Das Haus im Wald
von Mark Dawson
In einem abgelegenen Farmhaus kommt es an Heiligabend zu einem Massaker, bei dem vier Menschen, ein Ehepaar und ihre zwei erwachsenen Kinder erschossen werden.
Ralph Mallender, der einzige noch lebende Sohn des Ehepaars benachrichtigt die
Polizei, als er seinen offenbar toten Vater durchs Fenster sieht.
Im Laufe der Ermittlungen wendet sich Ralphs Ehefrau an den Privatdetektiv Atticus Priest, der früher selbst DCI und mit der für diesen Fall zuständigen Ermittlerin Mackenzie Jones liiert war, da ihr Mann verdächtigt wird, seine eigene Familie ermordet zu haben.
Schnell
findet Priest heraus, dass es offenbar einige Fakten gibtt, welche von den
Ermittlern übersehen wurden, wodurch es im Verlauf der Gerichtsverhandlung zu
immer neuen Wendungen kommt und weitere Verdächtige in den Fokus geraten.
Erst
als der Fall schon aufgeklärt ist, findet Atticus Hinweise, die auf einen
gänzlich anderen Verlauf der Tat hindeuten, weshalb DCI Jones am Ende mit ihm
zusammenarbeitet, um den wahren Täter zu überführen.
- Erschienen am 25. Augst 2021
- Atticus Priest 1
- 534 Seiten
-
Amazon
Selfpublishing
Mit dem an Sherlock Holmes erinnernden Privatdetektiv
Atticus Priest hat der britische Krimiautor Mark Dawson eine Figur geschaffen,
die sich angenehm von anderen Serienhelden abhebt. Dabei sind es vor allem ihre
Schwächen, wie etwa eine schwache Form des Asperger-Syndroms, die sie sehr
menschlich und authentisch erscheinen lassen.
Bereits dieser erste Fall zeichnet sich durch zwei Dinge
aus, welche die Neugier des Lesers auf die weiteren vier Bände wecken. Zum
einen eine zwar einfache aber pointierte Sprache mit authentischen Dialogen,
zum anderen eine gut aufgebaute, durchdachte Handlung mit einem Spannungsbogen,
der von der ersten bis zur letzten Seite konstant im oberen Bereich bleibt.
Zwar nimmt die Verhandlung sehr viel Raum ein, und es
kommt im Verlauf der Zeugenbefragungen zu einigen Wiederholungen, allerdings
entsteht dadurch auch ein realistischer Eindruck des Ablaufs, was wiederum eine
ganz eigene Spannung erzeugt.
Dabei sind es abseits des Hauptgeschehens vor allem die
ungewöhnlichen und nicht immer ganz legalen Methoden der Hauptfigur, welche als
Privatermittler auch schon mal den einen oder anderen Einbruch begeht, um an
Hinweise zu kommen und Spuren zu verfolgen, die von der Polizei übersehen
wurden.
Dabei gerät Atticus immer wieder mit seiner Ex, der
Ermittlerin Jones aneinander, die ihn einerseits unterstützt, andererseits aber
auf der anderen Seite steht, da Priest versucht, die Unschuld des
vermeintlichen Täters zu beweisen.
Zwischendurch spielt Atticus online eine Partie Schach
gegen einen anonymen Spieler, wobei man sich anfangs fragt, warum der Autor
diese für die Handlung eigentlich unwichtigen Szenen so detailliert schildert.
Erst am Ende, als der Spieler Priest offenbart, dass er
ihn kennt, wird klar, dass hier ein roter Faden gesponnen wird, der sich wohl
über die weiteren Bücher zieht, was nur ein weiterer Grund ist, auf diese
gespannt zu sein.
© by Stefan Robijn

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