Translate

Sonntag, 29. März 2026

Ein Interview mit dem Cover-Künstler Mario Heyer

Ingo Löchel: Mario, kannst Du den Lesern des Online-Magazins kurz etwas zu Deiner Person erzählen?

Mario Heyer: Klar doch, gerne. Ich bin 51 Jahre jung und hoffnungslos dem Pixelschubsen verfallen. In meinem normalen Job bin ich Elektriker im Heizkraftwerk in Pforzheim. In meiner Freizeit schiebe ich Pixel von links nach rechts. Mit meiner Frau, meinen beiden Kindern, 2 Katern und einer englischen Cocker Dame lebe ich im wunderschönen Schömberg im Schwarzwald.

Ingo Löchel: Wie kam es, dass Du mit dem Zeichnen von Bildern begonnen hast?

Mario Heyer: In der Schule hab ich sehr gern gezeichnet und später dann auch fotografiert. Autodidaktisch habe ich mir die digitale Kunst beigebracht, über Photoimpact bis hin zu Photoshop.

Das Spiel mit den Ebenen und den Effekten reizt mich immer wieder auf´s Neue. Heute ist das, in Zeiten der KI, noch eine ganz andere Nummer. Man kann viel schneller zu Ergebnissen kommen und muss dennoch in Photoshop das letzte Tuning machen.

Was bedeutet, und da bin ich ehrlich, ich kann nicht zeichnen. Ich erstelle mit Hilfe der KI Grafiken, die ich dann in Photoshop weiter bearbeite bis schließlich ein Buchcover oder Ähnliches entsteht.

Ingo Löchel: Welches war das erste Roman-Titelbild, das von Dir veröffentlicht wurde?

Mario Heyer: Ich habe gerade mal nachgeschaut und wenn mich nicht alles täuscht, dann war das „Reiche Ernte“ von Matthias Bauer. Das Cover erschien 2018 im Blitz-Verlag und war ein bearbeitetes Foto einer schwarzen Krähe.

Ingo Löchel: Seit 2018 erstellst Du Cover für die Bücher des Blitz Verlages. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Verlag?

Mario Heyer: Ich hab damals Jörg immer wieder gelöchert. Ich hab ihm immer wieder meine neuesten Bilder geschickt und gefragt ob was für ihn dabei wäre. Ich blieb hartnäckig und schließlich kam dann auch mein erstes Cover bei ihm im Blitz-Verlag heraus.

Danach haben wir unsere Zusammenarbeit immer weiter ausgebaut bis ich von den Covern der einzelnen Serien über Briefpapier und schließlich die Werbeanzeigen für den Blitz-Verlag erstellt habe.

Ingo Löchel: Für den Blitz Verlag hast Du auch das Cover zu dem Horror-Roman „LUZIFERS PAPST“ von Craig Mason erstellt. Hast Du auch das Titelbild zu der Fortsetzung „LUZIFERS SAAT“ (erscheint im Mai 2026) gezeichnet?

Mario Heyer: Ja an das Cover kann ich mich noch gut erinnern. Hat viel Spaß gemacht daran zu arbeiten. Grundlage war dabei ein Bild das ich mit Midjourney erstellt habe und dann wieder in Photoshop weiterbearbeitet habe. 

Das Coverbild für „LUZIFERS SAAT“ habe ich auch auf die gleiche Weise erstellt und ich hoffe den Lesern gefällt es.

Ingo Löchel: Meines Wissens erstellst Du seit dem Jahr 2023 Cover für die beiden Bastei-Heftroman-Serien „GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR“ und „PROFESSOR ZAMORRA“ sowie für die Horror-Heftroman-Reihe „GESPENSTER KRIMI“. Hinzu kamen die kompletten Cover zu „CASTOR POLLUX“ und „ATLANTIS LEGENDEN“.

Wie muss sich der Laie die Arbeit mit dem Blitz Verlag und mit dem Bastei Verlag  vorstellen. Bekommst Du von den Autoren bzw. vom Verlag Beschreibungen zu den Covern, die Du erstellst?

Mario Heyer: Ja da hast du Recht. Ich erstelle für den Blitz-Verlag, EK2 Publishing und den Bastei Lübbe Verlag Coverbilder für die verschiedensten Serien.

Wie man sich die Arbeit vorstellen kann, das ist eine gute Frage. Zunächst steht meist eine Grundidee im Raum, entweder bekomme ich die von Verlag, also einem Redakteur oder direkt von den Autoren.

Danach besprechen wir die Idee, von der Stimmung bis hin zur Farbgebung. Schließlich erstelle ich daraus eine Grundversion des Covermotivs, das dann wieder in engem Austausch bis zur finalen Version angepasst wird.

Vom Schriftbild bis hin zu Retusche Arbeiten am Covermotiv wird dann in Photoshop solange am Bild gefeilt bis wir ein Endergebnis haben das dann entsprechend der Vorgaben in eine druckfähige Version gebracht wird.

Am Schönsten und Spannendsten sind für mich immer noch die Covermotive bei denen ich freie Hand habe. Teilweise kommen mir Ideen an Hand des Klappentextes oder im Chat mit dem Autor spielen wir an Ideen und lassen uns gegenseitig inspirieren.

Daraus entstehen dann auch witzige Cover wie bei „Auf zum fröhlichen Weltuntergang“ auf dem die Erde in eine überlaufende Kloschüssel gezogen wird und eine Gruppe in einem Schlauchboot auf den wilden Wassermassen ihren Spaß hat.

Es kann aber auch relativ simpel sein, wenn der Verlag schon ein fertiges Bild hat und dann praktisch nur noch Feinarbeiten notwendig sind um daraus eine druckfähige Datei zu erstellen.

Ingo Löchel: Kannst Du auch eigene Ideen einbringen?

Mario Heyer: Selbstverständlich, ich bin dankbar, dass die Redakteure und Autoren da eigentlich sehr unkompliziert sind. Wir wollen eigentlich immer Alle das Gleiche. Ein passendes Covermotiv das den Leser anspricht und zum Kauf des Buchs anregt.

Auch wenn es nicht immer einfach ist den Wünschen und Ideen der Autoren gerecht zu werden steht am Ende immer ein Ergebnis das Allen gefällt und das ist das Wichtigste.

Ingo Löchel: Du benutzt bei der Erstellung Deiner Bilder eine KI Software. Was genau ist denn der Unterschied zwischen einer KI-Software und einem Computerprogramm bzw. einer Computer-Software, die man ‚früher‘ für das Zeichnen und Bearbeiten von Bildern und Covern etc. benutzt hat?

Mario Heyer: Ja ich arbeite mit verschiedenen KI´s. Die Arbeit ist mit der KI schneller und teilweise auch einfacher geworden. Gerade für Jemanden wie mich, der nicht zeichnen kann.

Die KI gehört für mich mittlerweile fest zu meinem Werkzeugkasten genau wie 3D gerenderte Bilder, Camera RAW, Ebenenfüllmethoden und Fotografien. Alles sind nur Teile einer ganzen Liste von Tools die man verwendet um schließlich das Endergebnis zu bekommen.

Egal ob ich mit einer Fotografie anfange, mit einem 3D gerenderten Bild oder eben mit einem Bild aus der KI. Am muss Hand anlegen, Composen, retuschieren, Farben anpassen usw, usw.

So wie man früher störende Elemente aus Bildern herausgestempelt hat, kann man sich jetzt bei einer Fotografie die fehlenden Bildbereiche mit Firefly generieren lassen. Das macht es mittler Weile einfacher.

Ingo Löchel: Wieso ist für das Erstellen von Covern überhaupt neuerdings eine KI-Software notwendig?

