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Dienstag, 28. April 2026

Der schreiende Schädel von Chattenham House

Gespenster-Krimi 197

Der schreiende Schädel von Chattenham House

von Morgan D. Crow

Lady Eliza Fitzgibbon und Professor Harker befinden sich auf einem feucht-fröhlichen Benefiz-Ball, als auch Tobias Graham sowie Jethro Torrance dort eintreffen, um sich unter die Gäste zu mischen.

Doch auch die wesentlich ältere Lady Dorcas Chattenham ist zugegen und bittet Eliza und Harker um Hilfe.   Denn drei Diebe haben aus der Wand in ihrem Anwesen den Schreienden Schädel von "Lady Agnes" gestohlen, welcher dort in einer gläsernen Urne eingemauert war.

Und das dürfte für enorme Probleme sorgen, denn der Geist des Schädels sinnt bereits auf Rache, wenn man ihn aus dessen geliebten Anwesen entführt. Dies wäre daher sicherlich kein Fall für die Provinzpolizei.

Aber auch die beiden Diebe Michael Carr und Peter Boyle bekommen die Schreie des Schädels nicht mehr aus dem Kopf, welcher sie seit dem Raub beständig peinigt. Der Dritte im Bunde der Diebe, Elliot Pine, ist bereits an den Folgen gestorben, worauf seine Kumpels dessen Leiche in einem Brunnen in Goodman's Land entsorgt haben.

Doch der Schreiende Schädel von Chattenham House ist nicht das einzige magische Artefakt, welches bereits von ihnen gestohlen wurde. Da man aber für einen Schädel, abgehackte Hände oder einer teilweise mumifizierten Katze und ähnlichen okkulten Relikten sicherlich keine Reichtümer erhält, stellen sich für Eliza und ihre Mitstreiter nun die Frage, wer ein Interesse an diesen dunklen magischen Relikten haben könnte?

Ist es etwa Roderick Craine, der Okkultist und Alchimist, welcher sich mit einigen Anhängerinnen in Goodman's Land angesiedelt hatte? Oder könnte dahinter die obskure Philosophische Gesellschaft aus Upper Laurel stecken?

Doch egal wer dahinter steckt, man schwebt in Gefahr. Denn diese finsteren Objekte bringen die Personen mit denen sie in Berührung kommen recht schnell in akute Lebensgefahr.

Doch während Eliza und Harker in der Frage eines Auftragsgebers weiterhin auf der Stelle treten, ist Tobias Graham ihnen in diesem Punkt bereits einen groen Schritt voraus. Denn wie er, so versteht sich auch Mrs. Madeleine Voorhees mit ihrem Netzwerk auf so manchen kriminellen Pfaden zu bewegen.

Doch Mrs. Voorhees befindet sich zur Zeit in den USA um einige Geschäfte abschließen zu können. Allerdings ist es ihr Sohn Mycroft Voorhees, welcher in dieser Zeit die Organisation seiner Mutter leitet.

Könnte also vielleicht Mycroft hinter den Diebstählen der okkulten Relikte stecken, um diese in entsprechenden finsteren Kreisen und okkulte Logen gewinnbringend zu Geld zu machen? Denn die würden dafür sicherlich eine Menge Geld hinlegen, um durch sie an noch mehr dunkle Macht zu gelangen.

Allerdings steht dann aber auch die Frage für Graham im Raum, ob dessen Mutter Madeleine überhaupt etwas von den eigenen Geschäften ihres Sohnes weiß? 

  • Roman Veröffentlichung: Am 25. April 2026
  • Autor: Morgan D. Crow
  • Ein neuer Musgrave Hall Roman

„Er seufzte."Prinzessin, es sind immer Menschen in Gefahr. Du kannst nicht die ganze Welt retten. Das habe ich dir schon mal gesagt." "Da habe ich wohl gerade nicht zugehört." (Gespenster-Krimi/Band 197, "Der schreiende Schädel von Cattenham House"/Seite 28)

Mal ehrlich, irgendwie hatte ich in Sachen „GESPENSTER-KRIMI“ schon etwas Entzugserscheinungen, wenn es um die MUSGRAVE HALL Abenteuer mit Lady Fitzgibbon, Professor Harker oder Tobias Graham geht.

