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Sonntag, 5. April 2026

Pforte zur Hölle

Das Haus Zamis 141

Pforte zur Hölle

von Michael M. Thurner

Das Ehepaar Hannah und Lukas Huchzermeyer lebt ihr kleines, aber feines Leben mit ihren Kindern Leo und Karin in einer ländlichen Gegend nahe Wien. 

Doch diese Idylle bekommt dunkle Risse, als sie vom Trödelmarkt einen alten Schrank kaufen, um ihn aufzubereiten.

Aber auch ein seltsamer Pfarrer der sich Monsignore Tatkammer nennt, nimmt Kontakt mit den beiden Kindern im nahen Wäldchen auf. 

Und so schleicht sich das Böse langsam und unbemerkt in ihr Denken und Handeln wie ein wucherndes Krebsgeschwür.

Einige Zeit später: Mirka König entdeckt auf einer Information ihrer Freundin hin das Blutbad im Hause der Huchzermeyers. Nur von Hannah selbst fehlt jede Spur. Das könnte aber auch ein Problem für Mirka bei der Polizei werden. Denn ihre eigenmächtige Handlung ohne ihren Partner Werdenyi als Rückendeckung, könnte ihre Suspendierung vom Polizeidienst bedeuten.

Doch Wolfang Werdenyi, der selbst eine dämonische Kreatur ist, deckt Mirka trotzdem mit seiner Aussage den Rücken gegenüber ihrem vorgesetzten Gruber. Dafür spürt Mirka im Keller jedoch die finstere Aura, welche von dem alten Schrank im Keller ausgeht, welchen Hannah Huchzermeyer eigentlich renovieren wollte.

Als Mirka dann die Domina Callas aufsucht, die gerade einen Pfarrer in ihrem Sadomaso-Studio rannimmt, erfährt sie, das dieser Schrank sich vorher noch in ihrem Besitz befand. Und dieser Schrank spuckte bei der Callas neben der Kreatur mit Namen Maneslau dem Bluter und jede Menge Dämonenhasen und weitere seltsame, wie gefährliche Kreaturen aus.

Und um diese Kreaturen und den gefährlichen Schrank loszuwerden, verkaufte die Callas den Schrank. In dem sind allerdings auch Georg Zamis, Juna und der Zwerg Ficzko verschwunden und alles weist darauf hin, dass dieser Schrank eine Pforte in andere, finstere Welten zu sein scheint.

Aber auch Coco Zamis legt sich mit der Callas an, weil sie wissen will, wohin Georg und Juna verschwunden sind. Denn ihr Bruder und ihre Halbschwester passen nicht in ihre Pläne, ihren eigenen Vater als Oberhaupt der Schwarzen Familie zu entmachten.

Der Callas und Mirka wird schnell klar, das sie diese "Pforte der Hölle" nun für immer beseitigen müssen, um das Eindringen weiterer bösartiger Kreaturen aus einer anderen Dimension zu verhindern. Doch wie vernichtet man etwas, was eigentlich nicht auf normalem Wege zu vernichten ist?

Aber auch steht die Frage noch im Raum, wo sich die verschwundene Hannah Huchzermeyer befindet, welche die bestialischen Morde an Ehemann und Kindern zur Last gelegt wird.

Gleichsam lässt auch Coco in Sachen Callas nicht locker und sinnt sogar auf Rache gegen die heftigste Domina von Wien. Aber auch Mirka König merkt für sich, das sie immer mehr Geschmack am Bösen zu finden scheint.

Am Ende ist nur der teuflische Monsignore Tatkammer mit der laufenden Entwicklung mehr als zufrieden.

  • Veröffentlichung: Am 7. März 2026
  • Autor: Michael Marcus Thurner
  • Titelbild: Mark Freier
  • Verlag: Bastei

„Vor ihr lagen Lukas und die beiden Kinder. Drei Fleischbatzen, die von einem Dämon ausgeweidet worden waren. Die Tür stand sperrangelweit offen, eine breite Blutspur führte ins Freie.“ (Das Haus Zamis/Band 141, "Pforte der Hölle"/Seite 21)

Mit „PFORTE ZUR HÖLLE“ legt Michael Marcus Thurner wieder eine recht interessant aufgebaute und durchweg spannende Handlung hin, bei der auch die Figur des teuflischen Monsignore Tatkammer eingeführt wird.

Tatkammer kommt zwar nur zu Beginn und ganz zum Ende in der laufenden Handlung vor, bei der es sich sonst eher um den Schrank dreht, in dem die Juna-Puppe samt Georg Zamis und Ficzko verschwunden waren und welcher eigentlich ein Tor in andere finstere Dimensionen darstellt.

Aber das macht nichts, denn so weckt der Autor beim Leser erst recht das Interesse an der Figur des Monsignore Tatkammer, welcher auf eine ganz fiese Art offenbar die Fäden aus dem Hintergrund zieht.

Weniger interessant ist die sich mitunter bockig verhaltende Coco Zamis, die zwar nun Böse ist und nach höheren Weihen unter den Dämonen strebt, aber sich dafür eher ziemlich plump verhält. Dabei wirkt irgendwie ihr sehr spontanes Verhalten zunehmend kopflos, eben wie bei einem zornigen und damit blind agierenden Kleinkind.

Zum Glück bleibt das durchaus hohe Niveau in Sachen Spannung trotzdem fasst konstant im oberen Bereich, weil Coco bzw. die Zamis-Sippe an sich hier eigentlich nur Randfiguren bleiben, dessen Handlungen kaum ein Viertel des Roman ausmachen. In dem Punkt liegt das Hauptgewicht der Handlung hier eindeutig auf Mirka König und der Callas.

Das zeigt aber auch etwas die Schwächen der Serie „DAS HAUS ZAMIS“ auf. Denn ich würde es nicht für Ideal halten, wenn sich z.B. die eigentliche Hauptfigur langsam zu einer nervigen Angelegenheit entwickelt.

Da sollten die Autoren also durchaus mal Hand an die Figur Coco Zamis und ihrer Familie legen, um diese wieder als eigentliches Highlight der Serie auf Spur zu bringen.

Auf längere Sicht betrachtet, dürften spannend aufgebaute Nebenhandlungen die Serie nämlich nicht immer wirklich retten können. 

Andererseits ist es aber auch keine gute Ausgangslage, wenn eine Hauptfigur in Sachen Moral oder Boshaftigkeit stets den Bogen des Glaubhaften mehr als überspannt. Oder anders gesagt, wo Licht ist, da sind auch Schatten. Und dies sollte man auch bei den Hauptfiguren/Helden stets im Auge behalten.

Aber auch bei den Bösewichten sollte man ein besseres Händchen haben. In der Hinsicht darf man vielleicht hoffen, dass Monsignore Tatkammer diesmal nicht später doch wieder zu einer Luftnummer verkommt, wie es zuletzt im Verlauf bei der Figur Baaltasar Zebub leider bald der Fall wurde.

 © by Konrad Wolfram

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