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Sonntag, 15. März 2026

Ein Blick auf das Horror-Journal "OMEN"

Ein Blick auf das Horror-Journal "OMEN"

Herausgeber Festa Verlag

Ein Magazin ist sicherlich für Fans der allgemeinen Spannungsliteratur etwas ganz feines. 

Und da gebührt dem „THE BLACK STONE MAGAZIN“, welches Heute am 15 März 2026 nun sein fünfjähriges Jubiläum feiert, sicherlich auch ein wichtiger Platz.

Um das Thema aber auch etwas zu vertiefen, lasse ich hier doch einfach auch mal einen Blick auf eine engagierte Print-Version mit dem Titel „OMEN „aus dem Festa Verlag schweifen.

Das liegt auch daran, weil ich persönlich sehr gerne als Print Version ja auch regelmäßiger Leser des Magazin „VIRUS“ bin, welches alle zwei Monate alles rund um die dunkle Phantastik in allen Medienformen beleuchtet.

Das ein Verlag als Herausgeber ein solches Journal auch dazu nutzt, seine eigenen Buchreihen bzw. Veröffentlichungen mit zu bewerben, sehe ich dabei auch absolut nicht als verwerflich an. Denn wie heißt der schöne Spruch doch gleich: "Wo man nichts reinsteckt, kommt auch nichts raus."

„OMEN“ war damals (2003) durchaus ein recht gelungenes Projekt des Festa Verlages, um ein broschiertes Journal und damit auch ein deutsches Forum mit Blick auf die fantastische Literatur zu präsentieren, wo man als Leser und Fan auf eine Fülle an Interviews, Berichten wie auch Kurzgeschichten zurückgreifen konnte.

Der Start allerdings war auch ein wenig holprig. Denn in Band 1 von „OMEN“ hatte in der Euphorie offenbar niemand bemerkt, dass das Druckverfahren einige Seiten von der Erzählung „DIE INSEL DES DU“ vom Autor William Hope Hodgeson wohl verschlungen hatte.

Hodgeson wiederum galt übrigens durchaus selbst als ein Meister besonders des maritimen Horrors. Doch keine Angst, denn in „OMEN Band 2“ (2004) wurde diese Geschichte von Hodgeson dann noch einmal komplett für die Leserschaft nachgereicht.

Ausgelegt war dieses Journal eigentlich auf eine Ausgabe pro Jahr, was dann aber wohl auch leider nicht so klappte, wie zu Beginn angedacht. Denn bis zum Erscheinungsdatum von „OMEN Band 3“ (2011) verging dann schon eine längere Zeitspanne.

Und dies war dann auch leider damals die letzte Ausgabe des Journals gewesen. Denn ein solches Projekt muss sich natürlich auch tragen können. Aber genau dieser Punkt ließ dann leider damals doch zu wünschen übrig, was offenbar das breitere Interesse und damit die Verkaufszahlen betraf.

Ich euch aber hier auch zumindest mal den sehr interessanten Inhalt von Band 1 der Reihe „OMEN“ anfügen. Denn als Beispiel sind über Amazon diese wirklich guten Bände noch erhältlich. Aber was erwartete denn nun damals die interessierte Leserschaft beim ersten Band?

Neben einem Vorwort von Frank Festa selbst, gab es sowohl  Interviews mit Jeffrey Thomas (PUNKTOWN-Saga) und Michael Marschall Smith z.B. zum Thema "Serienkiller". Gleichsam warf S. T. Joshi einen Blick auf den Einfluss von H. P. Lovecraft auf das Werk von Fritz Leiber und Kim Newman wird sowohl als Herr des Schreckens vorgestellt, bevor er selbst dann auch noch einen Blick auf sein schriftstellerisches Werk „ANNO DRACULA“ wirft. Und natürlich dufte auch ein Nachruf auf den Autor Richard Laymon nicht fehlen.

An Kurzgeschichten tummelten sich ansonsten in Band 1 von „OMEN“ ein bunter Strauß an Autoren der dunklen Phantastik:

  • Kim Newman: Das Schloss in der Wüste
  • Andreas Gruber: Im Auftrag des Kardinals
  • Ralph Adams Cram: Schwester Maddelena
  • Holger Kutschmann: Rosannas Blut
  • Jeffrey Thomas: Zeit der Häutung
  • M. M. Smith: Der Mann der Katzen zeichnete
  • William Hope Hodgson: Die Insel des Ud
  • H. D. Römer: Einige Nächte im Leben des J...
Die zweite Ausgabe von „OMEN“ reichte dann nicht nur die vollständige Kurzgeschichte  „DIE INSEL DES DU“ von William Hope Hodgson nach, sondern konnte auch mit zwei Interviews mit den Autoren Clive Barker (Books of Blood I.-VI./1984 - 1985) und Nail Gayman (American Gods/2002) aufwarten.

Brian Clavin Anderson wiederum steuert in „OMEN 2“ auch ein Kurzcomic mit dem Titel "Teddybär" hinzu, welches von den dunklen Schrecken in einem Kinderzimmer berichtet.

Und unter dem Oberbegriff „FENSTER ZUR PHANTASTIK“ werfen die Autoren Malte S. Sempten, Uwe Voehl und Jan Gardemann den Blick auf verschiedene deutschsprachige Horrortitel der vorherigen Monate. Und Frank Festa beantwortet in Band 2 eine Auswahl der Leserpost gleich persönlich.

Kurzgeschichten wurden für „OMEN 2“ dann von folgenden Autoren beigesteuert:

  • Brian McNaughton: Merryphillia
  • H. P. Lovecraft: Pickmans Modell
  • Daniela Klug & Stefan Krüger: Jack, der U-Bahn-Klopfer
  • Henry Kuttner: Das Geheimnis von Schloss Kralitz
  • John Metcalfe: Das Ödland
  • Tim Powers: Wo sie lauern
  • William Hope Hodgson: Die Insel des Ud (vollständige Version)

Ökonomisch dürften die Zeiten auch für den Festa Verlag etwas holprig verlaufen sein. Trotzdem hatte man das Projekt „OMEN“ noch nicht völlig abgeschrieben gehabt, weshalb der dritte und leider letzte Band dann erst einige Jahre später das Licht der Welt erblickte.

Hier warf dann der Künstler John Mayer einen Blick auf seinen früheren Freund und Autor aus dem Bereich Horror & Fantasy, Karl Edward Wagner, der auch den Barbaren Kane schuf.

Der Artikel "Die dunkle Muse von Karl Edward Wagner" hält hier Wissenswertes über Wagners nicht wirklich leichtem Leben parat, und wie ein Mensch wie eben Karl Edward Wagner sich dabei auch selbst zugrunde richten konnte.

Ein anderer Schwerpunkt galt indessen dem Autor Brian Lumley, dessen Buchreihe „NECROSCOPE“ durchaus einmal im Festa Verlag ein wesentliches Standbein darstellte.

Und um ihn möglichst gebührend zu würdigen, gab es in „OMEN 3“ deshalb auch ein etwas älteres Interview mit Lumley. In "Something about Brian" nimmt sich aber auch Frank Festa selbst dem Autoren Brian Lumley und seiner persönlichen Verbindung zu ihm an.

Aber auch der Schweizer Komiker Helmi Sigg weiß hier noch einiges bezüglich Lumley in "Silberne Ketten - Aus dem Leben von Brian Lumley" zu sagen.

Ein weiteres interessantes Thema dürfte die Deutsche Phantastik der Vergangenheit bilden. Aber man richtet in „OMEN 3“ durchaus den Blick dann auch nach vorne in Sachen Horror aus Deutschland.

Und dementsprechend wagte man auch einen kleinen Versuch, indem neben Uwe Voehl mit der Kurzgeschichte "Nyctalus" auch Christian Endres mit "Instinktiv" zwei Kurzgeschichten beisteuerten.

Nun gut, die Geschichten von Endres und Voehl waren gut geschrieben, boten aber eigentlich nicht wirklich etwas Überraschendes aus dem Bereich der deutschen Phantastik. Vielmehr spulte man hier zwei Geschichten ab, die man eben wohl schon mehrmals in ähnlicher Form auch schon früher hatte konsumieren dürfen.

Ansonsten sicherlich auch lesenswert in OMEN 3:

  • Anton Altricher: Über K. H. Strobels Der betrogene Tod
  • J. E. Poritzky: Fantasten
  • Frank Festa: Einige Gedanken zu Edward Lee
  • Sowie weitere Interviews mit Kim Paffenroth und Laurell K. Hemilton

Die Kurzgeschchten stammten hier von:

  • Brian Lumley: Die Vorlesung
  • Brian Lumley: Die Muschel aus Zypern
  • Brian Lumley: Die Tiefseemuschel
  • Karl Hans Strobel: Der betrogene Tod
  • Uwe Voehl: Nyctalus
  • Christian Endres: Instinktiv
  • Brian McNaughton: Der Wurm von Vendren
  • John B. Ford: Die Illusion des Lebens
  • John B. Ford: Der Feind in uns

Was sich in“ OMEN 3“ ebenfalls bereits abzeichnete war, das sich Frank Festa nicht in der Ausrichtung seines Verlag einfach weiter nur auf bewährte Klassiker des Genre stützen wollte, sondern bald auf eine breite Auswahl hinsichtlich des Genre und Autoren zurückgriff, welche den Erfolg des Festa Verlages weiter zementieren sollten.

Da wurde dann auch als Erfolgsmodell die wesentlich härtere Schiene mit der "Extreme-Reihe" recht erfolgreich bedient, wo gerade der Autor Edward Lee zu Beginn sicherlich die Gallionsfigur wurde.

Neben den Romanen selbst sind natürlich so Nerds des Genre wie ich, immer gerne dabei, auch solche Magazine im Print-Bereich zu lesen, oder halt wie hier im Internet das „THE BLACK STONE MAGAZINE“ selbst mit z.B. Romanbesprechungen zu unterstützen.

Auch die kleine aber feine Reihe „OMEN“ stand da für mich sicherlich damals ganz auf der "will haben" Liste.

Realistisch betrachtet hat ein solch umfangreiches Print-Journal des Horrors es aber auf dem deutschen Buchmarkt sicherlich nicht leicht - damals wie heute.

Aber ich hoffe, dieser kleine, nicht immer ganz vollständige Blick auf ein kurzlebiges aber sehr interessantes Horror-Journal hat euch trotzdem Spaß gemacht. 

© by Konrad Wolfram

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