Der Detektiv des Vatikan
von Roland Koch
Wenn in New York City der Detektiv Sam Bosten mitten in
der Nacht von seinem Kollegen Fischer zu einem Tatort gerufen wird, dann ist
sicherlich wieder eine blutige Schweinerei passiert, welche nicht auf das Konto
eines normalen Mörders geht.
Denn Sam Bosten ist ein Detektiv des Vatikans mit einer außergewöhnlichen Gabe.
Durch das auflegen seiner Hand kann er den Menschen den
seelischen Schmerz nehmen und deren letzten Vorkommnisse vor seinem geistigen
Auge nochmals erleben.
Doch die Leiche, die er hier vorfindet, erinnert Sam auch an den tragischen Tod seiner hübschen Freundin Penny-Sue.
Denn die hier
bestialisch zugerichtete Leiche ist niemand anderes, als deren 24-jährige
Schwester Helen Baker.
Doch am Tatort sind Sam, Fischer, sowie Santiago von der
Polizei diesmal nicht allein vor Ort. Denn auch der Papst sowie Kardinal
Mendossa weilen am Tatort in New York. Allerdings teilen Sam und der Kardinal,
welcher ihn stets Gabriel nennt, eine tiefe gegenseitige Ablehnung.
Doch Mendossa braucht offenbar Sam Bosten, um sich wieder
Luzifer entgegenstellen zu können. Denn der Widersacher hat wieder einen
Todesengel ausgesandt, welcher blutige Ernte hält, dem auch bald sein Partner
und Freund Fischer, als auch Santiago und dessen Frau zum Opfer fallen.
Und so ist es Kardinal Mendossa der Sam Bosten kurz darauf erneut im Central Park aufsucht, um ihn zu bitten, ihn zum Vatikan nach Italien zu begleiten.
Denn der Kardinal hat hier bereits eine kleine Armee von
gläubigen Kämpfern versammelt, welche unter Sams Führung sich dem absolut Bösen
entgegenstellen sollen, bevor die Welt in eine höllische Apokalypse stürzt.
Unter diesen Kämpfern befinden sich auch der ebenfalls
auf die Erde verbannte Erzengel Michael sowie der germanische Gott Loki und
zwei weitere Engel, welche nun mit dem ehemaligen Erzengel Gabriel/Sam Bosten
in die Schlacht gegen Luzifer und dessen monströse Horden ziehen sollen.
Doch es ist gerade Kardinal Mendossa, der einen
heimlichen Pakt mit Luzifer geschlossen hatte, um einerseits Gabriel zu beseitigen
und andererseits als neuer Papst das Zepter im Vatikan übernehmen zu können.
Und so kommt es sogar vorzeitig zur Entscheidungsschlacht, die jedoch der Engel Gabriel mit seinen Kämpfern nie gewinnen kann. Deshalb, und um weitere unsinnige Opfer zu vermeiden, fordert Gabriel seinen Bruder Luzifer zu einem Zweikampf heraus.
Und genau diesen Zweikampf gewinnt Gabriel, ist aber
selbst nicht bereit, Luzifer zu vernichten. Dieser gesteht allerdings auch
seine Niederlage ein, so dass der Streit Gut gegen Böse beendet erscheint.
Doch offenbar scheint Gabriel nicht zu merken, dass alles
ein perfider Plan Luzifers ist, welcher nun offenbar voll aufgegangen ist…
- Der Detektiv des Vatikan
- Autor: Roland Koch
- ISBN: 979-3-9872-7090-1
- Taschenbuch ca. 240 Seiten
- Erscheinungstermin: Mai 2023
-
Verlag:
DeBehr
„Das Blut der beiden Männer verlieh dem Wageninneren das Antlitz eines Miniatur-Schlachthofes. Der Angreifer zog seine Hand aus Gregs Gehirnmasse und schüttelte sie ab, um die Fetzen Gewebe loszuwerden.“ (Der Detektiv des Vatikan/Seite 41)
Tja, wie fange ich an? Erst einmal hatte ich am ersten
Abend die ersten 80 Seiten des Romans mit Spannung gelesen gehabt. Was mich
dann aber etwas stutzig machte, war der Umstand, dass im Vatikan im
menschlichen Körper eines stämmigen Koch der germanische Gott Loki steckt.
Und dann taucht eben auch noch der Erzengel Michael auf,
der wie weitere Engel ebenfalls im Vatikan offenbar Hausarrest haben.
Und als ich dann am nächsten Tag ab diesem Punkt weiter
gelesen hatte, schaffte es der Autor Roland Koch bei mir von Seite zu Seite,
die gesamte Spannung langsam in sich zusammenfallen zu lassen. Wenn das Satire
sein sollte, hatte ich die weitere Handlung jedenfalls nicht positiv
verstanden.
Denn im Prinzip haben wir hier eine Fantasy-Geschichte,
in der gerade alles in bizarrer Weise gedreht wird, wie man es gerade braucht,
was aber irgendwie keinen wirklichen Sinn ergibt.
Denn der Vatikan scheint eher eine Art Mafia zu sein, der
Erlöser ist nirgends aufzufinden, der amtierende Papst merkt eh nichts, Sam
Bosten ist sogar selbst ein Erzengel in einem menschlichen Körper und neben der
Tätigkeit des Detektiv für den Vatikan auch wohl gleich noch dessen
Auftragskiller.
Auch der Humor der plötzlich in der Handlung Einzug
findet, wirkt irgendwie recht platt und fehl am Platz. Egal ob Sam/Gabriel auf
dem Rücken von Loki im Vatikan aus Spaß Rodeo reitet, oder der Erzengel Michael
bei einem Saufgelage einen derben wie anzüglichen Trinkspruch ausstößt als wäre
er auf der Reeperbahn.
Und am Ende verliert Sam Bosten/Gabriel dann doch gegen
Luzifer und unser seltsamer Held und Engel im zeitweiligen Ruhestand merkt es
nicht einmal.
Sorry, aber der Auftakt war wirklich gut und spannend,
doch dann nahm die Handlung Wendungen an, welche die aufgebaute Spannung
schnell in den Keller schießen ließ und ich als eigentlich interessierter Leser
auch nicht gebraucht hätte.
Eine Empfehlung gibt es daher von mir für dieses Büchlein
auch nicht, welches ich bei einer höheren Seitenzahl wohl auch resigniert abgebrochen
hätte. Interessant dürfte es aber für die sein, welche auf eine etwas bizarre
und nicht sehr logische Handlung abfahren.
Zum Abschluss gibt es dann auch noch mit „KAFFE, SCHATZ?“
eine Kurzgeschichte über einen homosexuellen Mann, der scheinbar nach einem
Saufgelage eine Frau geheiratet haben soll, was sich allerdings als Scherz
eines Freundes herausstellt. Kann man mal lesen. Man verpasst aber auch nichts,
wenn man es lässt.
© by Konrad Wolfram

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