby kennt (OF S. 24). Der Lord wünscht, dass Jones ihn nach London fährt. Jener überlegt immer wieder, Morton zu informieren (OF S. 25 und auch 26).

Der Lord durchschaut Nunns, der jung und naiv in Rauschgiftschmuggel verwickelt ist. Um ihm zu helfen, reist er mit Jones nach Amsterdam. Mit übersinnlichen Kräften umgeht er Passkontrollen und Zoll, mischt die niederländischen Handlanger auf und lässt nach seiner Rückkehr den britischen Arm der Bande hochgehen. Russel und Quester können große Mengen Rauschgift sicherstellen und dafür den Ruhm einheimsen.

Der Lord konfrontiert schließlich den Kopf der Bande. Zurück in Cornwall trifft er im Nachbarschloss Sir Douglas, die graue Eminenz im Home Office. Ohne viele Worte verstehen sich die beiden Männer augenzwinkernd, in der EV gehen sie an diesem Abend als Freunde auseinander, S. 57.

In der OF folgt noch eine zusätzliche halbe Seite: Ron Jones informiert Morton über alle Geschehnisse. Morton gibt daraufhin Grimsby den Auftrag, den Anführer der Bande einzukassieren – eine gute Möglichkeit zur Aufbesserung der Finanzen und um neues Versuchsmaterial für Experimente zu beschaffen. Dabei müsse er nicht zimperlich umgehen, da er buchstäblich nur den Kopf brauche, S. 60.

Neben kleineren, unbedeutenden Abweichungen gibt es interessante Details: In einem Restaurant wird die Bedienung in der EV „Waiter“ (S. 17) und in der OF „Kellner“ (S. 21) genannt.

John Ball nennt Glenn Morton in der EV ausnahmslos „Lord Morton“, in der OF heißt er durchgehend „Dr. Morton“.

Der-Lord-Titelbilder: Dieses und die folgenden der Romantruhe enthalten im Vergleich mit den Farben der Erber-Ausgaben nur sehr wenig Gelb, dafür aber viel Magenta.

Abbildungen: Ankündigung in Dr. Morton Nr. 54, S. 63; Einleitung in Der Lord Nr. 1, erste Heftseite; Ankündigung des nie erschienenen Taschenbuchs und enigmatische Worte des Verlegers in Der Lord Nr. 1, zweite Umschlagseite. Ein Ausschnitt des Titelbilds wurde auch für Luther’s Grusel Magazin Nr. 15 verwendet.

© by Helge Ebsen

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