Gespenster-Krimi 196
Luzifers Atem
von Camilla
Brandner
Als
Professor Basil Fenwick an Krebs stirbt, atmen selbst seine Haushälterin, Mrs.
Ormerod und die Köchin, Mrs. Borne etwas auf. Denn Fenwick war alles, aber
sicherlich kein Menschenfreund oder ein gläubiger Christ.
Schlimmer aber scheint dabei noch sein kleinwüchsiger und seltsam anzusehender Knecht zu sein, der sich selbst Kaspar Hein nennt.
Denn der ist eine dämonische Kreatur und hat längst einen Pakt mit Fenwick geschlossen.
Denn
die Leiche von Fenwick wird direkt bei seiner Villa in einem luftdichten
Gasrohr beerdigt. Und das darin befindliche Gas, welches Fenwick "Luzifers
Atem" nannte, konserviert nicht nur seinen Leichnam, sondern auch seine
lebendige Seele. Zumindest jedenfalls, bis er in einen neuen menschlichen
Körper schlüpfen kann.
Und
genau darin liegt der Pakt mit Kaspar. Denn während Fenwick den neuen
lebendigen Körper in Beschlag nehmen will, liegt die Seele des armen Opfers
dafür in den Händen des dämonischen Kaspar.
Die gewaltige Bibliothek des Okkultisten soll indessen als Erbschaft an das Royal College of Arts and Sciences gehen. Doch da der Chefbibliothekar Dr. Albin Porteous sichtlich erkrankt ist, schickt dieser seinen Mitarbeiter Seth Jarvays zur Villa, wo dieser bereits vom Rechtsanwalt Jededijah Hilfreich erwartet wird.
Doch
Jarvays ahnt nicht, das hinter der Fassade des Rechtsanwalts ebenfalls der
Dämon lauert, der ihm sogar ein seltsames Geschenk seitens Fenwick
unterbreitet, auch wenn Jarvays diesem finsteren und unmoralischen Mann zu
Lebzeiten nie begegnet war.
Und
genau damit beginnt für Jarvays auch schon der Schrecken. Denn dieses Buch,
eingeschlagen in einem seltsamen Leder scheint zuerst nur leere Seiten zu
beinhalten.
Doch
es ist viel mehr. Denn dieses Buch ist der Codex Muto, ein finsteres Buch,
welches sich wie ein Parasit an seinen Besitzer heftet, seine geheimsten
Geheimnisse, Triebe und Wünsche ergründet und sich dann selbst schreibt, um so
das menschliche Opfer in die schlimmsten Abgründe des Bösen zu ziehen.
Und Jarvays hat so einige Geheimnisse, die er nicht gerne vor aller Welt offenbart wissen will. Doch umso mehr er von dem Codex nun wissen will - und der Teufel liebt die Lüge - umso mehr und größere Sünden muss er im Gegenzug begehen, welche ihn geradewegs in die Hölle führen würden.
Am
Ende wäre die Seele von Jarvays also dem Dämon sicher und dessen Körper dann
die neue Hülle des Okkultisten Fenwick. Doch bevor die Katastrophe für Jarvays
seinen endgültigen Verlauf nehmen kann, erinnert er sich an den Exorzisten
Jeremy "Hieronymus" Strout, der mit ihm gemeinsam ein
Theologiestudium absolviert hatte.
Und
der scheint Seth Jarvays vielleicht noch vor dem dunklen Codex Muto retten zu
können. Doch vernichtet ist dieses Buch des Bösen damit jedoch längst noch
nicht und übt so bereits einen finsteren Einfluss auf Strout selbst aus.
- Roman Veröffentlichung: Am 11. April 2026
- Autor: Camilla Btandner
-
Ein Einzelroman
„Der Verstorbene war stolz darauf, als gefährlicher Okkultist angesehen zu sein, und er war - wenn sie mich verstehen - möglicherweise kein bloßer Wichtigtuer.“ (Gespenster-Krimi/Band 196, "Luzifers Atem"/Seite 7)
Nun, ein Happy End gibt es in diesem sehr atmosphärischen
wie düsteren Roman von Camilla Brandner eigentlich nicht, auch wenn das
mitunter eher etwas einfältig wirkende Opfer dem Teufel hier wohl noch mal
gerade von der Schippe springen konnte.
Denn was dem Buch des Bösen bei dem einen nicht gelingt,
dass erreicht man vielleicht durch ein anderes Opfer, welches begieriger ist,
die eigene Seele dem Teufel zu verkaufen. Wissen ist ja bekanntlich Macht, egal
woher man dieses gerade bezieht.
Ob der Okkultist Fenwick in seinem seltsamen Grab
trotzdem aber daraus einen Nutzen ziehen kann, steht auch noch auf einem
anderen Blatt. Und so geht die Handlung für den einen noch gut aus, während das
Böse an sich längst wohl schon zu neuen Ufern aufgebrochen ist.
Insgesamt ist „LUZIFERS ATEM“ also wieder ein gelungener
Roman der Autorin Camilla Brandner, bei dem es keinen typischen
Heftroman-Helden (oder Heldin) braucht, den man anhimmeln könnte.
Und man bekommt auch keinen Gruselroman geboten, den man
mit nur ein paar Änderungen im Text auch alternativ als Western oder
Kriminalroman hätte umbauen könnte. Und genau das sind ja die zwei Krankheiten,
an denen so ein Gruselroman bzw. eine Serie des Genres mit festen Helden samt
personellen Anhängseln leider immer chronisch leidet.
Und genau aus diesem Grund mag ich eigentlich solche
Genre-Serien wie den „GESPENSTER-KRIMI“ auch mit abgeschlossenen Einzelromanen
und dann aber ohne die handelsüblichen
blonden, aber auch schnell langweiligen Superhelden wie JOHN SINCLAIR oder
PROFESSOR ZAMORRA wesentlich lieber.
Denn mal ehrlich, wenn ich einen JOHN SINCLAIR auf Seite
1 anfange zu lesen, weiß ich doch schon, dass der mit Sicherheit nie ins Gras
beißen wird. Und hebt dieses Wissen dann trotzdem noch immer die Spannung?
Aber das schöne bei den ewigen Serienhelden ist ja, das
man sie wie Rennpferde laufen lassen kann, bis sie eben umkippen. Und selbst
dann kann man sie ja immer noch verwursten.
Vielleicht hätte ich mir aber auch bei der Handlng von „LUZIFERS
ATEM“ hier und da einige noch etwas deftigere Szenen gewünscht gehabt, bei dem
etwas Blut spritzt, oder mal ein Kopf rollt. Aber man kann nicht alles haben,
und so bin ich mit einem gut aufgebauten und atmosphärisch düsteren Roman schon
durchaus sehr zufrieden. In dem Sinne also gerne weiter so.
© by Konrad Wolfram

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen