Translate

Mittwoch, 11. März 2026

Die Rückkehr des Schwarzen Tods

Die Rückkehr des Schwarzen Tods

von Jason Dark (Helmut Rellergerd)

Oberinspektor John Sinclair wird von Dracula II (alias Will Mallmann) in die Vampirwelt gelockt, wo der König der Vampire den Geisterjäger darüber informiert, dass die Rückkehr des Schwarzen Tods unmittelbar bevorsteht.

Um die Rückkehr des Dämons zu verhindern, schlägt Dracula II dem Geisterjäger ein Bündnis auf Zeit vor, dem John Sinclair notgedrungen zustimmt.

Durch Dracula II erfährt der Geisterjäger schließlich, dass ein Dämon namens Namtar die Rückkehr des Schwarzen Tod vorbereitet.

Um dies zu bewerkstelligen müssen vier Menschen getötet werden, die stellvertretend mit ihren Namen für die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes stehen.

Doch trotz der Hinweise von Justine Cavallo, können John und Suko die vier Morde nicht verhindern, so dass der Schwarze Tod zurückkehren kann…

  • Erschienen am 15. September 2003
  • Der Schwarze Tod kehrt zurück
  • Ein Roman mit Dracula II (Will Mallmann) und Justine Cavallo

Eine Vielzahl von Logikfehler und Ungereimtheiten (zum Beispiel: Wo ist der silberne Bumerang?) sowie seitenlange Endlosdialoge (wie zum Beispiel das viele Seiten dauernde Gespräch zwischen John Sinclair und Dracula II zu Beginn des Buches, das sich wie ein Kaugummi zieht) schmälern den ‚Lesegenuss“ des dritten „JOHN SINCLAIR“- Buches erheblich.

Denn letztendlich entpuppt sich das Hardcover als ziemlich mittelmäßiges und sehr langatmiges „JOHN SINCLAIR“-Abenteuer, dessen nervige Geschichte sich auf weite Strecken wie ein Kaugummi zieht, in dem HELMUT RELLERGERD mit aller Gewalt die Rückkehr des Schwarzen Tods zelebriert.  

Und obwohl John und Suko mit Unterstützung von Dracula II und Justine Cavallo alles tun, kommen die beiden Geisterjäger immer wieder zu spät oder schaffen es aus irgendwelchen  (nicht nachvollziehbaren) Gründen nicht,  die Rückkehr des Dämons zu verhindern.

Was im weiteren Verlauf der Handlung einfach nur noch völlig unglaubwürdig und unrealistisch wirkt. Wobei man sich hier schon die Frage stellt, wieso sich John nicht Unterstützung bei Kara, Myxin, etc. holt.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch, dass der  Schwarze Tod in dem „JOHN SINCLAIR“-Roman „DAS LETZTE DUELL“ (erschienen am 16. Juni 1980) vernichtet wurde.

„…ich mußte mich auf den Bumerang konzentrieren.  Er flog und flog… Und…  Mein Gott, er traf.

Auf einmal erreichte ein Schrei meine Ohren, wie ich ihn schauriger und gellender noch nie gehört hatte. Plötzlich schwebte der Kopf des Schwarzen Tods über dem Rumpf des Dämons. Aus dem Knochenkörper sah ich eine Flamme schießen, und gleichzeitig verstummte der irre Todesschrei wie abgerissen.

Der Schädel fiel zu Boden.

Die Sense rutschte dem Dämon aus der Hand. Sie prallte auf das Gestein und blieb mit der Spitze in einer Felsspalte stecken. Aber das sah ich nur am Rande.

Mir ging es um meinen Erzgegner. Die Flammen schossen höher.

Sie erfaßten seinen über, den Rumpf tanzenden Schädel, fraßen sich hindurch und zerschmolzen ihn zu einer glühenden Masse, die zu Boden tropfte und im porösen Vulkangestein versickerte.

Auch sein Rumpf verging. Er wurde ebenso ein Raub der reinigenden Flammen, und wenig später sah ich von meinem Erzgegner nichts mehr.

Der Schwarze Tod war endgültig vernichtet!"

Dreiundzwanzig Jahre nach diesem Ereignis, lässt HELMUT RELLERGERD (aus welchen Gründen auch immer) den Schwarzen Tod zurückkehren, obwohl er es damals auf  der Leserseite der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ immer wieder abgelehnt hatte, dies zu tun.

Sind ihm die Fans und/oder die Verantwortlichen des Bastei Verlag damals so auf die Nerven gegangen, dass er sich letztendlich dann doch dafür entschied, die Rückkehr des Dämons durchzuziehen?

Auch die Erklärung rund um die Rückkehr des Dämons, macht keinen Sinn, zumal hier der Autor HELMUT RELLERGERD auch mal wieder gegen seine eigenen Regeln verstößt.

Denn wie war das mit den Seelen der vernichteten Dämonen? Wo kommen diese hin?

Richtig, ins Reich des Spuks.

»Ja, er ist vernichtet. Aber hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was dann mit ihm passierte?«

»Nichts, gar nichts. Das ist unmöglich. Ich habe ihn mit dem silbernen Bumerang vernichtet, zerstört, und…«

»Du hast nämlich nur den Körper zerstört, John, aber auch jeder Dämon hat so etwas wie eine Seele, und du weißt, was mit den Seelen der vernichteten Dämonen geschieht.«

 »Ja, allerdings. Sie werden aufgefangen im dunklen Reich des Spuks, um dieses immer mehr zu erweitern. Der Spuk hält auch die Seele des Schwarzen Tods gefangen. So sind die Regeln. Einmal wäre er dem Spuk fast entkommen, und der wird nun alles tun, dass dies nicht noch einmal passiert. Dafür kenne ich ihn zu gut.«

Doch um diese, seine eigene Regel zu umgehen, baut HELMUT RELLERGERD ein ominöses Ritual ein, dass der  Dämon Namtar durchführen muss, um den Schwarzen Tod zurückkehren zu lassen.

Müsste damit nicht ‚jeder‘ in der Lage sein, durch ein Ritual, bestimmte Seelen aus dem Reich des Spuks zu holen?

Doch  letztendlich dauerte auch das zweite Leben des Schwarzen Tods nicht sehr lange.

Denn nach der Veröffentlichung des Hardsovers „DIE RÜCKKEHR DES SCHWARZEN TODS“, spielte der Dämon ab  Band 1323 („VAMPIR-MONSTER“) zwar wieder in der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ mit, wurde aber bereits mit Band 1387 („DAS FINALE“) zum zweiten Mal (und diesmal hoffentlich endgültig) vernichtet.

Da fragt man sich an dieser Stelle schon, wieso HELMUT RELLERGERD den Schwarzen Tod überhaupt zurückkehren ließ, der nach nur 64 Romane wieder das Zeitliche segnete, wobei er in den meisten der 64 Romane überhaupt gar nicht mitspielte.

Was auch schon in den Anfängen der Serie „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ der Fall war, wo der Schwarze Tod in Band 7 („DAS HORROR-SCHLOSS IM SPESSART) sein Debüt gab und danach nur ab und zu in der Serie auftauchte…

 © by Ingo Löchel

Keine Kommentare: