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Mittwoch, 6. Mai 2026

Captain Future - Der ewige Herrscher

Vergangenheit: Die Wissenschaftler Roger und Elaine Newton stellen auf einer Raumstation nahe der Erde mit dem Roboter Greg und dem Androiden Otto ihre neusten, bahnbrechenden Erfindungen vor.

Denn Greg ist nicht nur ungewöhnlich stark, sondern auch zu menschlicher Empathie fähig. 

Der Android Otto besteht indessen zusätzlich aus künstlichem Fleisch, mit dem er seine Form und sein Aussehen jederzeit beliebig verändern kann.

Doch während der Präsentation wird die Raumstation vom Politiker Victor Corvo mit Raketen angegriffen und am Ende zerstört. Greg und Otto können bei ihrer Flucht jedoch Curtis, den kleinen Sohn der Newtons retten. Corvo indessen kommt später durch einen Suizid während seiner Inhaftierung ums Leben.

Gegenwart: Die Regierung des Weltraum unter Präsident Cashew sieht sich auf dem Planeten Megara einer unbekannten Bedrohung ausgesetzt. Denn plötzlich mutieren dort immer mehr Menschen körperlich zu wahren Bestien.

Damit diese Gefahr nicht auf andere Welten überschwappt, erhofft sich der Präsident die Hilfe des unabhängigen Kämpfers Curtis Newton, den alle nur noch Captain Future nennen.

Allerdings ist nicht nur die Agentin Joan Landor wirklich mit dieser Wahl einverstanden. Denn sie würde so eine Aufgabe eher in Händen von regulären militärischen Einheiten sehen, die direkt dem Präsidenten unterstehen. Doch genau deshalb soll sie Cap. Future sowie dessen Kampfgefährten Greg, Otto und Professor Simon begleiten.

Dabei ist Professor Simon eigentlich nur ein Gehirn ohne menschlichen Körper, welches in einem Anti-G-Modul lebt und arbeitet. Es bleibt Joan also nichts anderes übrig, als sich mit Cap. Future und dessen Crew zusammen zu raufen, um auf Megara diese seltsame Gefahr zu bekämpfen.

Mit dem Raumschiff COMET auf Megara angekommen, erfahren sie das die ersten Mutationen in einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen waren, welches mitten in einem Lavaseee liegt.

Doch recht schnell stellt sich auch der Verdacht, dass dahinter auch die sogenannten Primos stecken könnten. Denn sie sind Nachkommen der Ureinwohner des Planeten Megara.

Und die dürfen nun nur noch niedere Dienste verrichten und leben im Elend, obwohl sie die eigentlichen Megaraner sind, die einmal selbst eine technologische Hochkultur besaßen.

Doch hinter dem Grauen steckt ein Maskierter, der sich selbst als Herrscher von Megara und Gott der Primos bezeichnet und über ungeheuere technologische Möglichkeiten verfügt.

Doch wer steckt wirklich hinter dem geheimnisvollen Herrscher von Megara und kann man ihn Überhaupt besiegen und die Menschen noch retten, die bereits zu aggressiven Bestien mutiert sind? 

  • Captain Future - Der ewige Herrscher
  • Nach der Idee von Edmond Moore Hamilton
  • Zeichnungen: Alexis Tallone
  • Autoren: Sylvain Runberg
  • Übersetzer: Marcel Le Comte
  • ISBN: 978-3-551-80338-2
  • Hardcover, ca. 168
  • Veröffentlichung: Carlsen Verlag 2025

Das vorliegende Comic-Album gibt es übrigens auch noch als eine recht teure, limitierte Luxusausgabe mit rund 16 Seiten Zusatzmaterial. Ob dies aber einen so hohen Preis von über 50 Euro rechtfertigt, muss der Leser bzw. Fan hier am besten selbst entscheiden. Das mir vorliegende Hardcover-Album für knapp unter 30 Euro dürfte es aber durchaus auch tun.

Was dieses Comic gleich ins Auge springen lässt, ist der Anime-Stil, der direkt an die beliebte japanische Anime-Serie von Töei-Animation aus den Jahren 1978 bis 1979 erinnert, welche 1980 erstmalig im ZDF in Deutschland ausgestrahlt wurde.

Die Handlung selbst basiert hierbei ebenfalls nur leicht modernisiert auf die Episoden 1 bis 3 der Anime-Serie mit dem damaligen Titel „DER HERRSCHER VON MEGARA“.

Und trotzdem kann diese aktuelle Manga-Version damit punkten, dass die Zeichnungen selbst durchaus moderner wirken und sich gezielter an ein älteres Publikum richten.

Dabei handelt es sich hier z.B. eher um Details, wie die moderne Frisur der Agentin Joan Landor und ihr Zusammenspiel mit Captain Future und seiner Crew. Die Zeiten des weiblichen Beiwerks, welches ihren Helden meistens in liebevoller Sorge nur anschmachtet, ist hier nun sicherlich vorbei.

Aber auch der Android Otto wirkt hier nicht, wie eine lustige Figur für Kinder, sondern tritt optisch wesentlich ansprechender auf. Dafür behält Captain Future hier neben seinem Anzug auch seine flotte lange Haarpracht bei.

Und auch Greg der Roboter, sowie das Gehirn von Professor Simon, welches in einem Antigravitationsmodul fliegt, dürfte Kindheitserinnerungen auf die damalige Anime-Serie im Fernsehen wecken, ohne hier wesentliche Änderungen aufzuweisen.

Mit dem jungen Ken Scott erhält die Crew um Captain Future auch hier einen Zuwachs. Wesentlich wichtig ist diese Figur allerdings für die Handlung eher nicht und dürfte so eher eine Hommage auf eben die damalige Anime-Serie sein, die damals im ZDF die eher noch jungen Zuschauer begeisterte.

Gesamt betrachtet, kann man also den Spagat im Stil der Zeichnungen zwischen der klassischen Anime-Serie und einer optisch sanften Modernisierung im Manga-Stil als sehr gelungen bezeichnen.

Auch die Geschichte an sich kommt irgendwie recht bekannt vor, wenn man eben die Anime-Serie noch aus der eigenen Jugend kennt und eventuell diese Serie sogar als DVD oder Blu-ray im Regal stehen hat.

Aber das bereitet dem Spaß am vorliegenden Comic-Album sicherlich keinen Abbruch. Und so kann ich hier eigentlich nur von einer gelungenen wie leicht modernisierten Neuinterpretation sprechen, die gerade auch Comic- wie Manga-Fans sicherlich Freude bereiten dürfte.

© by Konrad Wolfram

1 Kommentar:

Stefan Robijn hat gesagt…

Ich habe die TV Serie damals geliebt. Später habe ich erfahren, dass die Staffeln bzw Folgen (wie bei so vielen Serien) gar nicht chronologisch ausgestrahlt und auch einige Episoden ausgelassen wurden