Gespenster-Krimi 197
Der schreiende Schädel von Chattenham House
von Morgan D.
Crow
Lady
Eliza Fitzgibbon und Professor Harker befinden sich auf einem feucht-fröhlichen
Benefiz-Ball, als auch Tobias Graham sowie Jethro Torrance dort eintreffen, um
sich unter die Gäste zu mischen.
Doch auch die wesentlich ältere Lady Dorcas Chattenham ist zugegen und bittet Eliza und Harker um Hilfe. Denn drei Diebe haben aus der Wand in ihrem Anwesen den Schreienden Schädel von "Lady Agnes" gestohlen, welcher dort in einer gläsernen Urne eingemauert war.
Und
das dürfte für enorme Probleme sorgen, denn der Geist des Schädels sinnt
bereits auf Rache, wenn man ihn aus dessen geliebten Anwesen entführt. Dies
wäre daher sicherlich kein Fall für die Provinzpolizei.
Aber
auch die beiden Diebe Michael Carr und Peter Boyle bekommen die Schreie des
Schädels nicht mehr aus dem Kopf, welcher sie seit dem Raub beständig peinigt.
Der Dritte im Bunde der Diebe, Elliot Pine, ist bereits an den Folgen
gestorben, worauf seine Kumpels dessen Leiche in einem Brunnen in Goodman's
Land entsorgt haben.
Doch
der Schreiende Schädel von Chattenham House ist nicht das einzige magische
Artefakt, welches bereits von ihnen gestohlen wurde. Da man aber für einen
Schädel, abgehackte Hände oder einer teilweise mumifizierten Katze und
ähnlichen okkulten Relikten sicherlich keine Reichtümer erhält, stellen sich
für Eliza und ihre Mitstreiter nun die Frage, wer ein Interesse an diesen
dunklen magischen Relikten haben könnte?
Ist
es etwa Roderick Craine, der Okkultist und Alchimist, welcher sich mit einigen
Anhängerinnen in Goodman's Land angesiedelt hatte? Oder könnte dahinter die
obskure Philosophische Gesellschaft aus Upper Laurel stecken?
Doch
egal wer dahinter steckt, man schwebt in Gefahr. Denn diese finsteren Objekte
bringen die Personen mit denen sie in Berührung kommen recht schnell in akute
Lebensgefahr.
Doch
während Eliza und Harker in der Frage eines Auftragsgebers weiterhin auf der
Stelle treten, ist Tobias Graham ihnen in diesem Punkt bereits einen gro゚en Schritt voraus. Denn wie er, so versteht sich auch
Mrs. Madeleine Voorhees mit ihrem Netzwerk auf so manchen kriminellen Pfaden zu
bewegen.
Doch
Mrs. Voorhees befindet sich zur Zeit in den USA um einige Geschäfte abschließen
zu können. Allerdings ist es ihr Sohn Mycroft Voorhees, welcher in dieser Zeit
die Organisation seiner Mutter leitet.
Könnte
also vielleicht Mycroft hinter den Diebstählen der okkulten Relikte stecken, um
diese in entsprechenden finsteren Kreisen und okkulte Logen gewinnbringend zu
Geld zu machen? Denn die würden dafür sicherlich eine Menge Geld hinlegen, um
durch sie an noch mehr dunkle Macht zu gelangen.
Allerdings
steht dann aber auch die Frage für Graham im Raum, ob dessen Mutter Madeleine
überhaupt etwas von den eigenen Geschäften ihres Sohnes weiß?
- Roman Veröffentlichung: Am 25. April 2026
- Autor: Morgan D. Crow
-
Ein
neuer Musgrave Hall Roman
„Er seufzte."Prinzessin, es sind immer Menschen in Gefahr. Du kannst nicht die ganze Welt retten. Das habe ich dir schon mal gesagt." "Da habe ich wohl gerade nicht zugehört." (Gespenster-Krimi/Band 197, "Der schreiende Schädel von Cattenham House"/Seite 28)
Mal ehrlich, irgendwie hatte ich in Sachen „GESPENSTER-KRIMI“
schon etwas Entzugserscheinungen, wenn es um die MUSGRAVE HALL Abenteuer mit
Lady Fitzgibbon, Professor Harker oder Tobias Graham geht.
Denn diese Sub-Serie des Autors Morgan D. Crow ist mir
mittlerweile richtig ans Herz gewachsen, so dass ich hiervon nur zu gerne mehr
lesen würde.
Und so sind die Seiten dieses aktuellen Roman denn auch
wieder viel zu schnell mit Spannung gelesen gewesen. Überhaupt weiß der Autor
auch hier wieder recht gut die Balance zwischen Spannung, düsterer Atmosphäre
und einem perfekt eingestreuten Humor zu halten, weshalb ich beim lesen
sicherlich auch nicht mehr auf die Uhrzeit geachtet hatte.
Interessant ist aber auch, dass der Autor auf diverse
Nebenfiguren älterer Romane der Sub-Serie gerne zurückgreift, welche in
früheren Romanen um MUSGRAVE HALL zwar mal mehr oder weniger einen Auftritt
gehabt hatten.
Uns Leser bingt er damit aber die mal mehr und mal
weniger liebenswerten Bewohner von Goodman's Land ebenfalls näher, welche sonst
eher nur einen einmaligen Auftritt genossen hätten.
Und damit meine ich wirklich solche Figuren, die sich
eben nicht stets im direkten Umfeld von Lady Eliza Fitzgibbon und ihrem Kampf
gegen die finsteren Kreaturen bewegen.
Da wäre z.B. der Vikar von St. Hilda mit Namen Andrew Merryweather zu nennen,
welcher sicherlich nicht zum kampferprobten Team gegen das Böse gehört, sondern
wohl eher mal selbst ein Opfer der finsteren Mächte in Goodman's Land geworden
war.
Aber auch der zwielichtige Roderick Craine ist seitens
des Autors nicht vergessen, welcher im Ruf steht, ein dunkler Hexenmeister zu
sein. Allerdings hat dieser Lady Eliza Fitzgibbon auch noch keinen wirklichen
Grund gegeben, gegen ihn aktiver zu werden, was aber vielleicht noch kommen
könnte.
Insgesamt machen gerade auch diese kleinen Feinheiten die
gelungene Sub-Serie so interessant und liebenswert. Es ist aber auch die
Auswahl der Themen selbst, welche die Sub-Serie durchaus von den üblichen
Monster-Stories anderer Gruselromane abhebt.
Denn eigentlich kann man hier z.B. den schreienden
Schädel bzw. den Geist der Lady Agnes nicht als wirklich böses Monstrum
bezeichnen. Vielmehr wird sie ja gegen Menschen erst dann zur Gefahr, wenn man
sie aus ihrem geliebten Umfeld reißt bzw. reißen will. Dann aber kann sie die
eigentlich menschlichen Personen im Umfeld eben auch in den Tod oder zumindest
in den Wahnsinn treiben.
Da es also zum Roman selbst nichts zu meckern gibt, wende
ich mich mal kurz dem aktuellen Cover zu. Und was soll ich sagen, auch dieses
gefällt mir recht gut. Von daher mein Rat bei dem Roman „DER SCHREIENDE SCHÄDEL
VON CHATTENHAM HOUSE“ von Morgan D. Crow - unbedingt zugreifen und lesen.
© by Konrad Wolfram

1 Kommentar:
Ich bin jetzt auch neugierig geworden und habe mir die Nr. 111 gegönnt (Band 2).
Der ironisch anspruchsvolle Schreibstil hat schon was. Die Figuren sind außergewöhnlich, einige Beschreibungen einfach köstlich (sie war 95 und so krumm wie eine Kiefer auf der Heide).
Mal schauen, wie sich die Story entwickelt.
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