Denn diese Sub-Serie des Autors Morgan D. Crow ist mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen, so dass ich hiervon nur zu gerne mehr lesen würde.

Und so sind die Seiten dieses aktuellen Roman denn auch wieder viel zu schnell mit Spannung gelesen gewesen. Überhaupt weiß der Autor auch hier wieder recht gut die Balance zwischen Spannung, düsterer Atmosphäre und einem perfekt eingestreuten Humor zu halten, weshalb ich beim lesen sicherlich auch nicht mehr auf die Uhrzeit geachtet hatte.

Interessant ist aber auch, dass der Autor auf diverse Nebenfiguren älterer Romane der Sub-Serie gerne zurückgreift, welche in früheren Romanen um MUSGRAVE HALL zwar mal mehr oder weniger einen Auftritt gehabt hatten.

Uns Leser bingt er damit aber die mal mehr und mal weniger liebenswerten Bewohner von Goodman's Land ebenfalls näher, welche sonst eher nur einen einmaligen Auftritt genossen hätten.

Und damit meine ich wirklich solche Figuren, die sich eben nicht stets im direkten Umfeld von Lady Eliza Fitzgibbon und ihrem Kampf gegen die finsteren Kreaturen bewegen.

Da wäre z.B. der Vikar von St. Hilda  mit Namen Andrew Merryweather zu nennen, welcher sicherlich nicht zum kampferprobten Team gegen das Böse gehört, sondern wohl eher mal selbst ein Opfer der finsteren Mächte in Goodman's Land geworden war.

Aber auch der zwielichtige Roderick Craine ist seitens des Autors nicht vergessen, welcher im Ruf steht, ein dunkler Hexenmeister zu sein. Allerdings hat dieser Lady Eliza Fitzgibbon auch noch keinen wirklichen Grund gegeben, gegen ihn aktiver zu werden, was aber vielleicht noch kommen könnte.

Insgesamt machen gerade auch diese kleinen Feinheiten die gelungene Sub-Serie so interessant und liebenswert. Es ist aber auch die Auswahl der Themen selbst, welche die Sub-Serie durchaus von den üblichen Monster-Stories anderer Gruselromane abhebt.

Denn eigentlich kann man hier z.B. den schreienden Schädel bzw. den Geist der Lady Agnes nicht als wirklich böses Monstrum bezeichnen. Vielmehr wird sie ja gegen Menschen erst dann zur Gefahr, wenn man sie aus ihrem geliebten Umfeld reißt bzw. reißen will. Dann aber kann sie die eigentlich menschlichen Personen im Umfeld eben auch in den Tod oder zumindest in den Wahnsinn treiben.

Da es also zum Roman selbst nichts zu meckern gibt, wende ich mich mal kurz dem aktuellen Cover zu. Und was soll ich sagen, auch dieses gefällt mir recht gut. Von daher mein Rat bei dem Roman „DER SCHREIENDE SCHÄDEL VON CHATTENHAM HOUSE“ von Morgan D. Crow - unbedingt zugreifen und lesen.

 © by Konrad Wolfram

1 Kommentar:

Stefan Robijn hat gesagt…

Ich bin jetzt auch neugierig geworden und habe mir die Nr. 111 gegönnt (Band 2).
Der ironisch anspruchsvolle Schreibstil hat schon was. Die Figuren sind außergewöhnlich, einige Beschreibungen einfach köstlich (sie war 95 und so krumm wie eine Kiefer auf der Heide).
Mal schauen, wie sich die Story entwickelt.