Mario Heyer: Es ist nicht unbedingt notwendig. Ich erstelle auch Cover ohne KI. Ich denke es kommt immer auf das Motiv an, ob und wann eine KI zum Einsatz kommt

Ingo Löchel: Wie gehst Du beim Erstellen Deiner Titelbilder grundsätzlich vor?  Vielleicht nehmen wir als Beispiel das Cover zum Roman "LUZIFERS PAPST (erschienen im Blitz Verlag). Erstellst Du erst eine Skizze oder ähnliches? Und wie geht es dann weiter?

Mario Heyer: Wie ober schon beschrieben steht immer eine Grundidee. Bei „LUZIFERS PAPST“ kam der Blitz-Verlag auf mich zu und gab mir den Klappentext und ein Beispielbild.

Daraus wurde dann, natürlich mit Hilfe der KI, eine entsprechende Grafik erstellt. 

Ein dämonischer Geistlicher/Papst der auf seinem teuflischen Thron sitzt in der Hölle. Das haben wir dann versucht so gut es möglich umzusetzen.

Ingo Löchel: Wie lange brauchst Du durchschnittlich bis ein Roman-Cover fertig ist? Oder hängt die Zeit und Dauer vom jeweiligen Motiv ab?

Mario Heyer: Das hängt stark vom Motiv und den Verlagswünschen ab. Grob gesagt von einer Stunde bis hin zu mehreren Tagen, je nach dem wie oft wir Änderungen/Anpassungen haben. Da ich das Ganze ja neben meinem Hauptjob mache und auch meine Familie nicht zu kurz kommen sollte.

Ingo Löchel: Hast Du künstlerische Vorbilder, die Dich beim Erschaffen Deiner Bilder/Cover inspiriert haben bzw. inspirieren?

Mario Heyer: Ja früher habe ich z.B. Luis Royo sehr faszinierend gefunden. Auch Giger durch die Alien Filme haben mich tief bewegt. Da mein Vater mir schon früh Science Fiction nahe gebracht hatte mit Titel wie z: B. „Die Lensmen“, hatte ich auch im Bereich Sciene Fiction immer Bilder im Kopf.

Ich habe als Jugendlicher sehr viel gelesen, von Horror bis Science Fiction. Und meine Fantasie hat mir immer tolle Szenen beschert. Das versuchte ich dann später durch 3D Programme und Photoshop auf den Montitor, die digitale Leinwand zu bekommen. 

Ingo Löchel: Seit Anfang 2024 bist Du ein Teil des Teams des Verlages Ek2 Publishing. 
Dort erscheint bald auch die SF-Military-Serie „DAS GEFALLENE IMPERIUM“ des Autors STEFAN BURBAN in einer Neuauflage (vormals erschienen im Atlantis Verlag), für die Du die Cover erstellt hast. Wie war die Zusammenarbeit mit dem Autor?

Mario Heyer: Die Arbeit mit Stefan war einfach nur Klasse, da muss man ihm ein echtes Kompliment machen. Unsere Ideen harmonierten relativ schnell und wir haben nur noch Feinheiten abgeklärt. 

Dann hat er mir die Gesichten beschrieben und mir Beispielbilder geschickt, die er mit KI erstellt hatte. Daraus haben wir dann für die ganze Serie neue Covermotive erstellt. Und das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht

Ingo Löchel: An welchen Projekten arbeitest Du derzeit? Kannst Du den Lesern des Online-Magazins dazu schon etwas verraten?

Mario Heyer: Im Moment arbeite ich an mehreren Projekten. Die Frühjahrsauslieferung des Blitz-Verlags steht bald an. Im Bastei Verlag gibt es neue Motive für z. B. "Professor Zamorra", "Castor Pollux" usw. 

Im Ek2 Verlag arbeiten wir auch gerade an den neuen Veröffentlichungen in den verschiedenen Genres. Mir geht die Arbeit also nicht aus und die Leser dürfen sich auf neue Coverbilder freuen- Das Fixelfieber hat mich noch immer fest im Griff.

Ingo Löchel: Mario, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

Mario Heyer: Sehr gern Ingo. Ich wünsch dir und deinen Lesern eine gute Zeit und bedanke mich für das Interview. 

Foto © by Daniela Jakob

Keine Kommentare: