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Samstag, 18. April 2026

Roman: Das Haus im Wald

Das Haus im Wald

von Mark Dawson

In einem abgelegenen Farmhaus kommt es an Heiligabend zu einem Massaker, bei dem vier Menschen, ein Ehepaar und ihre zwei erwachsenen Kinder erschossen werden. 

Ralph Mallender, der einzige noch lebende Sohn des Ehepaars benachrichtigt die Polizei, als er seinen offenbar toten Vater durchs Fenster sieht.

Im Laufe der Ermittlungen wendet sich Ralphs Ehefrau an den Privatdetektiv Atticus Priest, der früher selbst DCI und mit der für diesen Fall zuständigen Ermittlerin Mackenzie Jones liiert war, da ihr Mann verdächtigt wird, seine eigene Familie ermordet zu haben.

Schnell findet Priest heraus, dass es offenbar einige Fakten gibtt, welche von den Ermittlern übersehen wurden, wodurch es im Verlauf der Gerichtsverhandlung zu immer neuen Wendungen kommt und weitere Verdächtige in den Fokus geraten.

Erst als der Fall schon aufgeklärt ist, findet Atticus Hinweise, die auf einen gänzlich anderen Verlauf der Tat hindeuten, weshalb DCI Jones am Ende mit ihm zusammenarbeitet, um den wahren Täter zu überführen.

  • Erschienen am 25. Augst 2021
  • Atticus Priest 1
  • 534 Seiten
  • Amazon Selfpublishing

Mit dem an Sherlock Holmes erinnernden Privatdetektiv Atticus Priest hat der britische Krimiautor Mark Dawson eine Figur geschaffen, die sich angenehm von anderen Serienhelden abhebt. Dabei sind es vor allem ihre Schwächen, wie etwa eine schwache Form des Asperger-Syndroms, die sie sehr menschlich und authentisch erscheinen lassen.

Bereits dieser erste Fall zeichnet sich durch zwei Dinge aus, welche die Neugier des Lesers auf die weiteren vier Bände wecken. Zum einen eine zwar einfache aber pointierte Sprache mit authentischen Dialogen, zum anderen eine gut aufgebaute, durchdachte Handlung mit einem Spannungsbogen, der von der ersten bis zur letzten Seite konstant im oberen Bereich bleibt.

Zwar nimmt die Verhandlung sehr viel Raum ein, und es kommt im Verlauf der Zeugenbefragungen zu einigen Wiederholungen, allerdings entsteht dadurch auch ein realistischer Eindruck des Ablaufs, was wiederum eine ganz eigene Spannung erzeugt.

Dabei sind es abseits des Hauptgeschehens vor allem die ungewöhnlichen und nicht immer ganz legalen Methoden der Hauptfigur, welche als Privatermittler auch schon mal den einen oder anderen Einbruch begeht, um an Hinweise zu kommen und Spuren zu verfolgen, die von der Polizei übersehen wurden.

Dabei gerät Atticus immer wieder mit seiner Ex, der Ermittlerin Jones aneinander, die ihn einerseits unterstützt, andererseits aber auf der anderen Seite steht, da Priest versucht, die Unschuld des vermeintlichen Täters zu beweisen.

Zwischendurch spielt Atticus online eine Partie Schach gegen einen anonymen Spieler, wobei man sich anfangs fragt, warum der Autor diese für die Handlung eigentlich unwichtigen Szenen so detailliert schildert.

Erst am Ende, als der Spieler Priest offenbart, dass er ihn kennt, wird klar, dass hier ein roter Faden gesponnen wird, der sich wohl über die weiteren Bücher zieht, was nur ein weiterer Grund ist, auf diese gespannt zu sein.

 © by Stefan Robijn

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